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Titel Der Einfluss von Externalitäten auf den Erfolg von Issue Linkage bei der Bildung internationaler Umweltabkommen 
Untertitel  
AutorIn Thomas Kruse 
Seiten 51 Seiten 
Hochschule FernUniversität in Hagen Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2006 
Note
Preis 28,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 95009823 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Einleitung:

Aufgrund der in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer offener zu Tage tretenden globalen Umweltschäden, verursacht durch die zunehmende Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden durch eine immer weiter wachsende Weltwirtschaft und zunehmende Industrialisierung auch in Entwicklungsländern, nimmt die Bedeutung erfolgreicher internationaler Umweltabkommen, die zu einer deutlichen Entlastung der Umwelt führen, immer weiter zu.

Der Verursacherstaat einer global umweltbelastenden Aktivität verursacht nicht nur in seinem Land Schäden, sondern auch in anderen Staaten, die er aber bei der Entscheidung über sein Emissionsniveau nicht berücksichtigt. Wegen dieser Externalitäten führen die Emissionsentscheidungen der einzelnen Staaten nicht zu einem globalen Optimum im Spannungsfeld zwischen den Kosten der Umweltschäden einerseits und den Vorteilen umweltbelastender Aktivitäten andererseits, sondern zu einer übermäßigen Belastung und Zerstörung der Ressource Umwelt.

Durch internationale Umweltkooperation kann eine Internalisierung der externen Effekte erreicht werden, die zu einer Emissionsreduktion und damit zu einer Erhöhung der globalen Wohlfahrt führt. Dabei bilden die kooperationsbereiten Staaten eine Koalition und verpflichten sich in einem internationalen Umweltabkommen (engl.: International Environmental Agreement, IEA) zu einer Reduktion ihrer umweltbelastenden Aktivität. Bekannte Beispiele für internationale Umweltabkommen in der Realität sind das Montreal Abkommen von 1987 zur Reduktion von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und das Kyoto Protokoll von 1997 zur Reduktion von Treibhausgasen.

Häufig lassen sich jedoch entweder Umweltabkommen mit einer großen Anzahl beteiligter Staaten, aber nur geringen Verringerungsverpflichtungen, oder Umweltabkommen mit ehrgeizigen Verpflichtungen, aber nur geringer Beteiligung beobachten. Diese Tatsache weist darauf hin, dass sich die Umsetzung der internationalen Umweltzusammenarbeit mit erheblichen Problemen konfrontiert sieht, die durch Abbildung der Realität in einem abstrahierenden Modell einer wirtschaftstheoretischen Analyse zugänglich gemacht werden können.

Zwei dieser Probleme seien hier näher betrachtet: Erstens muss die Beteiligung an einem Umweltabkommen für alle Staaten profitabel sein, d. h. ihre individuelle Wohlfahrt muss sich durch die Beteiligung an dem Abkommen erhöhen. Geht man in der Modellwelt von symmetrischen Ländern aus, d. h. von Ländern, die ihre Grenzschäden gleich einschätzen und gleiche Grenzvermeidungskosten haben, ist dieses Problem in der Regel lösbar, denn jedes Land profitiert im Falle des Zustandekommens des Abkommens nicht nur von seiner eigenen Emissionsreduktion, für die ihm entsprechende Kosten entstehen, sondern auch kostenlos von der Emissionsreduktion aller anderen beteiligten Länder. Tatsächlich bestehen jedoch zwischen den Regionen der Welt große ökonomische und ökologische Assymmetrien, so dass viele Länder, z. B. aus der dritten Welt, die Kosten von Emissionsreduktionen höher bewerten und die Vorteile aus der Umweltverbesserung geringer schätzen als andere Länder, z. B. die meisten Industrieländer. Zweitens muss ein internationales Umweltabkommen selbstdurchsetzend sein, d. h. die betroffenen Länder müssen bereit sein, die in dem Umweltabkommen enthaltenen Verpflichtungen umzusetzen und einzuhalten.

