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E-Book

Adipositas bei Kindern und Jugendlichen einmal anders

Die BABELUGA-Methode: Prävention, Therapie, Selbstmanagement

VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl337 Seiten
ISBN9783456947037
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis35,99 EUR
Welcher Weg ist der richtige, um übergewichtigen oder adipösen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien sinnvoll zu helfen oder sie am besten noch zu erreichen, bevor das Gewicht ein echtes Problem geworden ist? Das Buch möchte diese Frage auch und gerade für diejenigen beantworten, die für herkömmliche Programme nicht geeignet sind: Kinder und Jugendliche mit mangelnder Motivation, Sprachproblemen, fehlender Gruppenfähigkeit, in schwierigen Lebenssituationen usw. Das BABELUGA-Team hat in den letzten 10 Jahren ein modulares Selbstmanagementkonzept entwickelt. Es kann für Prävention und Therapie in gleicher Weise genutzt werden, da es auf ganz einfachen "Botschaften" basiert, die mit unterschiedlicher Intensität und Methodik in Beratung und Therapie verwendet werden. Braucht es zum Thema Adipositas noch ein weiteres Buch? Gibt es nicht schon genug Manuale, Ratgeber, Kochrezepte, Tabellen? Diese Frage möge jede(r) für sich beantworten, wenn er/sie die "BABELUGA-Methode" ausprobiert hat. Sie ermöglicht es, den individuellen Weg Richtung Normalgewicht und Lebensqualität zu finden, kann aber auch gemeinsam Spaß machen. Es geht um Ressourcenorientierung, Sensibilität für den kulturellen Hintergrund und positive Erfahrungen. Genug der Theorie - erst lesen, nachdenken/ nachfragen und sich dann auf den Weg machen! Aber Vorsicht! Nach unserer Erfahrung sind es die vielen kleinen Schritte, die zu großen Veränderungen führen können!

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Geleitworte
  3. Vorwort
  4. 1 Wer braucht was?
  5. 2 Die BABELUGA-Baustellen- Methode
  6. 3 Weiterführende Aspekte der Adipositas und ihrer Behandlung bei Kindern und Jugendlichen
  7. Anhang
  8. Die Autorinnen und Autoren
Leseprobe
"3 Weiterführende Aspekte der Adipositas und ihrer Behandlung bei Kindern und Jugendlichen (S. 223-224)

3.1 Das große Einmaleins der Energiebilanz
Heiko Krude

3.1.1 Biologie des Körpergewichts


Warum wird ein Kind dick? Diese Frage ließe sich leicht beantworten, wenn man sich nur an den Gesetzen der Thermodynamik orientierte. Hiernach besteht eine Energiehomöostase in dem Sinne, dass eine Differenz von Energiezufuhr und Energieverbrauch als Energie gespeichert werden muss, z. B. als Fett. Man könnte also leicht argumentieren, dass dicke Kinder zu viel Energie aufnehmen und zu wenig Energie verbrauchen und die zusätzliche Energie als Körperfett speichern. Dies ist natürlich eine zu einfache und deshalb nur vorläufige Antwort, aber sie soll uns vor allem zu den Grundlagen der komplexen Regulation des Körpergewichts führen, deren Verständnis einen tieferen Blick in den Energiefluss unseres Körpers erlaubt und eine vielleicht differenziertere Antwort auf unsere Eingangsfrage ermöglicht.

Dass das Energiegleichgewicht des Menschen eine wirklich sensible Größe darstellt, die leicht aus dem Lot geraten kann, zeigt ein Rechenbeispiel, das von dem Essverhalten eines Durchschnittseuropäers mit 70 kg Körpergewicht ausgeht (Weigle 1994): Ein solcher Mensch isst, wenn er den aktuellen Ernährungsempfehlungen folgt, zwischen seinem 30. und 40. Lebensjahr Nahrungsmittel mit einem Energiewert von ca. neun Millionen Kilokalorien. Seiner normalen Altersentwicklung entsprechend nimmt er in diesem Zeitraum 2,5 kg an Gewicht zu, das als gespeichertes Körperfett einem Energiewert von ca. 15 600 Kilokalorien entspricht.

