Gang der Untersuchung:
Ausgangspunkt für die Arbeit ist die literaturwissenschaftliche Fragestellung, ob sich Goethes Anschauung von "Metamorphose" in der Natur für sein dichterisches Werk fruchtbar machen laßt.
Dies setzt eine Beschäftigung mit den Grundgedanken Goethes zum Begriff der Metamorphose voraus. Im ersten Teil wird daher durch eine Auswertung von Aussagen Goethes zu seinem Verständnis von Metamorphose die wissenschaftliche Grundlage für die nachfolgende Analyse gelegt. Im wesentlichen wird dabei Goethes Aufsatz "Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären" aus dem Jahr 1790 untersucht.
Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht die analoge Vorgehensweise in Goethes Natur- und Kunstbetrachtung. Als Untersuchungsgegenstand wird Goethes Lehrgedicht "Die Metamorphose der Pflanzen - eine Elegie" von 1798 herangezogen, das in künstlerischer Form einen wissenschaftlichen Inhalt behandelt. Fragen, warum Goethe die Metamorphose-Anschauung noch einmal in Form eines Gedichtes aufgreift und inwiefern dieses mehr als der Aufsatz zum gleichen Thema ausspricht, bestimmen dabei die Ausführungen.
Die Dichtkunst Goethes, an seinem Werk "Das Märchen" (1795) beleuchtet, bildet im dritten Teil das Zentrum der Betrachtung. Es wird untersucht, ob sich die Textgestalt, die Entwicklung der Handlung und der Sprachbau ebenfalls als Metamorphosen im Goetheschen Sinn auffassen lassen.
Ergebnis der Untersuchung ist die Bestätigung der Anwendbarkeit von Goethes Methode der naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise auf seine eigenen künstlerischen Produktionen.
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