Sie sind hier
E-Book

Achilles' Laufberater

Training, Idealgewicht, Gesundheit, Motivation: Antworten auf alle Läufer-Fragen

AutorAchim Achilles
VerlagHeyne
Erscheinungsjahr2013
Seitenanzahl256 Seiten
ISBN9783641119942
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis8,99 EUR
'Kein Herz für Walker!' Achim Achilles
Deutschlands Läufer lieben ihn und seine 'Spiegel'-Online-Kolumne: Denn Achim Achilles kennt ihre Sorgen und spricht ihnen aus der Seele. Nach dem Riesenerfolg des ersten Kolumnen-Bandes hat der Meisterläufer für sein zweites Buch die interessantesten und ausgefallensten Fragen aus seiner umfangreichen Leserpost ausgewählt, die er und seine Experten Dr. Fernando Dimeo und Lauftrainer Jens Karraß pointiert und kompetent zugleich beantworten: eine Fundgrube wertvoller Ratschläge für jeden ambitionierten Hobby-Läufer.


Achim Achilles lernte im Alter von drei Jahren das Laufen. Sportliche Erfolge: bei den Bundesjugendspielen zwei Sieger- und eine Ehrenurkunde (Messfehler), Gewinner des Gummistiefelzielwerfens 2004 in Caheragh/Irland, 25 Jahre Handball, vier Marathons, diverse Triathlons, selten Letzter. In manchem Winter Fitnessclub-Mitgliedschaft. Berge bestiegen, Seen durchschwommen, dauernder Bewegungsdrang. Bisweilen geregelte Arbeit als Journalist, aber lieber ungeregeltes Lauftraining. Schlüsselbeinbruch aufgrund mangelnden Mountainbike-Könnens. Verheiratet mit der sehr geduldigen Mona, zwei Söhne, die ihrem Vater längst davonrennen. Träumt vom Ironman auf Hawaii, aber erst mit 70, wenn sich die Konkurrenz auf natürlichem Wege reduziert hat.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe

Wir Läufer sind doch alle gleich. Ob Jung oder Alt, Anfänger oder Routinier, schwedischer Ehemann oder iranische Single-Frau, uns quälen die gleichen Sorgen. Wir haben Angst, dass es wehtut. Wir beten, dass wir endlich einmal besser werden, ohne dass wir wirklich daran glauben würden. Dafür quält uns stets das schlechte Gewissen, dass wir uns zu wenig schinden.

Laufen ist eine Qual, immer, ganz egal, ob man gerade läuft, dann ist sie physisch, oder nicht läuft, dann ist sie psychisch. Es sei denn, das Laktat sitzt einem noch hartnäckig im Musculus tensor fasciae latae, was sie ja gern mal tut, diese miese kleine Milchsäure, vor allem, wenn man höchstens einmal im Monat an der seit Jahren bedenklich grobschlächtigen Technik arbeitet und zu diesem Zweck alberne Verrenkungen im Stadion macht. Das dämliche Grinsen der anderen quält übrigens auch.

Am Tag danach liegt man röchelnd auf dem Sofa und leidet an Beinpein und Seelenschmerz gleichzeitig, wegen des heute entgangenen Trainings. Geht man trotzdem hin, schmerzen die Beine noch doller, aber nicht so stark wie die Tatsache, dass diese Neue, diese dunkelhaarige Frau, die erst zwei-, dreimal da war und bestimmt schon fast 50 ist, dass die offensichtlich sehr viel flotter über 1000 Meter wetzt als man selbst, der sich schon seit Jahren ohne größere Fortschritte über diese Distanz quält.

Laufen, das ist aber auch Hoffnung. Die Illusion, nach dem samstäglichen Waldlauf nicht ganz so kaputt zu sein wie letzte Woche, die Illusion, dass die kleine, süße Praktikantin interessiert bis bewundernd gucken wird, wenn wir wie zufällig an der Stuhlkante ein Stück Hosenbein hochschieben, um unsere nun wirklich nicht schlechte Wade hervorblitzen zu lassen, die wir genau in diesem Moment auch noch anzuspannen versuchen, ohne angestrengt auszusehen, vor allem aber die Illusion, dass wir es dieses Jahr endlich packen können mit der neuen Bestzeit.

