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Einleitung:
Sportlich aktiv und körperlich fit zu sein, gilt allgemein als erstrebenswert. Dafür sprechen zum einen die gesundheitlichen Vorteile und zum anderen das in unserer Gesellschaft vorherrschende Bild des attraktiven Menschen. Bewegung, bzw. Sport trägt zu einer positiveren Einstellung zum Körper und damit zu einem höheren Selbstwertgefühl bei. Weiterhin haben körperlich aktive Menschen seltener Übergewicht, sind weniger krank, leben länger und verzeichnen eine höhere Lebensqualität.
Dennoch ist die Anzahl der regelmäßig Sporttreibenden in Deutschland relativ gering. Gut ein Drittel der deutschen Bevölkerung treibt überhaupt keinen Sport. Den Alltag verbringen heute die meisten Menschen sitzend am Schreibtisch, im Auto oder vor dem Fernseher. Dabei vernachlässigen wir unseren Körper. Für den menschlichen Körper kommt es zu einer immer bedrohlicher werdenden Gesamtsituation, welche sich aus Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung, Rauchen, Alkohol, Umweltverschmutzung sowie dem immer größer werdenden psychosozialen Stress zusammensetzt.
Ein Indiz dafür ist der dramatische Anstieg von Herz-Kreislauf-Leiden und Krebs-Erkrankungen. Mit etwa 46% sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland die häufigste Todesursache. Im Ergebnis der raschen Veränderung unserer Gesellschaft wird der Prävention, also der Krankheitsvorbeugung, ein immer höherer Stellenwert zugeordnet. Im Jahr 2000 wurden mit der Gesundheitsreform die Primärprävention und die betriebliche Gesundheitsförderung als finanzierte Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt. Dies ist festgeschrieben im §20 Sozialgesetzbuch (SGB) V Prävention und Selbsthilfe. Ziel der Primärprävention ist die Gesundheitsförderung und die Verhinderung der Krankheitsentstehung (MDS 2006).
Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern inzwischen ein umfangreiches Präventionsangebot. Die Bereiche Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Entspannung sowie Nichtrauchertraining bilden dabei die Schwerpunkte. Bis zu 80% der Kursgebühren werden von den meisten Kassen übernommen. Voraussetzung ist die regelmäßige Teilnahme an dem jeweiligen Präventionsprogramm. Zu den speziellen Bewegungsangeboten der Krankenkassen gehören beispielsweise Nordic-Walking-Kurse, Rückenschulen und Aqua-Fitness-Kurse.
Gang der Untersuchung:
In der vorliegenden Arbeit werden Probanden eines solchen Aqua-Fitness-Präventionskurses befragt. Es wird untersucht, inwieweit sich die Einstellung zum eigenen Körper durch Aqua-Fitness verändert und welche Motive für die Teilnahme an diesem 10-wöchigen Kurs ausschlaggebend sind.
Aqua-Fitness gilt allgemein als eine sehr gesunde Sportart, nicht zuletzt wegen der physikalischen Eigenschaften des Wassers. Die Entlastung der Wirbelsäule und Gelenke durch die Auftriebskraft sowie die erweiterten Bewegungsmöglichkeiten bei minimalem Verletzungsrisiko sprechen für sich. Durch Aqua-Fitness können sowohl die Beweglichkeit, als auch Ausdauer- und Kraftfähigkeiten verbessert werden. Ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten machen Aqua-Fitness zu einem Sport für jedermann.
In der vorliegenden Arbeit erfolgt zunächst die theoretische Darstellung von spezifischen Aspekten des Selbstkonzepts. Anschließend werden Grundlagen zu motivationalen Aspekten herausgestellt. Daraufhin wird sich ausführlich der Aqua-Fitness gewidmet. Im Kapitel 3 wird das methodische Vorgehen der Untersuchung aufgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie werden im vierten Kapitel detailliert dargestellt und diskutiert.