Demnach hat dieser glückliche Mensch in dem gleichen Zeitraum 8 984 400 Kilokalorien Energie verbraucht. Wäre der Verbrauch nur einen einzigen Prozentpunkt geringer gewesen, hätte er 89 844 Kilokalorien mehr gespeichert und würde nun 14,3 kg mehr wiegen. Diese erstaunlichen Zahlen, die die Präzision anzeigen, mit der die Energieaufnahme mit dem Energieverbrauch ins Gleichgewicht gebracht werden muss, um eine Gewichtszunahme zu verhindern, könnten einen dazu verleiten, die anfangs gestellte Frage neu zu formulieren und sich zu wundern, warum ein Kind überhaupt in der Lage ist, sein Körpergewicht zu halten und nicht dick zu werden, was den meisten Kindern heutzutage noch immer gelingt. Betrachtet man nun noch den Gewichtsverlauf von Kindern in den ersten Lebensjahren, so zeigt sich eine sehr dynamische und genau regulierte Entwicklung des Gewichts.

Säuglinge folgen unbewusst einem Gewichtsverlauf, der in den ersten 12 Lebensmonaten zunächst rasant ansteigt, um dann diesen Babyspeck über die folgenden Jahre bis zum Vorschulalter wieder zu verlieren. Hierbei verläuft die individuelle Entwicklung meist parallel zu den BMI-Perzentilen ohne stark oszillierende Abweichungen. Folgt man den Prinzipien des Energiegleichgewichts, so können diese altersabhängigen Änderungen des Körpergewichts nur erreicht werden, wenn sich in der Zeit der Babyspeckbildung das Energiegleichgewicht in Richtung «mehr Energieaufnahme» ändert und in Zeiten der Babyspeckabbaus auf «mehr Energieverbrauch» umgeschaltet wird. Es scheint also nicht nur ein sehr präzise reguliertes Energiegleichgewicht zu geben, sondern dieses Gleichgewicht scheint darüber hinaus einer – dem entsprechenden Alter des Kindes angepassten – Sollwerteinstellung zu folgen."
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Geleitworte10
Vorwort14
1 Wer braucht was?18
1.1 Indikationen für eine Adipositas- Therapie18
1.2 Therapeutische Wirkfaktoren24
1.3 Identifizierung von Risikogruppen und Behandlungsplanung34
1.4 Migration und soziale Lage42
1.5 Das kleine Einmaleins der Energiebilanz49
Literatur zu Kapitel 155
2 Die BABELUGA-Baustellen- Methode60
2.1 Veränderungspfade60
2.2 Die «BABELUGA-Baustellen»97
2.3 Exemplarische Wege durch die BABELUGA-Baustellen ( Fallbeispiele: Prävention, Migration, schlechte soziale Lage)201
Literatur zu Kapitel 2219
3 Weiterführende Aspekte der Adipositas und ihrer Behandlung bei Kindern und Jugendlichen224
3.1 Das große Einmaleins der Energiebilanz224
3.2 Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei in Deutschland lebenden Kindern und Jugendlichen234
3.3 Wunsch und Realität in der Kinderernährung242
3.4 Kultursensibler Umgang mit der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund - Berichte aus der Praxis255
3.5 Inaktivität und ihre Bedeutung für die kindliche Adipositas273
3.6 Adipositas und Mediensucht im Kindes- und Jugendalter280
3.7 Essanfälle im Kindes- und Jugendalter293
3.8 Selbstmanagement in der Therapie von adipösen Kindern und Jugendlichen und ihren Familien300
Literatur zu Kapitel 3319
Anhang330
Das BABELUGA-Baustellen-Material330
Die Autorinnen und Autoren334

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