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Advance Care Planning / Behandlung im Voraus Planen: Konzept zur Förderung einer patientenzentrierten Gesundheitsversorgung

Juristische, theologische und medizinethische Perspektiven

VerlagNomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Erscheinungsjahr2019
Seitenanzahl267 Seiten
ISBN9783845289663
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis81,00 EUR
Das Potential von Advance Care Planning (ACP; deutsch: Behandlung im Voraus Planen) für eine patientenzentrierte Gesundheitsversorgung ist in Deutschland erst in den letzten Jahren gewürdigt worden. Zudem findet das Konzept durch seine Aufnahme in das Hospiz- und Palliativgesetz als 'gesundheitliche Versorgungsplanung' und damit in die Regelversorgung gesetzlich versicherter Einrichtungsbewohner zunehmende Beachtung. ACP ist eine Anregung zur Auseinandersetzung mit Fragen des eigenen Lebens und Sterbens und ermöglicht insbesondere, lebensverlängernde Behandlung unter definierten Bedingungen im Voraus wirksam zu begrenzen. Dabei stellen sich eine Reihe ethischer und rechtlicher Fragen. Die Herausgeber befassen sich seit Jahrzehnten mit Fragen ethisch und rechtlich angemessener medizinischer Behandlung an den Grenzen des Lebens. Für diesen Band haben sie ausgewiesene Experten der Rechtswissenschaften, der Medizin und der Theologischen Ethik um eine Auseinandersetzung mit ACP gebeten. Mit Beiträgen von Michael Coors, Stephan Ernst, Monika Führer, Martin Hein, Paul Hüster, Wolfram Höfling, Kathrin Knochel, Volker Lipp, Andreas Lob-Hüdepohl, Georg Marckmann, Stefan Meier, Thomas Otten, Stephan Rixen, Jochen Sautermeister, Jürgen in der Schmitten, Josef Schuster

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Cover1
Juristische Perspektiven auf ACP / BVP9
Chancen, Risiken und Grenzen von BVP aus gesundheits(verfassungs)rechtlicher Sicht11
I. Problemaufriß und Übersicht11
II. Der (modelltheoretische) (verfassungs)normative Ordnungsrahmen12
III. Zur Einordnung von ACP/BVP14
1. Ausgangsbefund: Idealtypisches Normprogramm und widerständige Lebenswirklichkeit14
2. „Sackgasse Patientenverfügung“? – Ausweg „ACP/BVP“?15
IV. Kritische Rückfragen17
1. Positive Grundkonzeption: Stärkung der Selbstbestimmung durch institutionell eingebettete, kontinuierliche und professionell begleitete Kommunikationsprozesse17
2. Kritikpunkte17
3. „Vertreterverfügung“ zwischen Konkretisierung des mutmaßlichen Willens und originärer Drittentscheidung19
V. Schlußbemerkungen21
Advance Care Planning und Patientenvertreter23
I. Einführung23
II. Rechtliche Grundlagen der Behandlung von Schwerstkranken und Sterbenden24
III. Der Patientenvertreter27
IV. Patientenverfügung und andere vorsorgliche Willensbekundungen30
V. Entscheidungsspielraum des Patientenvertreters33
VI. Behandlung im Voraus Planen (BVP) und Advance Care Planning (ACP)34
Umsetzung von Advance Care Planning im Rahmen der GKV: Kritische Analyse der Vereinbarung nach § 132 g Abs. 3 SGB V vom 13. 12. 201741
1. Einleitung41
2. Überblick über die Vereinbarung42
2.1 ACP/BVP als Leitbild42
2.2 Respekt vor dem Willen der betroffenen Menschen, Freiwilligkeit43
2.3 Zum Profil der Leistung44
2.4 Qualifikation45
2.5 Vergütung46
3. Ausgewählte Probleme46
3.1 ACP-Bezug: Konzept und Kompetenzen46
3.2 Koordination49
3.3 Evaluierung51
3.4 Modellprojekte bzw. Modellregionen52
4. Ausblick52
Theologische Perspektiven auf ACP / BVP55
Lebens-Schutz – Sterbens-Schutz: ein Plädoyer für ACP57
A Problemstellung57
B Beobachtungen60
1. Die heutigen Vorzeichen von Kranksein, Altern und Sterben werden weitgehend ignoriert60
2. Der Verweis auf die Palliativmedizin unterstreicht: Der Medizin als Ganzes scheint der kompetente und verantwortliche Umgang mit dem Sterben weitgehend verloren gegangen61
