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Titel Forward-Preisbildung am Markt für Elektrizität 
Untertitel Eine Analyse der Übertragbarkeit der klassischen Bewertungsansätze für Commodities auf das Gut Strom 
AutorIn Bernd Wommer 
Seiten 101 Seiten 
Hochschule Universität Leipzig Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2006 
Note
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 91017543 
Sprache Deutsch 
Medien CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

In vielen Märkten steigt der Wettbewerbsdruck durch die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft. Zur langfristigen Existenzsicherung muss es daher das Ziel der Unternehmen sein, kostengünstig zu produzieren bzw. Gewinn maximierend zu agieren. Dabei rückt verstärkt ein Markt in den Fokus, in dem die Thematik des wirtschaftlichen Handelns bisher nur wenig involviert war - der Markt für Elektrizität. Durch die Liberalisierung der Strommärkte, die im Frühjahr 1998 auch Deutschland erreichte, herrscht nun auch in diesem Markt vollständiger Wettbewerb.

Diese "neue Freiheit" birgt sowohl Chancen als auch Risiken, die sich vor allem bei den Stromanbietern und der stromintensiven Industrie als Nachfrager in den schwankenden Absatz- und Beschaffungspreisen besonders stark widerspiegeln. Da sich Unsicherheiten bezüglich zukünftiger Strompreise direkt auf das Unternehmensergebnis auswirken, bedarf es der Absicherung mittels Terminmarktinstrumenten.

Der Forwardkontrakt ist ein solches Absicherungsinstrument, mit dem sich die Beschaffungsseite gegen steigende und die Anbieterseite gegen fallende Strompreise schützen kann. Gleichzeitig bietet ein derartiger Kontrakt Raum für mögliche Spekulationen. Aus wettbewerbsorientierter Sicht stellt sich hinsichtlich der Absicherung für die Unternehmen daher weniger die Frage ob, sondern viel mehr zu welchem Preis die Absicherung erfolgen soll.

Die Bewertung von Forwards und die damit verbundene Konstruktion von Forwardkurven für den Elektrizitätsmarkt stellen somit eine wesentliche Grundlage für das Managen von Preisrisiken dar. Da sich aber die klassischen Bewertungsverfahren für Commodities auf Grund mangelhafter Speicherbarkeit von Strom nicht ohne weiteres auf die Strommärkte übertragen lassen, eröffnet sich ein weites Feld finanzanalytischer Theorien.

Gang der Untersuchung:

Nach einer Einführung, die der Darlegung der Besonderheiten des Gutes "Strom" und deren Auswirkungen auf die Preisbildung im Spotmarkt dient, rücken der Terminmarkt und die darin gehandelten Forwards in das Zentrum der Betrachtung. Die Thematik der Preisbildung von Forwards im Elektrizitätmarkt, die den Hauptteil dieser Arbeit bildet, wird in Kontrast gestellt zu den sich für speicherbare Konsumgüter bewährten klassischen Speicher- und Riskpremiumtheorien. Zunächst wird die Speicher- oder auch Cost-of-Carry-Theorie dargestellt.

Diese Theorie stellt einen Preiszusammenhang auf Grundlage von Arbitrageüberlegungen über die zeitliche Gleichgewichtsbeziehung des Forwardmarktes zum gegenwärtigen Spotmarkt her. Hinsichtlich des Aspektes der notwendigen Speicherung des betreffenden Underlyings wird anschließend das "Spark-Spread-Modell" betrachtet. Durch die Integration einer Umwandlungsoption potenzieller lagerfähiger Brennstoffe stellt dies ein Komplement für den Strommarkt zur klassischen Speichertheorie dar.

Die Riskpremium-Theorie bildet mit Betrachtungen von Spekulationen im Preisgefüge eine weitere Grundlage der klassischen Forwardpreisbildung. In den Mittelpunkt rückt dabei die zeitliche Gleichgewichtsbeziehung zwischen Forwardmarkt und zukünftigen Spotmarkt. Diese Theorie soll speziell auf den Aspekt des Hedging-Ansatzes hin untersucht werden. Ein Ansatz, der auch die Grundlage bildet für das Modell ausgerichtet auf den Strommarkt. Loslösend von den Gleichgewichtsbeziehungen finden Betrachtungen stochastischer Modelle (reduced form) statt. Ziel dieser Modelle ist, über stochastische Modellierung von Spotpreisen, die Bepreisung von Forwards vornehmen zu können. In diesem Zusammenhang soll die Evolution der alternativen Modelle erläutert werden.

