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Einleitung:
Charakteristisches Merkmal für Betriebe im marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem ist das Autonomieprinzip: Für das Verhältnis zwischen Staat und Unternehmung bedeutet es die "Verweigerung eines Mitbestimmungsrechtes staatlicher oder sonst irgendwie übergeordneter Stellen an der Durchführung der einzelbetrieblichen Leistungserstellung und -verwertung", die auch als Leistungsziel der Unternehmung bezeichnet wird.
Die Volkswirtschaft der DDR war gemäß ihrer Verfassung eine sozialistische Planwirtschaft die dem Ordnungstypus einer Zentralverwaltungswirtschaft sowjetischen Typs zugerechnet wird, und die im weiteren kurz als 'Planwirtschaft' bezeichnet werden soll. In Dieser bestimmten die zentralgeleiteten Kombinate und die ihnen angeschlossenen volkseigenen Betriebe über ihre Leistungserstellung und -verwertung nicht autonom, sondern erhielten in Form technisch-wirtschaftlicher Plankennziffern verbindliche Vorgaben über Wert, Menge und Qualität der herzustellenden und abzusetzenden Produkte. Somit hatte "nicht der Betrieb, sondern die steuernde Instanz.. sich um 'richtige' Zweck- oder Zielsetzungen zu bemühen."
Ausgehend vom Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens (Treuhandgesetz), wurden am 01. Juli 1990 die bisher volkseigenen Kombinate, Betriebe, Einrichtungen und sonstigen juristisch selbständigen Wirtschaftseinheiten in Kapitalgesellschaften umgewandelt und ihre Gesellschaftsanteile von der Treuhandanstalt als neue Inhaberin übernommen. Als eine Anstalt öffentlichen Rechtes bestand ihre Aufgabe in der Privatisierung und Verwertung ehemals volkseigenen Vermögens nach den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft. Nach dem Einigungsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR gilt das Treuhandgesetz als bundesdeutsches Recht fort. Durch die ebenfalls mit dem 01. Juli 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR begonnene Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion erhielten die Unternehmen das verfassungsmäßige Recht "der freien Entscheidung ... über Produkte, Mengen, Produktionsverfahren, Investitionen, Arbeitsverhältnisse, Preise und Gewinnverwendung". Somit wurden die bisher planwirtschaftlich zentralgeleiteten volkseigenen Betriebe über Nacht dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb der westlichen Industrieländer ausgesetzt. Statt der Erfüllung planmäßiger Vorgaben waren bei den Unternehmensleitungen plötzlich selbstverantwortlicher Umgang mit wirtschaftlichen Risiken, zeit- und kostenorientiertes Denken und unternehmerische Eigeninitative und Kreativität gefordert.
In dieser Situation warteten einige Geschäftsführer nicht auf einen westlichen Investor für ihr Unternehmen bzw. auf die Liquidation, sondern übernahmen (häufig zusammen mit anderen leitenden Mitarbeitern) von der Treuhandanstalt durch Erwerb der Gesellschaftsanteile ihr Unternehmen bzw. einen Unternehmensteil und erhielten so die unternehmerische Selbständigkeit; diese Form der Unternehmensübernahme wird als Management Buy-Out (MBO) bezeichnet. Im überwiegenden Teil der Fälle besaßen die Käufer zu Diesem Zeitpunkt kaum marktwirtschaftliche Kenntnisse und Erfahrungen, 14 wobei durch das Fehlen stabiler Absatzbeziehungen die nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Weltwirtschaft (DIW und IM wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches MBO in vielen Unternehmen nicht erfüllt gewesen sein dürfte.
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, welche Anpassungen die leitenden Mitarbeiter ehemals volkseigener Betriebe bei der autonomen Bestimmung der (bisher vorgegebenen) Leistungserstellung und -verwertung im nunmehr eigenen Unternehmen durchführten, ohne auf langjährige marktwirtschaftliche Erfahrungen zurückgreifen zu können. Exemplarisch wurde hierfür die Bekleidungsindustrie der ehemaligen DDR ausgewählt.
