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Titel Semantische Spezifik der wirtschaftlichen Termini gegenüber den gemeinsprachlichen Lexemen 
Untertitel  
AutorIn Lina Krämer 
Seiten 121 Seiten 
Hochschule Universität Kassel Deutschland 
Art der Arbeit Magisterarbeit 
Abgabe 2001 
Note
Preis 58,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 75004975 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

In der Zeit der Industrialisierung wurden zunächst die Herausbildung und dann die wissenschaftliche Erforschung und Planung von Fachsprachen zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit. Trotz diesem Erfordernis sowie der zahlreich erschienenen Studien zu Fachsprachen ist dieser Objektbereich immer noch lückenhaft.

Als einer von vielen Problemkreisen darf die komparative Untersuchung der einzelnen Fachsprachen und der Gemeinsprache auf allen sprachlichen Ebenen (vor allem pragmatischen, syntaktischen, semantischen) genannt werden. Es gilt zwar im Allgemeinen, dass die Ausformung der Fachsprachen in ihrem Verhältnis zur Gemeinsprache ein kontinuierlicher Prozess von Differenzierung und Integration ist und beide miteinander verankert sind. Dennoch bedarf dies weiteren eher praxisbezogenen Analysen.

Hauptträger einer Fachsprache sind Fachwörter/Fachtermini. In der vorliegenden Arbeit sollen diese den gemeinsprachlichen Lexemen - den Hauptträgern der Gemeinsprache - unter semantischem Aspekt gegenübergestellt werden. Daraus folgend soll untersucht werden, inwieweit und unter welchen Gesichtspunkten die Bedeutung der Termini und der gemeinsprachlichen Lexeme voneinander unterscheiden.

Im Hinblick darauf existieren in der Sprachforschung zwei deutlich auseinandergehende Auffassungen zum Verhältnis Terminusbedeutung - gemeinsprachliche Bedeutung: die eine - traditionelle - betrachtet die Terminologie als eine statische, völlig von dem Allgemeinwortschatz isolierte Erscheinung, während die andere - moderne - Dynamik und semantische Ähnlichkeit der Terminologie und der Allgemeinlexik betont. Zum Anliegen der vorliegenden Arbeit gehört die Richtigkeit der beiden Postulate empirisch zu überprüfen.

Da es nicht möglich ist, die große Reihe von verschiedenen Fachsprachen mit ihren spezifischen Terminologien im Rahmen einer Einzelarbeit zu berücksichtigen, sollen an dieser Stelle bestimmte Einschränkungen und Schwerpunkte der Arbeit gesetzt werden.

Es wurde bereits oben erwähnt, dass die Herausbildung und die Erforschung von Fachsprachen vor allem auf wirtschaftlicher Notwendigkeit beruht. Jeder Mensch hat täglich mit Wirtschaft, somit auch mit Wirtschaftssprache zu tun. Wie man aber Wirtschaft und Wirtschaftssprache genau definieren soll, ist bis heute unklar. Unter Wirtschaftssprache kann sowohl Börsensprache als auch Werbesprache, Sprachen der Wirtschaftspolitik, der Wirtschaftsinformatik usw. verstanden werden.

Wirtschaftssprache gilt in der Linguistik als wenig erforschtes Gebiet. Dieses Defizit ist vor allem auf die Komplexität des Wirtschaftsbereiches und somit auch der Wirtschaftssprache zurückzuführen. Wirtschaftssprache fungiert sowohl in der gemeinsprachlichen als auch der fachsprachlichen Kommunikation, so dass es nicht leicht ist, die Grenze zwischen ihnen zu ziehen, wie z. B. dies zwischen der Fachsprache der Pharmazie und der Gemeinsprache relativ unkompliziert erscheint. Fachwörter, wie z. B. Geld, Bank, Kaufen/Verkaufen, gehören längst zum Gemeinwortschatz, während sich ein Durchnittssprecher unter Gingivitis bzw. Corsodyl so gut wie nichts vorstellen kann.

Die vorliegende Arbeit soll ebenfalls zum Forschungsfeld von Wirtschaftsfachsprachen beitragen, indem ihre Hauptträger - wirtschaftliche Termini - semantisch untersucht werden.

Die Arbeit besteht aus zwei Teilen - einem theoretischen und einem empirischen.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil soll ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand von Bedeutungstheorien einerseits sowie den von Fachsprachen andererseits gegeben werden, während der zweite Teil sich auf die empirische Untersuchung der Semantik von wirtschaftlichen Termini konzentriert.

Im ersten Kapitel soll zunächst der Begriff "Bedeutung" definiert werden. Weiterhin werden die folgenden Aspekte der Bedeutungsbeschreibung diskutiert:

- denotative vs. konnotative Bedeutung.

- potentielle (kontextunabhängige) vs. aktuelle (kontextabhängige) Bedeutung.

- extensionale vs. intensionale Bedeutungskomponente.

- Bedeutungsbeschreibung durch Prototypen und Stereotypen.

Abschließend soll der Vorschlag zur Bedeutungsklassifizierung von Rolf Müller vorgestellt werden, der ganz neue, von den oben genannten abweichende Aspekte einfließen lässt.

