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Titel Recherche beim Spielfilm 
Untertitel Warum Authentizität die Qualität eines Films steigert 
AutorIn Sebastian Pioch 
Seiten 94 Seiten 
Hochschule Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2007 
Note 1,7 
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 91017762 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Einleitung:

Der Film hat sich als wichtigstes Medium durchgesetzt. Als er am Ende des 19. Jahrhunderts entstand, ahnte niemand, welche Bedeutung dieses Medium nur 100 Jahre später haben würde. Von den unzähligen Definitionen, welche das Medium Film beschreiben, sollen hier stellvertretend die Sichtweisen Eisensteins und Kracauers genannt werden. Eisenstein betrachtet den Film als eine Kette nebeneinander gestellter Bilder, durch deren Kontrast die Geschichte im Kopf der Zuschauer weiterentwickelt wird. Kracauer hingegen empfindet den Film weniger als ein narratives Medium, indem er in seiner "Theorie des Films" illusionistische oder theaterhafte Stilmittel als "unfilmisch" ablehnt und stattdessen Realismus fordert.

Die Wahrheit, sofern es überhaupt möglich ist, diesbezüglich davon zu sprechen, dürfte dazwischen liegen. Der Anteil der narrativen Elemente bzw. der Realismusgehalt kann sich je nach Genre ändern. Zu den wichtigsten Genres zählen dabei Krimi, Erotik, Horror, Science-Fiction, Musical, Western, Komödie, Melodrama, Katastrophenfilm, Kriegsfilm und weitere. Um Geschichten der jeweiligen Genres erzählen oder aber die Realität im Zuge eines Dokumentarfilmes abbilden zu können, müssen die Filmemacher vor allem eines machen - recherchieren.

Die Form der Recherche kann dabei so unterschiedlich sein wie der Inhalt des Filmes. Während einige Filmemacher ihre Recherchen äußerst präzise vorbereiten und professionell durchführen, ignorieren andere dieses Thema bzw. wissen gar nicht, dass sie recherchieren. Als Realität kann dabei die Summe der sinnlichen und körperlichen Eindrücke und Einflüsse der Umgebung angenommen werden.

Beides, das Filmemachen und das Recherchieren, sind Künste, die auf Handwerken beruhen, die wiederum gelernt sein wollen. Die folgende Arbeit stellt den Versuch dar, deren Schnittmengen zu untersuchen.

Das Hauptziel der Arbeit ist es, folgende Thesen zu belegen:

Hintergrundrecherchen sind Indikatoren für Qualität beim Spielfilm.

Um Qualität beim Spielfilm zu erzeugen, muss in nahezu allen Departments einer Filmproduktion recherchiert werden, vornehmlich in den Bereichen Drehbuch, Regie, Redaktion, Produktion, Schauspiel, Kostüm und Szenenbild.

Die für Spielfilme zu verwendende Information unterscheidet sich oft signifikant von der Information, welche für die Produktion in Dokumentarfilmen umgesetzt wird.

Recherchen für Spielfilme benötigen eine ähnliche Intensität wie Dokumentarfilmrecherchen.

In deutschen Spielfilmproduktionen wird oftmals oberflächlich recherchiert. Es werden Klischees bedient und die Kompetenz des Rezipienten unterschätzt.

Gründe für mangelhafte Recherchen können sein: Kompetenzmangel, Zeitmangel, Motivationsmangel, Geldmangel.

Es besteht Bedarf an einem Recherchedienst, der speziell Hintergrundinformationen für Filmschaffende ermittelt.

Der Spielfilm ist ein überaus komplexes Medium. Es wird aus pragmatischen Gründen davon abgesehen, Kinofilm und Fernsehfilm getrennt zu betrachten. Im deutschen Kino- und Fernsehmarkt, um den es hier gehen wird, sind die Unterschiede hinsichtlich der Produktion von Kino- und Fernsehfilmen wesentlich geringer als im amerikanischen Markt. Daher wird hier vielmehr der abendfüllende Spielfilm (ca. 90 min.) als Gegenstand der Untersuchung angesehen.

Die vorliegende Arbeit hat des Weiteren zum Ziel, dem Filmemacher zum einen die Wichtigkeit der Recherche bewusst zu machen und ihm zum anderen die Komplexität des Themas aufzuzeigen.

Gang der Untersuchung:

Nach umfassender Recherche kann davon ausgegangen werden, dass das Thema "Hintergrundrecherchen beim Spielfilm" kaum erforscht wurde. Daher bildet das Interview einen großen Anteil der Recherche für diese Arbeit. Zunächst soll untersucht werden, was Qualität beim Spielfilm ausmacht und ob Hintergrundrecherchen Indikatoren für eben diese Qualität sein können.

Zusätzlich erfolgt eine Beantwortung der Frage, wie die Be-wertung der Qualität anderer Publikationsformen stattfindet. Anschließend wird dargestellt, was eine Recherche im Allgemeinen und im Speziellen für den Spielfilm ausmacht. Es wird weiterhin untersucht, in welchen Phasen und Bereichen einer Spielfilmproduktion entsprechende Recherchen notwendig sind, wie diese i.d.R. durchgeführt werden, welche Probleme dabei auftreten und welche Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. Um das Thema Recherche an einem konkreten Beispiel darzustellen, werden die Hintergrundrecherchen zweier deutscher Spielfilme analysiert. Dabei handelt es sich um zwei Politthriller, zum einen um "Die Sieger" von Dominik Graf (1994), zum anderen um "Das Kommando" von Thomas Bohn (2005).

Abschließend wird der Rechercheworkflow an einer Beispielrecherche dargestellt, welche explizit für einen Spielfilm genutzt werden könnte. Aus Gründen der Einfachheit erfolgt eine Nennung des jeweiligen Berufsbildes in der männlichen Form, also "der Regisseur" oder "der Drehbuchautor".

 
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