Inhaltsverzeichnis:
|
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Inhaltsverzeichnis |
I
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Abbildungsverzeichnis |
IV
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| 1. |
Einleitung |
1
|
| 1.1 |
Einführung in die Themenstellung |
1
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| 1.2 |
Charakterisierung der Bekleidungsindustrie |
3
|
| 1.3 |
Das Leistungsziel der Unternehmung |
4
|
| 1.3.1 |
Begriffsbildung |
4
|
| 1.3.2 |
Abgrenzung |
5
|
| 1.4 |
Gang der Untersuchung |
8
|
| 2. |
Systembezogene Aspekte des Untersuchungsgegenstandes |
10
|
| 2.1 |
Ein Vergleich zentraler Begriffe |
10
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| 2.1.1 |
Bekleidungsindustrie |
10
|
| 2.1.2 |
Produktionsprogramm |
10
|
| 2.1.3 |
Instrumente der Absatzpolitik |
11
|
| 2.2 |
Die Stellung der Mode in der DDR |
14
|
| 3. |
Die Ausgangslage in der Bekleidungsindustrie der DDR |
17
|
| 3.1 |
Angaben zur Produktionsstruktur im Jahre 1989 |
17
|
| 3.1.1 |
Anzahl der Betriebe und Beschäftigen |
17
|
| 3.1.2 |
Rohstoffeinsatz |
18
|
| 3.2 |
Bestimmung des Produktionsprogrammes |
19
|
| 3.2.1 |
Der Bedarf als Grundlage der Produktion |
19
|
| 3.2.2 |
Die Erarbeitung der Sortimentskonzeption |
22
|
| 3.2.3 |
Die Entwicklung der Angebotskollektion |
24
|
| 3.2.4 |
Abschluß der Leistungsverträge |
26
|
| 3.2.5 |
Produktion für den Export |
28
|
| 3.3 |
Tätigkeiten der Marktbearbeitung und Bestimmung der Absatzwege |
29
|
| 3.3.1 |
Preisarbeit |
30
|
| 3.3.2 |
Wirtschaftswerbung |
36
|
| 3.3.3 |
Warenkennzeichenarbeit |
37
|
| 3.3.4 |
Absatzwege |
39
|
| 4. |
Aufbau der eigenen empirischen Erhebung |
43
|
| 4.1 |
Ermittlung der zu befragenden Unternehmen |
43
|
| 4.2 |
Entwicklung des Fragebogens |
44
|
| 4.3 |
Anmerkungen zum Fragebogen-Rücklauf |
45
|
| 4.4 |
Auswertungsverfahren |
46
|
| 5. |
Bestimmung des Leistungszieles in ostdeutschen Bekleidungsunternehmen -Die Ergebnisse der eigenen empirischen Erhebung |
48
|
| 5.1 |
Ausgewählte Aspekte der befragten Unternehmen |
48
|
| 5.1.1 |
Zugehörigkeit zur Sparte der Bekleidungsindustrie |
48
|
| 5.1.2 |
Zeitpunkt des Vertragsabschlußes |
49
|
| 5.1.3 |
Entwicklung der Beschäftigtenzahl |
50
|
| 5.1.4 |
Veränderung der regionalen Struktur des Umsatzes |
52
|
| 5.2 |
Bestimmung des Produktionsprogrammes |
53
|
| 5.2.1 |
Grundzüge einer Kollektionsentwicklung |
54
|
| 5.2.2 |
Verteilung der Auftragseingänge |
56
|
| 5.2.2.1 |
Geschäftsarten |
56
|
| 5.2.2.2 |
Ordermöglichkeiten |
59
|
| 5.2.3 |
Beurteilung |
62
|
| 5.2.3.1 |
Geschäftsarten |
62
|
| 5.2.3.2 |
Ordermöglichkeiten |
65
|
| 5.3 |
Einsatz der absatzpolitischen Instrumente |
68
|
| 5.3.1 |
Preispolitik |
69
|
| 5.3.1.1 |
Preisbestimmung |
69
|
| 5.3.1.2 |
Preisdifferenzierung, Preisschwellen und Rabatte |
70
|
| 5.3.1.3 |
Beurteilung |
74
|
| 5.3.1.3.1 |
Preisbestimmung |
74
|
| 5.3.1.3.2 |
Preisdifferenzierung, Preisschwellen und Rabatte |
75
|
| 5.3.2 |
Absatzwerbung |
77
|
| 5.3.2.1 |
Art und Umfang der Werbemaßnahmen |
77
|
| 5.3.2.2 |
Beurteilung |
82
|
| 5.3.3 |
Produktpolitik |
84
|
| 5.3.3.1 |
Produktgestaltung |
85
|
| 5.3.3.2 |
Markenpolitik |
89
|
| 5.3.3.3 |
Beurteilung |
93
|
| 5.3.3.3.1 |
Produktgestaltung |
93
|
| 5.3.3.3.2 |
Markenpolitik |
97
|
| 5.3.4 |
Distributionspolitik |
99
|
| 5.3.4.1 |
Absatzwege |
99
|
| 5.3.4.2 |
Verkaufsorgane |
104
|
| 5.3.4.3 |
Beurteilung |
108
|
| 5.3.4.3.1 |
Absatzwege |
108
|
| 5.3.4.3.2 |
Verkaufsorgane |
111
|
| 6. |
Weitere Ergebnisse der eigenen empirischen Erhebung |
114
|
| 6.1 |
Gründungsmotive der Geschäftsführer |
114
|
| 6.2 |
Wettbewerbssituation der befragten Unternehmen |
116
|
| 6.3 |
Gesamtbeurteilung der unternehmerischen Situation |
119
|
| 7. |
Zusammenfassung und Ausblick |
122
|
|
Anhang |
127
|
|
Anhang I - Begleitschreiben zum Fragebogen (Hauptbefragung) |
128
|
|
Anhang II - Fragebogen (Hauptbefragung) |
129
|
|
Literaturverzeichnis |
137
|
|
Quellenverzeichnis |
150 |