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Titel Politische Ökonomie der Makroökonomischen Reformen 
Untertitel Inflationsbekämpfung am Beispiel ausgewählter Länder Lateinamerikas und Osteuropas 
AutorIn Gabi Fischermann 
Seiten 100 Seiten 
Hochschule Universität zu Köln Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 1997 
Note  
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 95000208 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Hohe Inflation war in Lateinamerika seit der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts für viele Länder kennzeichnend und hat seit dem Niedergang der sozialistischen Systeme am Anfang dieser Dekade auch in Osteuropa Einzug gehalten. Zahlreiche Stabilisierungsprogramme hatten häufig nur kurzfristig Erfolg, weil sie politisch nicht konsequent durchgeführt wurden. Der Erfolg von Deinflationsprogrammen hängt also nicht nur von ökonomischen Aspekten ab, sondern auch von politischen. Die Verbindung dieser beiden Wissenschaften stellt die Ökonomische Theorie der Politik her.

Die politökonomischen Reformvorschläge berücksichtigen in besonderem Maße die Problematik der politischen Durchsetzbarkeit von Stabilisierungsprogrammen. Häufig fürchten Politiker ökonomische Reformen, weil sie ihnen unpopulär erscheinen und somit die eigene Wiederwahl gefährden könnten. Der Politischen Ökonomie wird darum die Aufgabe gestellt, Stabilisierungsprogramme zu entwickeln, deren Nutzen für die Bevölkerung schon kurzfristig offensichtlich wird, damit die Politiker die Bereitschaft zeigen, die Reformen durchzusetzen.

Um solche makroökonomischen Reformen zu entwickeln, müssen zunächst die Inflationsmechanismen auf die Frage hin analysiert werden, inwieweit die Wirtschaftspolitik der Regierung die Geldentwertung beschleunigt. Dann ist zu untersuchen, welchen Einfluß die organisierten Interessen und die Verwaltungsstruktur eines Landes auf die Geldwertstabilität haben und wie diese Einflußmomente zusammen wirken. Wenn diese Gründe für die Inflation bekannt sind, können makroökonomische Reformprogramme auf einer politökonomischen Basis entwickelt werden, die auf das Wirtschaftssystem so einwirken, daß wieder Preisniveaustabilität erreicht wird, indem sie neben den ökonomischen auch die politischen Beschleunigungsfaktoren der Inflation beseitigen.

Gang der Untersuchung:

Zuerst untersuche ich die Gründe von Inflation mit Methoden der Ökonomischen Theorie der Politik, indem ich die Interessen der Akteure und ihren Einfluß auf die Finanzpolitik der Regierung beschreibe. Dann lege ich die politischen und ökonomischen Bedingungen dar, unter denen es zu Wirtschaftsreformen kommt und gehe auf die Anforderungen an die zu erarbeitenden Stabilisierungsprogramme ein, indem ich die Wirkungsweise der einzelnen Reformen auf die Wirtschaft darlege und die Vor- und Nachteile für die einzelnen Akteure untersuche. Anhand dieser Ergebnisse wird ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, der bei konsequenter Durchführung die Währungsstabilität in von Hyperinflation bedrohten Ländern erreichen kann. Daß solch eine Stabilisierung auch nach jahrzehntelanger Inflation möglich ist, haben viele erfolgreiche Reformprogramm in den achtziger Jahren in Lateinamerika bewiesen.

Die Analyse der Politischen Ökonomie makroökonomischer Reformen unterstütze ich deshalb mit Beispielen aus ausgewählten Ländern Lateinamerikas. Osteuropa steht heute vor währungspolitischen Problemen, die in vielen Ländern Lateinamerikas schon Mitte der achtziger Jahre beseitigt worden sind. In Osteuropa spielten nach der Beseitigung der sozialistischen Wirtschaftssysteme häufig andere ökonomische Faktoren bei der Inflationsentwicklung eine Rolle als in Lateinamerika, weshalb auf einen ausführlichen Situationsvergleich der Länder in dieser Arbeit verzichtet wird. Osteuropa kann aber heute auf die in Lateinamerika mit der Inflationsbekämpfung gemachten Erfahrungen zurückgreifen und Stabilisierungsprogramme auf einer politökonomischen Basis entwickeln, die langfristig die Währungsstabilität wieder herstellen können.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen III
Abkürzungsverzeichnis IV
Verzeichnis der verwendeten Symbole IV
Verzeichnis der verwendeten griechischen Symbole VI
Einleitung 1
1. Die Inflation und die Notwendigkeit zur Stabilisierung 4
1.1 Der ökonomische Hintergrund von Stabilisierungskrisen 4
1.2 Zuordnung der Begriffe Inflation und Hyperinflation 7
1.3 Die Entstehung von Inflation und Hyperinflation 8
1.4 Die Notwendigkeit der Stabilisierung 13
2. Die Interessen der Akteure 14
2.1 Regierung 14
2.1.1 Modell der Wirtschaftszyklen in Verbindung mit Wahlzyklen 18
2.1.2 Das Auftreten von Regierungswechseln in Verbindung mit Wirtschaftskrisen und Hyperinflation 19
2.2 Verwaltung und Institutionen 22
2.2.1 Bürokratie 22
2.2.2 Zentralbank 23
2.3 Interessengruppen 24
2.4 Internationale Organisationen 27
2.5 Zwischenfazit 29
3. Bedingungen für Wirtschaftsreformen 30
3.1 Stabilitätspolitik der Regierung 30
3.2 Einfluß der Interessengruppen 33
3.3 Druck durch internationale Organisationen 34
4. Die Politische Ökonomie der Stabilisierung 36
4.1 Anforderungen an Stabilisierungsprogramme 36
4.2 Die Wirkungsweise staatlicher Stabilisierungsprogramme 37
4.2.1 Einflüsse durch die Struktur des politischen Systems 37
4.2.2 Modell für Regierungsverhalten in Abhängigkeit von Popularität und Repressalien in verschiedenen politischen Systemen 38
4.2.3 Schema politökonomischer Interaktionen bei Reformen 42
4.3 Die Frage der Zeitabfolge: Schocktherapie oder Gradualismus 45
4.4 Reaktion der Bevölkerung auf Stabilisierungsprogramme 49
5. Erfolgsbedingungen von Stabilisierungspolitik 50
5.1 Zielstrebige Durchführung der Stabilisierung 52
5.1.1 Institutionelle Absicherung 53
5.1.2 Liberalisierung der Wirtschaft 55
5.2 Beschaffung von Unterstützung 57
5.2.1 Interessengruppen 58
5.2.2 Arme Bevölkerungsschichten 60
5.2.3 Bürokratie 61
5.2.4 Internationale Unterstützung 62
5.2.5 Allgemeiner Konsens über Vorteile von Stabilität 64
6. Fazit 66
 
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