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Titel Schauspielpädagogik im Wettkampfsport 
Untertitel Ansätze zur Leistungsoptimierung und Persönlichkeitsentwicklung anhand der Praxisbeispiele Fußball und Boxen 
AutorIn Benjamin Stoll 
Seiten 100 Seiten 
Hochschule Universität Potsdam Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2010 
Note 1,7 
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 73015884 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Einleitung:

Zuerst einmal stellt sich die Frage, ob zwei sich in kaum einer Weise nahe stehende Wissenschaften wie die Sportpädagogik und die Schauspielpädagogik überhaupt gegenüberstellen lassen. Betrachten wir jedoch die jeweilige Praxis, die beiden Wissenschaften zugrunde liegt, so finden sich doch einige Parallelen.

Gerade der Hochleistungssport lebt vom Publikum. Der Zuschauer leistet mentale Unterstützung, wenn die Fußballmannschaft im eigenen Stadion den Favoriten schlägt, der Boxer in der zehnten Runde neuen Aufwind spürt, weil ihn sein Publikum anfeuert oder der Stabhochspringer die Zuschauer auffordert, ihn durch rhythmisches Klatschen zu unterstützen. Der Zuschauer sorgt aber auch für Einnahmen durch Sponsoring und Werbung.

Umgekehrt sind es die Wirkung der sportlichen Leistung, die Spannung und vielleicht auch zuletzt die Persönlichkeit des Athleten, die den Zuschauer dazu animieren, den Fernseher einzuschalten, ins Stadion zu gehen oder gar seinem sportlichen Idol oder seiner Fußballmannschaft hinterher zu reisen.

Auch im Theater findet eine Wechselbeziehung zwischen Darsteller und Publikum statt - ein direkter Austausch, der beide Seiten beeinflusst und beflügelt. Aber nicht nur das Publikum vereint Theater und Sport, auch andere Ordnungen und Strukturen zeigen Gemeinsamkeiten auf.

Der Sportler wird kaum an seine Höchstleistung kommen ohne einen guten Trainer. Auch der Schauspieler ist nur so gut, wie ihn sein Regisseur führt.

In beiden Situationen sorgt die Bühne im Vorfeld für große Aufregung und Anspannung. Was für den Schauspieler die Bretter sind, die die Welt bedeuten, ist für den Fußballer das Spielfeld, für den Boxer der Ring, für den Leichtathleten das Stadion und für den Schwimmer das Becken. Der Umgang mit Lampenfieber wird in beiden Wissenschaften genauso thematisiert, wie die Freude, die Lust und die Motivation in Bezug auf die Durchführung und den Erfolg auf der jeweiligen 'Bühne'.

Ein Einwand könnte aber berechtigten Platz finden: der Schauspieler spiele ja nur eine Rolle, während der Sportler auf Höchstleistung seiner Disziplin nachgehe. Umgekehrt könnte aber auch in den Raum geworfen werden, dass der Sportler ebenfalls eine Rolle spiele.

Wenn ein Vitali Klitschko in den Ring steigt und seinen Gegner ohne mit der Wimper zu zucken anvisiert und mit seinen Blicken keine Sekunde von ihm weicht, dann ist das nicht mehr der Vitali Klitschko, der für Fitnessketten oder Süßwaren heiter und fröhlich Werbung macht - oder zumindest Vitali Klitschko in einer anderen Rolle. Wenn ein Tyson Gay vor dem Start zum 100-Meter-Lauf machtkampfartig posiert um als 'Psychospielchen' seinen Gegnern schon vorab den Kampf anzusagen, dann ist das eine andere Rolle, als wenn er zu Hause bei seiner Familie weilt. Genauso sorgte die teils bedrohlich wirkende Figur Oliver Kahns im Tor des FC Bayern Münchens für Respekt bei den Gegnern.

Deshalb stellt sich vielmehr die Frage: Hat die Rolle, die Sportler im Wettkampf spielen, durch ihre Wirkung auf den Gegner eine Auswirkung auf die eigene Leistung und gibt es Möglichkeiten und Ansätze zu lernen, eine Erfolg bringende Rolle im Wettkampfsport überzeugend und glaubwürdig - authentisch - rüberzubringen?

Zu bedenken ist auch die Tatsache, dass viele Spitzensportler dem Druck im Rampenlicht nicht gewachsen zu sein scheinen und resigniert aufgeben oder gar in die Depression getrieben werden. Das Schicksal Sebastian Deislers oder der Freitod Robert Enkes lassen die Dunkelziffer nur erahnen und umso mehr die Alarmglocken läuten.

Daher liegt es nahe, einen Vergleich zu wagen und Ansätze aus der Schauspielpädagogik aufzuzeigen und vorzustellen, inwieweit diese auf die Sportpädagogik übertragbar sind und dort Anwendung finden können.

 
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