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Diplomarbeiten

 

 

Titel Fundraising in Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit 
Untertitel  
AutorIn Frank Knaus 
Seiten 92 Seiten 
Hochschule Fachhochschule Kiel Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2002 
Note
Preis 68,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 91009853 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Die Einsparung öffentlicher Finanzmittel macht sich in der Sozialen Arbeit immer stärker bemerkbar. Im Sozialbereich wird versucht, mittels verschiedener modifizierter Methoden aus der Betriebswirtschaft Geld einzusparen und die Folgen des Geldmangels zu verringern. Begrifflichkeiten wie Qualitätsmanagement und Marketing werden vermehrt in den Nonprofit-Sektor übertragen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Themenbereich Fundraising in Nonprofit-Organisationen in den letzten Jahren in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Dies wird unter anderem an der zunehmenden Zahl von Fachliteratur zu diesem Thema sowie an der Zunahme von entsprechenden themenbezogenen Verbänden und Vereinen deutlich. Der wachsende Geldmangel in der Sozialarbeit, aufgrund fehlender staatlicher Mittel, verlangt ein Umdenken. Der Finanzquellen-Mix macht eine anderweitige Beschaffung von Mitteln, seien sie monetärer oder sachlicher Natur, ergänzend oder gänzlich möglich. In vielen Einrichtungen der Sozialen Arbeit scheint dies jedoch weiter erfolgreich ignoriert zu werden.

Während meiner Praktika und meiner Tätigkeiten als Honorarkraft habe ich mehrfach versucht etwas über die Finanzierung von neuen Projekten wie z. B. einer dringend benötigten Drogenberatungsstelle zu erfahren. Es wurde jedoch schnell deutlich, dass ich mir Informationen und Wissen über Finanzierungsmöglichkeiten sowie Fördermittel auf andere Weise würde beschaffen müssen.

Aufgrund dieser Erfahrungen entstand die Idee für nachfolgende Diplomarbeit, welche ich als eine Einführung ansehe, da der Themenbereich für eine vollständige Betrachtung bei weitem zu komplex ist. Wer an einer eingehenden Beschäftigung mit dem Thema Fundraising interessiert ist, findet im Anhang entsprechende Adressen, Buchquellen und Internetseiten mit Informationen.

Der Anfang dieser Arbeit soll einen Einblick in den Nonprofit-Sektor der Bundesrepublik Deutschland geben. Verschiedene Begriffe zum Thema Nonprofit-Organisationen und Fundraising werden in den ersten Kapiteln kurz erklärt und definiert. Eine Beschreibung von grundlegenden organisatorischen Voraussetzungen, welche die Nonprofit-Organisationen schaffen oder schon aufweisen sollten, schließt sich dem an. Ein kleiner Einblick in die Methodenvielfalt der Mittelakquisition soll vermittelt werden. Das von mir theoretisch entwickelte Projekt mit pädagogischem Hintergrund soll die Möglichkeit bieten, in groben Zügen den Planungs- und Organisationsaufwand deutlich zu machen. Die notwendige Vernetzung von Öffentlichkeitsarbeit, Projektleitung und Fundraising soll anhand dieses Beispiels dargestellt und ein Bezug zur praktischen Anwendung der vorgestellten Methoden geschaffen werden.

Zusammenfassung:

Die Fundraising-Methoden ermöglichen einen Finanzquellen-Mix, der die Abhängigkeit von einer einzigen Geldquelle verringert. In den letzten Jahren wurde deutlich, dass die Finanzierung unseres sozialen Netzwerks nicht mehr ohne weiteres gewährleistet werden kann. Für die Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit bedeutet dies ohne Zweifel, dass ein Umdenken stattfinden muss. Die pädagogischen Studiengänge werden sich verstärkt mit dem Thema der Finanzierung auseinandersetzen müssen. Die Hochschulen sind gefordert, Aufbaustudiengänge zu entwickeln und anzubieten. Das Thema Fundraising sollte in jeder Nonprofit-Organisation der Sozialen Arbeit als mögliche zukünftige Finanzierungsergänzung diskutiert werden. Doch nicht nur die Sozialarbeit ist von öffentlichen Mitteln abhängig, für Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser und viele andere institutionelle Einrichtungen gilt dies in Deutschland genauso. In diesen Institutionen wäre es sinnvoll, eine ähnliche Diskussion, falls noch nicht im Gange, anzuregen um die Qualität der Arbeit und der Arbeitsmittel auch in Zukunft gewährleisten zu können. Dies birgt jedoch die Gefahr der Abhängigkeiten in sich und kann sich schnell zu einer Gratwanderung entwickeln.

Die notwendige Suche nach neuen Quellen für Sach- und Finanzmittel sollte aber nicht ausschließlich als ein Muss aufgrund der mangelnden öffentlichen Mittel angesehen werden. Das Fundraising bietet gerade der Sozialen Arbeit in Deutschland eine Chance. Die Transparenz, die durch die Fundraising-Aktivitäten in Verbindung mit der Öffentlichkeitsarbeit zwangsläufig entsteht, könnte das negative Image von den "teetrinkenden und Kartoffeldrucke herstellenden Sozialarbeitern" verbessern. Der Blick der Öffentlichkeit, welcher durch die Spendenakquisition verstärkt auf die Tätigkeiten von Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit gelenkt wird, erfordert von diesen vorzeigbare Qualitätsstandards. Das bezieht sich auf die Wirtschaftlichkeit sowie auf die qualitative Arbeit der sozialen Berufe in den Nonprofit-Organisationen. Ich sehe in dieser Entwicklung eine Möglichkeit, die Akzeptanz und das Ansehen der Sozialen Arbeit in der Gesellschaft zu vergrößern.