Inhaltsverzeichnis:
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INHALTSVERZEICHNIS |
II
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TABELLENVERZEICHNIS |
VII
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ABBILDUNGSVERZEICHNIS |
VIII
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ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS |
XIII
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| 1. |
EINLEITUNG |
1
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| 2. |
SPEZIFISCHE ASPEKTE ZUM SELBSTKONZEPT, ZUR MOTIVATION UND ZUR AQUA - FITNESS |
3
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| 2.1 |
Selbstkonzept |
3
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| 2.1.1 |
Kennzeichen des Selbstkonzepts |
3
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| 2.1.1.1 |
Definition und Entstehung des Selbstkonzepts |
4
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| 2.1.1.2 |
Nutzen des Selbstkonzepts |
8
|
| 2.1.1.3 |
Erfassung des Selbstkonzepts |
9
|
| 2.1.1.4 |
Ausgewählte Studien zum Selbstkonzept |
13
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| 2.1.2 |
Kennzeichen des Körperkonzepts |
15
|
| 2.1.2.1 |
Definition des Körperkonzepts |
15
|
| 2.1.2.2 |
Das Körperkonzept im Wandel der Zeit |
17
|
| 2.1.2.3 |
Körperkonzept und Sport |
19
|
| 2.1.2.3.1 |
Körperwahrnehmung und Schwimmen |
20
|
| 2.1.2.3.2 |
Ausgewählte Studien zum Körperkonzept |
21
|
| 2.2 |
Motivationale Aspekte |
24
|
| 2.2.1 |
Kennzeichen von Motiven |
24
|
| 2.2.1.1 |
Motiv und Motivation |
24
|
| 2.2.1.2 |
Prozessmodell der Motivation |
27
|
| 2.2.1.3 |
Motiventwicklung |
30
|
| 2.2.1.4 |
Extrinsische und intrinsische Motivation |
30
|
| 2.2.2 |
Motive und Motivation im Sport |
32
|
| 2.2.2.1 |
Klassifizierung von Motiven im Sport |
34
|
| 2.2.2.2 |
Ausgewählte Studien zur Motivation im Sport |
40
|
| 2.3 |
Aqua-Fitness |
43
|
| 2.3.1 |
Definition von Aqua-Fitness |
43
|
| 2.3.1.1 |
Varianten der Aqua-Fitness |
44
|
| 2.3.1.2 |
Trainingsbedingungen für die Durchführung von Aqua-Fitness |
46
|
| 2.3.1.2.1 |
Das Schwimmbecken |
46
|
| 2.3.1.2.2 |
Die Wassertemperatur |
47
|
| 2.3.1.2.3 |
Der Aqua-Trainer |
48
|
| 2.3.1.2.4 |
Die Übungsausführung |
48
|
| 2.3.2 |
Grundlagen der Bewegung im Wasser |
52
|
| 2.3.2.1 |
Physikalische Eigenschaften des Wassers |
52
|
| 2.3.2.1.1 |
Der Auftrieb |
52
|
| 2.3.2.1.2 |
Der Wasserwiderstand |
54
|
| 2.3.2.1.3 |
Der Wasserdruck |
55
|
| 2.3.2.1.4 |
Die Wärmeleitfähigkeit |
55
|
| 2.3.2.2 |
Gesundheitliche Auswirkungen von Aqua-Fitness |
56
|
| 2.3.2.2.1 |
Allgemeine Effekte |
56
|
| 2.3.2.2.2 |
Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System |
57
|
| 2.3.2.2.3 |
Auswirkungen auf Stoffwechsel und Atmung |
58
|
| 2.3.2.2.4 |
Auswirkungen auf den Stütz- und Bewegungsapparat |
58
|
| 2.3.3 |
Einsatzmöglichkeiten von Aqua-Fitness |
59
|
| 2.3.3.1 |
Aqua-Fitness im Leistungssport |
59
|
| 2.3.3.2 |
Aqua-Fitness in der Rehabilitation |
60
|
| 2.3.3.3 |
Indikationen und Kontraindikationen für Aqua-Fitness |
60
|
| 2.3.3.4 |
Aqua-Fitness mit speziellen Zielgruppen |
61
|
| 2.3.4 |
Konzeption einer Aqua-Fitness-Kursstunde |
63
|
| 3. |
METHODIK. |
66
|
| 3.1 |
Untersuchungsverfahren |
66
|
| 3.2 |
Untersuchungspersonen |
67
|
| 3.2.1 |
Gesamtgruppe |
68
|
| 3.2.2 |
Weibliche und männliche Aqua-Fitness-Teilnehmer |
80
|
| 3.2.3 |
Jüngere und ältere Aqua-Fitness-Teilnehmer |
89
|
| 3.3 |
Untersuchungsdurchführung |
99
|
| 3.3.1 |
Zeitlicher Verlauf |
99
|
| 3.3.2 |
Auswahl der Stichprobe |
100
|
| 3.4 |
Untersuchungsauswertung |
100
|
| 3.5 |
Spezifische Fragestellungen |
101
|
| 4. |
DARSTELLUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE |
102
|
| 4.1 |
Darstellung und Diskussion der Ergebnisse zum Selbstkonzept |
102
|
| 4.1.1 |
Das Selbstkonzept in der Gesamtgruppe |
102
|
| 4.1.2 |
Vergleich des Selbstkonzepts zwischen weiblichen undmännlichen Aqua-Fitness-Teilnehmern |
114
|
| 4.1.3 |
Vergleich des Selbstkonzepts zwischen jüngeren und älterenAqua-Fitness-Teilnehmern |
129
|
| 4.2 |
Darstellung und Diskussion der motivationalen Aspekte |
144
|
| 4.2.1 |
Motivationale Aspekte zur Aqua-Fitness in der Gesamtgruppe |
144
|
| 4.2.2 |
Vergleich der motivationalen Aspekte zur Aqua-Fitness zwischen weiblichen und männlichen Teilnehmern |
