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Gang der Untersuchung:
Der im internationalen Vergleich starke Ausbau des Pensionsfonds-Sektor in den USA eignet sich besonders, die grundsätzlichen Eigenschaften dieses Alterssicherungssystems aufzuzeigen. Deshalb wird im weiteren - sofern nicht anders vermerkt - die Thematik der Pensionsfonds anhand den Gegebenheiten in den USA behandelt.
Der erste Teil vermittelt einen Überblick über das Themengebiet der Alterssicherung. Um Pensionsfonds besser in das Gesamtgefüge der Alterssicherung einordnen zu können, befasst sich das erste Kapitel mit den möglichen Ausgestaltungsformen von Pensionssystemen. Anhand den Kriterien Zielsetzung, Finanzierungsart, Pensionssystemträger und eventuellem Zwangscharakter werden die Eigenschaften von Pensionsfonds herausgearbeitet und gegenüber anderen Alterssicherungssystemen abgegrenzt.
Das zweite Kapitel untersucht die Anforderungen an eine Alterssicherung. In Verlauf dieses Kapitels wird deutlich werden, dass die vielschichtigen Aufgaben der Alterssicherung nicht von einem Vorsorgesystem allein gelöst werden können. Vielmehr sind es möglichst drei Arten von Pensionssystemen - jeweils mit unterschiedlicher Zielsetzung und Ausgestaltung - die zusammen eine ausgewogene Alterssicherung gewährleisten. Zur Verdeutlichung wird das von der Weltbank präferierte Drei-Säulen-Modell vorgestellt. Dieses gliedert sich in eine staatliche, eine betriebliche und eine private (im Sinne von individuelle) Säule. Pensionsfonds sind eine Form der betrieblichen Vorsorge, die in der Regel auf Freiwilligkeit basiert.
Das folgende dritte Kapitel greift diesen Umstand auf und befasst sich mit der Sichtweise der Unternehmen. In einem Umfeld, in dem Unternehmen frei sind in ihrer Entscheidung, betriebliche Alterssicherungssysteme anzubieten, ist es wichtig, die damit verbundenen finanzwirtschaftlichen und personalpolitischen unternehmerischen Zielsetzungen zu hinterfragen.
Kapitel 4 untersucht in einem Vergleich von Pensionsfonds mit anderen Formen der betrieblichen Alterssicherung, inwieweit Pensionsfonds diese Unternehmensziele umsetzen können. Da es unterschiedliche Organisationsformen von Pensionsfonds gibt, die sich grob in leistungsorientierte und beitragsorientierte Systeme einordnen lassen, ist zum weiteren Verständnis eine genaue Differenzierung dieser Vorsorgeformen in Kapitel 5 notwendig. Kapitel 6 befasst sich mit den Problemen der individuellen Vorsorge und ihrer möglichen Lösung durch Pensionsfonds. Der erste Teil schließt mit der Feststellung, dass Pensionsfonds anderen Alterssicherungsformen überlegen sein können.
Der zweite Teil informiert über den Status Quo betrieblicher Altersvorsorge in den USA, Deutschland und der Schweiz. Diese drei Länder wurden gewählt, da sie jeweils besondere Modelle der Alterssicherung beschreiben. Für die USA ist eine hohe Kapitaldeckung, ein ausgebauter Pensionsfonds-Sektor und gleichzeitig eine geringere staatliche Vorsorge kennzeichnend. Deutschland mit seiner dominanten, auf Umlage aufgebauten, staatlichen Vorsorge kann demzufolge als Gegenstück aufgefasst werden. Die Möglichkeit von Direktzusagen mittels Pensionsrückstellungen als Form der betrieblichen Vorsorge nimmt zudem im internationalen Vergleich eine Art Sonderstellung ein. Auch die Schweiz schuf mit ihrem obligatorischen System ein besonderes nationales Modell betrieblicher Alterssicherung.
Das erste Kapitel zeigt richtungsweisend den Trend der betrieblichen Alterssicherung in den USA auf. Daran schließt sich in Kapitel 2 eine Darstellung der dortigen Anspruchsberechtigten sowie ihrer Rechtstellung. Eine Beurteilung von Pensionsfonds kann nicht umhin, die Art und Auswirkungen der staatlichen Einflussnahme darzustellen. Daher befassen sich Kapitel 3 und 4 jeweils in einer normativen Analyse und einer sich anschließenden Darstellung der US-amerikanischen Gegebenheiten mit der Besteuerung und Regulierung von Pensionsfonds. Die besonderen Modelle Deutschlands und der Schweiz sind Thema des fünften Kapitels.
Teil II. zeigt durch drei unterschiedliche Sichtweisen die unterschiedliche Ausgestaltung und Bedeutung betrieblicher Altersversorgung auf. Um Pensionsfonds für das deutsche System der Altersversorgung vorschlagen zu können, sind noch weitere Bereiche zu untersuchen, auf die Pensionsfonds Einflus nehmen oder anhand derer man sie beurteilen kann. Der nachfolgende Teil III soll dazu dienen, die Bedeutung von Pensionsfonds besser verstehen zu können.
