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E-Book

Agil führen - inkl. Arbeitshilfen online

Neue Methoden für moderne Führungskräfte

AutorSilke Sichart, Jörg Preußig
VerlagHaufe Verlag
Erscheinungsjahr2019
Seitenanzahl332 Seiten
ISBN9783648124321
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis25,99 EUR
Das Buch gibt mit verständlichen Erläuterungen einen Überblick über die Grundlagen agiler Führung. Mit praxiserprobten Methoden, konkreten Beispielen, Visualisierungen und Übungen zur Selbstreflexion unterstützen die Autoren Sie dabei, agile Prinzipien und Werte in Ihren eigenen Führungssalltag umzusetzen. Inhalte: - Die Basis agiler Führung - Kompetenzen, Aufgaben und Rollenverständnis - Führung und Kommunikation - Die agile Toolbox: das agile Prozessmodell Scrum, RetrospektivenArbeitshilfen online: - Videos - Nützliche Checklisten - Agile Tools

Silke Sichart, M.A. Germanistik/Philosophie, ist Mit-Geschäftsführerin von plan a - Beratung für Organisations- und Personalentwicklung und campus B Plattform für die Entwicklung von Beratungskompetenz. Zertifizierte Coaches, Trainer und Berater. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Change-Management und Führungskräfteentwicklung. (plan-a-consulting.de und campus-B.com)

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Leseprobe

1 Wozu agiles Führen?


Agiles Führen, Digital Leadership, Führen 4.0 – es gibt mittlerweile viele Begriffe, die allesamt für ein neues, modernes Führungsverständnis in Organisationen stehen. Doch warum braucht es überhaupt eine neue Art der Führung?

Aufgrund der rasanten Entwicklung technischer Innovationen, der Digitalisierung, der Internationalisierung und des Wandels hin zur Wissensgesellschaft haben sich die Rahmenbedingungen unseres Alltags und unseres Arbeitens grundlegend verändert.

Jeremy Rifkin, Vordenker und Politikberater, interpretiert unsere Zeit daher auch als dritte industrielle Revolution: »Wir befinden uns inmitten einer tiefgreifenden Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen, weg von hierarchischer, hin zu lateraler Macht.«1 Er beschreibt damit ein Kippen unserer Strukturen um 90 Grad: weg von einer vertikalen (hierarchischen) hin zu einer horizontalen (kooperativen) Struktur.

  • All unsere Lebensbereiche werden durch die Digitalisierung beeinflusst: die Strukturen und Prozesse in Unternehmen, Geschäftsmodelle, unsere Art zu kommunizieren und unsere Zusammenarbeit. Unsere Gesellschaft und unser Arbeiten sind geprägt durch Social Media, E-Commerce, das Internet of Things, Big Data und Artificial Intelligence. Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche können wir auf Informationen, Dienstleistungen und Produkte zugreifen. Die Digitalisierung treibt das Tempo vieler Geschäftsprozesse an; immer mehr Aufgaben sind rasch und zeitgleich zu bewältigen. Die Dynamik nimmt zu.
  • Die Erwartungen der Kunden, stets schnelle, innovative und individualisierte Lösungen für ihre Probleme, Wünsche und Bedürfnisse zu erhalten, sind ins Zentrum gerückt. Markt- und Kundenbedürfnisse ändern sich rascher. Ereignisse und Entwicklungen sind unvorhersehbarer und weniger planbar geworden.
Vom schwerfälligen Dampfer zum wendigen Schnellboot

Es ist erfolgsentscheidend, dass Unternehmen rasch auf Marktveränderungen reagieren können, dass sie Schnellboote2 sind statt großer Dampfer: flexibel und flink. Während früher Prognosen, Planung und deren effektive Umsetzung Erfolgsfaktoren für Unternehmen waren, ist es heute in erster Linie die Fähigkeit zu schneller und flexibler Adaption sich ständig verändernder Rahmenbedingungen.

All dies stellt Führungskräfte und deren Teams vor die Herausforderung, schnell, innovativ und kompetent auf die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen zu reagieren. Agile Prinzipien wie beispielsweise die Dezentralisierung und Selbstorganisation von Teams machen Unternehmen dabei besonders erfolgreich.3 Langwierige hierarchische Entscheidungsprozesse erweisen sich zunehmend als hinderlich.

Doch nicht nur von außen wirken Änderungen auf Unternehmen ein. Auch innerhalb der Organisationen gibt es Veränderungen und neue Trends: Fragen nach der Sinnhaftigkeit der Arbeit, nach Kommunikation auf Augenhöhe und individuellen Entwicklungsmöglichkeiten rücken stärker ins Zentrum. Viele Führungskräfte realisieren, dass junge Mitarbeiter in die Organisationen kommen, die traditionelle Führung infrage und althergebrachte Karriere- und Motivationssysteme auf den Kopf stellen. Gleichzeitig bestimmen der Austausch über Social Media sowie Homeoffice und flexible Arbeitszeiten unser (Zusammen-)Arbeiten. Die Präsenzkultur schwindet zunehmend. Nie zuvor wurde so eng vernetzt über Orts- und Zeitgrenzen hinweg miteinander gearbeitet. Mitarbeitern und Kunden stehen völlig neue Möglichkeiten aktiver Beteiligung zur Verfügung. Flache Hierarchien und Selbstorganisation in Netzwerken prägen das Bild.

