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Einleitung:
Die Arbeit beschäftigt sich aus politikwissenschaftlicher Sicht mit der seit Anfang der achtziger Jahre in Deutschland und der EU geführten Debatte über das für und wieder einer Umweltpolitik, die statt ausschließlich mit dem Ordnungsrecht zu operieren, vermehrt instrumentelle Alternativen wie eine Ökosteuer anwenden soll. Befürworter einer solchen sehen in der Anwendung von Steuern zu Umweltschutzzwecken die Möglichkeit, einen entscheidenden umweltpolitischen Fortschritt zu erzielen, da die weitgehend durch das Ordnungsrecht operierende Umweltpolitik lediglich zu "end of the pipe"-Maßnahmen greife, während eine Politik durch Steuern näher am Verursacher ansetze und sein Eigeninteresse am Umweltschutz wecke.
Gang der Untersuchung:
Neben einer Einführung in die Geschichte und Probleme der deutschen Umweltpolitik, die als Ursprung der Ökosteuerdebatte anzusehen sind, gibt der Autor einen soliden Überblick über die umweltökonomische Theorie, aus der die theoretische Basis einer Ökologischen Steuerreform abgeleitet wird. Definitionen verschiedener mißverständlicher Begriffe bringen Klarheit in die oft schwer zu durchschauende Diskussion.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt jedoch auf dem politischen Diskussionsprozeß über eine Ökologische Steuerreform, der seit Beginn der achtziger Jahre auf Basis einer Policy-Analyse nachgezeichnet wird. Die Akteure (Parteien, Regierung, Umweltverbände, Industrieverbände), die sich in der Diskussion zu Wort meldeten, werden präzise identifiziert; ihre Argumentationen sorgfältig transparent gemacht. Auch der wissenschaftlichen Diskussion über eine Umweltpolitik mit Abgaben wird Aufmerksamkeit zuteil.
Ein politikwissenschaftlich-theoretischer Teil erschließt die sich in diesem komplexen Diskussionsprozeß manifestierenden Interessen der beteiligten Akteure und wendet die gewonnenen Erkenntnisse auf die politische Ebene der Debatte an. So begründet der Autor die unterschiedlichen Einflußpotentiale von Ökosteuergegnern und im Gegensatz dazu den Befürwortern, die es bislang nicht vermochten, ihr Projekt auf breiter politischer Ebene durchzusetzen.
Ein eher pessimistisches Fazit stellt die Frage, ob in dem System der Interessenvermittlung, wie es in der parlamentarischen Demokratie der Bundesrepublik herrscht, überhaupt breitangelegte umweltpolitische Innovationen zur Durchsetzung gelangen können. Vielleicht muß Umweltschutz erst Bestandteil der politischen Kultur werden, damit solche tiefgreifenden Maßnahmen jemals verwirklicht werden können. Eine Modernisierung der Demokratie erscheint als einziger Ausweg aus dem umweltpolitischen Dilemma.
Inhaltsverzeichnis:
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| 1. |
Einleitung |
5
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| 1.1 |
Politikwissenschaftliches Erkenntnisinteresse |
5
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| 1.2 |
Aufbau der Arbeit |
7
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| 2. |
Die Umweltpolitik der Bundesrepublik im Überblick |
8
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| 2.1 |
Die Phasen der deutschen Umweltpolitik |
8
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| 2.1.1 |
Implementierung und Aufschwung des Politikfeldes "Umweltpolitik" |
8
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| 2.1.2 |
Umweltpolitischer Abschwung (1974-1978) |
10
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| 2.1.3 |
Rekonsolidierungsphase (1978-1982) |
10
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| 2.1.4 |
Phase der Kontinuität (1983-1989) |
11
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| 2.1.5 |
Phase des wiedererstarkenden Konflikts Ökonomie vs. Ökologie |
12
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| 2.2 |
Zusammenfassende Kritik der deutschen Umweltpolitik |
12
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| 2.3 |
Das Spektrum umweltpolitischer Instrumente und seine Anwendung |
13
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| 2.4 |
Ordnungsrecht und Umweltpolitik |
14
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| 2.4.1 |
