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Diplomarbeiten

 

 

Titel Genossenschaften und Staatsfarmen in der syrischen Landwirtschaft 
Untertitel Entstehung und Entwicklung vor dem Hintergrund der sozialökonomischen und politischen Verhältnisse 
AutorIn Alice Müller 
Seiten 200 Seiten 
Hochschule Freie Universität Berlin Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 1988 
Note
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 91000503 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Im Sommer 1985 habe ich an einer Exkursion des Instituts für Soziologie der Freien Universität Berlin nach Syrien teilgenommen. Die dortige Feldforschung galt vor allem den sozialökonomischen Auswirkungen des großen Staudammprojekts am Euphrat auf die ländliche Entwicklung und die Lebensbedingungen der dort ansässigen Bevölkerung, wobei ich mich schwerpunktmäßig mit Problemen des Genossenschaftswesens und der Staatsfarmen in diesem Teil Syriens beschäftigte. Es ging mir dabei nicht darum, die Kooperationsformen unhistorisch an idealtypischen Konstruktionen zu messen, sondern sie im Hinblick auf ihr emanzipatorisches Potential und ihre tatsächliche Funktion für Staat und die herrschende Regierung zu befragen.

Gang der Untersuchung:

Zunächst (Teil II ) geht es um die Relativierung der für westeuropäische Verhältnisse entwickelten Genossenschaftskriterien unter den Bedingungen der Dritten Welt. Da Genossenschaften dort von vornherein unter ganz anderen sozio-ökonomischen Bedingungen und Zielsetzungen entstehen, wird auf diese im folgenden Abschnitt (Teil III) eingegangen.

Er bietet eine Zusammenfassung der Geschichte Syriens seit der Unabhängigkeit, wobei die Frage nach den sozialen Trägern der staatlichen Agrarpolitik den Leitfaden abgibt. Vor diesem Hintergrund werden dann im Teil IV die Entstehung und Entwicklung kooperativer Formen der Landnutzung als Ergebnis der verschiedenen Phasen der syrischen Agrarreform analysiert (breiter historischer Rückblick auf die Entwicklung der Grundeigentumsformen und genauere Analysen der sich wandelnden Agrarverfassungen) - mit dem Ergebnis, daß die Agrarreform lediglich die extremsten Ausmaße des Feudaleigentums beseitigte und nicht, wie oft vertreten, eine völlige wirtschaftliche und politische Entmachtung der Großgrundherren erbrachte; ein neuer sozialer Differenzierungsprozeß wurde in Gang gesetzt und hat sich insbesondere unter der Assad-Regierung weiter verschärft.

Im Teil V dann die Erhebungen und Beobachtungen im Euphrattal selbst, d.h. trotz vielerlei Schwierigkeiten (politisch (z.B. Überwachung durch den Geheimdienst), technisch, sprachlich) in zwei Genossenschaften, zwei Staatsfarmen und einer Produktionsgenossenschaft. Sie laufen darauf hinaus, daß die Genossenschaften in erster Linie dem Staat als ausführende Organe seiner Politik dienen sollen und - auch deshalb - als soziale Einheiten faktisch nicht existieren. Die syrische Agrarreform und das Staudammprojekt am Euphrat sind nach meinen Schlussfolgerungen jedenfalls nicht die Grundlage für eine breite Beteiligung der ländlichen Bevölkerung an ökonomischen und politischen Entscheidungsprozessen geworden, auch da nicht, wo Genossenschaften der Form nach diese Chance geboten hätten. Im Gegenteil: "Die Partizipation der unteren ländlichen Schichten wird als potentielle Bedrohung für die Interessen des Staates und der reichen Bauern nicht nur nicht gefördert, sondern im Gegenteil mit repressiven Maßnahmen unterdrückt." (S.183) Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Tabellen VI
Verzeichnis der Karten VII
I. Einleitung 1
II. Möglichkeiten und Grenzen von Genossenschaften als Instrumente sozio-ökonomischer Entwicklung in der sog. Dritten Welt 10
A. Probleme der Erstellung einer allgemeingültigen Genossenschaftsdefinition 10
B. Agrargenossenschaften als Entwicklungsinstrumente in der sog. Dritten Welt 13
1. Gründe für den Aufbau von Genossenschaften in Entwicklungsländern 13
2. Die Relativierung westeuropäischer Genossenschaftskriterien unter den sozio-ökonomischen Bedingungen der Entwicklungsländer 15
a) Das Kriterium der Selbsthilfe 17
b) Das Kriterium der Selbständigkeit der Mitgliederwirtschaften 22
III. Die politischen Rahmenbedingungen der syrischen Agrarreform 28
IV. Entstehung und Entwicklung der kooperativen Arbeit in der Landwirtschaft Syriens von derAgrarreform bis heute 55
A. Allgemeine und historische Voraussetzungen 55
1. Die Agrarregionen Syriens 55
2. Historische Entwicklung der Grundeigentumsformen 59
B. Die Agrarreform 70
1. Eigentumsverhältnisse und Bewirtschaftungsformen vor der Agrarreform 70
2. Maßnahmen der Agrarreform: Enteignung und Verteilung... 81
3. ... und die Konsequenzen für die Entstehung des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens 92
4. Auswirkungen der Agrarreform 106
5. Organisationsformen der kooperativen Landnutzung und deren Funktionen 112
V Das Euphratprojekt 129
A. Allgemeine Darstellung und Zielsetzungen des Projekts 129
B. Probleme bei der Durchführung des "Forschungsvorhabens" 134
C. Die nomadische Abstammung der Euphrattalbewohner 136
D. Organisationsformen der Landnutzung im Euphratprojekt 140
1. Die Staatsfarmen des Pilotprojekts 141
a) Entstehung der Farmen und Herkunft der Bewohner/innen 141
b) Räumliche Beschaffenheit und Verwaltung 143
c) Landnutzung 145
d) Beschäftigungs- und Einkommensverhältnisse 148
e) Beobachtungen auf den Staatsfarmen Rabi'a und Yamama 151
aa) Die Staatsfarm Rabi'a in der Darstellung ihres Leiters 152
bb) Die Staatsfarm Yamama in der Darstellung ihres Leiters 153
cc) Die Staatsfarm Yamama aus der Sicht ihrer Bewohner/innen 155
f) Vergleich der beiden Farmen und Schlussbemerkung 156
2. Die Dienstleistungsgenossenschaften im Mittleren Euphrattal 159
a) Das Genossenschaftsdorf Salhabiya 160
b) Das Genossenschaftsdorf Kasrat Scheikh al-Juma'a 162
3. Die Produktionsgenossenschaften in Bir al-Haschim 171
a) Das Dorf Al-Jala 171
4. Einschätzung der Genossenschaftsprojekte im Euphrattal 175
VI. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung 177
Verzeichnis der zitierten Literatur 184
 
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