Die Unternehmen von morgen fördern das Experimentieren, den Mut, Fehler zu machen, organisieren in Lernzyklen den Austausch über Fehlschläge und Missgeschicke und schaffen offene Netzwerke, in denen die Mitarbeiter gemeinsam mit Kunden und Partnern die Weiterentwicklung gestalten.

Es gilt inzwischen als unumstritten, dass nur diejenigen Organisationen erfolgreich bleiben oder sogar gestärkt in die Zukunft blicken können, die es schaffen, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und eine umfassende Transformation einzuleiten.

Damit es den Organisationen gelingt, sich auf diese veränderten Rahmenbedingungen einzustellen, die Veränderung von Haltung, Prozessen, Strukturen und Zusammenarbeit einzuläuten und umzusetzen, braucht es Führung. Es braucht Führungskräfte,

  • die sich und ihren Mitarbeitern angesichts der zunehmenden Orientierungslosigkeit Orientierung geben können,
  • die sich auf Neues einstellen und Neues initiieren können,
  • die begeistern und motivieren können,
  • die sich selbst und ihre Mitarbeiter befähigen, ihre Potenziale zu entfalten.

Es braucht moderne Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter durch die VUCA-Welt begleiten.

In den folgenden Abschnitten stellen wir die Aspekte dar, die wir als besonders relevant für das Verständnis von agiler Führung erachten.

1.1 Wir leben in einer VUCA-Welt


Inzwischen hat der Begriff VUCA in die Welt der Wirtschaft Einzug gehalten. Das Akronym, dessen Buchstaben für Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity stehen, beschreibt kurz und knapp die wesentlichen Rahmenbedingungen unserer modernen Arbeitswelt.

Wofür VUCA steht
VolatilitätHohe Schwankungen, Unbeständigkeit
UnsicherheitUnkenntnis über die Entwicklungen, Unberechenbarkeit, völlig neue Märkte entstehen
KomplexitätVielfältige Verknüpfungen, wechselseitige Beeinflussung, Abhängigkeiten von unterschiedlichsten Seiten
AmbiguitätWidersprüche, Rollenkonflikte, Mehrdeutigkeit

All diese Faktoren machen es erforderlich, dass sich Führungskräfte anders ausrichten, als sie es bisher getan haben. Ein Schlüssel dazu ist Agilität. Sie macht es möglich, in einem unsicheren und dynamischen Umfeld anpassungsfähig, flexibel und schnell zu agieren und zu reagieren. Dabei vereint Agilität Werte, Verhaltensweisen und unterschiedliche Methoden. Es geht nicht nur um organisatorische Prozesse und Prozessmethoden. Agiles Vorgehen betrifft immer auch soziale und kommunikative Aspekte und ist daher auch eine besondere Art der Führung.

Deutsche traditionelle Unternehmen können viel von den digitalen Vordenkern im Silicon Valley oder in der Start-up-Szene in Berlin lernen. Dort können wir agile Führung beobachten. Die eigenen Prozesse und Herangehensweisen werden immer wieder infrage gestellt, um sich ständig weiterzuentwickeln, zu lernen und innovativ zu sein.

1.2 Megatrends


Abb. 1: Entwicklungen und Megatrends (Quelle: www.zukunftstinstitut.de)

Die Trend- und Zukunftsforschung beobachtet und beschreibt systematisch neue Entwicklungen. Sie analysiert die Veränderungen unterschiedlicher Bereiche unserer Gesellschaft, begonnen bei den Konsumgewohnheiten der Verbraucher über Medien und Technologien bis hin zu unserer Arbeitswelt. Sie identifiziert und verfolgt die Auswirkungen von Trends auf verschiedene Branchen und Märkte und letztlich auch auf jeden Einzelnen von uns. Ihr Fokus liegt unter anderem auch auf den Megatrends. Megatrends sind die Hauptreiber des Wandels unserer Gesellschaft und Wirtschaft.

Die Megatrends unserer Zeit sind Vernetzung, Globalisierung, Individualisierung, Wissensgesellschaft, Ökologie, Gesundheit und New Work. All diese Aspekte haben unmittelbare Auswirkungen auf die Gestaltung von Führung. Daher ist es für Führungskräfte zunehmend relevant, sich mit Trends innerhalb und außerhalb der eigenen Organisation zu beschäftigen, um die eigenen Mitarbeiter und die eigene Organisation in Zukunft führen und in die Zukunft führen zu können.

1.3 Komplexität


Viele zentrale Erkenntnisse zur aktuellen Situation der Führung lassen sich auch aus der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) ableiten.4 In einem Vortrag für das Forum »Gute Führung« dieser Initiative hat Professor Peter Kruse, Organisationspsychologe der Universität Bremen, die Ergebnisse seiner Studien vorgestellt. Er beschreibt, was »gute Führung« in der Zukunft bedeuten kann.5

Kruse geht davon aus, dass sich in unserer vernetzten Welt die Komplexität unaufhaltsam steigert, während gleichzeitig die Planbarkeit durch Ungewissheit der Entwicklung und Überraschungen stetig sinkt. Sein Fazit: Traditionelle Führung passt unter diesen Umständen nicht mehr. Es geht nicht mehr um das Ausrichten unseres Handelns auf ein klares Ziel hin, sondern um die Reduktion von Komplexität durch Mustererkennung. Die Führungskraft ist nicht...

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