Einleitung:
Bei der Suche nach einem geeigneten Thema im Übersetzungsarbeitsfeld für meine bevorstehende Diplomarbeit stieß ich mehrfach auf Artikel im Bereich der Softwarelokalisierung. Diese Arbeitsumgebung für Übersetzer war mir aus meinem bisherigen Studium unbekannt. Bei der Auswertung der weiterführenden Literatur zu diesem Themenbereich fiel mir verstärkt auf, dass sich nur wenige Autoren mit dem Thema Terminologie in der Softwarelokalisierung beschäftigten. Während auf andere Themenbereiche verstärkt eingegangen wurde, war Terminologie immer nur Randthema. Die wenigen Artikel über Terminologie beschränkten sich zudem mehr auf theoretische Ansätze aus der Terminologiewissenschaft, ohne auf einen konkreten Praxiseinsatz bzw. dessen Probleme und Lösungen einzugehen. Da dieser Bereich also bisher wenig untersucht wurde, kam ich zu dem Entschluss, dieses Thema im Rahmen meiner Diplomarbeit näher zu beleuchten.
Da ich bis dato nur sehr grundlegende, theoretische Kenntnisse in der Softwarelokalisierung verfügte, entschloss ich mich zu einem Praktikum in diesem Bereich. Beim Übersetzungsunternehmen Adapt Localization in Bonn konnte ich wertvolle praktische Erfahrung im Umgang mit Terminologie in der Softwarelokalisierung sammeln und somit den Alltag von Übersetzern, vor allem in Hinblick auf den Einsatz von Terminologie in dieser Branche, sehr gut nachvollziehen.
Gang der Untersuchung:
Das Thema der vorliegenden Arbeit ist die eingehende Beschäftigung mit dem Übersetzungsbereich der Softwarelokalisierung und den darin auftretenden Problemen und Lösungen hinsichtlich der Terminologieverwaltung. Die zentrale Frage dieser Diplomarbeit ist daher, die Realität bezüglich terminologischer Arbeit in der Praxis der Softwarelokalisierung genauer zu untersuchen. Dabei stellt sich ebenfalls die Frage, wie es mit der Umsetzbarkeit von wissenschaftlichen Richtlinien in der Praxis aussieht.
In Kapitel 1 werden neben der Motivation, diesen Themenbereich für eine Diplomarbeit zu wählen, ferner die Zielsetzung und Schwerpunkte dieser Arbeit sowie auch nicht behandelte Themenbereiche erläutert.
Im Kapitel 2 wird eine umfassende Einführung in die Softwarelokalisierung gegeben. Ausgehend von der Beschreibung der Anfänge und Weiterentwicklung in der Softwarelokalisierungsbranche, werden gleichermaßen die einzelnen Arbeitsprozesse sowie die dabei eingesetzten computergestützten Hilfsmittel (Translation Memory-Tools, Softwarelokalisierungstools und Terminologiedatenbanken) vorgestellt. Da diese Arbeit im Rahmen eines Übersetzungsstudiums verfasst wird, ist der Blickwinkel verständlicherweise stark auf den Übersetzungsbereich ausgerichtet. Diese Einführung verdeutlicht das Umfeld, in dem sich die Übersetzer bei ihrer täglichen Arbeit bewegen.
Im Anschluss wird in Kapitel 3 eine kurze Einführung in wichtige Begriffe und Arbeitsmethoden der Terminologiewissenschaft gegeben. Dies bildet die theoretische Grundlage für die Erläuterung der Bedeutung und Aufgaben in der Terminologieverwaltung. Dabei wird dargelegt, inwiefern sich die Terminologiearbeit in der Softwarelokalisierung von der Terminologiearbeit in anderen Übersetzungsbereichen unterscheidet. Nicht alle im späteren Verlauf der Arbeit aufgezeigten Probleme sind nur im Arbeitsbereich der Softwarelokalisierung zu finden. Viele können generalisiert und damit auch auf andere Übersetzungsbereiche übertragen werden. Trotzdem existieren konkrete Probleme, die ihren Ursprung in den speziellen Anforderungen der Softwarelokalisierungsbranche finden. Darüber hinaus wird in diesem Kapitel auf die Frage eingegangen, weshalb eine Terminologiearbeit für den Erfolg eines Softwareproduktes von Bedeutung ist.
