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E-Book

Abkehr vom Subjekt

Zum Sprachdenken bei Heidegger und Buber

AutorMeike Siegfried
VerlagAlber Verlag
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl544 Seiten
ISBN9783495860137
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis62,99 EUR
Die philosophischen Konzeptionen Martin Heideggers und Martin Bubers eint das Ziel einer Überwindung des neuzeitlichen Subjektivitätsprinzips in seinen Gestaltungen von René Descartes bis hin zu Edmund Husserl. Von diesem gemeinsamen Anliegen ausgehend werden die Werke beider Denker in ein Gespräch gebracht, in dem der Fokus auf der Bedeutung der jeweiligen Sprachkonzeption für das Projekt einer Neubeschreibung menschlicher Existenz als eines Seins in der Welt mit Anderen liegt. Die vergleichende Interpretation von Heideggers Existenzialanalyse in den 20er Jahren und Bubers zeitgleich entwickeltem dialogischen Ansatz zeigt das philosophische Potential auf, das in Bubers Beschreibung des sog. Ich-Du-Verhältnisses hinsichtlich einer Destruktion eines isolierten Subjekts liegt, das auch Heidegger mit seiner Betrachtung des Daseins als eines unhintergehbaren In-der-Welt-seins als Konstruktion zu entlarven sucht. Die Analysen der jeweiligen Konzeptionen von Sprache sowie der Phänomene Wahrheit und Verantwortung stellen heraus, inwieweit der dialogphilosophische Ansatz auf eine radikalere Abgrenzung vom subjektzentrierten Denken der Neuzeit abzielt als Heideggers Entwurf in 'Sein und Zeit'. In einer anschließenden Interpretation der Konzeption des späten Heidegger mit seiner Hinwendung zur Sprache als 'Haus des Seins' wird jedoch gezeigt, inwiefern diese als eine Annäherung an eine ?dialogische? Konzeption im Sinne Bubers gedeutet werden kann.

Meike Siegfried, geb. 1979, Studium der Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, 2009 Promotion im Fach Philosophie, zurzeit Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie I der Ruhr-Universität Bochum

