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Einleitung:
Wenn man heute über Japan liest, tauchen viele unterschiedliche und unter Umständen auch widersprüchliche Bilder auf. Da ist Japan als wirtschaftliches Vorbild und man hat den Eindruck daß alles, was im "wirtschaftlichen Japan" passiert, unweigerlich von Erfolg gekrönt ist. Je nach politischer Intention des Verfassers hat dieser Erfolg andere Ursachen: Für die einen ergibt er sich als Folge des Fleißes und des unvergleichlichen Arbeitseinsatzes der Japaner oder (weniger freiwillig) aus deren Ausbeutung. Für andere ist die Cleverness und die Anpassungsfähigkeit der japanischen Manager verantwortlich oder die umsichtigen und vorausschauenden Planungen einzelner Behörden, insbesondere des sagenumwobenen MITI (Ministry for International Trade and Industry, siehe Anhang). Wieder andere sehen gar eine Verschwörung zwischen Regierung, Unternehmensleitung, gesellschaftlichen Gruppen und Arbeitern als Ursache für Japans Erfolg im Weltmarkt.
Wenn einem Japan als Vorbild präsentiert wird, bleibt häufig unberücksichtigt, daß wirtschaftliches Handeln in Japan auf gesellschaftlichen (und geschichtlichen) Grundlagen basiert, die es schwer machen, dieses Handeln einfach zu kopieren. Andererseits wird wirtschaftliches Handeln und der damit zusammenhängende Erfolg oft vorschnell mit Aspekten der Mentalität oder der Gesellschaftsordnung in Verbindung gebracht, ohne daß dies in irgendeiner Weise gerechtfertigt (oder gar belegbar) wäre.
Durch die sich daraus ergebenden "Japan-Mythen" entstehen Mißverständnisse, durch die der (wirtschaftliche) Kontakt zwischen Japan und westlichen Industrieländern sicherlich nicht einfacher wird.
Mit der folgenden Arbeit wird der Versuch unternommen, auch einige dieser "Japan-Mythen" zu durchleuchten und Zusammenhänge mit dem wirtschaftlichen Erfolg darzustellen, wo sie vermutet werden dürfen oder sie zu widerlegen, wo sie nicht zutreffend sind. Naturgemäß fällt es leichter, diese Zusammenhänge zu widerlegen, als sie zu untermauern. Ein endgültiger Beweis (im Sinne einer "Rechnung", die beliebig oft wiederholbar immer zu dem gleichen Ergebnis führt,) kann bei dieser Materie nicht erbracht werden. Man kann lediglich Vermutungen untermauern durch Vergleiche mit anderen Ländern und anderen Zeiten. Auf dieser Basis wurden einzelne Beispiele aus der Arbeits- und Sozialstruktur und vermutete Zusammenhänge zur Wirtschafts- und Sozialpolitik analysiert. Bei der Auswahl der einzelnen Beispiele habe ich einerseits versucht, einige der Themen aufzugreifen, die immer wieder mit einem "Japan-Mythos" behaftet in den Diskussionen auftauchen. Andererseits habe ich mich auch von meinen persönlichen Interessen leiten lassen.
Quasi als Grundlage für die Erörterung der einzelnen Beispiele werden zunächst die Grundlagen der japanischen Wirtschaftspolitik und der sozialen Absicherung dargestellt. Bei der Darstellung der einzelnen Beispiele wird immer wieder auf diese grundlegenden Kapitel Bezug genommen.
Inhaltsverzeichnis:
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| 1. |
Darstellung des Themas und Aufbau der Arbeit |
1
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| 2. |
Grundlagen der japanischen Wirtschaftspolitik |
3
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| 2.1. |
Allgemeines |
3
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| 2.1.1. |
Steuersystem |
3
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| 2.1.2. |
Staatshaushalt |
4
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| 2.2. |
Wettbewerb und Wettbewerbspolitik |
5
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| 2.2.1. |
Unternehmenskonzentrationen und Wettbewerb |
6
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| 2.2.2. |
Die Bedeutung der Anti-Monopol-Behörde |
8
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| 2.3. |
Industriepolitik |
9
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| 2.3.1. |
Industriepolitik in der Hochwachstumsphase |
10
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| 2.3.2. |
Staatliche Hochtechnologieförderung |
13
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| 2.3.3. |
Industriepolitik für abflauende Wirtschaftszweige |
20
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| 2.4. |
Wirtschaftspolitischer Prozeß und wesentliche Ministerien |
20
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| 3. |
System der sozialen Absicherung |
23
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| 3.1. |
Darstellung der einzelnen staatlich organisierten Versicherungssysteme |
23
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| 3.1.1. |
Altersvorsorge und Rentensystem |
25
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| 3.1.2. |
Krankenversicherung |
27
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| 3.1.3. |
Arbeitslosenversicherung |
28
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| 3.1.4. |
Unfallversicherung |
29
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| 3.1.5. |
Soziale Dienste und freiwillige Wohlfahrt |
29
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| 3.1.6. |
Zusammenfassender Vergleich |
30
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| 3.2. |
Soziale Absicherung im Spiegel politischer Interessen |
31
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| 3.3. |
Darstellung ausgewählter Daten zu den Sozialstrukturen |
33
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| 4. |
Ausgewählte Beispiele der Arbeitsstruktur |
45
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| 4.1. |
Darstellung der "typischen Säulen" des industriellen Arbeitssystems in Japan |
45
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| 4.1.1. |
Lebenslange Beschäftigung |
46
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| 4.1.2. |
Senioritätsprinzip |
48
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| 4.1.3. |
Betriebsgewerkschaften |
50
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| 4.2. |
Frauen in der Gesellschaft und im Berufsleben |
52
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| 4.3. |
Arbeitszeit in japanischen Betrieben |
63
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| 4.3.1. |
Entwicklung der Arbeitszeitregelungen und Arbeitszeit allgemein |
63
|
| 4.3.2. |
Urlaub |
68
|
| 4.3.3. |
Krankheit und sonstige Fehlzeiten |
71
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| 5. |
Ausgewählte Beispiele der Sozialstruktur |
74
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| 5.1. |
Freizeitverhalten |
74
|
| 5.2. |
Gesellschafts- und Familienstrukturen und die Bedeutung für die soziale Absicherung |
77
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| 5.3. |
Auswirkungen sozialer Normen und "Japan-spezifischen" Sozialverhaltens |
82
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| 5.3.1. |
Gewerkschaften |
82
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| 5.3.2. |
Wirtschaftliche Verbundgruppen |
84
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| 5.3.3. |
Verträge und Vertragsverhandlungen |
90
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| 5.3.4. |
Minderheiten |
92
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| 5.4. |
Das japanische Bildungssystem |
95
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| 5.4.1. |
Darstellung des Bildungssystems |
95
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| 5.4.2. |
Das Bildungssystem im zeitlichen Wandel und im Spiegel zukünftiger wirtschaftlicher Herausforderungen |
101
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| 5.5. |
Informelles Verwaltungshandeln (gyôsei shidô) als Besonderheit der japanischen Wirtschaftspolitik |
106
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| 6. |
Zusammenfassende Darstellung künftiger Anforderungen an die Wirtschafts- und Sozialpolitik |
110
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| 7. |
Bemerkung zu den Übersetzungen, Statistiken und Sekundärliteratur |
113 |