3. Die Sorge vieler Menschen, am Lebensende in ihrer individuellen Bedürftigkeit aus dem Blick zu geraten, ist berechtigt62
4. Die menschlichen Lebensgrenzen werden systematisch weiter ausgedehnt66
5. Der Ausbau und das breitere Bekanntmachen von Palliative Care sind kein Allheilmittel66
6. Von der Notwendigkeit einer Medizin, die in ihrer Gesamtheit wieder zu einer Haltung des Respekts vor der Begrenztheit des Lebens findet68
C Herausforderungen69
1. Wir müssen realisieren, dass menschliches Verfügen über das Lebensende zur medizinischen Routine geworden ist69
2. Wir müssen uns der Sorge vor einem fremdbestimmten Altern und Sterben vorurteilsfrei und offen stellen70
3. Wir sollten Anwälte der Begrenztheit des Lebens sein70
4. Lebensschutz bedeutet auch „Sterbensschutz“71
5. Ein von ökonomischen Interessen dominiertes Gesundheitswesen bedarf unseres entschiedenen Widerspruchs71
6. Wir müssen die Verantwortung aller medizinischen Disziplinen für den ganzen Menschen, insbesondere auch für das Sterben, einfordern, anstatt nur den Ausbau der Palliative Care72
7. Wir sind herausgefordert, dazu beizutragen, dass Menschen nicht Objekt, sondern Subjekt sie betreffender medizinischer Entscheidungen sind72
8. Ein Plädoyer für gesundheitliche Vorausplanung73
D „Herr, dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt!“74
Selbstbestimmt sterben – Ethische Kriterien zu Sterbehilfe, Patientenautonomie und Patientenverfügungen77
1. Verhältnismäßigkeit als Kriterium kirchlicher Aussagen zur Sterbehilfe78
2. Verhältnismäßigkeit als Kriterium verantwortlichen Handelns in der Medizin79
3. Anwendung des Verhältnismäßigkeitsprinzips82
3.1. Behandlungsverzicht und Behandlungsabbruch, indirekte und direkte Sterbehilfe82
3.2. Patientenautonomie und Fürsorge86
3.3. Patientenverfügungen und wirkungsvolle Festlegung des eigenen Willens89
Gesundheitliche Vorausplanung (ACP) – Anmerkungen aus philosophisch-theologischer Sicht95
1. Ausgangslage: Das Gesetz zur Patientenverfügung und seine Grenzen95
2. Die Mehrdeutigkeit des Ausdrucks „Autonomie”97
2.1 Der Zusammenhang von Autonomie, Menschenwürde und Gottebenbildlichkeit99
2.2 Autonomie und Fürsorge100
2.3 Autonomie und Selbstbestimmung103
3. Die Antwort auf Desiderate der Patientenverfügung103
4. Förderung einer Kultur der Endlichkeit106
Gelassen.Gestalten. Moraltheologische Erkundungen zum „Advance Care Planing“109
I. „Sorgt Euch nicht um euer Leben…“ (Mt 6,23)– der biblische Ausschluss für ein Advance Care Planing?109
II. „Der Macht der eigenen Entscheidung überlassen“ (Sir 15,14)– selbstverantwortete Lebensführung als Manifestation der Gottebenbildlichkeit113
III. ‚Vorsorglich vergewissern‘ – Selbstbestimmung durch dialogisch-beratene Gewissensentscheidung116
IV. ‚Gelassen Gestalten‘ – Sterben jenseits von Schicksal und Machsal122
V. Prognose oder Zukunft? – Plädoyer für das Offenhalten persönlicher Lebensgeschichte127
Advance Care Planning aus der Perspektive evangelischer Ethik131
1. Vorbemerkung: Eine verspätete Debatte131
2. Advance Care Planning: Ein Paradigmenwechsel in Behandlung und Pflege133
2.1 Die Krise der klassischen Patientenverfügung133
2.2 Ein Fallbeispiel134
2.3 Das Kommunikationsdefizit in der bisherigen Praxis136
3. Advance Care Planning als Gestaltungsaufgabe137
3.1 Ein Nachholbedarf137
3.2 Advance Care Planning als umfassende Bildungsaufgabe139
4. Grundsätzliche Fragen141
4.1 Freiwilligkeit und Autonomie: Anfragen141
4.2 Konfligierende Interessen142
4.3 Theologische Aspekte143
4.4 Eine Kultur des Vertrauens144
5. Einige ethische Leitlinien145
5.1 Autonomie und Selbstbestimmung: Der Mensch als von Gott Angesprochener145
5.2 Verantwortung146
5.3 Entscheidungen in Grenzsituationen: Bedeutung der Seelsorge147
5.4 Umgang mit Komplexität149
5.5 Krankheit und Tod als soziale Ereignisse149
5.6 Die Würde des Menschen und das göttliche Mandat zur Sorge150