Der dritte Teil befasst sich am Beispiel der USA mit den unterschiedlichen Wirkungsebenen von Pensionsfonds. Das erste Kapitel greift die Fragestellung auf, ob Pensionsfonds das Einkommen und die Ersparnis der betreffenden Arbeitnehmer beeinflussen. Kapitel 2 vermittelt einen Überblick über mögliche Verzerrungen auf dem Arbeitsmarkt, die durch Pensionsfonds hervorgerufen wurden. Im dritten Kapitel wird die Sichtweise der Kapitalmärkte aufgegriffen. Es untersucht die Bedeutung von Pensionsfonds im Bereich der Unternehmensfinanzierung (Corporate Finance), beurteilt ihr Fondsmanagements und weist - darauf aufbauend - auf ihre Rolle im Bereich der Unternehmenskontrolle (Corporate Governance) hin.
Teil IV fasst die vorangegangenen Kapitel zusammen und beurteilt Pensionsfonds als eine Form der betrieblichen Altersvorsorge anhand den Kriterien Allokation, Verteilung, Angemessenheit und Sicherheit. Aufgrund dieser Beurteilung ergeben sich schließlich die für die Politik relevanten Implikationen.
Deutschland bietet sich die Chance, von den Erfahrungen der Vereinigten Staaten und anderen Ländern zu profitieren, die Vorteilhaftigkeit und auch die, angesichts der sich abzeichnenden Veränderungen der Altersstruktur, Notwendigkeit privater Pensionsfonds auszunutzen, ohne deren Fehler zu wiederholen. Deswegen soll auch diese Arbeit dem notwendigen Überdenken der heute in Deutschland bestehenden Strukturen dienen.
Inhaltsverzeichnis:
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Inhaltsverzeichnis |
2
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Abkürzungsverzeichnis |
6
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Abbildungsverzeichnis |
7
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Einleitung |
8
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Aufbau der Arbeit |
16
|
|
Teil I: Einordnung von Pensionsfonds in den Bereich der Altersvorsorge |
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| 1. |
Ausgestaltung von Pensionssystemen |
18
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| 1.1 |
Kriterienübersicht |
18
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| 1.1.1 |
Zielsetzung |
18
|
| 1.1.2 |
Finanzierungsart |
18
|
| 1.1.3 |
Pensionssystemträger |
20
|
| 1.1.4 |
Zwangscharakter |
21
|
| 1.2 |
Pensionsfonds |
22
|
| 2. |
Anforderungen an eine Alterssicherung |
22
|
| 2.1 |
Normative Betrachtung |
22
|
| 2.2 |
Das Drei-Säulen-Modell als Beispiel eines ausgewogenen Alterssicherungssystems |
24
|
| 3. |
Betriebliche Alterssicherung im Kontext unternehmerischer Ziele |
26
|
| 3.1 |
Finanzwirtschaftliche Zielsetzung |
27
|
| 3.1.1 |
Der Eigenhandel |
27
|
| 3.1.2 |
Die Planterminierung |
27
|
| 3.1.3 |
Die Steuer-Arbitrage |
27
|
| 3.1.4 |
Die Risikoerhöhung |
28
|
| 3.2 |
Personalpolitische Zielsetzung |
31
|
| 3.2.1 |
Verhaltenswissenschaftliche bzw. motivationstheoretische Ansätze |
32
|
| 3.2.2 |
Ökonomische Ansätze |
32
|
| 3.2.3 |
Ansätze der betrieblichen Willensbildung |
32
|
| 4. |
Besonderheiten von Pensionsfonds gegenüber anderen Formen der betrieblichen Altersvorsorge |
33
|
| 5. |
Grundsätzliche Organisationsformen der Pensionsleistungen |
35
|
| 5.1 |
Beitragsorientierte Pensionssysteme |
35
|
| 5.2 |
Leistungsorientierte Pensionssysteme |
36
|
| 5.3 |
Vergleich der Organisationsformen |
38
|
| 6. |
Die Überlegenheit betrieblicher Alterssicherungssysteme |
42
|
| 6.1 |
Adverse Selektion bei individueller Altersvorsorge |
42
|
| 6.2 |
Pensionsfonds als Lösung des Informationsproblems |
43
|
|
Teil II: Status Quo betrieblicher Altersvorsorge in den USA, Deutschland und der Schweiz |
|
| 1. |
Trend der betrieblichen Alterssicherung in den USA |
46
|
| 2. |
Kreis der Anspruchsberechtigten und ihre Rechtstellung |
48
|
