Goldrausch im Internet
Vermittlungsbörsen für Dienstleistungen und virtuelle Waren für Massive Multiplayer Online Games in der Diskussion
Ende Januar geisterte eine Meldung durch die Presse, wonach sich die Polizei in Bochum eines „Online-Diebstahls“ angenommen hat: Ein Mitspieler in einem Massen-Mehrspieler-Online-Gemeinschaftsspiel (ein Spiel, das über Internet von mehreren Zehntausend Teilnehmern gleichzeitig gespielt wird) wähnte sich als Opfer eines Diebstahldelikts. Mühsam erspielte und über Monate zusammengetragene Spielgegenstände und Spielwährung waren von einem Tag auf dem anderen verschwunden. Die Polizei kündigte öffentlichkeitswirksam an, in dieser Angelegenheit zu ermitteln – das erste Mal, dass eine Behörde in Deutschland in einem solchen Fall tätig wurde. Es stellte sich heraus, dass der Geschädigte offenbar das Passwort zu seinem Spielkonto nicht ausreichend geschützt hatte. Ein Mitspieler aus Bonn erlangte Zugang zu dessen Spielfigur und transferierte die virtuellen Werte einfach auf sein eigenes Konto. Überraschend ist, dass die Polizei überhaupt aktiv wurde. So könnte sich doch die Frage stellen, wozu Beamte sich eines Falls annehmen müssen, in dem bloße „Phantasiespielgegenstände“, wie
WoW Gold und virtuelle Gegenstände, abhanden gekommen sind. Die Vorstellung, dass eine staatliche Ordnungsmacht zu einem Spiel hinzugezogen wird, um dort nichtexistenten Dingen nachzujagen, mutet abenteuerlich an. Begreifbar wird das nur, wenn man weiß, dass zu diesen Spielgegenständen über die letzten Jahre ein milliardenschwerer Markt entstanden ist. Virtuelle Gegenstände – reale Werte
So hat das vermeintliche Diebstahlopfer seine Spielgegenstände nicht ausschließlich selbst erspielt, sondern im großen Stil mit realen Geldmitteln (die Rede ist von etwa 1000 Euro) dazugekauft. Möglich macht dies das sogenannte „Free to Play“-Prinzip: Download und Teilnahme am Spiel werden kostenlos angeboten. Bestimmte Gegenstände, die besondere Vorteile im Spiel gewähren, müssen hingegen käuflich erworben werden. Den „Free to Play“-Spielen gehört Branchenkennern zufolge die Zukunft auf dem
MMOG-Mark.
Derzeit ist in puncto Marktrelevanz jedoch noch ein anderer Spieletyp führend: Das populärste und erfolgreichste Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel ist die von der Firma Blizzard herausgebrachte World of Warcraft-Trilogie mit mehr als 11 Millionen Spielern weltweit. Blizzards Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf von CD-Keys (für das WoW-Grundspiel und für jede Erweiterung werden pro Spielkonto ein „Key“ benötigt) und monatsweise verkaufter Online-Spielzeit. Den „realen“ Handel von WoW-Gold und Gegenständen außerhalb des Spiels und gegen echtes Geld „verbietet“ Blizzard in den Spielregeln rigoros. Ob man Spieler durch die Androhung des Entzugs eines käuflich erworbenen Spielkontos maßregeln und zur Einhaltung von willkürlich festgelegten Spielregeln zwingen kann, ist – nicht nur juristisch – umstritten. Der Markt und die Moral
Fakt ist, dass es gerade bei diesem populären Spiel einen gewaltigen Bedarf an WoW-Gold-Käufen und sogenanntem Powerleveling gibt.
RandyRun, Europas führende Vermittlungsplattform für MMOG-Dienstleistungen und virtuelle Gegenstände, hat dies schon früh erkannt. Die Firma aus Schwabmünchen
präsentiert sich laut Selbstdarstellung als „virtueller Diener“, dessen vornehmliche Aufgabe es sein soll „alle lästigen und zeitraubenden Tätigkeiten im Spiel“ zu übernehmen und „Gold, Items, Reittiere
(Mounts) und Level-Services“ zu vermitteln. Auf den ersten Blick mutet dies absurd an – warum sollte man eine Firma (bzw. einem durch die Firma vermittelten „Powerleveler“ bzw. „Goldfarmer“) echtes Geld dafür geben, dass jemand anderes für mich ein Spiel im Internet spielt? Diese Frage stellen auch nicht wenige Fans von World of Warcraft – versteht man ihre lautstarken Äußerungen in den Spielcommunities richtig, folgen sie Blizzard in der Auffassung, dass dies ein ehrrühriger Verrat am Spielprinzip darstelle.
Nichts scheint natürlicher zu sein als das Bedürfnis, den anderen zu übertrumpfen – in diesem Fall mit einem bestens ausgestatteten Spielcharakter. Ob dieses Bedürfnis dadurch gebändigt ist, dass man die Praktiken der Vermittlungsbörsen rundheraus ablehnt, sei dahingestellt. Nicht zu übersehen ist jedoch, dass genau dieses Bedürfnis durch das Spielprinzip von WoW geweckt und gefördert werden soll. Die Frage könnte daher auch lauten, welches „Moralverständnis“ hier zugrunde liegt: Einerseits mutet man den Spielern zu, sich (mit allen Konsequenzen für das Schul-, Arbeits- und Familienleben) ganze Nächte um die Ohren zu schlagen, um heißersehnte Spielziele zu erreichen – andererseits werden Dienste wie die von RandyRun einseitig verteufelt. Kampf mit dem Schmuddelimage
Das Grundproblem bei WoW scheint zu sein, dass sich irgendwann das Verhältnis zwischen Spielspaß und Spielziele verkehrt. Bestimmte Spielziele werden dann bei einigen Spielern zu einer Art „Zugangsvoraussetzung“ für weiteren Spielspaß. Um bestimmte Spielmissionen Seite an Seite mit den liebgewonnenen Spielkollegen sinnvoll bestreiten zu können, muss man einen ähnlich starken Spielcharakter ins Feld führen. Ein ausgeprägter Hang zum „Hochrüsten“ ist damit bereits wesentlicher Bestandteil von
WoW. Die Ursache hierfür in der Inanspruchnahme bestimmter Bezahldienste zu sehen, die sich hier wohl eher als Ventil für den „Spielstress“ begreifen, käme einer Verwechslung von Ursache und Wirkung gleich.
Dennoch sind Vermittlerbörsen durchaus mit Vorsicht zu genießen. Schwierig am virtuellen Goldmarkt sind die zum Teil recht undurchsichtigen Praktiken einzelner Vermittler oder Direktanbieter. Da WoW-Bezahldienste immer wieder fälschlich so dargestellt werden, als wären ihre Angebote illegal, haftet der Branche ein Schmuddelimgage an. Dies machen sich offenbar schwarze Schafe zunutze – so soll es vorkommen, dass für Leistungen kassiert wird, die niemals erbracht werden. Ein gerichtliches Vorgehen gegen ausländische Firmen, die auf ihrer Internetseite nicht einmal ein Impressum stehen haben, ist für den Geprellten kaum möglich. Dabei drängen dubiose Firmen mit deutschsprachig anmutenden Seiten massiv auf den hiesigen Markt. Nachvollziehbare Strategie der Firma RandyRun ist es daher, mit deutschem Firmensitz und verlässlichem deutschsprachigem Support Vertrauen zu schaffen. RandyRun GmbH Fuggerstr. 42 D - 86830 Schwabmünchen - RandyRun.com