Zur ethischen Bewertung von „Advance Care Planning“ (ACP) aus evangelisch-theologischer Perspektive153
1. Zur Diskussion über die Reichweite von Patientenverfügungen in der evangelischen Kirche154
2. Lebensschutz und Selbstbestimmung in evangelisch-theologischer Perspektive157
2.1 Das von Gott geschaffene Leben schützen157
2.2. Kommunikative Freiheit im Umgang mit dem von Gott anvertrauten Leben162
3. Zum Problem vorausverfügender selbstbestimmter Entscheidungen163
4. Was kann „Advance Care Planning“ leisten, und was nicht?165
Literatur167
ACP/BVP als vulnerabilitätssensibler Beitrag zu prospektiver Identitätsarbeit. Bedeutung und Konsequenzen für das Instrument der aufsuchenden Beratung aus theologisch-ethischer Perspektive171
1. Anliegen, Handlungskontext und normative Leitperspektiven von ACP/BVP171
2. ACP/BVP als Instrument zur Realisierung von Patientenautonomie174
3. ACP/BVP als spezifisches Instrument für prospektive Identitätsarbeit179
4. Anforderungen an die aufsuchende Beratung im Rahmen von ACP/BVP182
5. ACP/BVP und persönliche Gewissensbildung im Kontext von Gesundheit, Krankheit, Sterben und Tod186
6. Ausblick: ACP/BVP im Kontext eines christlichen Ethos’ des Helfens und Befähigens188
Vernetzung und Projektkoordination bei der regionalen BVP-Implementierung: theologische Inspirationen für eine unterschätzte Herausforderung191
Einführung: Die Sicherung des Patientenwillens im regionalen Kontext191
Planvolle Ausdifferenzierungen der Prozessebenen192
Die Spannung von empathischem Engagement und Professionalität194
Kulturveränderung197
Theologischer Exkurs: Inkulturation in den Kategorien der Zielkultur200
Netzwerkarbeit202
Kommunikation – komplexe Anliegen zielgruppenorientiert vermitteln204
Ressourcenplanung: Vollbedarfsfinanzierung im Samaritergleichnis204
Ausblick205
Medizinethische Perspektiven auf ACP / BVP207
Konventionelle Patientenverfügungen im Krankenhaus – ein nicht eingelöstes Versprechen209
1. Die Patientenverfügung als gesellschaftlich gewolltes Instrument der gesundheitlichen Vorplanung209
2. Das nicht eingelöste Versprechen und seine Ursachen210
A. Formal-logistische Probleme211
B. Inhaltliche Ursachen212
C. Grundsätzliche Einwände218
3. Konsequenzen für den Umgang mit konventionellen Patientenverfügungen im Krankenhaus220
4. Welchen Beitrag können Advance Care Programme zur Verbesserung der gesundheitlichen Vorausplanung leisten?221
Literaturverzeichnis223
Advance Care Planning: Ärztliche Fürsorge im Dienste der Patientenautonomie227
I. Zur faktisch ungebrochenen Reichweitenbeschränkung konventioneller Patientenverfügungen (Autonomie-Plazebos): Systemversagen oder Systemwirken?227
II. Patientenorientierung durch Advance Care Planning / Behandlung im Voraus Planen: Chance für einen kulturellen Wandel234
III. Zum Verhältnis der medizin-ethischen Prinzipien Autonomie und Fürsorge (Benefizienz) in Bezug auf Advance Care Planning237
Literatur244
Vorausplanung von Behandlungsentscheidungen bei Kindern und Jugendlichen: Neue Perspektiven durch das Konzept des Advance Care Planning (ACP)247
1 Einleitung247
2 Advance Care Planning: ein neues Konzept für die effektive Vorausplanung von Behandlungsentscheidungen248
3 Ethische und rechtliche Grundlagen der Vorausplanung bei Minderjährigen249
3.1 Behandlungsentscheidungen bei Minderjährigen249
3.2 Bedeutung der Vorausplanung bei Minderjährigen250
3.3 Möglichkeiten der Vorausplanung bei Minderjährigen252
4 Strukturierte Vorausplanung bei Kindern und Jugendlichen255
4.1 Gesprächsbegleitung bei der Erstellung einer Vorausverfügung255
4.2 Voraussetzungen für die effektive Umsetzung der Vorausplanung257
5 Nutzen der Vorausplanung bei Kindern und Jugendlichen258
6 Erfahrung mit der Vorausplanung bei Kindern und Jugendlichen259
7 Fazit261
8 Literatur262
Autoren265

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