Im Kapitel 4 werden die eigentlichen Hauptthemen der Arbeit, die auftretenden Probleme und Lösungsansätze in der Terminologieverwaltung, diskutiert. Das Kapitel gliedert sich in verschiedene Abschnitte, in denen jeweils der praktische Einsatz von Terminologieverwaltung in Teilbereichen der Softwarelokalisierung untersucht wird. Die einzelnen Teilbereiche umfassen dabei Probleme allgemeiner Natur, im Übersetzungsprozess sowie beim Einsatz der computergestützten Hilfsmittel. Dabei werden zu Beginn der einzelnen Abschnitte die auftretenden Probleme in der Praxisarbeit beleuchtet. Beschrieben werden sollen alltägliche Hindernisse in der Terminologieverwaltung, mit denen sich die Übersetzer auseinander setzen müssen. Anschließend erfolgt die Erörterung der möglichen Lösungsansätze. Dabei wird auf die Frage eingegangen, welche Hilfsmittel dem Übersetzer zum Überwinden einzelner Probleme zur Verfügung stehen.
Die aufgezeigten Lösungsansätze sind dabei nur als Vorschläge für Verbesserungen zu verstehen, sie erheben keinen Anspruch darauf, alle vorher erwähnten einzelnen Probleme vollständig zu beseitigen. Vielmehr wird eine Übersicht möglicher Verbesserungsmöglichkeiten gegeben, zu denen die Übersetzer greifen können. Gezeigt werden auch neuere Hilfsmittel, die erst seit kurzer Zeit auf dem Markt erhältlich sind. Zur Verdeutlichung der Probleme wird in diesem Kapitel eine Studie von Kara Warburton bezüglich der Terminologieverwaltung in der Softwarelokalisierung herangezogen. Darüber hinaus erfolgt die Erörterung der Probleme hinsichtlich der Translation-Memory-Tools und der Softwarelokalisierungstools anhand zweier exemplarischer computergestützter Hilfsmittel, mit denen ich während meines Praktikums intensiv gearbeitet habe und anhand derer ich auf konkrete Probleme gestoßen bin.
Im abschließenden Kapitel 5 wird nach einer Zusammenfassung der auftretenden Probleme auf die Frage eingegangen, wie ein umfassender Lösungsansatz für die Terminologieverwaltung aussehen kann. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Frage, wie Übersetzer ermutigt werden können, aktive Terminologieverwaltung zu betreiben.
Wie bereits in der Gliederung beschrieben, wird im Verlauf der Arbeit in nur sehr begrenztem Umfang auf die Terminologiewissenschaft und deren einzelne Teilbereiche in Kapitel 3 eingegangen. Eine nähere Beschäftigung mit jedem Bereich würde den Rahmen dieser Arbeit um ein Vielfaches anwachsen lassen. Da diese Arbeit den Schwerpunkt auf die Praxisarbeit setzt, wird nur grundlegendes Wissen über diesen Bereich vermittelt, der für das weitere Verständnis von Bedeutung ist.
Zudem werden für die Erörterung der Probleme und Lösungsansätze das Translation Memory-Tool der Firma Trados und das Softwarelokalisierungstool Catalyst herangezogen. Eine allgemeine Einführung in die Arbeitsweise beider Tools wird in Kapitel 2 gegeben, sodass auf die einzelnen Besonderheiten (Funktionsweise, Benutzeroberfläche etc.) nicht nochmals eingegangen wird.