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Diplomarbeiten

 

 

Titel Die Preise von Beschleunigungsprozessen für Organisationen 
Untertitel  
AutorIn Nicoletta Vitzthum 
Seiten 107 Seiten 
Hochschule Universität Mannheim Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 1998 
Note
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 90001650 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Die Beschäftigung mit dem Phänomen Zeit begann in der betriebswirtschaftlichen Forschung explizit Ende der Achtziger Jahre, als auf der immerwährenden Suche nach weiteren erfolgversprechenden Wettbewerbsvorteilen die Zeit, vor allem unter dem Aspekt ihrer Beschleunigung, entdeckt wurde. Die daraufhin folgende Beschleunigung des Wirtschaftslebens hat längst die Gesellschaft insgesamt ganz unmittelbar erfaßt, ob wir uns nun dessen bewußt sind oder nicht.

Seitdem gehören Begriffe und Konzepte wie Prozeßbeschleunigung, Verkürzung von Innovationszyklen etwa durch simultaneous engineering, hypercompetition oder just-in-time zum (fast) normalen Sprachgebrauch. Die Zeit ist somit in der Form der Forderung nach steter Beschleunigung von einer Bezugsgröße, die für Dinge, Beziehungen und Reihenfolgen ein neutrales Ordnungsgefüge liefert, zu dem zentralen Wettbewerbsfaktor geworden.

Allerdings hat eine tiefergehende und kritischere Auseinandersetzung mit dieser Thematik erst in jüngerer Zeit durch interdisziplinäre Forschungsbemühungen eingesetzt. Das Ziel ist ein Gegengewicht zu schaffen zu den vereinfachenden Polen der Beschleunigungs-Verherrlichung auf der einen und meditativer Langsamkeits-Esoterik auf der anderen Seite. Eine Beschleunigung "ad infinitum" ist genauso wenig sinnvoll wie das Umkehren oder Anhalten industrieller Entwicklung möglich ist.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit setzt sich insbesondere auseinander mit der Fragestellung nach dem Eigencharakter von Zeit, den Ursachen von Beschleunigung, Auswirkungen der zunehmenden Zeitbewirtschaftung sowie nach der Steuerbarkeit von dergestalt beschleunigten Unternehmen und Institutionen.

Es wird ein Preiskonzept entwickelt, in dem den durch Beschleunigungsprozesse erschließbaren Erfolgspotentialen deren parallel generierte Kosten gegenübergestellt werden. Die Struktur hierzu bildet ein Mehr-Ebenen-Modell, das es erlaubt, die Preise von Beschleunigungsprozessen auf den unterschiedlichsten Ebenen von Organisationen zu analysieren. Gesamtzusammenhänge werden verdeutlicht, um das Bewußtsein von verantwortlichen Entscheidungsträgern für die Auswirkungen von Beschleunigung zu schärfen.