149
|
| 4.2.3 |
Vergleich der motivationalen Aspekte zur Aqua-Fitness zwischen jüngeren und älteren Teilnehmern |
157
|
| 4.3 |
Darstellung und Diskussion der Ergebnisse zu speziellen Aspekten des Aqua-Fitness-Trainings |
165
|
| 4.3.1 |
Spezielle Aspekte zum Aqua-Fitness-Training in derGesamtgruppe |
165
|
| 4.3.2 |
Vergleich der speziellen Aspekte zum Aqua-Fitness-Training zwischen weiblichen und männlichen Teilnehmern |
167
|
| 4.3.3 |
Vergleich der speziellen Aspekte zum Aqua-Fitness-Training zwischen jüngeren und älteren Teilnehmern |
168
|
| 5. |
ZUSAMMENFASSUNG |
171
|
| 6. |
LITERATURVERZEICHNIS |
177
|
| 7. |
ANHANG |
187-205
|
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Textprobe:
Kapitel 2: Der eigene Körper stellt für jedes Individuum im Grenzbereich von Selbst und Umwelt eine bedeutende Komponente dar. Heinemann zufolge ist der Körper ein Ausdrucksmedium. Er ist Träger von Symbolen und Elementen der Gesellschaft. Über den Körper werden soziale Beziehungen aufgebaut und gefestigt, er ist Basis für einen Austausch mit der Welt als auch der eigenen Selbstdarstellung. Mit ihrem Körper grenzen sich die Menschen voneinander ab.
Auch bei der Entwicklung des Selbstkonzepts spielt der eigene Körper eine wichtige Rolle, denn jeder Mensch lernt sich zunächst über den eigenen Körper kennen. Der Körper ist ein "soziales Gebilde", welches von Geburt an bis zum Ende der Pubertät starken biologischen Veränderungen unterliegt. Im Alltag wird der eigene Körper von uns oft einfach nur als selbstverständlich hingenommen. Wir achten erst dann bewusst auf ihn, wenn er in seiner Funktion beeinträchtigt ist, zum Beispiel bei Schmerz, Verletzung oder Krankheit.
In unserer Gesellschaft hat sich ein eher "mechanistisches Körperverständnis" durchgesetzt. Dieses geht einher mit dem Ziel einer vollständigen Kontrolle des Körpers. Mrazek spricht in diesem Fall von einer so genannten "Entkörperlichung": Maschinen und Computer machen körperliche Kraft zunehmend überflüssig und Kommunikation setzt physische Anwesenheit nicht mehr voraus. Es gibt immer mehr Menschen, die Probleme mit ihrem Körper haben, weil er auf der einen Seite unterfordert ist (Bewegungsmangel), auf der anderen Seite aber auch überfordert ist, denn in unserer hochtechnisierten Umwelt werden sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit die intellektuell-kognitiven Fähigkeiten immer mehr gefordert, die körperlichen Fähigkeiten dagegen eher überflüssig.
Es treten immer häufiger Funktionsstörungen und pathologische Reaktionen auf, vor allem ist eine Zunahme an psychosomatischen Krankheiten und Herz-Kreislauf-Beschwerden zu verzeichnen, die wiederum "technisch" mittels Tabletten behandelt werden. Die Betonung des Geistes bei gleichzeitiger Vernachlässigung des Körpers scheint in unserer Zeit ihren Höhepunkt erreicht zu haben.
In den letzten Jahren kann man nun die Tendenz verzeichnen, dass sich immer mehr Menschen bewusst um ihren Körper kümmern, sowohl um sein Aussehen, als auch seine Funktionsfähigkeit. Dafür spricht z.B. der verstärkte Aufwand für Körperpflege und eine bewusst gesunde Ernährung, vor allem aber das wachsende Interesse an sportlichen Aktivitäten. Durch die Wiederentdeckung des Körpers in der Fitness-Bewegung moderner Industriegesellschaften erfahren Themen zur Körperlichkeit des Menschen in der heutigen Forschung ein Comeback. Nach Weiss & Russo besteht in höheren sozialen Schichten ein größeres Interesse und eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen Körper.
In einer immer komplexer werdenden Umwelt wird das Verhältnis des Menschen zu seinem Körper immer schwieriger. Die Werte und Normen unserer Gesellschaft führen zu einer Unterdrückung des Körpers, wodurch es den Menschen zunehmend schwer fällt eine eigene Identität aufzubauen. Charakteristisch für unsere Zeit und unsere Gesellschaft sind Stress, Bewegungsmangel, psychosomatische Störungen und Probleme mit der Figur und dem Aussehen sprechen von einem so genannten "Körperkult", der in unserer heutigen Gesellschaft besteht. Als Beispiel führen sie an, dass immer mehr Frauen dem starken Wunsch nach Formung ihres Körpers nachgehen und nicht zuletzt das Frauen-Bodybuilding an Zuwachs erfährt.
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