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Diplomarbeiten

 

 

Titel Die Bewertung von Kraftwerksinvestitionen in der Elektrizitätswirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des CO2-Emissionshandels 
Untertitel  
AutorIn Julia Schröder 
Seiten 135 Seiten 
Hochschule Universität Stuttgart Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2006 
Note 1,3 
Preis 48,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 91009990 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Die Elektrizitätswirtschaft in Deutschland steht vor einer Reihe von Herausforderungen, um den Anforderungen an eine umweltverträgliche, wirtschaftliche und sichere Energieversorgung in der Zukunft gerecht zu werden. Dazu zählt im Besonderen die aus altersbedingten Gründen notwendige Erneuerung eines Großteils der fossilen Kraftwerkskapazitäten, die in den nächsten zwei Jahrzehnten erhebliche Investitionen im Kraftwerksbereich erfordert. Die Ausgestaltung der künftigen Stromerzeugungsstruktur ist dabei wesentlich von Veränderungen der wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Rahmenbedingungen beeinflusst.

Die Liberalisierung der Energiemärkte, das Atomgesetz, welches die Stilllegung und den Ersatz der Kernkraftwerkskapazitäten fordert, das Energiewirtschaftsgesetz oder das Erneuerbare-Energien-Gesetz beeinflussen dabei wesentlich die zukünftige Kraftwerksstruktur. Ausgehend von der globalen Klimaproblematik und den Erfordernissen des Kyoto-Protokolls, auf deren Grundlage in Deutschland zu Beginn des Jahres 2005 der Emissionshandel zur CO2-Emissionsreduzierung eingeführt wurde, sind ebenfalls Auswirkungen auf die Stromerzeugungsstruktur zu erwarten.

Unter diesen gegebenen Umständen müssen die Energieversorgungsunternehmen ihre zukünftigen Investitionsentscheidungen genau abwägen, um auch in Zukunft den Ansprüchen an einen ausgewogenen und wettbewerbsfähigen Energie- und Kraftwerksmix gerecht zu werden. Für Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft bedeutet das, Investitionen zu tätigen, die in diesem Bereich generell durch einen hohen Kapitaleinsatz sowie eine lange Lebensdauer von bis zu 40 Jahren gekennzeichnet sind. Darüber hinaus unterliegen Investitionsentscheidungen einer Vielzahl von Unsicherheiten, wie z. B. volatilen Strom- und Rohstoffpreisen, politischen Unsicherheiten etc. Im Zuge der Einführung des CO2-Emissionshandels ist als weiterer Entscheidungsparameter für zukünftige Investitionen der CO2-Zertifikatepreis zu berücksichtigen.

Von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die zu treffende Investitionsentscheidung ist daher die Bewertung möglicher Investitionsalternativen, um die für das Unternehmen optimale Entscheidung treffen zu können. Die klassischen Investitionsbewertungsverfahren können dabei in statische und dynamische Verfahren eingeteilt werden. Da unsicherheitsrelevante Faktoren eine große Rolle in der Elektrizitätswirtschaft spielen, die in den klassischen Verfahren jedoch nur unzureichend Berücksichtigung finden, werden weitere Verfahren vorgestellt. Diese haben zum Ziel die Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen entsprechend zu integrieren und zu berücksichtigen.

Gang der Untersuchung:

Ziel der Diplomarbeit ist die Darstellung von Anforderungen an die zukünftige Stromerzeugungsstruktur in Deutschland sowie die Bewertung alternativer einzelwirtschaftlicher Investitionsentscheidungen im Kraftwerksbereich. Aufgrund der in den letzten Jahren stark in den Vordergrund getretenen Klimaschutzproblematik soll dabei den Anforderungen, die sich aus dem CO2-Emissionsrechtehandel heraus ergeben, besondere Bedeutung zukommen.

