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Diplomarbeiten

 

 

Titel Selbstkonzeptbezogene und motivationale Aspekte im Aqua-Fitness 
Untertitel  
AutorIn Juliane Vaupel 
Seiten 219 Seiten 
Hochschule Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2006 
Note 1,3 
Preis 58,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 73009955 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Sportlich aktiv und körperlich fit zu sein, gilt allgemein als erstrebenswert. Dafür sprechen zum einen die gesundheitlichen Vorteile und zum anderen das in unserer Gesellschaft vorherrschende Bild des attraktiven Menschen. Bewegung, bzw. Sport trägt zu einer positiveren Einstellung zum Körper und damit zu einem höheren Selbstwertgefühl bei. Weiterhin haben körperlich aktive Menschen seltener Übergewicht, sind weniger krank, leben länger und verzeichnen eine höhere Lebensqualität.

Dennoch ist die Anzahl der regelmäßig Sporttreibenden in Deutschland relativ gering. Gut ein Drittel der deutschen Bevölkerung treibt überhaupt keinen Sport. Den Alltag verbringen heute die meisten Menschen sitzend am Schreibtisch, im Auto oder vor dem Fernseher. Dabei vernachlässigen wir unseren Körper. Für den menschlichen Körper kommt es zu einer immer bedrohlicher werdenden Gesamtsituation, welche sich aus Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung, Rauchen, Alkohol, Umweltverschmutzung sowie dem immer größer werdenden psychosozialen Stress zusammensetzt.

Ein Indiz dafür ist der dramatische Anstieg von Herz-Kreislauf-Leiden und Krebs-Erkrankungen. Mit etwa 46% sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland die häufigste Todesursache. Im Ergebnis der raschen Veränderung unserer Gesellschaft wird der Prävention, also der Krankheitsvorbeugung, ein immer höherer Stellenwert zugeordnet. Im Jahr 2000 wurden mit der Gesundheitsreform die Primärprävention und die betriebliche Gesundheitsförderung als finanzierte Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt. Dies ist festgeschrieben im §20 Sozialgesetzbuch (SGB) V Prävention und Selbsthilfe. Ziel der Primärprävention ist die Gesundheitsförderung und die Verhinderung der Krankheitsentstehung (MDS 2006).

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern inzwischen ein umfangreiches Präventionsangebot. Die Bereiche Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Entspannung sowie Nichtrauchertraining bilden dabei die Schwerpunkte. Bis zu 80% der Kursgebühren werden von den meisten Kassen übernommen. Voraussetzung ist die regelmäßige Teilnahme an dem jeweiligen Präventionsprogramm. Zu den speziellen Bewegungsangeboten der Krankenkassen gehören beispielsweise Nordic-Walking-Kurse, Rückenschulen und Aqua-Fitness-Kurse.

Gang der Untersuchung:

In der vorliegenden Arbeit werden Probanden eines solchen Aqua-Fitness-Präventionskurses befragt. Es wird untersucht, inwieweit sich die Einstellung zum eigenen Körper durch Aqua-Fitness verändert und welche Motive für die Teilnahme an diesem 10-wöchigen Kurs ausschlaggebend sind.

Aqua-Fitness gilt allgemein als eine sehr gesunde Sportart, nicht zuletzt wegen der physikalischen Eigenschaften des Wassers. Die Entlastung der Wirbelsäule und Gelenke durch die Auftriebskraft sowie die erweiterten Bewegungsmöglichkeiten bei minimalem Verletzungsrisiko sprechen für sich. Durch Aqua-Fitness können sowohl die Beweglichkeit, als auch Ausdauer- und Kraftfähigkeiten verbessert werden. Ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten machen Aqua-Fitness zu einem Sport für jedermann.

