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Titel SPIEGEL und FOCUS: Mittel der Leserlenkung 
Untertitel  
AutorIn Kerstin Volkmer 
Seiten 145 Seiten 
Hochschule Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg Deutschland 
Art der Arbeit Magisterarbeit 
Abgabe 1998 
Note
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 75001566 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit abschließend, können in den untersuchten SPIEGEL-Texten zwei große Tendenzen der Leserlenkung beobachtet werden. Zum einen unterrichtet der SPIEGEL den Leser umfassend und fundiert zu einem Thema, wie im Kapitel zum Informationsgehalt festgestellt. Schon einzelne Sätze sind oft durch ihren komplexen Bau und ihre ausgebauten Satzglieder stark informationshaltig. Phänomene und Ereignisse werden nicht isoliert betrachtet, sondern in einen größeren Zusammenhang eingeordnet, so daß der Gesamttext in der Regel ein stark kohäsives und kohärentes Ganzes bildet.

Dabei besitzt der Schrifttext und mit ihm das Werkzeug der Sprache das entscheidende Gewicht, während weitere Artikelelemente wie Bilder und Graphiken, die der Veranschaulichung und Verlebendigung dienen, insgesamt von sekundärer Bedeutung sind. Interesse und Aufmerksamkeit für den Schrifttext wecken nicht zuletzt auch Überschrift, Einleitung und Bildunterzeilen, die in der Regel nicht aus sich selbst verständlich sind, sondern auf ihn rekurrieren. Der SPIEGEL-Verfasser lässt häufig seine Bewertung eines Sachverhalts oder einer Person durchblicken, zuweilen in der drastischeren Form der herablassenden Geringschätzung; da der Leser insgesamt aber detailliert zum Thema informiert und zum selbständigen, mündigen Mitdenken angeregt wird, kann allgemein angenommen werden, dass er ein eigenes Urteil zu bilden fähig ist.

Zum zweiten zeigen SPIEGEL-Artikel das Bemühen um Lebendigkeit und Originalität in der Darstellung. Diese Neigung, dem Leser mit Hilfe verschiedener Stilmittel eine interessante, spannende Lektüre zu gewähren, führt häufig dazu, dass Kriterien der journalistischen Seriosität wie Neutralität und Authentizität unbeachtet bleiben, zugunsten einer plastischen, menschliche Differenzen und Konflikte betonenden Darstellung. Diese Tendenz ist so bestimmend, dass auch oder gerade subjektive, unausgewogene Bewertungen, sowie im speziellen Fall Verspottung und Diskreditierung einer Person, der Brisanz und dem Kontrastreichtum einer SPIEGEL-"Story" dienen.

Die Neigung zur spektakulären, lebendigen, auch emotional gefärbten Wiedergabe von Themen weisen die untersuchten FOCUS-Artikel noch stärker auf, da dem Leser das Verständnis der Inhalte Leichtfallen und die Lektüre kurzweilig und vergnüglich erscheinen soll - auf Kosten einer tiefgründigen Darstellung allerdings. Einzelne Themen werden meist kurz abgehandelt; über das aus der Tagespresse Bekannte hinaus erfährt der Leser selten etwas Neues, schon gar nicht hinsichtlich unbekannter Ursachen und größerer Zusammenhänge. Leserlenkung ergibt sich folglich daraus, dass der Leser selten umfassend und aus verschiedenen Blickwinkeln unterrichtet wird, so dass er sich seine eigene Meinung aus nur eingeschränkter Kenntnis des Themas bildet.

Auf der Ebene der Syntax, der Textlinguistik oder ferner hinsichtlich der Bildunterzeilen im FOCUS weiter auf, dass einzelne Informationen eigene isolierte Einheiten darstellen, damit sie der Leser möglichst schnell und griffig als wichtig erkennen und rezipieren kann. Im Gesamttext stehen daher die verschiedenen Aussagen oft zusammenhangslos nebeneinander. Bilder und Graphiken sind ebenfalls selbständige "Informationshäppchen", denen besondere Bedeutung zukommt, da sie relativ großen Raum einnehmen, weitere Aspekte des Themas ansprechen und vor allem optische Abwechslung bieten. Der Hauptakzent liegt damit nicht auf dem Schrifttext, wie im SPIEGEL, sondern auf der Kombination der "Puzzleteile" von Wort, Graphik und Bild. Gerade auf Variation und Auflockerung der Textgestaltung legt der FOCUS Wert, was sich an der großzügigen Verwendung visuell auffälliger Mittel wie Fettdruck oder Majuskeln erkennen lässt, die zudem signalisieren, dass der Verfasser die jeweiligen Inhalte als zentral für den Wissensstand des Lesers ansieht.

Neben der Oberflächlichkeit in der inhaltlichen Argumentation und der sprachlichen Gestaltung, die zuweilen zur bloßen Auflistung von Informationsbruchstücken führt und die tiefgründige Analyse eines Sachverhalts und seine Einordnung in einen Gesamtkontext ausschließt, werden Themen auch deshalb nicht authentisch vermittelt, da persönliche Bewertungen des Verfassers oft in die Darstellung einfließen. Seine Einschätzungen dienen schon daher nicht der angemessenen Interpretation und Gewichtung eines Themas, da sie häufig nur mit Formulierungen scheinbar belegt werden, die der sprachlichen und gedanklichen Klarheit und Präzision entbehren und keine eindeutige inhaltliche Aussage enthalten.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass FOCUS und SPIEGEL gravierende Unterschiede aufweisen bei der sprachlichen und gestalterischen Themenbearbeitung und der Ausrichtung auf bestimmte Zielgruppen. Diese Differenzen resultieren aus einem unterschiedlichen journalistischen Selbstanspruch - das Wichtigste in Kürze und "News to use" im FOCUS, demokratische Kontrollfunktion im SPIEGEL. Gleichwohl lässt sich aber übereinstimmend die bedenkliche Tendenz der Leserlenkung erkennen, Authentizität und Wahrhaftigkeit in der Wiedergabe von Informationen vor den Anforderungen an eine angenehm lesbare, spannende Darstellung zurückzustellen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Grundsätzliches zu SPIEGEL und FOCUS: Konzept, Selbstanspruch und Zielgruppe 4
2. Art und Mittel der Themenbearbeitung 16
2.1 Textuelle Betrachtung 16
2.1.1 Informationsgehalt 16
2.1.2 Kohärenz und Kohäsion 27
2.1.3 Funktion von Überschrift, Lead, Einleitung und Bildunterzeile 31
2.2 Stilistische Betrachtung 37
2.2.1 Stilmittel der Spannungserzeugung 37
2.2.2 Stilmittel der Rezeptionserleichterung 43
2.3 Syntaktische Betrachtung 46
2.4 Semiotische Betrachtung 52
3. Sprachliche Mittel der Meinungsbildung 58
3.1 Bewertung 59
3.2 Spezielle Formen: Mangelnde Präzision im FOCUS, Geringschätzung im SPIEGEL 74
4. Schlussbetrachtung . 84
Bibliographie 87
Anhang 90
 
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