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Industrie und Handelskammer zu Coburg
Schloßplatz 5*96450*Coburg
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Dieser Verlag veröffentlicht folgende Zeitungen:


Unsere Wirtschaft
Unsere Wirtschaft

Unsere Wirtschaft--Die IHK-Organisation hat ihr Jahresthema 2006 "Mehr Wissen, mehr Wettbewerb, mehr Wohlstand – Unternehmen Europa!" zum Anlass genom ...

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Verlags-Vita

Über 100 Jahre erfolgreiche Geschichte

Die Industrie- und Handelskammer zu Coburg blickt auf über 100 Jahre Engagement für Wirtschaft und Staat zurück. Sie ist und war gleichermaßen Akteur wie Zeuge einer wechselhaften Wirtschaftsgeschichte im Verflechtungsraum zwischen Bayern und Thüringen.
Die Kammerhistorie ist daher gleichsam ein Spiegelbild der Wirtschaftsgeschichte der Coburger Region.

Gründungszeit der IHK zu Coburg

Die Kammergründung erfolgte 1896, zu einem Zeitpunkt also, als das frühere Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha noch eigenständig war und Bürgerliches und Handelsgesetzbuch noch nicht die Geschäfte der Kaufmannschaft regelten. Themen der ersten Jahre waren damals die Bereitstellung von gutem Trinkwasser, die Errichtung einer Telefonverbindung Coburg-Sonneberg-Saalfeld, die Eröffnung des Postscheckverkehrs und die Ausbildung der Arbeiter. Manche Vorhaben wurden erfolgreich abgeschlossen, andere, wie die Berufsaus- und -weiterbildung der Arbeitnehmer, erforderten ein nie nachlassendes Engagement.
1920, als im Vertrag über die Vereinigung Coburgs mit Bayern das Bestehen einer eigenständigen IHK garantiert wurde, stand die Wirtschaft bereits vor einer schweren Bewährungsprobe. Die deutsche Währung war durch den 1. Weltkrieg völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Hatte 1914 ein Liter Bier noch 14 Pfennige gekostet, so stieg der Preis 1922 schon auf 4 Mark. Als 1923 die 60-Stunden-Woche durch die 48-Stunden-Woche abgelöst wurde, erreichte die Inflation bereits extreme Ausmaße: Für eine Coburger Bratwurst mußte man 5.000 Mark zahlen! Schließlich war eine Billion in Papiermark auf den Wert einer Goldmark gesunken.

Grenzlage im Herzen Deutschlands

Nach dem 2. Weltkrieg stellte sich heraus, was für ein außerordentlicher Glücksfall der Beitritt zu Bayern gewesen war. Doch die Randlage blieb über 40 Jahre lang das entscheidende Handikap des Coburger Wirtschaftsraums. Um die spätere Entwicklung zu verstehen, muß man sie der Situation vor der Grenzziehung gegenüberstellen. Das Coburger Land befand sich früher wie heute wieder im Herzen Deutschlands. Zwischen Süd- und Norddeutschland sowie in der Westostachse war es von Verkehrsströmen durchzogen. Schon seit 1859 verband beispielsweise die Werratalbahn Coburg mit Lichtenfels und Eisenach.
Durch die Grenzziehung veränderte sich die Geschäftgrundlage der Coburger Wirtschaft radikal. Die traditionellen, dichtbesiedelten Absatzmärkte in den östlichen Bundesländern und die günstige Lage an den großen Verkehrslinien von Schiene und Straße gehörten schlagartig der Vergangenheit an. Es waren erhebliche Mehrwege in Kauf zu nehmen, um neue Absatzgebiete zu erschließen. Eine enorme Kostenerhöhung war die Folge. So ist es nicht verwunderlich, daß einige Betriebe einen anderen Standort suchten und in verkehrsgünstigere Räume abwanderten, z. B. der Vogel-Verlag nach Würzburg.
Die Grenzöffnung bewirkte nun erneut eine völlig veränderte Situation - aber diesmal zugunsten des Coburger Wirtschaftsraums. In einer von der Universität Bayreuth durchgeführten Regionalstudie beispielsweise sagten 79 % der befragten Experten für die nächsten 20 Jahre eine gute bis sehr gute regionale wirtschaftliche Entwicklung voraus, wobei 66 % als Grundlage hierfür die zentrale Lage der Region benannten. Doch auch wenn man im Herzen Deutschlands liegt, nutzt das wenig, wenn entsprechende Straßen und Schienen oder - um im Bild zu bleiben - wichtige Lebensadern fehlen.

Autobahn und ICE


Die unzulänglichen Verkehrsverbindungen waren und sind bis heute das zentrale Problem. Positive Aspekte eröffnen hier die Realisierung der ICE-Trasse und des Frankenschnellwegs zwischen Lichtenfels und Erfurt. Für den Wirtschaftsraum Nordwestoberfranken mit seinem Wirtschaftszentrum Coburg wird damit eine entscheidende Erschließungsfunktion erfüllt. Die A 73 wird die Zentren in Südthüringen und Nordbayern erstmals mit einer leistungsfähigen Verkehrsachse verbinden und damit das Zusammenwachsen von Thüringen und Bayern insgesamt vorantreiben und gestalten. Die Region wird so ihre angestammte Rolle als überregional bedeutender Industrie- und Dienstleistungsstandort behaupten können. Obwohl die beiden Infrastrukturmaßnahmen im Kammerbezirk bereits unmittelbar nach dem Mauerfall versprochen worden sind, ist der Baubeginn bzw. die Verkehrsübergabe immer wieder hinausgezögert worden. Die Verkehrsprojekte "Deutsche Einheit" entsprechen daher ihrer Intention nur z.T., wenn sie erst zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung umgesetzt werden.