Angesichts der vielen Risiken und Unsicherheiten im Umfeld von Elektrizitätsversorgungsunternehmen wird im Weiteren bei der Bewertung möglicher Investitionsprojekte speziell auf die Möglichkeiten der Berücksichtigung von Unsicherheiten Bezug genommen werden. Die unterschiedlichen Investitionsbewertungsmodelle nehmen eine wirtschaftliche Bewertung verschiedener Investitionsalternativen im Elektrizitätssektor vor, in welche die unsicherheitsbehafteten Rahmenparameter auf unterschiedliche Art und Weise integriert werden.

Daraus wiederum können unterschiedliche Entwicklungspfade abgeleitet werden. Auf der Grundlage der dabei gewonnenen Erkenntnisse soll eine Aussage dazu möglich werden, inwiefern sich die Stromerzeugungsstruktur im Rahmen der notwendigen Erneuerung und unter den Bedingungen des CO2-Emissionshandels weiterentwickeln kann.

Kapitel zwei führt zunächst allgemein in die liberalisierten Energiemärkte und Besonderheiten der Elektrizitätsversorgung ein. Es folgt ein Überblick über die derzeitige Stromerzeugungsstruktur, in dem unter anderem der notwendig werdende Investitionsbedarf aufgezeigt wird.

Nachdem im Weiteren auf die Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen eingegangen wird, schließen sich in Kapitel drei die Ausführungen zum CO2-Emissionsrechtehandel an. Hierbei wird zunächst die allgemeine Klimaproblematik, das Kyoto-Protokoll und der sich daraus abgeleitete Emissionshandel vorgestellt. Aus den Anforderungen des Handelssystems ergeben sich für die Energiewirtschaft als zentraler Akteur im CO2-Emissionshandel neue Rahmenbedingungen des Wirtschaftens. Ebenfalls in Kapitel drei werden die Auswirkungen des Emissionshandelssystems auf die Unternehmen im Allgemeinen sowie auf Investitionsentscheidungen im Besonderen dargestellt.

In Kapitel vier wird anschließend mit Blick auf die später folgenden Investitionsrechnungen eine Übersicht der in der Literatur behandelten Bewertungsansätze und -methoden gegeben. Nach eine kurzen Einführung in die Investitionsproblematik werden Verfahren vorgestellt, die für eine Bewertung unter Sicherheit oder Unsicherheit herangezogen werden können. Dabei ist im Besonderen die Investitionstheorie unter Unsicherheit von großer Relevanz.

In Kapitel fünf schließlich werden aus den vorgestellten Theorieansätzen einige Bewertungsmethoden für konkrete Investitionsentscheidungen in der Elektrizitätswirtschaft ausgewählt und angewendet. Für die Betrachtungen werden dabei sechs Kraftwerkstechnologien herangezogen, die im fossilen und nuklearen Bereich das Potenzial möglicher Stromerzeugungssysteme in der Zukunft abdecken. Dazu gehören ein Steinkohledampfkraftwerk, ein Steinkohlekraftwerk mit integrierter Kohledruckvergasung, ein Steinkohlekraftwerk mit integrierter Kohledruckvergasung und zusätzlicher CO2-Abscheidetechnik, ein Braunkohledampfkraftwerk, ein Erdgas-GuD-Kraftwerk sowie ein europäischer Druckwasserreaktor.