Gründe für die massive Anwendung des Ordnungsrechts |
14
|
| 2.4.2 |
Ausgangspunkt der Instrumentendiskussion: Schwächen des Ordnungsrechts |
14
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| 3. |
Ökosteuern: Theoretische und definitorische Grundlagen |
16
|
| 3.1 |
Die umweltökonomische Sicht des Umweltproblems |
16
|
| 3.2 |
Die Internalisierung externer Kosten |
19
|
| 3.2.1 |
Pigousteuer |
19
|
| 3.2.2 |
Der Standard-Preisansatz von Baumol und Oates |
20
|
| 3.3 |
Eine Kritik an der umweltökonomischen Theorie |
22
|
| 3.4 |
Definition und Wirkungszweck einer Ökologischen Steuerreform |
24
|
| 3.4.1 |
Begriffliche Verwirrung |
24
|
| 3.4.2 |
Umweltpolitisch kontraproduktive Regelungen |
27
|
| 3.4.3 |
Einsatzmöglichkeiten von Umweltsteuern |
28
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| 4. |
Der Diskussionsprozeß um die Durchführung einer ökologischen Steuerreform |
28
|
| 4.1 |
Initiierung der Diskussion von wissenschaftlicher Seite |
29
|
| 4.1.1 |
Das Verhältnis zwischen Arbeit und Umwelt |
29
|
| 4.1.2 |
Der UPI-Vorschlag (1988) |
31
|
| 4.1.3 |
Die Vorschläge Ernst Ulrich von Weizsäckers |
33
|
| 4.2 |
Aufnahme in die Parteipolitik |
34
|
| 4.3 |
Von der Fortsetzung bis zur Konjunkturflaute der Debatte |
35
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| 4.3.1 |
Die europäische Ebene: Der Vorschlag der EU-Kommission |
36
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| 4.3.2 |
Ein Vorstoß der deutschen Regierung |
37
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| 4.3.3 |
Bisheriger Höhepunkt der gesamten Debatte: Das DIW-Gutachten |
38
|
| 4.4 |
Die parteipolitische Diskussionsebene |
41
|
| 4.4.1 |
Die Unionsparteien |
41
|
| 4.4.2 |
Die FDP |
47
|
| 4.4.3 |
Die SPD |
49
|
| 4.4.4 |
Bündnis 90/Die Grünen |
52
|
| 4.4.5 |
Schlußfolgerungen aus der parteipolitischen Diskussionsanalyse |
54
|
| 4.5 |
Die Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft |
54
|
| 4.6 |
Einwände gegen und Argumente für die ökologische Steuerreform |
56
|
| 4.6.1 |
Juristische Einwände |
56
|
| 4.6.2 |
Mangelnde fiskalische Ergiebigkeit von Ökosteuern |
60
|
| 4.6.3 |
Ordnungspolitische Einwände |
62
|
| 4.6.4 |
Gefährdung des Wirtschaftsstandortes Deutschland |
62
|
| 4.6.5 |
Sozialpolitische Einwände |
64
|
| 4.6.6 |
Ökologische Steuern und die finanzpolitische Realität |
65
|
| 4.7 |
Die deutliche Kritik des Umweltrates an der deutschen Umweltpolitik |
66
|
| 4.8 |
Zwischenfazit |
68
|
| 5. |
Umweltpolitische Interessenstrukturen |
70
|
| 5.1 |
Interessenbegriff |
70
|
| 5.2 |
Interessen im Politikfeld Umweltschutz |
71
|
| 5.3 |
Organisierte Interessen |
72
|
| 5.4 |
Politikwissenschaft und Interessengruppen |
73
|
| 5.5 |
Theorien organisierter Interessen |
74
|
| 5.5.1 |
Pluralismuskonzepte |
74
|
| 5.5.2 |
Kritik am Neopluralismus |
75
|
| 5.5.3 |
Olsons Verbändetheorie |
76
|
| 5.6 |
Konfliktfähigkeit von Umweltschutzinteressen |
77
|
| 5.7 |
Konfliktfähigkeit von Wirtschaftsinteressen |
79
|
| 5.8 |
Grundlegender umweltpolitischer Konflikt: Ökologie vs. Ökonomie |
80
|
| 6. |
Der Interessenkonflikt in der Ökosteuerdiskussion |
82
|
| 6.1 |
Die Akteure im Ökosteuerkonflikt |
82
|
| 6.1.1 |
Industrieverbände |
83
|
| 6.1.1.1 |
Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) |
84
|
| 6.1.1.2 |
Der BDI und die ökologische Steuerreform |
86
|
| 6.1.1.3 |
Zusammenfassung und kritische Würdigung |
89
|
| 6.1.2 |
Gewerkschaften |
90
|
| 6.1.3 |
Umweltschutzverbände |
95
|
| 6.1.3.1 |
Struktur und Funktion von Umweltschutzverbänden |
95
|
| 6.1.3.2 |
Die Haltung der Umweltschutzverbände zur ökologischen Steuerreform |
99
|
| 6.1.3.3 |
"Einheit in der Vielfalt" - Vergleich der Positionen |
100
|
| 6.2 |
Ausmaß des Einflusses der verschiedenen Interessen auf die Diskussion |
101
|
| 6.2.1 |
Organisations- und Konfliktfähigkeit der Ökosteuergegner |
102
|
| 6.2.2 |
Ökosteuerbefürworter |
103
|
| 6.3 |
Politik und Umweltschutz |
104
|
| 6.4 |
Umweltpolitische Interessenstrukturen und politisches System |
106
|
| 6.5 |
Modernisierung der Demokratie als Ausweg aus dem umweltpolitischen Dilemma? |
107
|
| 7. |
Schlußbetrachtung |
108
|
| 8. |
Anhang: Tabellen |
112
|
| 9. |
Literaturverzeichnis |
117 |