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis7
Einleitung17
Teil I: Heideggers Fundamentalontologie und Bubers dialogisches Denken31
Abschnitt I: Die Aufgabe von Philosophie und ihr sprachlicher Vollzug33
1. Heidegger: Echt verstandene Phänomenologie als Fragen nach dem Sinn von Sein33
2. Buber: Philosophie als Hinzeigen auf eine ursprüngliche ›Wirklichkeit‹59
3. Zwei Modelle: Philosophie als Heimkehr und Philosophie als Aufbruch?72
Abschnitt II: Das Verhältnis von ›Ich‹ und ›Welt‹82
1. Einleitender Exkurs: Die Orientierung am ›ich bin‹ in Heideggers frühen Freiburger Vorlesungen und Ebners Das Wort und die geistigen Realitäten82
2. Heidegger: Dasein als In-der-Welt-sein mit Anderen90
2.1 Dasein: Jeweilig Welt bewohnen – Die Abkehr vom Subjekt-Objekt-Schema90
2.2 Welt und Weltlichkeit in Sein und Zeit95
2.2.1 Welt als bedeutungshafte Ordnung95
2.2.2 Die ›Ökonomie‹ des In-Seins und die Frage nach deren Irritation durch Natur, Kunst und Leib100
2.2.3 Die Freigabe – Konstitutionsakt oder Sein-lassen?111
2.3 In-der-Welt-sein als Mitsein115
2.3.1 Das Begegnen der Anderen – Kritik an der ›Einfühlungsdebatte‹115
2.3.2 Die Frage nach dem Verhältnis von Um- und Mitwelt – Heideggers Auseinandersetzung mit dem ›Ich-Du‹ Teil I119
2.3.3 Das Man als gesteigerte ›Heimeligkeit‹ des In-Seins124
2.3.4 Die »metaphysische Egoität« – Heideggers Auseinandersetzung mit dem ›Ich-Du‹ Teil II126
3. Buber: Der zwiefältige Weltbezug des Menschen131
3.1 Die grundlegende Bipolarität von Ich und Welt131
3.2 Die Ich-Es-Relation137
3.2.1 Die Erfahrungswelt als Ordnung der Dinge137
3.2.2 Das erfahrende Ich als ›klassisches‹ neuzeitliches Subjekt?139
3.3 Die Ich-Du-Begegnung144
3.3.1 Das Du als Unverortetes144
3.3.2 Die zwischenmenschliche Begegnung als ausgezeichnetes Ich-Du148
3.3.3 Das Ich als »Subjektivität«157
3.3.4 Der ›dritte Ort‹: Das Zwischen161
3.4 Das Eigen-wesen als ›Annexion‹ und das Zwischen als machtfreie Zone163
Abschnitt III: Die Bestimmung und Rolle von Sprache172
1. Heidegger: Sprache als eine Weise des In-Seins172
1.1 Da-sein als Erschlossenheit172
1.2 Befindlichkeit und Verstehen175
1.3 Auslegung und Aussage177
1.4 Die Frage nach der ›Vorsprachlichkeit‹ der Auslegung181
1.5 Rede und Sprache186
1.6 Das Gerede: Die Verselbständigung der Worte191
1.7 Die Rede und das Zeichen197
1.7.1 Exkurs: Husserls 1. Logische Untersuchung über »Ausdruck und Bedeutung«197
1.7.2 Heideggers Differenzierung zwischen Verweisung und Zeichen203
1.8 Rede als Miteinandersprechen207
1.8.1 Die Mitteilung als ein ›Teilen‹ von Welt207
1.8.2 Die Stimme: Anklang einer ›Betroffenheit‹ in jeder Rede213
1.9 Vorsagen und Nachreden – Die Ambivalenz der Sprachauffassung in Sein und Zeit216
2. Buber: Sprache als beziehungsstiftende Kraft222
2.1 Die Bedeutung der Sprachthematik für Bubers dialogischen Ansatz222
2.2 Besprechen und Ansprechen – Der Vorrang der Gesprochenheit des Wortes227
2.3 Das echte Gespräch und sein Verfall im Gerede231
2.4 Die Frage nach der Welt- und Regellosigkeit des Sprechens im Ich-Du237
2.5 Exkurs I: Józef Tischners Analyse des Vorstellungsaktes239
2.6 Jedes Wort ein Gespräch? – Die Frage nach einer fundamentalen Dialogizität des Wortes241
2.7 Eine ›neue‹ Grammatik auf der Basis der Grundworte Ich-Du und Ich-Es?246
2.8 Exkurs II: Bubers und Rosenzweigs Projekt einer »Verdeutschung der Schrift«250
2.9 Das Schweigen und die Sehnsucht nach einem vollkommenen Ich-Du258
2.10 Mittel-loses Sprechen vs. unmittelbares Entdecken262
Abschnitt IV: Die Phänomene Wahrheit und Wahrhaftigkeit268
1. Heideggers Wahrheitsbegriff in Sein und Zeit268
1.1 Die Erschlossenheit des Daseins als ursprünglichste Wahrheit268
1.2 Wahrheit und Sprache – Die Öffentlichkeit als Hort der Unwahrheit?276
1.3 Die nicht überwundene Orientierung an der Aussage278
1.4 Gemeinsamkeit als ein Sich-teilen von Wahrheit280
2. Bubers Reflexionen zur Wahrheit in den Schriften zum dialogischen Prinzip283
2.1 Das echte Gespräch als Manifestation von Wahrhaftigkeit283
2.2 Wahrheit als Allgemeingut vs. Wahrheit als Aufgabe eines jeden Einzelnen286
2.3 Die Dimension der ›Treue‹ – Eine Anbindung an das Seiende vor jeder konkreten Verbindlichkeit?288
2.4 Ent-deckendes Reden vs. redliches Sprechen?290
Abschnitt V: Entdeckung(en) einer ursprünglichen Verantwortung295