In der vorliegenden Arbeit erfolgt zunächst die theoretische Darstellung von spezifischen Aspekten des Selbstkonzepts. Anschließend werden Grundlagen zu motivationalen Aspekten herausgestellt. Daraufhin wird sich ausführlich der Aqua-Fitness gewidmet. Im Kapitel 3 wird das methodische Vorgehen der Untersuchung aufgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie werden im vierten Kapitel detailliert dargestellt und diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS II
TABELLENVERZEICHNIS VII
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VIII
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS XIII
1. EINLEITUNG 1
2. SPEZIFISCHE ASPEKTE ZUM SELBSTKONZEPT, ZUR MOTIVATION UND ZUR AQUA - FITNESS 3
2.1 Selbstkonzept 3
2.1.1 Kennzeichen des Selbstkonzepts 3
2.1.1.1 Definition und Entstehung des Selbstkonzepts 4
2.1.1.2 Nutzen des Selbstkonzepts 8
2.1.1.3 Erfassung des Selbstkonzepts 9
2.1.1.4 Ausgewählte Studien zum Selbstkonzept 13
2.1.2 Kennzeichen des Körperkonzepts 15
2.1.2.1 Definition des Körperkonzepts 15
2.1.2.2 Das Körperkonzept im Wandel der Zeit 17
2.1.2.3 Körperkonzept und Sport 19
2.1.2.3.1 Körperwahrnehmung und Schwimmen 20
2.1.2.3.2 Ausgewählte Studien zum Körperkonzept 21
2.2 Motivationale Aspekte 24
2.2.1 Kennzeichen von Motiven 24
2.2.1.1 Motiv und Motivation 24
2.2.1.2 Prozessmodell der Motivation 27
2.2.1.3 Motiventwicklung 30
2.2.1.4 Extrinsische und intrinsische Motivation 30
2.2.2 Motive und Motivation im Sport 32
2.2.2.1 Klassifizierung von Motiven im Sport 34
2.2.2.2 Ausgewählte Studien zur Motivation im Sport 40
2.3 Aqua-Fitness 43
2.3.1 Definition von Aqua-Fitness 43
2.3.1.1 Varianten der Aqua-Fitness 44
2.3.1.2 Trainingsbedingungen für die Durchführung von Aqua-Fitness 46
2.3.1.2.1 Das Schwimmbecken 46
2.3.1.2.2 Die Wassertemperatur 47
2.3.1.2.3 Der Aqua-Trainer 48
2.3.1.2.4 Die Übungsausführung 48
2.3.2 Grundlagen der Bewegung im Wasser 52
2.3.2.1 Physikalische Eigenschaften des Wassers 52
2.3.2.1.1 Der Auftrieb 52
2.3.2.1.2 Der Wasserwiderstand 54
2.3.2.1.3 Der Wasserdruck 55
2.3.2.1.4 Die Wärmeleitfähigkeit 55
2.3.2.2 Gesundheitliche Auswirkungen von Aqua-Fitness 56
2.3.2.2.1 Allgemeine Effekte 56
2.3.2.2.2 Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System 57
2.3.2.2.3 Auswirkungen auf Stoffwechsel und Atmung 58
2.3.2.2.4 Auswirkungen auf den Stütz- und Bewegungsapparat 58
2.3.3 Einsatzmöglichkeiten von Aqua-Fitness 59
2.3.3.1 Aqua-Fitness im Leistungssport 59
2.3.3.2 Aqua-Fitness in der Rehabilitation 60
2.3.3.3 Indikationen und Kontraindikationen für Aqua-Fitness 60
2.3.3.4 Aqua-Fitness mit speziellen Zielgruppen 61
2.3.4 Konzeption einer Aqua-Fitness-Kursstunde 63
3. METHODIK. 66
3.1 Untersuchungsverfahren 66
3.2 Untersuchungspersonen 67
3.2.1 Gesamtgruppe 68
3.2.2 Weibliche und männliche Aqua-Fitness-Teilnehmer 80
3.2.3 Jüngere und ältere Aqua-Fitness-Teilnehmer 89
3.3 Untersuchungsdurchführung 99
3.3.1 Zeitlicher Verlauf 99
3.3.2 Auswahl der Stichprobe 100
3.4 Untersuchungsauswertung 100
3.5 Spezifische Fragestellungen 101
4. DARSTELLUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE 102
4.1 Darstellung und Diskussion der Ergebnisse zum Selbstkonzept 102
4.1.1 Das Selbstkonzept in der Gesamtgruppe 102
4.1.2 Vergleich des Selbstkonzepts zwischen weiblichen undmännlichen Aqua-Fitness-Teilnehmern 114
4.1.3 Vergleich des Selbstkonzepts zwischen jüngeren und älterenAqua-Fitness-Teilnehmern 129
4.2 Darstellung und Diskussion der motivationalen Aspekte 144
4.2.1 Motivationale Aspekte zur Aqua-Fitness in der Gesamtgruppe 144
4.2.2 Vergleich der motivationalen Aspekte zur Aqua-Fitness zwischen weiblichen und männlichen Teilnehmern 149
4.2.3 Vergleich der motivationalen Aspekte zur Aqua-Fitness zwischen jüngeren und älteren Teilnehmern 157
4.3 Darstellung und Diskussion der Ergebnisse zu speziellen Aspekten des Aqua-Fitness-Trainings 165
4.3.1 Spezielle Aspekte zum Aqua-Fitness-Training in derGesamtgruppe 165
4.3.2 Vergleich der speziellen Aspekte zum Aqua-Fitness-Training zwischen weiblichen und männlichen Teilnehmern 167
4.3.3 Vergleich der speziellen Aspekte zum Aqua-Fitness-Training zwischen jüngeren und älteren Teilnehmern 168
5. ZUSAMMENFASSUNG 171
6. LITERATURVERZEICHNIS 177
7. ANHANG 187-205
Textprobe:

Kapitel 2: Der eigene Körper stellt für jedes Individuum im Grenzbereich von Selbst und Umwelt eine bedeutende Komponente dar. Heinemann zufolge ist der Körper ein Ausdrucksmedium. Er ist Träger von Symbolen und Elementen der Gesellschaft. Über den Körper werden soziale Beziehungen aufgebaut und gefestigt, er ist Basis für einen Austausch mit der Welt als auch der eigenen Selbstdarstellung. Mit ihrem Körper grenzen sich die Menschen voneinander ab.

Auch bei der Entwicklung des Selbstkonzepts spielt der eigene Körper eine wichtige Rolle, denn jeder Mensch lernt sich zunächst über den eigenen Körper kennen. Der Körper ist ein "soziales Gebilde", welches von Geburt an bis zum Ende der Pubertät starken biologischen Veränderungen unterliegt. Im Alltag wird der eigene Körper von uns oft einfach nur als selbstverständlich hingenommen. Wir achten erst dann bewusst auf ihn, wenn er in seiner Funktion beeinträchtigt ist, zum Beispiel bei Schmerz, Verletzung oder Krankheit.

In unserer Gesellschaft hat sich ein eher "mechanistisches Körperverständnis" durchgesetzt. Dieses geht einher mit dem Ziel einer vollständigen Kontrolle des Körpers. Mrazek spricht in diesem Fall von einer so genannten "Entkörperlichung": Maschinen und Computer machen körperliche Kraft zunehmend überflüssig und Kommunikation setzt physische Anwesenheit nicht mehr voraus. Es gibt immer mehr Menschen, die Probleme mit ihrem Körper haben, weil er auf der einen Seite unterfordert ist (Bewegungsmangel), auf der anderen Seite aber auch überfordert ist, denn in unserer hochtechnisierten Umwelt werden sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit die intellektuell-kognitiven Fähigkeiten immer mehr gefordert, die körperlichen Fähigkeiten dagegen eher überflüssig.

Es treten immer häufiger Funktionsstörungen und pathologische Reaktionen auf, vor allem ist eine Zunahme an psychosomatischen Krankheiten und Herz-Kreislauf-Beschwerden zu verzeichnen, die wiederum "technisch" mittels Tabletten behandelt werden. Die Betonung des Geistes bei gleichzeitiger Vernachlässigung des Körpers scheint in unserer Zeit ihren Höhepunkt erreicht zu haben.

In den letzten Jahren kann man nun die Tendenz verzeichnen, dass sich immer mehr Menschen bewusst um ihren Körper kümmern, sowohl um sein Aussehen, als auch seine Funktionsfähigkeit. Dafür spricht z.B. der verstärkte Aufwand für Körperpflege und eine bewusst gesunde Ernährung, vor allem aber das wachsende Interesse an sportlichen Aktivitäten. Durch die Wiederentdeckung des Körpers in der Fitness-Bewegung moderner Industriegesellschaften erfahren Themen zur Körperlichkeit des Menschen in der heutigen Forschung ein Comeback. Nach Weiss & Russo besteht in höheren sozialen Schichten ein größeres Interesse und eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen Körper.

In einer immer komplexer werdenden Umwelt wird das Verhältnis des Menschen zu seinem Körper immer schwieriger. Die Werte und Normen unserer Gesellschaft führen zu einer Unterdrückung des Körpers, wodurch es den Menschen zunehmend schwer fällt eine eigene Identität aufzubauen. Charakteristisch für unsere Zeit und unsere Gesellschaft sind Stress, Bewegungsmangel, psychosomatische Störungen und Probleme mit der Figur und dem Aussehen sprechen von einem so genannten "Körperkult", der in unserer heutigen Gesellschaft besteht. Als Beispiel führen sie an, dass immer mehr Frauen dem starken Wunsch nach Formung ihres Körpers nachgehen und nicht zuletzt das Frauen-Bodybuilding an Zuwachs erfährt.

 
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