Wirtschaftsstruktur

Schon im geschichtlich kulturellen Sinn hat Coburg von jeher seinen eigenen Platz eingenommen. Mitgeprägt durch das benachbarte Thüringen ist das Coburger Land im Wesen zwar fränkisch, doch sogar innerhalb Oberfrankens nimmt es in vieler Hinsicht eine spezifische Position ein.
Eines der strukturbestimmten Elemente der Coburger Region ist die mittelständische Größenordnung der Unternehmen. Nur fünf Firmen im Landkreis Coburg weisen eine Beschäftigungszahl von mehr als 1.000 Arbeitnehmern auf, aber selbst diese stellen keine Großbetriebe wie an Rhein oder Ruhr dar. Eine diversifizierte Produktpalette verleiht der Region wirtschaftliche Stabilität, selbst bei schwierigen konjunkturellen Entwicklungen. Sie reicht vom Bleistiftspitzer bis zur gigantischen Werkzeugmaschine, vom Schlüsselanhänger bis zum 5 m großen Dinosaurier für Vergnügungsparks, von der Spezialschulbank bis zum Polstermöbel, vom Drahtseil für Liftanlagen und Kräne bis zum High-Tech-Lichtwellenleiter, vom automatischen Fensterheber bis zum Kompressor, vom Biologiemodell für Universitäten bis zur Künstlerpuppe.
Mit 187 Arbeitsplätzen pro 1.000 Einwohner im verarbeitenden Gewerbe hat der Wirtschaftsraum eine der höchsten Industriedichten Bayerns, bei einer gleichzeitig insgesamt intakten Landschaft. Die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts im Coburger Raum hat allein in den 80er Jahren den bundesdeutschen Durchschnitt um fast 20 % übertroffen. Zudem sind in den vergangenen 20 Jahren 11.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.
Durch die nachhaltige finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite ist die Konkurrenzsituation im Verhältnis zu den neuen Bundesländern zwar teilweise deutlich verzerrt. Insgesamt jedoch läßt sich feststellen, daß die benachbarten, sozioökonomisch verflochtenen Wirtschaftsräume Südthüringen und Coburg wieder zusammenwachsen. Auch wenn der Übergang nicht völlig reibungslos verläuft, bringt die neue Dimension wechselseitige Vorteile und die Chance zur Stärkung beider Regionen.

Außenhandel

Die Flexibilität der überwiegend mittelständischen Betriebe ist ein wesentlicher Faktor für eine hohe Exportintensität. Zu rund 130 Ländern bestehen intensive Geschäftsbeziehungen. Allein der Auslandsumsatz beträgt mehr als 1,3 Mrd. DM. Die bedeutendsten Abnehmerländer außerhalb Europas sind die USA, es folgen Australien, Südafrika, Japan, Kanada und Israel. Die durchschnittliche Exportquote im verarbeitenden Gewerbe beträgt 37,4 %.

Herausforderung Osteuropa

Die Wettbewerbslage der Coburger Region als Investitions- und Produktionsstandort hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Insbesondere die osteuropäischen Anbieter drängen mit ihren Produkten auf den Markt. Ihr häufig erzielter Preisvorteil aufgrund des geringen Lohnniveaus hat den Druck auf die heimischen Produzenten vor allem in den unteren Preiskategorien erheblich erhöht.
Dies gilt vor allen Dingen für die Verbrauchsgüterindustrie und hier speziell für die im Kammerbezirk wichtige Möbel-, Polstermöbel- und Spielwarenindustrie. Bestand vor asiatischen Importen noch ein gewisser Schutz aufgrund des aufwendigen Transports, trifft die jetzige Entwicklung die heimische Wirtschaft unmittelbar. Doch durch gezielte Sortimentsveränderungen hin zu hochwertigen Artikeln gelang es, dem Angebotsdruck im Niedrigpreisbereich immerhin zum Teil auszuweichen.

Berufsbildung

Mehr denn je ist die Konkurrenzfähigkeit einer Region von der Qualifikation ihrer Arbeitskräfte abhängig. Dies gilt um so mehr, als sie durch die zunehmende Internationalisierung und den Wettstreit der Regionen und Länder um Neuinvestitionen vor wachsenden Herausforderungen steht. Der beruflichen Erstausbildung wurde daher von der Kammer stets ein besonderes Gewicht zugemessen. Seit Jahren ist in der Coburger Wirtschaftsregion auch eine überdurchschnittliche Bereitschaft zur Weiterbildung festzustellen. Dieser Bereich der beruflichen Bildung hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben entwickelt. Dies sowohl auf die Teilnehmer der Veranstaltung im IHK-Weiterbildungszentrum bezogen als auch auf den Umsatz.

 

 

 
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