| 3. |
Besteuerung von Pensionsfonds |
52
|
| 3.1 |
Normative Betrachtung |
52
|
| 3.1.1 |
Steuerprivilegien |
52
|
| 3.1.2 |
Steuerpflicht |
53
|
| 3.2 |
Steuerliche Regelungen in den USA |
54
|
| 4. |
Regulierung von Pensionsfonds |
56
|
| 4.1 |
Normative Betrachtung |
56
|
| 4.1.1 |
Monopol |
56
|
| 4.1.2 |
Externalitäten |
57
|
| 4.1.3 |
Öffentliche Güter |
58
|
| 4.1.4 |
Informationsasymmetrie |
59
|
| 4.2 |
Regulierung in den USA |
60
|
| 4.2.1 |
Einräumung unverfallbarer Anwartschaften |
60
|
| 4.2.2 |
Portfolio - Regulierungen |
61
|
| 4.2.3 |
Informations- und Mitteilungspflichten |
61
|
| 4.2.4 |
Bilanzierungsrichtlinien |
62
|
| 4.2.5 |
Vermögensdeckung von leistungsorientierten Pensionsleistungen |
62
|
| 4.2.6 |
Garantieversicherungsgesellschaft für leistungsorientierte Pensionsfonds (Pension Benefit Guaranty Corporation, PBGC) |
64
|
| 4.2.6.1 |
Normative Betrachtung |
64
|
| 4.2.6.2 |
Deskriptive Betrachtung |
66
|
| 5. |
Besondere nationale Modelle betrieblicher Alterssicherung |
68
|
| 5.1 |
Betriebliche Altersversorgung in Deutschland |
68
|
| 5.1.1 |
Die Direktzusage als Form der intern finanzierten betrieblichen Altersversorgung |
70
|
| 5.1.1.1 |
Steuerliche Effekte |
71
|
| 5.1.1.2 |
Bilanzierung |
72
|
| 5.1.1.3 |
"Asset Funding" als Zwischenschritt zur externen Finanzierung |
73
|
| 5.1.2 |
Die externe Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung |
73
|
| 5.1.2.1 |
Pensionskassen |
74
|
| 5.1.2.2 |
Direktversicherungen |
75
|
| 5.1.2.3 |
Unterstützungskassen |
76
|
| 5.1.3 |
Pensionssicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) |
78
|
| 5.1.4 |
Politische Implikationen |
80
|
| 5.2 |
Betriebliche Altersversorgung in der Schweiz |
83
|
| 5.2.1 |
Grundstruktur, Rechtsgrundlagen und Träger |
83
|
| 5.2.2 |
Einbezogener Personenkreis, Leistungen und Finanzierung |
84
|
| 5.2.3 |
Beurteilung |
85
|
|
Teil III: Die verschiedenen Wirkungsebenen von Pensionfonds |
|
| 1. |
Der Einfluss von Pensionsfonds auf das Einkommen und die Ersparnis des begünstigten Arbeitnehmers |
87
|
| 2. |
Pensionsfonds innerhalb des Arbeitsmarkts |
88
|
| 2.1 |
Arbeitsmarktinflexibilität |
88
|
| 2.2 |
Abfall des Verrentungsalters und der Arbeitsmarktbeteiligung älterer Arbeitnehmer |
90
|
| 2.3 |
Reaktionen auf staatliche Regulierungen |
90
|
| 3. |
Pensionsfonds innerhalb des Finanzmarkts |
91
|
| 3.1 |
Corporate Finance |
91
|
| 3.1.1 |
Finanzmarktentwicklung |
92
|
| 3.1.2 |
Entwicklung neuer Finanzinstrumente und -techniken |
93
|
| 3.1.3 |
Marktorientierung |
94
|
| 3.1.3.1 |
Shareholder Value |
95
|
| 3.1.3.2 |
Status Quo in Deutschland |
96
|
| 3.2 |
Fondsmanagement |
97
|
| 3.2.1 |
Anlagepolitik |
97
|
| 3.2.1.1 |
Opportune Anlagepolitiken |
99
|
| 3.2.1.2 |
Portfolio - Aufteilung |
100
|
| 3.2.2 |
Diversifikation |
100
|
| 3.2.2.1 |
Inlandspräferenz |
101
|
| 3.2.2.2 |
Volkswirtschaftliche Betrachtung internationaler Kapitalströme |
103
|
| 3.2.3 |
Performance |
104
|
| 3.2.3.1 |
Allgemeine Betrachtung |
104
|
| 3.2.3.2 |
Performance - Vergleich |
105
|
| 3.3. |
Corporate Governance |
106
|
|
Teil IV: Fazit |
|
| 1. |
Resümee |
112
|
| 1.1 |
Allokation |
113
|
| 1.2 |
(Gerechte) Verteilung |
114
|
| 1.3 |
Angemessenheit |
116
|
| 1.4 |
Sicherheit |
118
|
| 2. |
Implikationen für die Politik |
119
|
|
Anhang |
|
| A. |
Die Bedingungen für eine staatliche Anerkennung der Unternehmensbeiträge in einen Pensionsfonds als Betriebsausgabe in den USA |
124
|
| B. |
Übersicht über die Anlagevorschriften des Versicherungsaufsichtsgesetzes |
125
|
| C. |
Vergleich der Regulierungen in den USA, Deutschland und der Schweiz |
127
|
| D. |
Finanzierungsformen der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland |
128
|
|
Literaturverzeichnis |
129 |