Die Daten, die den Investitionsrechnungen jeweils zugrunde liegen, wurden vom IER, dem betreuenden Lehrstuhl dieser Diplomarbeit, zur Verfügung gestellt. Als Bewertungsverfahren zur Bestimmung einer Entscheidungsgrundlage für die Investitionsentscheidung werden die in der Praxis gängigsten Verfahren, die Kapitalwertmethode und die interne Zinsfußmethode, angewendet. Darüber hinaus wird den unsicherheitsrelevanten Aspekten, mit spezieller Berücksichtigung der CO2-Zertifikatepreise, in entscheidungstheoretischen Modellen, der Risikoanalyse, der Sensitivitätsanalyse und dem Realoptionsansatz Beachtung geschenkt. Damit sollen verschiedene Entscheidungsgrundlagen dargestellt werden, die zur Lösung des Problems beitragen sollen, wie Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft angesichts des gewaltigen bevorstehenden Investitionsprogramms bei unsicheren Rahmenbedingungen und unter vielfältigen Anforderungen ihre strategischen Investitionsentscheidungen treffen können.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Lösungsweg 2
2. Investitionen in der Elektrizitätswirtschaft 4
2.1 Die liberalisierten Energiemärkte 4
2.2 Besonderheiten der Elektrizitätsversorgung 5
2.3 Darstellung des Status Quo 6
2.3.1 Struktur der Stromerzeugung und des Kraftwerksparks 6
2.3.2 Entwicklung der Investitionstätigkeiten 8
2.4 Unsicherheiten bei Investitionsentscheidungen 9
2.4.1 Stromnachfrageentwicklung 9
2.4.2 Strompreise 11
2.4.3 CO2-Preise 12
2.4.4 Rohstoffpreise 14
2.4.5 Energiepolitik 16
3. Investitionsentscheidungen und der CO2-Emissionshandel 18
3.1 Klimaschutz und Kyoto-Protokoll 18
3.1.1 Klimawandel als globales Umweltproblem 18
3.1.2 Das Kyoto-Protokoll 19
3.2 Emissionshandel und Zertifikatshandelsansätze 21
3.2.1 Klimaschutz durch ökonomische Instrumente 21
3.2.2 Emissionshandel und Minderungsziele in Europa 23
3.2.3 Eckpfeiler des Deutschen Klimaschutzes 25
3.3 Der Nationale Allokationsplan in Deutschland 26
3.4 Die Energiewirtschaft als zentraler Akteur im CO2-Emissionshandel 29
3.4.1 Auswirkungen des CO2-Emissionshandels auf Unternehmen der Energiewirtschaft 29
3.4.2 CO2-Emissionsrechte als Produktionsfaktor 30
3.4.3 CO2-Zertifikatepreise als variabler Kostenbestandteil 31
3.5 Investitionsentscheidungen innerhalb des CO2-Emissionsrechtehandelssystems 33
3.5.1 Grundlagen von Planungs- und Investitionsentscheidungen 33
3.5.2 Auswirkungen auf die Stromerzeugungsstruktur 36
4. Bewertungsansätze in der Investitionstheorie 42
4.1 Einleitung 42
4.2 Investitionen als Entscheidungsproblem 43
4.3 Zielsetzungen in der Investitionstheorie 44
4.4 Investitionsrechenverfahren bei Sicherheit 45
4.4.1 Statische Bewertungsverfahren 45
4.4.2 Dynamische Bewertungsverfahren 49
4.5 Investitionsrechenverfahren bei Unsicherheit 54
4.5.1 Das Unsicherheitsproblem 55
4.5.2 Arten von Unsicherheit 56
4.5.3 Korrekturverfahren 56
4.5.4 Entscheidungstheoretische Methoden 57
4.5.5 Risikoanalyse 60
4.5.6 Sensitivitätsanalyse 62
4.5.7 Realoptionsansatz 63
4.5.8 Weitere Bewertungsverfahren 67
5. Anwendung ausgewählter Bewertungsansätze für Investitionsentscheidungen in der Elektrizitätswirtschaft 71
5.1 Investition als Entscheidungsproblem 71
5.2 Zielsetzungen 72
5.3 Der Kraftwerksneubau 73
5.3.1 Ausgangssituation und zukünftige Entwicklungsperspektiven 73
5.3.2 Ausgewählte Kraftwerkstechnologien 77
5.4 Investitionsbewertung bei Sicherheit 80
5.4.1 Kapitalwertmethode 80
5.4.2 Interne Zinsfußmethode 83
5.5 Investitionsbewertung bei Berücksichtigung von Unsicherheit 85
5.5.1 Entscheidungstheoretische Modelle 85
5.5.2 Risikoanalyse 87
5.5.3 Sensitivitätsanalyse 92
5.5.4 Realoptionsansatz 97
5.6 Zusammenfassung der Ergebnisse 101
5.7 Kritische Würdigung 102
6. Schlussbetrachtung 104
6.1 Zusammenfassung 104
6.2 Ausblick 106
Anhang 107
Literaturverzeichnis 115
Erklärung zur Diplomarbeit 127
 
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