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Diplomarbeiten

 

 

Titel Die ökonomische Analyse von Korruption 
Untertitel  
AutorIn Jan Haas 
Seiten 75 Seiten 
Hochschule Universität Kassel Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2004 
Note
Preis 28,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 95008615 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Zusammenfassung:

Seit es Aufzeichnungen über Verwaltungen und das Wirtschaftsleben gibt, finden sich Hinweise auf Korruption und Bestechung. Korruption ist demnach nicht nur in der ökonomischen und politischen Gegenwart anzutreffen, sondern weist eine sehr lange Existenz in der Geschichte auf. Die Aktualität und Bedeutsamkeit ist der Korruption aber bis heute erhalten geblieben. Durch Skandale, wie aktuell beispielsweise der münchner Stadionbau und die Festnahme Wildmosers, rückt diese Thematik immer wieder in den Focus der Öffentlichkeit.

Es scheint oft so, als würden die Menschen durch jeden Skandal nur kurzzeitig sensibilisiert werden, denn nach jedem aktuellen Fall rückt Korruption meist wieder in den Hintergrund, um dann, beim nächsten aufgedeckten Fall, erneut Interesse zu erregen. Zum Gegenstand ökonomisch-wissenschaftlichen Interesses ist Korruption in den letzten Jahren insbesondere aufgrund vermuteter immenser materieller und immaterieller Schäden geworden. Soziologen haben sich mit der Frage befasst, inwieweit soziale Ordnungen sich auf die Entstehung von Korruption auswirken und welche Effekte diese Ordnungen auf das gesellschaftliche Gefüge haben. Die Anthropologen versuchten das Phänomen Korruption kulturell und aus Wertvorstellungen heraus zu erklären. Der Facettenreichtum von Korruption zeigt den interdisziplinären Charakter dieses Phänomens.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, eine ökonomische Betrachtung der Korruption darzustellen. Dabei soll erörtert werden, ob Korruption im Rahmen ökonomischer Theorien analysiert werden kann. Wenn dies zutrifft, ist die Frage nach den institutionellen bzw. individuellen Anreizstrukturen der korrupten Transaktionspartner zu beantworten. Zudem soll Aufschluss darüber gegeben werden, in welcher Form ökonomische Wirkungen durch Korruption feststellbar sind.

Die Vorgehensweise gliedert sich dergestalt, dass im Kapitel B, aufgrund der Unschärfe des Begriffes, zunächst eine Definition aus unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Perspektiven erfolgt, um im Anschluss ökonomische Definitionen der Korruption anzuführen. In dem folgenden Kapitel werden nach einer allgemeinen Differenzierung die speziellen Formen dargestellt, und anschließend die strafrechtlich relevanten Tatbestände beschrieben. Danach folgt ein Blick auf die durchaus vorhandene positive Korruption. Im nächsten Kapitel wird eine Auswahl an Korruptionsfällen beschrieben, die aufzeigen, dass Korruption auch in Deutschland in den unterschiedlichsten Formen stattfindet. Da kein politisches System und keine Marktform perfekt ist, setzt sich das Kapitel E zum Ziel, die jeweiligen Schwächen herauszuarbeiten. Dabei werden in Teilbereichen der Politik und in korruptionstypischen Abteilungen in Unternehmen, Angriffsflächen identifiziert.

Kapitel F befasst sich mit einem der Hauptteile, nämlich dem der ökonomischen Analyse. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer institutionenökonomischen Betrachtung, unter zu Hilfenahme des Prinzipal-Agent-Klient-Modells und einer integrierten Analyse der individuellen Korruptionsanreize. Im Anschluss wird die korruptive Transaktionskostenproblematik dargelegt. Da der Schwerpunkt der Korruption in der Interaktion von Wirtschaft und Politik liegt, wird als dritte Analysemethode die der Neuen Politischen Ökonomie gewählt. Dieser Ansatz bezieht sich auf die grundsätzliche Interdependenz von Politik und Ökonomie respektive Markt.