Inwieweit die vorgestellten Modelle im Strommarkt bzw. in regional verschiedenen Märkten anwendbar sind, wird abschließend anhand vorliegender empirischer Untersuchungen dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis VI
Symbolverzeichnis VII
Abbildungsverzeichnis IX
1. Einleitung 1
1.1 Hintergrund 1
1.2 Vorgehensweise und Einordnung der Arbeit in die bestehende Literatur 1
2. Grundlagen des Elektrizitätsmarktes 2
2.1 Die Besonderheiten der Handelsware Strom 2
2.2 Die Folgen für die täglichen Strom-Spotpreise 3
3. Der Terminmarkt für Elektrizität 4
3.1 Der klassische Forwardkontrakt 4
3.2 Strom, ein Commodity? 5
3.3 Der Strom-Forwardkontrakt 5
3.4 Die Teilnehmer im Markt für Elektrizität 6
3.5 Das Basisrisiko 7
4. Die klassische Speichertheorie 8
4.1 Die Grundlagen der klassischen Speichertheorie 8
4.2 Das Angebot zur Speicherung 8
4.3 Die Grenzkosten der Lagerhaltung 9
4.4 Das gesamtwirtschaftliche Angebot der Speicherung 10
4.5 Die Cash and Carry-Arbitrage 10
5. Die Speichertheorie im Strommarkt 12
5.1 Überlegungen zur Anwendbarkeit der klassischen Speichertheorie im Strommarkt 12
5.2 Die Forwardkurve für Elektrizität 13
5.3 Das Spark-Spread-Modell 14
5.3.1 Die Stromnachfrage 15
5.3.2 Das Stromangebot 16
5.3.3 Das "Präferenz-Technologie-Problem" 16
5.3.4 Das Gleichgewicht 17
5.2.4.1 Die Spotpreise 17
5.2.4.2 Die Forwardpreise 19
5.3.5 Ein numerisches Beispiel 20
5.3.5.1 Die gleichgewichtige Speicherung 21
5.3.5.2 Die gleichgewichtige Umwandlung 22
5.3.5.3 Die Angebots- und Nachfragefunktion für Strom 22
5.3.5.4 Die numerischen Spotpreise 23
5.3.5.5 Die Forwardpreise und -kurven 24
5.3.6 Kritische Würdigung des Spark-Spread-Modells 25
6. Die Riskpremium-Theorie 26
6.1 Der Hedging-Ansatz 26
6.1.1 Die Risikoprämie 26
6.1.2 Der Forwardpreis 27
6.2 Die Hedgedruck-Hypothese 29
7. Der Hedging-Ansatz im Strommarkt 30
7.1 Überlegungen zur Anwendbarkeit des klassischen Hedging-Ansatzes im Strommarkt 30
7.2 Das Bessembinder- und Lemmon-Modell 31
7.2.1 Die Stromnachfrage 31
7.2.2 Das Stromangebot 32
7.2.3 Die optimale Strommenge im Spotmarkt 33
7.2.4 Die optimale Forwardposition des Produzenten 33
7.2.5 Das Riskpremium 35
8. Die stochastische Modellierung von Forwardpreisen 38
8.1 Die geometrische Brownsche Bewegung 38
8.2 Das Jump-Diffusions-Modell 39
8.3 Das Mean-Reversion-Modell 40
8.4 Das erweiterte Mean-Reversion-Modell 43
8.4.1 Die deterministische Komponente 43
8.4.2 Der deterministische Mean-Reversion-Prozess 44
8.5 Das Regime-Switching-Modell 45
9. Stand der empirischen Untersuchungen zur Eignung der einzelnen Modelle für den Strommarkt 47
9.1 Die Speichertheorie im Strommarkt 47
9.2 Die Riskpremium-Theorie im Strommarkt 47
9.3 Die stochastischen Modelle im Strommarkt 49
10. Zusammenfassung und Ausblick 51
Mathematischer Anhang 52
Anhang 54
Literaturverzeichnis 68
 
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