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Titel Ökonomische Aspekte der Bereitstellung von Wasser 
Untertitel  
AutorIn Michael Harbach 
Seiten 64 Seiten 
Hochschule Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2004 
Note
Preis 74,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 95008742 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Wasser ist ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Ohne Wasser wäre Leben auf der Erde nicht möglich. Doch die Süßwasservorkommen der Erde sind nicht unbegrenzt. Trotzdem verbrauchen die Menschen Wasser als wären die Vorräte unerschöpfbar. Mark Twain soll daher während des Goldrauschs in Kalifornien im 19. Jahrhundert folgende Feststellung getroffen haben: "Whisky is for drinking, water is for fighting over". 1995 griff der damalige Weltbank-Vizepräsident Ismail Serageldin diesen Spruch in einer später oft zitierten Prognose wieder auf: Wenn es in den Kriegen dieses Jahrhunderts um Öl ging, so wird es in den Kriegen des nächsten Jahrhunderts um Wasser gehen. Die ökologischen Auswirkungen eines zu hohen Wasserkonsums lassen sich mancherorts schon heute erkennen. Der Aralsee war früher der viertgrößte Binnensee der Welt. Eine zu hohe Wasserentnahme aus seinen Zulieferflüssen hat jedoch dazu geführt, dass der See 75 Prozent seines Volumens seit 1960 verloren hat.

Eine Änderung der Umgangsweise mit Wasser ist unumgänglich. Wasser darf nicht weiter zu niedrigen Preisen oder gar kostenlos angeboten werden, auch wenn zahlreiche Interessengruppen anderer Meinung sind. Diese propagierte Preispolitik konnte die Versorgung armer Haushalte mit Trinkwasser jedoch nicht verbessern. Im Gegenteil, sie hat das Problem der Verschwendung noch verschärft.

Nicht politische sondern ökonomische Überlegungen müssen bei der Versorgung mit Wasser zugrunde gelegt werden. Ziel dieser Arbeit ist es, die ökonomischen Aspekte der Bereitstellung von Wasser aufzuzeigen. Diese Aspekte beschränken sich nicht nur auf den Wasserpreis, sondern auch auf verschiedene Angebotsformen und mögliche Gründe für Eingriffe des Staates.

Zwischen den einzelnen Aspekten bestehen enge Zusammenhänge. Im Mittelpunkt der Diskussion tauchen immer wieder die gleichen Probleme der Wasserversorgung auf. Eine schrittweise Beschreibung und Diskussion der ökonomischen Aspekte ist daher schwierig, da immer wieder auf andere Aspekte und Problemstellungen vor- oder zurückgegriffen werden muss. Solche Kernprobleme sind beispielsweise die Frage, ob Wasser ein öffentliches Gut ist, die monopolistische Stellung eines Wasseranbieters, der Wasserpreis oder die Multifunktionalität des Wassers.

Trotz der engen Zusammenhänge sollen in dieser Arbeit die einzelnen Aspekte der Bereitstellung von Wasser nacheinander und soweit wie möglich jeder für sich diskutiert werden. Abschnitt 2 gibt zu Beginn einen allgemeinen Überblick über Wasser, sein weltweites Vorkommen sowie die aktuelle und zukünftige Versorgungssituation. Im nächsten Abschnitt folgt eine Untersuchung der Ressource Wasser auf ihre ökonomischen Eigenschaften hin. Ferner werden die Akteure vorgestellt, die Wasser anbieten oder nachfragen.

Ein genaueres Porträt der Wasserversorger und der damit zusammenhängenden Angebotsformen folgt in Abschnitt 4. Im darauf folgenden Abschnitt werden dann die Schwierigkeiten betrachtet, die sich bei privater oder öffentlicher Versorgung ergeben. Außerdem wird der Frage nachgegangen, ob staatliche Eingriffe und Regulierungen bei einer privaten Wasserversorgung notwendig sind.

Gründe für einen schonenderen Umgang mit den Wasservorräten und (ökonomische) Lösungsvorschläge zur Erreichung dieses Vorhabens werden in Abschnitt 6 vorgestellt. Im Laufe der Diskussion wird deutlich werden, dass dem Wasserpreis eine hohe Bedeutung zukommt. Daher folgen in Abschnitt 7 theoretische Überlegungen zu Aussehen und Gestaltung des optimalen Wasserpreises sowie zu den Reaktionen der Nachfrager auf Preisänderungen.

