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Titel Das Gespenst 
Untertitel  
AutorIn Peter Voigt 
Seiten 90 Seiten 
Hochschule Universität Bremen Deutschland 
Art der Arbeit Magisterarbeit 
Abgabe 1999 
Note
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 75001596 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Ob die Shen und die Kuei, der Chagrin oder der Domovoy, ob die Verre-Geister, der Umi Bozu, der Khu oder der Tash - in den meisten Kulturen und zu fast allen Zeiten waren Gespenster, Erscheinungen und Geisterwesen ebenso fest verankert und besaßen einen ebenso wichtigen wie starken Funktionswert in der Ordnung des Alltags wie die Darstellungen und Interpretationen der Dachreligionen oder der jeweiligen Glaubensgemeinschaften. Ektoplasmatische Körper-Manifestationen, Phantome und Weiße Frauen, Rauchgeister, Höllenhunde, Fetsche und Doppelgänger, all diese übernatürlichen Phänomene, deren Dasein allein durch die moderne Ratio und durch die Naturwissenschaften heutzutage in Frage gestellt werden, sind schon weit über den Sinn und Zweck ihrer Existenz hinausgelangt: nämlich einerseits die Urängste zu personifizieren und damit zu bannen und andererseits die Neugier auf mögliche Zwischenwelten zu wecken und Erklärungsansätze hinsichtlich des Terminus Jenseits darzubieten. Das Unbegreifliche und Schaurige erinnert den Menschen sowohl an seine eigene Sterblichkeit, als auch an die Frage nach dem Danach; diese zwei Konstanten im Leben eines jeden Individuums zwingen es, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und produzieren ihrerseits ständig neue Schimären, die wiederum weitergetragen und modifiziert werden. Somit hat dieses amorphe Wesen längst, dank unzähliger kreativer Köpfe und eines filigranen Mediennetzes, eine einmalige Eigendynamik entwickelt, die es zu einem Freizeitmoloch sondergleichen mutieren ließ und die dem individuellen Grauen einen gänzlich neuen Stellenwert gegeben hat.

Mittlerweile ist das Gespenst, eingebunden in die Grusel-, Schauer- oder Horrorgeschichte, zu einer Kunstform geworden, die ganz eigenen variablen Gesetzen unterliegt. Damit deute ich nicht nur auf die legendären Campfire-Tales, die klassische Geistergeschichte oder die Geschichten vom Monster im Wandschrank als elterliches Druckmittel, sondern auf den gesamten Komplex der sogenannten Spukgeschichten bzw. der Geschichten mit phantastischen Elementen, der die Freude am Gruseln und die Notwendigkeit des Schreckens dokumentiert und perfektioniert und diese Arbeit noch immer verrichtet. Kaum ein Literaturzweig ist dermaßen dehnbar und themenübergreifend, obwohl er von einigen Fachgeistern nur allzu schnell verpönt und als Schund abgetan wird. Man darf bei solch unüberlegten Äußerungen jedoch nicht vergessen, daß die Horrorliteratur in erster Linie unterhalten soll. Was jeder Einzelne letztendlich für sich und sein Weltgefüge aus einer solchen Erzählung übernimmt, wird jedoch zwangsläufig über den Unterhaltungswert hinausgehen und den reinen Konsumrahmen sprengen, da die meist sehr geschickte Inszenesetzung der Angst und der angsterzeugenden Mechanismen automatisch Parallelen zum eigenen Innersten zieht.

Was ich nun in der folgenden Arbeit über das Gespenst aufzuzeigen versuche, stellt lediglich einen kleinen Ausschnitt des gesamten Terrains dar: Von Definitions- und Erklärungsansätzen, dem Gespenst im Volksglauben und einem kurzen Geleitwort zum literarischen Gespenst werde ich überleiten zur Gespenstergeschichte und deren Poetik mit konkretem Fallbeispiel, so daß trotz der Komplexität des Themas ein guter Überblick über die gespenstischen Hintergründe verbleibt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 04
2. Wort- und Begriffsgeschichte 05
3. Das Gespenst im Volksglauben 09
3.1 Das Geschöpf 10
3.2 Die Motivation des Übernatürlichen 11
3.3 Manifestation und Darstellung 12
3.4 Die Lokalisierung 14
3.5 Die temporisierte Erscheinung 15
3.6 Die Wahrnehmung 16
4. Das literarische Gespenst 16
4.1 Eigensinnig und kummervoll warnend 17
4.2 Stumm und körperlos 20
4.3 Verliebt und verstorben 21
4.4 Im Spukhaus 25
5. Erklärte und erklärbare Phänomene 27
5.1 Täuschung und Imitation 28
5.2 Phantasmagorie 30
6. Die Gespenstergeschichte 33
6.1 Definition und Abgrenzung 34
6.2 Formstrukturen 39
6.3 Zu den Beglaubigungsansätzen 42
6.4 Aufbautechniken der Spannung 44
6.5 Der Hintergrund der Angst 46
6.6 Zwischen Mittelalter und Szientismus 48
7. Ludwig Tiecks "Der blonde Eckbert" 52
7.1 Irrationalität und Romantik 52
7.2 Tieck und die Gespenster 54
7.3 "Der blonde Eckbert" 65
7.3.1 Zur Entstehungsgeschichte 65
7.3.2 Zur Wirkungsgeschichte 66
7.3.3 Zur Analyse 68
8. Nachwort: Zweifel, Lust und was dazwischenliegt 80
Anhang A: Erklärung zur Urheberschaft 84
Anhang B: Normvorschläge 84
Anhang C: Bildquelle 84
Primärliteratur 85
Sekundärliteratur 88
Audioquelle 90
 
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