Jeder Blödhammel gibt mit seiner Zehn-Kilometer-Zeit von unter 40 Minuten an; dann werden wir doch wenigstens unter 45 bleiben. Aber seien wir ehrlich: Unter 50 war schon anstrengend genug. Und gesund ist es ja auch nicht, diese Anstrengerei. Ist uns sowieso völlig egal. Was soll der Stress? Man kann ja auch mal vernünftig sein und muss nicht immer in Leistungskategorien denken, sagt das Engelchen. Vernunft? Was ist das?, fragt dagegen das Teufelchen. Wir wollen siegen, um jeden Preis. Lieber tot als Zweiter. Wofür treiben wir den ganzen Irrsinn denn sonst?

Laufen ist permanenter Widerspruch, Hegelsche Dialektik mit Matsche am Schuh, das ewige Auf und Ab zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Euphorie und Suizidplänen, zwischen Sucht und Unlust, ein emotionales und physisches Durcheinander, das uns noch mehr als ohnehin schon an uns zweifeln lässt. Einmal, nur einmal, wollen wir einen großen Sieg, am liebsten über uns selbst. Aber anstrengen wollen wir uns lieber nicht, auf jeden Fall nicht so viel. Wir sind uns deswegen nie gut genug. Wir könnten immer besser sein, als wir sind. Auch dünner. Aber nächste Woche ist auch noch ein Tag zum Trainieren, das reicht ja wohl zum Bessersein.

Wir müssen immer weiterlaufen, damit wir weiter an uns leiden können. Laufen ohne Leiden ist völliger Quatsch. Leiden gehört untrennbar zum Laufen. Es gibt ja auch kein Bier ohne Wasser.

Leiden, das ist ein gutes Stichwort. Natürlich tut uns immer irgendetwas weh. Neben den vielen ernsten Verletzungen, die wir schon seit Jahren mit uns herumtragen, weil wir sie geduldig und heldenhaft verschleppt haben, sind da noch diese ganzen kleinen Ärgerlichkeiten, die sich durch konsequentes Ignorieren vielleicht auch einmal zu etwas Ernsthaftem auswachsen. Es ist dieses wohlbekannte Zwicken und Piepen und Pfeifen und Gurgeln und Quietschen in allen erdenklichen Regionen des Körpers, jenes vertraute Grundgrummeln auch dort, wo normale Menschen niemals Körpergeräusche vermuten würden.

Neue Geräusche machen den Läufer hingegen ausgesprochen misstrauisch. In der Schulter zum Beispiel hat es bislang immer nur gejault. Aber seit gestern klappert es da auch. Ob es was Ernstes ist, Dramatisches gar, mit dem ich beim nächsten Lauftreff so richtig angeben kann? Eine Läuferschulter? Ist das lebensbedrohlich? Jedenfalls hatte das in den letzten Monaten niemand. Fix den lateinischen Ausdruck gegoogelt und die ganze Mitläuferbande steht stramm vor Andacht. »Läuferschulter …«, murmeln sie und spüren ganz feste ringsherum um ihren eigenen Schultergürtel. Aber da ist nichts außer dem altbekannten Quietschen. Tjaha, so eine Läuferschulter hättet ihr wohl auch gern, denke ich mir dann. Aber nachmachen ist zu einfach. Ihr Schlingel müsst euch schon eine eigene exotische Krankheit ausdenken. Jeder Läufer hat eben den Ehrgeiz, sein ganz persönliches Zipperlein zu besitzen.

Ähnlich individualistisch geht es bei der Ausrüstung zu. I-pod im Schuh, geruchsvernichtende Silberfasern um Fuß und Knöchel, Tattoo an der Wade, Bandage am Knie, ein durchs lange Laufen unnatürlich verschrumpeltes Dingsbums etwas höher, dazu Nierenwärmer, Pulsgurt, Spiderman-Brille und Goretex-Mütze, alles zusammengehalten von dreilagigem Atmungstextil in den Trendfarben der Mülltrennungsbranche. Natürlich braucht man das ganze Gerümpel nicht. Anders wäre auch nicht zu erklären, warum der Deutsche Meister im Marathon vor 30 Jahren schneller war als seine Nachfolger heute, ganz ohne Sohlen aus der Flugzeugträgerforschung und all dem anderen Schnickschnack.