Die aufgezeigten Grenzen der Beschleunigung stellen Grenzen des Managens dar und beleuchten den Zeitbezug einer Reihe von Gegensatzpaaren der Unternehmensführung, wie z.B. "Effizienz-Redundanz" oder "Vertrauen-Kontrolle". Dabei wird deutlich, wie faszinierend die Beschäftigung mit dem Thema Zeit und Beschleunigung werden kann - sie führt an die Wurzeln des Seins, denn Zeit ist nicht zuletzt Lebenszeit.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung 01
2. Grundlegende Betrachtungen zum Phänomen ZEIT 03
2.1 Zeit als Grunderfahrung des Menschen 03
2.1.1 Zeitbewußtsein und Zeitwahrnehmung 03
2.1.2 Topologie der Zeit und Interdependenz von Zeit und Handlung 03
2.2 Konkretisierung verschiedener Zeitbegriffe 05
2.2.1 Naturwissenschaftliche Zeitbegriffe 05
2.2.2 Der psychologische Zeitbegriff 06
2.2.3 Soziologische Zeitbegriffe 07
2.3 Die Zeit aus betriebswirtschaftlicher Sicht 09
2.3.1 Zeit als knappe Ressource und Wettbewerbsfaktor 09
2.3.2 Zunehmendes Interesse an der Einbeziehung der Zeitperspektive in Entscheidungsprozesse von Organisationen 10
3. Grundlegende Betrachtungen zu Preisen, Beschleunigungsprozessen und Organisationen 11
3.1 Steigende Komplexität durch weitreichende Beschleunigungsprozesse 11
3.1.1 "Gegenwartsschrumpfung" versus "erstreckte Gegenwart" 11
3.1.2 Suche nach den tieferen Ursachen von Beschleunigung 12
3.2 Relevanz eines Preiskonzepts als Basis konsistenter Entscheidungen 15
3.2.1 Der Preisbegriff in der Betriebswirtschaft und die besondere Qualität der Preise von Beschleunigungsprozessen 15
3.2.2 Einfluß von Beschleunigungsprozessen auf das Zustandekommen von Entscheidungen 16
3.3 Intendierte Reichweite des Begriffs Organisation 20
3.3.1 Arten und Aspekte von Organisationen 20
3.3.2 Identifikation relevanter Analyseebenen durch das Mehr-Ebenen-Modell der Unternehmenssituation 21
4. Durch Beschleunigungsprozesse erschließbare Erfolgspotentiale 23
4.1 Erfolgspotentiale auf der individuellen Ebene 23
4.1.1 Anreize für das Individuum und Akzeptanz als Engpaßfaktor 23
4.1.2 Individuelle Beiträge zu Beschleunigungsprozessen 24
4.2 Erfolgspotentiale auf der Gruppen-Ebene 26
4.2.1 Ausweitung der individuellen Potentiale 26
4.2.2 Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen 27
4.3 Erfolgspotentiale auf der Organisations-Ebene 29
4.3.1 Beschleunigungsprozesse fördernde Infrastrukturmaßnahmen 29
4.3.2 Erweiterte Beiträge durch Synthese von Infrastruktur und vorgelagerten Ebenen 31
4.4 Erfolgspotentiale auf der Ebene der Mikro-Umwelt 35
4.4.1 Zeit als Zufriedenheitsfaktor für Stakeholder 35
4.4.2 Zuliefererintegration und Kundenzufriedenheit 36
4.5 Erfolgspotentiale auf der Ebene der Makro-Umwelt 38
4.5.1 Trendbrüche in der technologischen Entwicklung 38
4.5.2 Reaktionsfähigkeit auf sozialen Wandel 39
4.5.3 Beschleunigung als gesellschaftliches Credo 40
5. Durch Beschleunigungsprozesse generierte Kosten 41
5.1 Kosten auf der individuellen Ebene 41
5.1.1 Ablehnungshaltung und Widerstände gegen Beschleunigungsprozesse 41
5.1.2 Sinkende Qualität von Entscheidungen 43
5.1.3 Loyalitätsproblem bei kurzfristigem Beschäftigungshorizont 44
5.2 Kosten auf der Gruppen-Ebene 45
5.2.1 Verstärkung individueller Ablehnungshaltungen innerhalb von Gruppen 45
5.2.2 Konflikte und Machtverteilung zwischen Gruppen und Einheiten 46
5.3 Kosten auf der Organisations-Ebene 48
5.3.1 Strukturveränderungen und Bedeutung von slack in Organisationen 48
5.3.2 Dysfunktionalität von Beschleunigung zu Lernprozessen 50
5.3.3 Kosten der Beschleunigung von Innovationsprozessen 51
5.4 Kosten auf der Ebene der Mikro-Umwelt 54
5.4.1 Überforderung der Kunden durch zu schnelle Innovationsabfolge 54
5.4.2 Schwierigkeiten bei Aufbau und Entwicklung von Geschäftsbeziehungen 56
5.5 Kosten auf der Ebene der Makro-Umwelt 59
5.5.1 Die internationale Beschleunigungsspirale 59
5.5.2 Die Wachstumsproblematik 60
5.5.3 Gesellschaftlicher Strukturwandel 62
6. Eigendynamik und Steuerungspotentiale von Beschleunigungsprozessen 64
6.1 Eigendynamik versus Steuerbarkeit 64
6.1.1 Eigendynamik als Nicht-Steuerbarkeit 64
6.1.2 Steuerungspotentiale dynamischer Umwelten 66
6.2 Eigendynamik in den Analyseebenen des Mehr-Ebenen-Modells 69
6.2.1 Individuelle Ebene 69
6.2.2 Gruppen- und Organisations-Ebene 70
6.2.3 Mikro- und Makro-Umwelt 72
6.3 Instrumente der Steuerung 74
6.3.1 Personalentwicklung und flexible Arbeitszeitmodelle 74
6.3.2 Innovativität und Zeitlosigkeit 76
6.3.3 Kooperationen und langfristige Geschäftsbeziehungen 78
7. Der Balanceakt des Abwägens von Nutzen und Kosten als kontinuierliches Führungsproblem 80
7.1 Dynamik der Beschleunigung verdeutlicht Grenzen des Managens 80
7.1.1 Identifikation der Grenzen als Führungsaufgabe 80
7.1.2 Mut zur Langsamkeit? 81
7.2 Konsequenzen von Beschleunigungsprozessen für die Interpretation von Organisationen 83
7.2.1 Relativierung der Norm der Zielklarheit 83
7.2.2 Organisationen als selbstbestimmende Systeme 84
7.3 Weiterführende Erkenntnispotentiale durch Bezugnahme auf institutionalistische Ansätze 86
7.3.1 Beschleunigung als institutionalisiertes Element 86
7.3.2 Schlußbetrachtung 87
Literaturverzeichnis III
Erklärung zur eigenhändigen Anfertigung XI
 
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