Abschließend wird in diesem Kapitel die ökonomische Analyse der Entlastungs- und Belastungskorruption dargestellt. Der folgende Abschnitt G hat, als weiterer Hauptteil, zunächst eine stringent ökonomische Darstellung der Wirkungen von Korruption zum Gegenstand, um abschließend kurz gesellschaftliche Effekte aufzuzeigen. In Abschnitt H werden theoretische Maßnahmen zur Prävention und Repression dargestellt. Differenziert wird dabei zwischen organisatorischen bzw. institutionellen Maßnahmen sowie strafrechtlichen Relevanzen. Das letzte Kapitel I fasst die Ergebnisse dieser Arbeit zusammen.

Bezüglich den verwendeten Begriffen ist anzumerken, dass die Begriffe korrupt und korruptiv synonym verwendet werden. Ebenso verhält es sich mit den Bezeichnungen Korrumpteur und Korrumpeur, bzw. Klient.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Abkürzungsverzeichnis 4
A. Einleitung 5
B. Definitionen 6
1. Sozialwissenschaftliche Begriffsbestimmung 7
2. Ökonomische Definitionen 9
C. Ausprägungsformen 11
1. Allgemeine Unterteilung 11
2. Spezielle Formen von Korruption 13
3. Korruptionsformen im Strafrecht 16
4. Positive Korruption 19
D. Ausgewählte Fälle aus Politik und Wirtschaft 20
1. Korruption im Gesundheitswesen 20
2. Die Übernahme von Leuna/Minol durch Elf-Aquitaine 21
3. Der Kölner Müllskandal 23
E. Angriffsflächen für Korruption 24
1. Interdependenzen zwischen Wirtschaft und Politik 24
2. Korruption in ausgewählten Politikfeldern 25
3. Anfälligkeiten von politischen Systemen 26
4. Gefährdete Bereiche und Positionen in Unternehmen 28
F. Ökonomische Analyse 29
1. Institutionenökonomische Analyse von Korruption 29
2. Korruption - Eine Transaktionskostenanalyse 33
3. Neue Politische Ökonomie - Ein Analyseansatz zur Bestechung 37
4. Die ökonomische Analyse der Belastungs- und Entlastungskorruption 42
G. Wirkungen von Korruption 44
1. Ökonomische Wirkungen 44
1.1 Einschränkung der Markttransparenz durch Korruption 44
1.2 Wettbewerbsverzerrungen 45
1.3 Korruption als Markteintrittsbarriere 46
1.4 Suboptimale Allokation der Ressourcen 47
1.5 Ressourcenverschwendung 48
1.6 Erhöhte Transaktionskosten 48
1.7 Korruptionsinduzierte Preiserhöhung 49
1.8 Produktdifferenzierung 50
1.9 Die Wohlfahrtswirkungen der Korruption 50
1.10 Korruptionsbedingte Innovationshemmung 51
2. Gesellschaftliche Wirkungen 52
H. Prävention und Repression 53
1. Organisatorische und institutionelle Prävention und Repression 53
1.1 Der Integritätspakt 53
1.2 Prävention durch Job-Rotation 54
1.4 Ethik-Kodizies 55
1.5 Einengung der diskretionären Handlungsspielräume 56
1.6 Wertemanagementsystem 57
1.7 Individuelle Selbstbindung 58
1.8 UnternehmensseitigeSelbstbindung 58
2. Strafrechtliche Prävention und Repression 59
2.1 Kontrollverstärkung 59
2.2 Erhöhung des Strafmaßes 60
2.3 Erhöhung der Entdeckungswahrscheinlichkeit 61
2.4 Kronzeugenregelung 62
2.5 Ausschlussregister für Unternehmen 63
2.6 Strafmildernde Selbstanzeige 64
I. Zusammenfassung 64
Literaturverzeichnis 68
 
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