Die Umsetzung der Fundraising-Aktivitäten stellt jedoch nicht nur Veränderungsanforderungen an die Nonprofit-Organisationen der Sozialen Arbeit, sondern auch an die Entwicklungsfähigkeit der Bevölkerung und der Firmen. In der Bevölkerung muss die Entwicklung einer philanthropischen Grundhaltung gefördert werden, um die Mittelakquisition durch den Einsatz von Fundraising-Methoden zu ermöglichen.

Die Firmenchefs, Gesellschafter, Firmenvorstände usw. der großen Firmen in Deutschland sollten sich besser früher als später mit dem Themenkomplex Fundraising auseinandersetzen, denn soziale Stabilität ist für Wirtschaftsstandorte bekanntlich von Vorteil. Mit der reinen Profitmaximierung ist es nicht getan, und wie die Vergangenheit anhand der durch große Firmen gegründete Stiftungen und anderer auf wohltätige Zwecke ausgerichtete Institutionen zeigt, war es das auch noch nie.

Verbraucherverbände in den USA führen Listen mit dem jeweiligen Spenden-verhalten von großen Firmen und Konzernen. Diese Listen werden von einigen Verbrauchern als Richtlinie für den Einkauf genutzt. In Deutschland werden solche Listen bisher lediglich im Bereich der Unterstützung von Umweltaktivitäten erstellt. Die Möglichkeit der Verbraucher, mittels der Lenkung ihrer Kaufkraft Druck auszuüben, könnte in Deutschland durch Erstellung solcher Listen verbessert werden.

Die Veränderung der Grundhaltung zum Themenbereich Spendenverhalten ist ein großes Aufgabenfeld bzw. eine große Herausforderung für die Politik, die Nonprofit-Organisationen und die gesamte Gesellschaft. Um die Anspruchshaltung und die Meinung der Bevölkerung zu verändern, bedarf es mehr als von der Politik in die Welt geprägter Schlagwörter. Es wird notwendig, die Begrifflichkeiten wie z. B. Bürgergesellschaft mit Inhalten zu füllen und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, diese zu erfassen und zu verinnerlichen. Die Werte, die vermittelt werden sollen, bedürfen Vorbildern, damit sie als Werte erfasst werden können.

Ich bin der Ansicht, dass Fundraising als notwendige Quelle für Geld- und geldwerte Mittel in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Diese Diplomarbeit stellt eine Einführung in die Fundraising-Grundlagen dar. Sie soll die Möglichkeit eines ersten Einblicks in die für Deutschland verhältnismäßig neuen Finanzierungswege bieten. Ich hoffe, damit Hemmschwellen die häufig zwischen pädagogischen Berufen und der Betriebswirtschaftslehre bestehen, verringern zu können. Das Erproben neuer Wege und die Entwicklung einer neuen Ausbildungsform für gemeinnütziges Management erfordern Offenheit bei der traditionellen Betriebswirtschaft wie auch bei den Pädagogen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 01
2. Begriffserklärung und Definition der Nonprofit-Organisation 03
2.1 Finanzierungsstruktur des deutschen Nonprofit-Sektors im internationalen Vergleich 05
3 Begriffserklärung und Definition des Fundraising 09
3.1 Begriffe des Fundraising: 10
3.1.1 Philanthropie 10
3.1.2 Marketing und Social Marketing 11
3.1.3 Die Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) 14
3.2 Organisation und Planung des Fundraising 15
3.2.1 Organisations- und Situationsanalyse 15
3.2.2 Marktanalyse 16
3.2.3 Organisationsphilosophie und Corporate Identity (CI) 17
3.2.4 Zielorientierung 18
3.2.5 Personelle Voraussetzungen 19
3.2.6 Qualitätsmanagement im Fundraising 19
4. Ausgewählte Fundraising-Methoden 21
4.1 Spendenbriefe (Mailings) 21
4.2 Haus- und Straßensammlungen 24
4.3 Fundraising-Event oder Event-Marketing 26
4.4 Telefon-Fundraising 27
4.5 Das Internet 28
4.6 Warenverkauf (Merchandising) 29
4.7 Großspenden 30
4.8 Spenden von Unternehmen 33
4.9 Erbschaftsmarketing 35
5. Spenderdank und Beschwerdemanagement 38
5.1 Der Spenderdank 38
5.2 Das Beschwerdemanagement 39
6. Busgeldakquisition 41
7. Sponsoring 43
7.1 Ziele des Sponsors 43
7.2 Ziele des Gesponsorten 44
7.3 Grundlagen von Sponsoring-Partnerschaften 45
7.4 Das Sponsoring-Konzept 47
7.5 Recht und Steuern 47
8. Stiftungen 50
8.1 Akquisition von Stiftungsgeldern 51
9. Staatliche Mittel und EU-Förderung 54
9.1 Staatliche Mittel 54
9.2 EU-Förderung 57
10. Projektvorstellung 59
10.1.1 Stigmatisierung 59
10.1.2 Delinquenz und Devianz 60
10.1.3 Projekttitel und Projektbeschreibung 61
10.1.4 Ausstattung der Ausbildungsstelle 62
10.1.5 Notwendige Vorbereitungen 65
10.1.6 Koordination des Fundraising und der Öffentlichkeitsarbeit 66
10.1.7 Von Theorie und Praxis 68
11. Schlussbetrachtung 72
12. Anhang und Quellenverzeichnis 74
Quellenverzeichnis 74
Nützliche Adressen und Internetseiten 78
Diagramme und Tabellen 84
 
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