Da die praktische Umsetzung dieser Überlegungen stark davon abhängt, ob der Wasserverbrauch pro Nachfrager ermittelt werden kann, werden in Abschnitt 8 verschiedene Konzepte eines Preissystems vorgestellt, denen entweder die Messung des Verbrauchs oder andere Faktoren zugrunde liegen. Dabei wird deutlich werden, dass sich die in Abschnitt 7 getroffenen Überlegungen nicht in einem einzigen Preissystem verwirklichen lassen. In Abschnitt 9 werden Argumente vorgestellt, die für eine stärkere Liberalisierung des Wassermarktes sprechen. Gleichzeitig wird auch betont, dass die Privatisierung der Wasserversorgung nicht einen Rückzug des Staates aus dem Wassermarkt bedeuten darf.

In Abschnitt 10 wird die Privatisierung der Wasserwerke in England und Wales im Jahr 1989 untersucht. Es erfolgt eine Beschreibung der Anstrengungen, die die Wasseranbieter erbringen mussten, um den neuen politischen Rahmenbedingungen und Vorgaben zu entsprechen, sowie eine Bewertung der heutigen Situation der privaten Wasserversorgung. Bei der Analyse wird sich zeigen, dass sich einige vorher angestellte Überlegungen und Argumente anhand der Entwicklung in England und Wales bestätigen lassen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Zahlen und Fakten 3
2.1 Weltweite Wasservorkommen und -versorgung 3
2.2 Ein Ausblick in die Zukunft 5
2.2.1 Ausreichende Wasservorkommen? 5
2.2.2 Wasserkonflikte und grenzüberschreitende Wasservorkommen 6
3. Wasser: ein ökonomisches Gut 8
3.1 Gründe für eine ökonomische Behandlung 8
3.2 Die Dublin-Konferenz 8
3.3 Ökonomische Eigenschaften von Wasser 9
3.4 Eigenschaften der Angebots- und Nachfrageseite 11
3.4.1 Nachfrageseite 11
3.4.2 Angebotseite 15
4. Unterschiedliche Anbieter von Wasser 16
4.1 Öffentliche Versorgung 16
4.2 Private Anbieter 17
4.2.1 Aufgabenaufteilung 17
4.2.2 Ein Franchising-Modell 18
5. Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung 20
5.1 Probleme bei öffentlicher Versorgung 20
5.2 Probleme bei privater Versorgung 21
5.3 Gründe für staatliche Interventionen und Regulierungen 22
5.3.1 Marktversagen 23
5.3.2 Qualitätssicherung 23
5.3.3 Soziale Aspekte 23
6. Blick in die Zukunft : Schonenderer Verbrauch 26
6.1 Verstärkte Abwassersammlung 26
6.2 Finanzielle Anreize 26
6.3 Wasser als Inputfaktor 27
7. Wasserpreise: Theorie 28
7.1 Theoretische Überlegungen 29
7.1.1 Faire Preise 31
7.1.2 Ökonomische Effizienz 31
7.1.3 Administrative Durchsetzbarkeit und Effizienz 31
7.1.4 Kostendeckende Preise 32
7.2 Zusammensetzung der Kosten 32
7.3 Preiselastizitäten der Nachfrager 34
7.3.1 Landwirtschaft 34
7.3.2 Industrie 34
7.3.3 Haushalte 34
8. Wasserpreise: Unterschiedliche Konzepte 36
8.1 Verbrauchsabhängige Preissysteme 36
8.1.1 Wasserpreise entsprechen den Grenzkosten 37
8.1.2 Wasserpreise entsprechen den Durchschnittskosten 38
8.1.3 Steigende Blocktarife 38
8.2 Verbrauchsunabhängige Preissysteme 40
8.3 Wassermärkte 41
9. Blick in die Zukunft: Stärkere Liberalisierung 43
9.1 Vorteile einer Liberalisierung 43
9.2 Regulierung privater Versorger 44
10. Die Privatisierung in England und Wales 46
10.1 Ausgangssituation 46
10.2 Privatisierungsphase 47
10.3 Bewertung der Privatisierung 47
11. Zusammenfassung 49
12. Schlussfolgerungen 53
Literatur 54
 
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