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E-Book

Von Achilles bis Zuckerkandl

Eigennamen in der medizinischen Fachsprache

AutorAndreas Winkelmann
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl335 Seiten
ISBN9783456944708
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis21,99 EUR

Wissenswertes und Kurioses über die Menschen, die ihren Namen in der Medizin hinterlassen haben Wussten Sie schon, dass Alois Alzheimer seine Doktorarbeit über die Ohrenschmalzdrüsen geschrieben hat? Dass es nur eine anatomische Struktur gibt, die nach einer Frau benannt ist? Oder dass Bechterew wahrscheinlich von Stalin ermordet wurde? Ein Lexikon mit fast 500 Kurzbiographien von Medizinern, nach denen über 600 Strukturen und Krankheiten benannt sind.

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt, Vorbemerkung zur zweiten Auflage und Vorwort
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. Y
  26. Z
  27. Anmerkungen zu den Initialen
  28. Quellen
Leseprobe
FabriciusdeAcquap endente,Hieronymus (S. 83-84)

Fabricius de Acquapendente, Hieronymus

(1533–1619) Chirurg und Anatom in Padua, wo er 1594 imUniversitätsgebäude ein anatomisches Theater bauen ließ. Nachdem man bis dahin für öffentliche Leichenzergliederungen, die immer nur im Winter stattfanden, höchstens temporäre Tribünen aufgebaut hatte, war dieses der erste permanente Bau seiner Art auf der Welt. Umso erstaunlicher ist, dass das anatomische Theater von Padua, im Gegensatz zu vielen anderen, immer noch existiert. Es wurde immerhin bis 1872 für Demonstrationen genutzt und ist inzwischen einMuseum. Um einen kleinen ovalen Raum für einen Präpariertisch erheben sich sechs steile, enge Ränge, in denen man nur stehen, nicht sitzen konnte.

Für Goethe, der auf seiner ersten Italienreise vorbeischaute, war es zu eng: «In einemspitzen hohen Trichter sind die Zuhörer übereinander geschichtet. Sie sehen steil herunter auf den engen Boden, wo der Tisch steht, auf den kein Licht fällt, deshalb der Lehrer bei Lampenschein demonstrieren muß.» Fabricius gilt als der größte Chirurg der italienischen Renaissance. Er beschrieb unter anderem Techniken für Tracheostomie und Pleuradrainage. Außerdem hinterließ er ein monumentales, wenn auch unvollendetes Werk zur vergleichenden Anatomie der Tiere (Totius animalis fabricae theatrum). Sein Ruhm ging so weit über Italien hinaus, dass der König von Polen ihn (schriftlich) konsultierte und ihm für seine Dienste eine goldene Kette schickte. Er kam durch solcheKonsultationen zu großem Reichtum, behandelte aber weiterhin die Armen ohne Bezahlung.

Bursafabricii: Das lymphatische Organ der Vögel, dem die B-Lymphozyten ihren Namen verdanken. Deren Reifung findet beim Menschen im«Bursa-Äquivalent» statt, dessen Ort lange Zeit unbekannt war, das aber inzwischen imKnochenmark lokalisiertwurde (weshalb B jetzt auch für BoneMarrow stehen kann).

Fallopio, Gabriele
Fallopio,Gabriele (1523–1562) Professor der Anatomie, Chirurgie und Botanik in Pisa und Padua. Er beschrieb unter anderem die Chorda tympani und gab derVagina und der Plazenta ihreheutigen Namen. In Pisa wurde er angeschuldigt, lebende Kriminelle seziert zu haben, aber die Anschuldigungen stellten sich als falsch heraus. In seinemWerk De morbo gallico («Über die französische Krankheit», also Syphilis) empfahl Fallopio dem Manne zur Verhütung der Übertragung von Geschlechtskrankheiten die Verwendung eines Leinentüchleins, das entweder unter der Vorhaut befestigt oder sogar in die Harnröhre gesteckt werden sollte.

Auch wenn es Kondome verschiedener Art schon seit der Antike gab, scheint er doch einer der Ersten gewesen zu sein, der diese zu solch medizinischen Zwecken empfahl, während vorher eher magische oder dekorative Ziele verfolgt worden waren. Praktikablere Kondome aus Schafsblinddarm, denen auch empfängnisverhütende Wirkung zugeschrieben wurde, kamen aber erst im 17. Jahrhundert in Gebrauch.

Fallopian tube, Tuba uterina: Der englische Begriff für den Eileiter ist in der englischsprachigen Welt so geläufig, dass es verwundert, dass er in Deutschland nie in Gebrauch gekommen ist. Eileiter ist natürlich ein eingängiges Wort, während Fallopische Röhre nicht sehr schön klingt.
Canalis fallopii, Aquaeductus fallopii, Canalis nervi facialis: Im Deutschen eben falls ungebräuchlicherName für denKanal im Felsenbein, in dem der N. facialis am Innenohr vorbeizieht.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt10
Vorbemerkung zur zweiten Auflage11
Vorwort zur ersten Auflage12
Danksagungen14
Hinweise zu den Einträgen15
A18
B30
C58
D76
E88
F98
G108
H124
I148
J152
K156
L172
M188
N208
O216
P222
Q236
R240
S254
T274
U284
V288
W298
Y314
Z318
Anmerkungen zu den Initialen322
Quellen325

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