Ja, wo gelaufen wird, da herrscht Durcheinander bis zur Perma-Verwirrung, da stellen sich Fragen, von denen man bis vor Kurzem noch gar nicht wusste, dass es sie überhaupt geben könnte. Das richtige Training, das optimale Gewicht, was soll ich unbedingt tun, was lieber lassen? Orientierung brauchen wir eben nicht nur in Wertefragen, sondern noch viel mehr beim Laufen. Der ausdauersportlichen Bewusstseins-Industrie, die uns via Fachgeschäft, Magazin, Internet und Sportskameraden zu immer neuen Großinvestitionen verleiten will, stehen wir häufig hilflos gegenüber. Und zwar jeder von uns. In diesem Dschungel der Orientierungslosigkeit gibt es nun Licht. Dieses Buch ist ein Hochsitz mit Superfernrohr. Von hier gibt es schonungslosen Ein- und Überblick, bis hinein in die dunkelste Ecke der gequälten Läuferseele.

Wer zu unserer Gemeinde gehört, der weiß: Dem Läufer, ganz gleich ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Weltmeister, stellen sich Fragen, viele Fragen, die mit zunehmender Dauer der Lauf-Karriere nicht weniger werden, sondern immer mehr. Je tiefer man in den geheimnisvollen Läufer-Kosmos eindringt, desto komplexer wird das scheinbar so simple Zusammenspiel von ein paar Knochen und Muskeln, das zur normalsten Tätigkeit in der Geschichte der Menschheit führt.

Dieses vermeintlich so simple Laufen, das ist ein hochkomplexes dynamisches Körperkunstwerk, ein von Millionen korrespondierender Variablen abhängiger Prozess, dem man sich nur annähern kann. Vollends verstehen wird man Physis und Psyche des Läufers allerdings nie. Das macht diese höchst banale Tätigkeit ja auch so spannend.

Wie groß der Bedarf an Beratung ist, an einfühlsamen Worten, an Trost oder Antrieb, vor allem aber an Klarheit und Verständlichkeit, das erfuhr das Team von SPIEGEL ONLINE schon nach wenigen Folgen der Läufer-Kolumne »Achilles’ Verse«, die 2004 startete.

»Lieber Achim …«, so beginnen lustige, dramatische, kluge und bisweilen hilflose, ja, man muss es sagen, manchmal auch sehr bizarre Fragen, die seitdem täglich aus aller Welt in der unermüdlich schuftenden Sportredaktion von SPIEGEL ONLINE in Hamburg eingehen und von dort, um die gelegentlichen Beschimpfungen gesäubert, nach Berlin weitergereicht werden.

Unter dem Titel »Achilles’ Ferse« kümmert sich zweimal wöchentlich ein kompetentes Trio geduldig, fröhlich und manchmal auch ungehalten um Probleme und Problemchen der größten Glaubensgemeinschaft der Welt: den Läufern.

Der Trainer Jens Karraß, der die zehn Kilometer einst unter 28 Minuten schaffte, sowie Dr. med. Fernando Dimeo, der seinen besten Marathon in 2 Stunden und 19 Minuten bewältigte, sind nicht nur ausgezeichnete Läufer, sondern auch Experten, wenn es mal nicht so läuft. Achim Achilles schließlich ist für philosophische Haushaltsweisheiten zuständig.

Karraß, von Fans auch ehrfürchtig »Das Klemmbrett« genannt, coacht Prominente, gibt Laufkurse und bekämpft gemeinsam mit einer großen Krankenkasse die Volkskrankheit Bewegungsmangel.

Doc Dimeo, gebürtiger Argentinier, leitet die sportmedizinische Abteilung der Charité, der größten deutschen Klinik, und betreut dort zahlreiche Spitzen- und Breitensportler.

Achilles wiederum schöpft aus seinem Erfahrungsschatz, den er in Hunderten von einsamen Trainingsstunden in den Grünanlagen der Hauptstadt angesammelt hat.

