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Verlagsgeschichte
Die Anfänge in Halle
Gegründet wurde der Verlag im Jahr 1870 durch den Buchhändler Maximilian David Niemeyer in Halle an der Saale, einem Sohn von Hermann Agathon Niemeyer, Professor der Theologie und Direktor der Franckeschen Stiftungen zu Halle. Der schnell wachsende Verlag veröffentlichte Bücher aus fast allen Wissenschaften, nicht nur Geisteswissenschaften, sondern auch Jura, Medizin und Mathematik. In den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts konnten bedeutende Philosophen als Verlagsautoren gewonnen werden, zum Beispiel Edmund Husserl und später sein Schüler Martin Heidegger, dessen Hauptwerk Sein und Zeit seit 1927 bei Niemeyer erscheint.
›Umzug nach Tübingen‹
Nach der Gründung der DDR übersiedelte der Verlag nach Tübingen, da die politischen Verhältnisse eine Fortführung in der alten Tradition nicht mehr erlaubten. Seit den 50er Jahren erfolgte eine konsequente Beschränkung auf die Bereiche Sprach- und Literaturwissenschaft; die philosophischen Werke Husserls, Heideggers, Ingardens u.a. wurden und werden stets weiter aufgelegt. Einen eigenständigen Sektor im Verlagsprogramm bilden die Publikationen des Deutschen Historischen Instituts in Rom, die Themen reichen vom frühesten Mittelalter bis in die neueste Geschichte.
Niemeyer heute
Unser Verlagsprogramm wird innerhalb der Grenzen von Sprach- und Literaturwissenschaft stetig ausgebaut. Im Mittelpunkt stehen die neueren Philologien, vor allem Germanistik und Romanistik. Neben der zunehmenden Bedeutung von interdisziplinären Ansätzen bilden sich neue Schwerpunkte im Bereich der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Rhetorik, Judaika und Kultur- und Sozialgeschichte heraus. Immer größere Bedeutung gewinnt die Herausgabe historisch-kritischer Editionen (Annette von Droste-Hülshoff, Joseph Freiherr von Eichendorff, Benjamin Constant, Achim von Arnim u.a.)
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