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Diplomarbeiten

 

 

Titel Agrarreform in Rußland 
Untertitel Fortschritte und Hemmnisse auf dem Weg zu einem marktwirtschaftlichen System 
AutorIn Jérôme Unterhuber 
Seiten 103 Seiten 
Hochschule Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 1998 
Note
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 95001491 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Die Forderung der Machthaber Rußlands, ihr Land müsse Anschluß finden an die Nationen Westeuropas, läßt sich als zeitlos bezeichnen: Für Peter den Großen, Katharina die Große und für etliche weitere russische und sowjetische Staatsoberhäupter war dies die Losung ihrer Politik und auch heute noch sieht sich Rußland vor diese Aufgabe gestellt. Die Landwirtschaft nimmt im wirtschaftlichen, politischen und sozialen Geschehen Rußlands traditionell einen bedeutenden Platz ein, ebenso bedeutend und traditionsreich ist aber auch ihre Rolle als eines der größten Sorgenkinder des Landes. Schon seit Generationen wird die "Agrarfrage" zu lösen versucht - meist mit nur bescheidenem Erfolg. Mit der Hinwendung Rußlands zur Marktwirtschaft, mit der Privatisierung und Restrukturierung der landwirtschaftlichen Unternehmen wurden die Hoffnungen auf einen prosperierenden Agrarsektor, welcher der Reformpolitik die notwendige politische Stabilität und den übrigen Wirtschaftssektoren wertvolle Impulse verleihen könnte, neu geweckt. Trotz der unbestrittenen Fortschritte, die in der russischen Landwirtschaft erzielt wurden, scheinen die bestehenden Hemmnisse derzeit aber noch zu groß, um diesen Krisensektor kurzfristig aus seiner Lethargie zu befreien.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit besteht thematisch aus vier Teilen: Der erste Teil gibt allgemeine Informationen zur Bedeutung der Landwirtschaft in Rußland und zu ihren natürlichen Produktionsbedingungen (Abschnitte 1 und 2), der zweite Teil zeichnet die Entwicklung des russischen Agrarsektors ab dem Bestehen der Leibeigenschaft nach und fokussiert die Betrachtung auf den Reformdruck am Ende der kommunistischen Epoche (Abschnitte 3 und 4). Im Zentrum dieser Diplomarbeit steht jedoch der dritte Teil, welcher der russischen Agrarreform gewidmet ist. Untersucht werden hier die seit Anfang der 90er Jahre eingetretenen bzw. vorgenommenen Veränderungen in den agrarpolitischen Rahmenbedingungen (Abschnitt 7), die Reformanstrengungen in der Agrarpolitik (Abschnitt 8) sowie die daraufhin erfolgten sektoralen und betrieblichen Anpassungen in der russischen Landwirtschaft (Abschnitte 9 und 10); ferner werden die derzeit noch bestehenden Entwicklungshemmnisse beschrieben (Abschnitt 11). In einem abschließenden vierten Teil werden Schlußfolgerungen für eine Überwindung der Krise gezogen und ein Ausblick auf mögliche Entwicklungsrichtungen gewagt (Abschnitte 12 und 13).

Beim Verfassen dieser Diplom-Arbeit wurde auf umfangreiche Fachliteratur aus dem deutschen, russischen, englischen sowie französischen Sprachraum zurückgegriffen. Für die Darstellung der agrargeschichtlichen Ereignisse - wozu inzwischen auch die kommunistische Ära gezählt werden darf - wurde zur Vermeidung überwiegend ideologisch determinierter Anschauungen aber auf sowjetische Literatur weitgehend verzichtet.

Aus technischen Gründen wurden russische Ausdrücke im Text durchgängig ins Deutsche transkribiert (d.h. mit lautlich entsprechenden Zeichen übertragen); bibliographische Angaben in den Fußnoten und im Literaturverzeichnis wurden hingegen buchstabengetreu transliteriert.