Bei allen Unsicherheiten, Unschärfen und Unklarheiten, die eine Beratung per Internet mit sich bringt, hat das Trio Achilles /Dimeo/Karraß bislang Erstklassiges geleistet an Leiben und Seelen ambitionierter Breitensportler und denen, die es noch werden wollen. Das belegen die Dankesschreiben aus aller Welt, die bisweilen gar in eindeutigen Angeboten von emotional aufgewühlten Läuferinnen (und Läufern) gipfeln.

Das Beratungsteam hatte durch seine stete Tätigkeit in den vergangenen zwei Jahren die Chance, die Läufergemeinde intensiv zu beobachten. Das Ergebnis dieser quasi-repräsentativen Studien wird als Weisheitswissen die Basis dieses Werks abgeben. Die rastlose Aufklärungstätigkeit im Dienste des zu allem entschlossenen Ausdauersportlers ist in diesem Buch zusammengefasst, ausgebaut und mit einigen der sensibelsten Achilles-Kolumnen...

Blick ins Buch

Weitere E-Books zum Thema: Sport - Sporttheorie - Sportpsychologie

Vermarktung von Basketball

E-Book Vermarktung von Basketball
Format: PDF

Inhaltsangabe:Einleitung: Die deutsche Basketball Nationalmannschaft – Europameister 1993 in Deutschland, Bronzemedaillengewinner bei der Weltmeisterschaft 2002 in den USA und Silbermedaillengewinner…

Lifelogging

E-Book Lifelogging
Wie die digitale Selbstvermessung unsere Gesellschaft verändert Format: ePUB

Menschen optimieren ihre Körper mit Hilfe von Apps, teilen ihre persönlichen Daten in der Cloud und laufen mit Google Glass durch die Straßen, um ihr Leben als Videoclip mitzuschneiden und für immer…

Lifelogging

E-Book Lifelogging
Wie die digitale Selbstvermessung unsere Gesellschaft verändert Format: ePUB

Menschen optimieren ihre Körper mit Hilfe von Apps, teilen ihre persönlichen Daten in der Cloud und laufen mit Google Glass durch die Straßen, um ihr Leben als Videoclip mitzuschneiden und für immer…

Weitere Zeitschriften

Archiv und Wirtschaft

Archiv und Wirtschaft

Fachbeiträge zum Archivwesen der Wirtschaft; Rezensionen Die seit 1967 vierteljährlich erscheinende Zeitschrift für das Archivwesen der Wirtschaft "Archiv und Wirtschaft" bietet Raum für ...

aufstieg

aufstieg

Zeitschrift der NaturFreunde in Württemberg Die Natur ist unser Lebensraum: Ort für Erholung und Bewegung, zum Erleben und Forschen; sie ist ein schützenswertes Gut. Wir sind aktiv in der Natur ...

BEHINDERTEPÄDAGOGIK

BEHINDERTEPÄDAGOGIK

Für diese Fachzeitschrift arbeiten namhafte Persönlichkeiten aus den verschiedenen Fotschungs-, Lehr- und Praxisbereichen zusammen. Zu ihren Aufgaben gehören Prävention, Früherkennung, ...

BMW Magazin

BMW Magazin

Unter dem Motto „DRIVEN" steht das BMW Magazin für Antrieb, Leidenschaft und Energie − und die Haltung, im Leben niemals stehen zu bleiben.Das Kundenmagazin der BMW AG inszeniert die neuesten ...

CAREkonkret

CAREkonkret

Die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege CAREkonkret ist die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege. Ambulant wie stationär. Sie fasst topaktuelle Informationen und Hintergründe ...

DSD Der Sicherheitsdienst

DSD Der Sicherheitsdienst

Der "DSD – Der Sicherheitsdienst" ist das Magazin der Sicherheitswirtschaft. Es erscheint viermal jährlich und mit einer Auflage von 11.000 Exemplaren. Der DSD informiert über aktuelle Themen ...

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler ist die Fachzeitschrift für die CE- und Hausgeräte-Branche. Wichtige Themen sind: Aktuelle Entwicklungen in beiden Branchen, Waren- und Verkaufskunde, Reportagen über ...

F- 40

F- 40

Die Flugzeuge der Bundeswehr, Die F-40 Reihe behandelt das eingesetzte Fluggerät der Bundeswehr seit dem Aufbau von Luftwaffe, Heer und Marine. Jede Ausgabe befasst sich mit der genaue Entwicklungs- ...