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Titel Die Zukunft des Kinos 
Untertitel Filmkultur im Zeitalter der Digitalisierung 
AutorIn Viktor Witte 
Seiten 34 Seiten 
Hochschule Freie Universität Berlin Deutschland 
Art der Arbeit Bachelorarbeit 
Abgabe 2010 
Note
Preis 28,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 91014604 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Einleitung:

Wie der Medienwissenschaftler Gundolf S. Freyermuth Anfang des Jahres 2009 in einem Essay so treffend formulierte, wird der Untergang des "guten alten Kratz-, Ruckel- und Ratterkinos durch digitale Magie" bereits seit Mitte der neunziger Jahre prognostiziert. Nun, immerhin anderthalb Jahrzehnte später, sollte man davon ausgehen können, dass die Visionen der digitalen Revolution längst Wirklichkeit geworden sind. Doch weit gefehlt: Die Phase des Übergangs vom analogen ins digitale Zeitalter des Films scheint beileibe nicht abgeschlossen zu sein, sondern vielmehr zu einem Dauerzustand zu werden, mit dem man sich arrangieren kann. Bemerkenswert in der Technologiegeschichte des Kinos ist der Umstand, dass sich technologische Innovationen scheinbar nur mit einer gewissen Verzögerung durchzusetzen vermögen.

Während der tatsächlichen Erfindung des Kinos - den beiden Jahrzehnten vor 1900 - entstanden bereits Tonfilme, Farbfilme, Breitwandfilme (und sogar 3D-Filme). Doch bekanntlich war der Ton erst in den späten 20er Jahren hinreichend ausgereift, um allgemein eingesetzt zu werden, und erst in den 50er Jahren wurde das Breitwandformat zum Standard erhoben. Obwohl man fast kontinuierlich mit der Farbe experimentiert hatte und obwohl Technicolor Mitte der 30er Jahre ziemlich erfolgreich eingeführt wurde, sah Hollywood sich erst 1965, als sich ein sekundärer Markt für Farbfilme in Gestalt des Fernsehens eröffnete, genötigt, hauptsächlich in Farbe zu produzieren.

Dieses Phänomen der Verzögerung bei der Weiterentwicklung der filmischen Apparatur scheint sich in der momentanen Ära der digitalen Revolution zu bestätigen. Dies mag auch der Grund sein, warum die Debatte um die Zukunft des Kinos im Zeitalter der Digitalisierung auch nach beinahe zwei Jahrzehnten keineswegs als beendet gelten kann.

Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in ebenjene Debatte geben. Dabei sollen im Zentrum der Betrachtung weniger die technischen Details der Digitalisierung als vielmehr der Wandel der filmischen Rezeption und die Veränderungen der filmischen Ästhetik stehen, die sich im Zuge der digitalen Revolution in der Kinokultur abzeichnen. Nach einem kurzen historischen Rückblick auf die technologischen Veränderungen, denen das Kino in seiner Geschichte unterlag, wird die Debatte um die Auswirkungen der Digitalisierung anhand der Standpunkte namhafter Kritiker nachgezeichnet. Dabei reichen diese Standpunkte von der Erwartung, dass ein Niedergang des Kinos stattfindet, über das neutrale Konstatieren einer weiteren Wandlung des Mediums, bis hin zu einer enthusiastischen Begrüßung der Veränderungen. Stellvertretend für diejenigen, die der Filmkultur im Zeitalter der Digitalisierung eine düstere Zukunft prognostizieren, stehen hier die amerikanischen Schriftsteller Godfrey Cheshire und Susan Sontag. Für diejenigen, die die Auswirkungen der Digitalisierung weder als besonders positiv noch als besonders negativ betrachten, sondern eher neutral als Veränderung ansehen, steht ein Text der Kultur- und Gesellschaftsjournalistin Susanne Weingarten. Sie sieht die nachweisbaren Einflüsse der Digitalisierung auf die ästhetische Entwicklung des Kinos nicht als Bedeutungsverlust der Filmkultur, sondern als ein Zeichen der Anpassungsfähigkeit an eine moderne, digitale Kultur. Den radikalen Befürwortern der digitalen Revolution wird abschließend mit Peter Greenaway eine Stimme gegeben. Er ruft zu einem fundamentalen Bruch mit dem klassischen Medium Film und zur Schaffung eines neuen Kinos auf.

 
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