Dank gebührt Herrn Prof. Dr. Salnikow für die Freiheiten und für die Unterstützung, die er bei der Erstellung dieser Arbeit gewährte, sowie Herrn Dozent Dr. Eberhard Schulze vom Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa für seine konstruktiven Anregungen zum Aufbau des Werkes.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 4
Kapitel I: Allgemeiner Teil
1. Bedeutung der Landwirtschaft in Rußland 6
2. Zu den natürlichen Produktionsbedingungen der russischen Landwirtschaft 7
2.1 Die Temperaturverhältnisse 8
2.2 Die Niederschlagsverhältnisse 9
2.3 Landschaftszonen und Bodenverhältnisse 9
2.4 Das "Agrardreieck" 10
Kapitel II: Einführung in den speziellen Teil
3. Grundzüge der russischen Agrargeschichte 11
3.1 Die Leibeigenschaft 11
3.2 Die Bauernbefreiung 12
3.3 Die Stolypin-Reformen 13
3.4 Die Sowjetjahre 15
3.4.1 Lenin 15
3.4.2 Stalin 16
3.4.3 Chruschtschow 17
3.4.4 Breschnew 17
3.4.5 Gorbatschow 18
4. Zur Situation der russischen Landwirtschaft am Ende der kommunistischen Ära 18
4.1 Angebot von Agrargütern 18
4.1.1 Pflanzliche Produktion 19
4.1.2 Tierische Produktion 20
4.2 Nachfrage nach und Versorgung mit Agrargütern 21
4.3 Agrarpreise und Agrarmärkte 23
4.4 Landwirtschaftliche Faktormärkte 25
4.4.1 Boden 25
4.4.1.1 Bodenfruchtbarkeit 25
4.4.1.2 Das Allmende- und das Anreizproblem 26
4.4.2 Kapitalgüter 28
4.4.3 Arbeit 30
4.4.4 Vorleistungen 31
4.5 Agrarstruktur 32
4.6 Der nachgelagerte Bereich 33
Kapitel III: Spezieller Teil: Agrarreform in Rußland
5. Einordnung der Abschnitte 35
6. Systemwandel und die Bedeutung von Institutionen 35
7. Wende in den agrarpolitischen Rahmenbedingungen Rußlands 37
7.1 Politische Veränderungen 37
7.2 Gesamtwirtschaftliche Veränderungen 40
8. Wende in der russischen Agrarpolitik 44
8.1 Ordnungspolitik 44
8.1.1 Privatisierung 44
8.1.1.1 Boden 45
8.1.1.2 Sonstiges Vermögen 49
8.1.2 Restrukturierung 50
8.1.3 Steuerrecht 52
8.1.4 Agrarkreditsystem 52
8.1.5 Konkursrecht 54
8.2 Ablaufpolitik 54
8.2.1 Markt- und Preispolitik 54
8.2.2 Strukturpolitik 57
8.2.3 Einkommens- und Sozialpolitik 58
9. Agrarsektorale Entwicklung in Rußland 58
9.1 Angebot von Agrargütern 58
9.1.1 Pflanzliche Produktion 59
9.1.2 Tierische Produktion 61
9.2 Nachfrage nach und Versorgung mit Agrargütern 63
9.3 Preisentwicklung im Agrarsektor 65
9.4 Landwirtschaftliche Faktormärkte 67
9.4.1 Boden 67
9.4.2 Kapitalgüter 69
9.4.3 Arbeit 70
9.4.4 Vorleistungen 71
9.5 Agrarstruktur 72
9.6 Agrarhandel 75
9.7 Vor- und nachgelagerter Bereich 77
9.8 Rentabilität und Liquidität 79
10. Betriebliche Auswirkungen der Agrarreform 80
10.1 Landwirtschaftliche Großbetriebe 80
10.2 Private Bauernbetriebe 82
10.3 Persönliche Nebenwirtschaften 84
11. Aktuelle Entwicklungshemmnisse 85
Kapitel IV: Schlußfolgerungen
12. Möglichkeiten der Krisenbewältigung 87
12.1 Korrekturen der agrarpolitischen Rahmenbedingungen 87
12.2 Korrekturen der Agrarpolitik 88
12.3 Korrekturen auf einzelwirtschaftlicher Ebene 90
13. Ausblick und Schlußbemerkungen 91
Literaturverzeichnis 93
 
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