Es gibt im inter-nationalen Bereich keine übergeordnete Institution, die Staaten dazu zwingen kann, sich an einem für sie profitablen Umweltabkommen zu beteiligen und die Emissionsziele einzuhalten. Vielmehr besteht ein Freifahreranreiz selbst dann, wenn das Abkommen für alle Länder profitabel ist: Durch die Umweltkooperation lässt sich zwar die individuelle Wohlfahrt eines einzelnen Staates erhöhen, aber noch weiter lässt sich dessen Wohlfahrt erhöhen, wenn er freifährt, d. h. sich entweder gar nicht erst beteiligt (Freifahrer des ersten Typs) oder sich zwar zu-nächst beteiligt, aber die vereinbarten Ziele nicht einhält (Freifahrer des zweiten Typs), während alle anderen Länder ihre Verpflichtungen umsetzen.

Der Grund dafür ist, dass die Vorteile internationaler Umweltzusammenarbeit nicht eingrenzbar sind, da globale Umweltqualität ein öffentliches Gut ist, von dem niemand ausgeschlossen werden kann. Der Freifahrer kommt in den Genuss der globalen Umweltverbesserung, ohne sich an den Kosten beteiligen zu müssen. Je größer die Anzahl der kooperierenden Staaten ist, desto größer ist dieser individuelle Freifahreranreiz, dem jedes Land gleichermaßen unterliegt. Daher ist die Kooperation, selbst wenn sie für alle individuell profitabel ist, ab einer bestimmten Anzahl beteiligter Staaten instabil. Das bedeutet, dass nur die so genannte LPS-Koalition die Umweltkooperation umsetzt. In der Realität ist, wie bereits erwähnt, zu beobachten, dass diese Koalition häufig klein ist.

Zur Überwindung der dargestellten Probleme der Umweltkooperation sind in der umweltökonomischen Literatur verschiedene Vertragsgestaltungselemente entwickelt und diskutiert worden. Ein mögliches Element wird als Issue Linkage bezeichnet; die Grundidee dieses Instruments zur Erhöhung der Beteiligung ist in Abschnitt 2 dargestellt. In Abschnitt 3.1 wird ein theoretisches Modell vorgestellt, mit dessen Hilfe der Effekt von Issue Linkage näher untersucht wird. Nach der Ein-ordnung des Modells innerhalb der Koalitionstheorie (Abschnitt 3.2) wird das Modell rekursiv gelöst (Abschnitt 3.3). In Abschnitt 4 werden die Auswirkungen von Issue Linkage auf die globale Wohlfahrt beispielhaft für drei Kombinationen von Parameterwerten dargestellt. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse werden in Abschnitt 5 zunächst die Externalitäten des Umweltabkommens und des R&D-Abkommens untersucht und dann ihr Einfluss auf die Entwicklung der globalen Wohlfahrt für die drei Beispiele dargestellt. Abschnitt 6 unterzieht das hier verwendete Modell einer kritischen Betrachtung und Abschnitt 7 gibt einige Anregungen für weiterführende Untersuchungen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Symbolverzeichnis V
1. Einführung 1
2. Die Grundidee von Issue Linkage 4
3. Das Modell von Carraro und Siniscalco (1997) 5
3.1 Die Modellannahmen 5
3.2 Einordnug des Modells innerhalb der Koalitionstheorie 8
3.3 Die Entscheidungsfolge des Modells 11
3.3.1 Die Höhe der Produktion und der R&D-Ausgaben 11
3.3.2 Die optimal Emissionsreduktion 15
3.3.3 Stabile Koalitionen 18
4. Beurteilung von Issue Linkage 25
4.1 Auswirkungen auf die globale Wohlfahrt 25
4.2 Die Welt ohne Issue Linkage 26
4.3 Die Welt mit Issue Linkage 30
5. Der Einfluss von Externalitäten auf den Erfolg von Issue Linkage 32
5.1 Positive und negative Externalitäten bei der Koalitionsbildung 32
5.2 Die positive Externalität im reinen Umweltabkommen 33
5.3 Die Externalitäten im reinen R&D-Abkommen 34
5.4 Externalitäten und Issue Linkage 36
6. Bewertung des Modells 38
7. Schlussbemerkungen 40
Literaturverzeichnis 43
Eidesstattliche Versicherung 46
 
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