Im zweiten Kapitel soll zunächst der Begriff "Fachsprache" definiert werden. Es erfolgt die Beschreibung der Fachsprache in ihrer Gegenüberstellung zur Gemeinsprache sowie die Differenzierung der Fachsprachen nach dem vertikalen und horizontalen Schichtungsmodell. Weiterhin soll das Verhältnis zwischen den miteinander im engen Zusammenhang stehenden Subsystemen der Gesamtsprache, wie Fachsprache, Fachjargon und Sondersprache, zur Diskussion gestellt werden. Darüber hinaus wird auf die Wirtschaftssprache eingegangen. Dies soll in zwei Schritten erfolgen: zunächst werden der Komplex Wirtschaft und seine Bereiche vorgestellt und daraus folgend die Wirtschaftssprache typologisiert.

Im dritten Kapitel erfolgt die komparative Analyse wirtschaftlicher Termini und gemeinsprachlicher Lexeme unter semantischem Aspekt.

Im Kapitel 3. 1. wird zunächst der Begriff "wirtschaftlicher Terminus" erläutert, indem er vom gemeinsprachlichen Lexem abgegrenzt wird. Daraufhin werden Grundzüge der Terminologienormung - einer der Eigenschaften der Termini - vorgestellt. Da ein Terminus erst entsteht, indem er definiert wird, sollen der Begriff "Definition", seine Arten sowie die Unterscheidung zwischen wissenschaftlicher Definition und Alltagsdefinition zur Diskussion stehen.

In 3. 2. erfolgt die Beschreibung lexikalischer Bedeutungskomponenten von wirtschaftlichen Termini in der Gegenüberstellung zu gemeinsprachlichen Lexemen nach den im ersten Teil dargelegten Kategorien:

- denotative Bedeutung.

- konnotative Bedeutung.

- aktuelle (kontextabhängige) Bedeutung.

- prototypische Beschreibung.

- stereotypische Beschreibung.

Das Kapitel 3. 3. beschäftigt sich mit paradigmatischen Beziehungen in der Wirtschaftsterminologie, die sich hauptsächlich in Form der Hyponym-, Hyperonymrelation, Synonymie, Polysemie und Homonymie manifestieren.

Am Ende eines Kapitels werden Schlussfolgerungen der Überlegungen dargeboten, wobei im zweiten Teil auch die semantischen Unterschiede zwischen Termini und gemeinsprachlichen Lexemen einfließen.

Zur empirischen Bedeutungsuntersuchung werden (fach)lexikographische Definitionen aus den Wirtschaftslexikons sowie den universellen Bedeutungswörterbüchern benutzt.

Im Rahmen des Resümees werden Untersuchungsergebnisse im Hinblick auf semantische Unterschiede zwischen wirtschaftlichen Termini und gemeinsprachlichen Lexemen tabellarisch zusammengetragen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 6
Einführung 7
I. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1. Forschungsstand: Bedeutung 11
1.1 Zum Begriff "Bedeutung" 11
1.2 Ansätze zur Bedeutungsbeschreibung 14
1.2.1 Denotative vs.konnotative Bedeutung 16
1.2.2 Potentielle (kontextunabhängige) vs.aktuelle (kontextabhängige)Bedeutung 19
1.2.3 Extensionale vs.intentionale Bedeutungskomponente 21
1.2.4 Bedeutungsbeschreibung durch Prototypen und Stereotypen 23
1.2.5 Vorschlag zur Bedeutungsklassifizierung von Rolf Müller 27
1.3 Schlussfolgerungen aus Kapitel 1 28
2. Forschungsstand: Fachsprache 30
2.1 Abgrenzung der Fachsprache von der Gemeinsprache 31
2.2 Differenzierungsmöglichkeiten von Fachsprachen 36
2.3 Verhältnis Fachsprache - Fachjargon - Sondersprache 39
2.4 Zur Beschreibung der Wirtschaftssprache als eines Komplexes von Fachsprachen 41
2.4.1 Zum Begriff "Wirtschaft" und seiner Differenzierung 42
2.4.2 Zur Typologisierung der Wirtschaftssprache 46
2.5 Schlussfolgerungen aus Kapitel 2 49
II. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
3. Semantische Besonderheiten wirtschaftlicher Termini gegenüber gemeinsprachlichen Lexemen 51
3.1 Zum Begriff "wirtschaftlicher Terminus" und seiner Abgrenzung vom gemeinsprachlichen Lexem 52
3.1.1 Terminologienormung 56
3.1.2 Zur Definition von Termini und gemeinsprachlichen Lexemen 59
3.1.2.1 Zum Begriff "Definition" 62
3.1.2.2 Definitionsarten 63
3.1.2.3 Semantische Unterschiede zwischen Alltagsdefinition und wissenschaftlicher Definition 65
3.1.3 Schlussfolgerungen aus Kapitel 3.1 70
3.2 Zur Beschreibung lexikalischer Bedeutungskomponenten von wirtschaftlichen Termini und gemeinsprachlichen Lexemen 71
3.2.1 Die denotative Bedeutung
3.2.2 Die konnotative Bedeutung 73
3.2.3 Die aktuelle (kontextabhängige) Bedeutung 78
3.2.4 Die prototypische Beschreibung 82
3.2.5 Die stereotypische Beschreibung 86
3.2.6 Schlussfolgerungen aus Kapitel 3.2 89
3.3 Zu paradigmatischen Beziehungen in der Wirtschaftsterminologie 91
3.3.1 Hyperonym-, Hyponymrelationen bei wirtschaftlichen Termini 92
3.3.2 Synonymie bei wirtschaftlichen Termini 95
3.3.3 Polysemie und Homonymie bei wirtschaftlichen Termini 100
3.3.4 Schlussfolgerungen aus Kapitel 3.3 105
Resümee mit tabellarischer Zusammenfassung der empirischen Untersuchungsergebnisse
 
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