1. ›Eigentlichstes‹ Reden: Heideggers Interpretation der vorlaufenden Entschlossenheit295
1.1 Die Frage nach Ganzheit und Eigentlichkeit des Daseins295
1.2 Heideggers existenzialer Begriff des Todes298
1.2.1 Da-sein als ein Sein zum Tode298
1.2.2 Der Tod als Möglichkeit und sein beständiger Aufschub304
1.2.3 Die Angst als Erschlossenheit von Unheimlichkeit und Unzuhause306
1.2.4 Das angstbereite Vorlaufen als ursprünglichste Selbstgewissheit: sum moribundus statt cogito sum309
1.3 Die existenziale Analyse des Gewissens313
1.3.1 Das Gewissen als Bezeugung eigentlichen Wählenkönnens313
1.3.2 Das Gewissen als schweigender Ruf der Sorge315
1.3.3 Das existenziale Schuldigsein317
1.4 Die vorlaufende Entschlossenheit als Selbst-ver-antwortung319
2. Bubers Konzeption eines ›eigentlichen Da-seins‹: Verantwortung als dialogisches Geschehen324
2.1 Die Bedeutung der Verantwortungskonzeption für den dialogischen Ansatz324
2.2 Der ›Monologismus‹ des Daseins – Bubers Kritik in Das Problem des Menschen326
2.3 Personale Existenz als Ver-antwortung330
2.3.1 Die Ausweitung des Sprachbegriffs330
2.3.2 Verantwortung als Antworten auf einen Anspruch331
2.3.3 Exkurs: Verantwortung bei Emmanuel Lévinas und der Bezug zu Bubers Konzeption334
2.3.4 Die Verantwortung des Einzelnen340
2.4 Bubers Rückgriff auf ein hebräisches Sprachdenken344
2.5 Das ewige Du348
2.6 Griechisches Denken vs. hebräisches Denken?352
Abschnitt VI: Konzeptionen von Zeit und Zeitlichkeit359
1. Heideggers Überlegungen zur Zeit in den 20er Jahren359
1.1 Der Abbau alltäglicher wie philosophischer Vorurteile zur Zeit und die Entdeckung einer ursprünglichen Zeitlichkeit359
1.2 Die ursprüngliche ekstatisch-horizontale Zeitlichkeit des Daseins366
1.3 Die Deutung der Tradition als ›Metaphysik der Präsenz‹370
2. Ein mögliches Zeitdenken mit Buber375
3. Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse des Vergleichs im Hinblick auf die Dimension der Zeit379
4. Von der Zeitlichkeit des Daseins zur Temporalität des Seins386
4.1 Heideggers Ent-deckung der Temporalität in Die Grundprobleme der Phänomenologie vom SS 1927386
4.2 Das Scheitern einer geplanten »Kehre« und dessen Konsequenzen388
Teil II: Heideggers Denken zur Sprache nach Sein und Zeit393
Abschnitt I: Die radikale Distanzierung von traditionellen Sprachauffassungen und erste Hinweise zum ›Wesen‹ der Sprache395
1. Die Hinwendung zur Sprache und die verschärfte Abkehr vom ›Subjekt‹395
2. Das Phänomen ›Sprache‹ in den Vorlesungen von 1929/30–1933/34 – Korrekturen an der Sprachkonzeption von Sein und Zeit396
3. Die Logik-Vorlesung vom SS 1934: Logik als Wissen von der Sprache400
Abschnitt II: Heideggers philosophische Konzeption zur Zeit des Rektorats405
1. Ein Philosoph ›schaltet sich ein‹405
2. Heideggers Konzeption von Volk, Bestimmung und Arbeit 1933/34410
3. Die Existenzialanalyse aus Sein und Zeit und die Bestimmung des Menschen um 1933/34416
Abschnitt III: Die Entdeckung Hölderlins und der Kunst422
1. Von der Arbeit zur Dichtung422
2. Schaffen als ein »Stiften«425
3. Dichtung als die »Ursprache eines Volkes«428
4. Die »Flucht der Götter« – Heideggers Diagnose zum Zustand des Abendlandes432
5. Kunst und Künstlichkeit – Erste Hinweise auf das ›Wesen‹ der Technik435
6. Der Dichter und die Schriftstellerei – Distanzierung vom ›Prosaischen‹440
Abschnitt IV: Eigentliches Denken und Sprechen als endgültige Überwindung der Metaphysik444
1. Nietzsche als der letzte Metaphysiker und Heideggers Entdeckung des ›wahren‹ Nihilismus444
2. Das Wort, die Hand und die Maschine448
3. Sprechen, Handeln, Denken – Zum ›Wesen‹ der Philosophie451
Abschnitt V: Versammlung in die Ortschaft der Sprache – Die Vorträge und Aufsätze aus den 50er Jahren457
1. Vom Zeichen zur »Zeige«457
2. Die Sprache als Monolog?461
3. Gespräch und Übersetzung: Spiel der Differenzen oder Sammlung auf das ›Eine‹?463
Abschnitt VI: Eine abschließende Interpretation von Heideggers Denken nach Sein und Zeit471
1. Fundamentalontologie und seinsgeschichtliches Denken471
2. Heideggers eigene Rückblicke und die Frage nach der ›Kehre‹481
Schluss: Heideggers seinsgeschichtliches Denken und Bubers Dialogik – Anbahnung einer echten ›Begegnung‹?489
Literaturverzeichnis509
Schriften von Buber509
Schriften von Heidegger512
Andere Schriften517
Personen- und Sachregister537

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