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E-Book

Akute organische Psychosen

Bewusstseinsstörungen und Bewusstsein

AutorJohann Friedrich Spittler
VerlagPabst Science Publishers
Erscheinungsjahr2001
Seitenanzahl218 Seiten
ISBN9783936142006
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR
Dieses Buch verfolgt mehrere Ziele. Einerseits wurden 300 akute organische Psychosen von den Durchgangssyndromen bis zum Koma untersucht (empirische Perspektive). Bei ersteren findet sich korrelationsstatistisch wie auch als 1. Hauptkomponent ein 'attentions-, denk- und handlungs-kontroll-gestört-amnestisches Syndrom', das "Kernsyndrom" organischer Psychosen. Die Korrelationsanalyse lässt ein 'unruhig-delirant-paranoides Syndrom' abtrennen, während die 2. Hauptkomponente eine vielen organischen Psychosen gemeinsame reaktive Beunruhigung anzeigt. In einem diagnostischen Prozess werden Befunde und Syndrome für eine mögliche Diagnose bewertet (methodologische Perspektive). Aus statistischen Analysen und Kasuistiken wird die interdependente Interpretation und die implizite Attribuierung von Befunden in Bezug auf ihre diagnose-indikative Bedeutung herausgearbeitet. Den diagnostischen Prozess kennzeichnen multiple Parallelität, Pro- und Retrospektivität und permanente Plastizität. In der Evolution unseres Kosmos zeigen Bewusstseinsstörungen und diagnostischer Prozess eine zunehmende Komplexität der Phänomene (erkenntnistheoretische Perspektive), für die auf die Mathematik komplexer Systeme ('Chaostheorie') Bezug genommen wird. Auf der anorganisch-physikalischen, der biologischen und der geistigen Ebene zeigt sich eine evolutionär abnehmende Objektivität adäquater Untersuchungsmethoden und eine abnehmende Beweisbarkeit von Allgemeingültigkeitsaussagen. Die gegenüber den physikochemischen und den biologischen Vorgängen 'emergenten' geistig-seelischen Bewusstseins-Funktionen (neurophilosophische Perspektive) zeigen eine besondere, alle menschlichen Handlungen bestimmende Eigenschaft: die Intentionalität iS. der bewusst wie unbewusst suchend-zielverfolgenden Absichtlichkeit mit ihren 'supervenienten' Zielen. In der Folge der anorganischen ziellos-zwangsläufigen Gesetzmäßigkeit, der biologischen Zweckmäßigkeit, der Zweckbestimmtheit von Instinkthandlungen und der Zielsetzung menschlichen Handelns wird eine evolutionäre Entwicklungsreihe gesehen, die weder mit der Komplexität der Strukturen noch mit der Neurophysiologie erschöpfend zu beschreiben ist, die eliminativ verdrängte, 'unwissenschaftliche', unser Leben bestimmende, sinnsetzende, spirituelle Dimension.   

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis, Vorwort und Abkürzungen
  2. Einleitung
  3. Krankheitsbilder und Methoden
  4. Ergebnisse
  5. Diskussion: Empirische Ergebnisse
  6. Diskussion: Methodologische Analysen
  7. Diskussion: Erkenntnistheoretische Überlegungen
  8. Diskussion: Zum menschlichen Bewusstsein
  9. Schlussfolgerungen und Epilog
  10. Literatur, Stichwort- und Autorenverzeichnis sowie Anhang
Inhaltsverzeichnis
Vorwort4
Inhaltsverzeichnis6
Abkürzungen12
1.0 Einleitung14
1.1 Systematische begriffliche Vorbemerkungen16
1.1.1 Klassen diagnostischer Begriffe16
1.1.2 Neurologische Systematik zerebraler Lâsionssyndrome19
1.1.3 Wachbewusstsein, Vigilanz, Selbst- / Reflexivbewusstsein21
1.1.4 Nosologische Systematik24
1.2 Die historische Einordnung26
1.2.1 Die organischen Psychosen26
1.2.1.1 Die frühe sammelnd-beschreibende Epoche26
1.2.1.2 Das frühe Quantifizierungs-Bemühen28
1.2.1.3 Die neuere beschreibend-systematisierende Epoche29
1.2.1.4 Das Operationalisierungs-Bemühen30
1.2.1.5 Ansätze dimensionaler Beschreibung31
1.2.2 Die Hirnstamm-Bewusstseinsstörungs-Syndrome32
1.2.2.1 Somnolenz, Sopor, Koma35
1.2.2.2 Der akinetische Mutismus37
1.2.2.3 Das apallische Syndrom (engl. vegetative state)37
1.2.2.4 Die Hirnstamm- Ausfalls- Syndrome39
1.2.2.5 Das Hirntod- Syndrom40
1.2.2.6 Das typische und das totale Locked-In-Syndrom40
1.2.2.7 Quantifizierung: Koma-Skalen41
1.2.2.8 Die Elektrophysiologie bei Sopor und Koma42
1.2.3 Methodologie und Epistemologie in der Neuropsychiatrie42
1.2.3.1 Wissenschaftlichkeitskriterien43
1.2.3.2 Der pragmatisch-empirische Ansatz44
1.2.3.3 Der evolutionäre Betrachtungsansatz44
1.2.3.4 Phänomenologisches Typisieren und Systematisieren45
1.2.3.5 Formale Betrachtungen des diagnostischen Prozesses45
1.2.3.6 Die Beschreibung der Komplexitât46
1.2.4 Physische und psychische Phänomene, Bewusstsein46
1.3 Aktuelle Problemstellung50
1.3.1 Prämissen50
1.3.2 Hypothesen50
1.3.3 Fragestellungen51
1.3.4 Aufbau der Ergebnisdarstellung und Diskussion52
2.0 Krankheitsbilder und Methoden54
2.1 Untersuchungsablauf54
2.1.1 Patienten54
2.1.2 Einschlusskriterien55
2.2 Begriffe und Definitionen56
2.2.1 Befundbegriffe56
2.2.2 Syndrombegriffe56
2.2.2.1 Neurologische Syndrome57
2.2.2.2 Psychopathologische Syndrome57
2.2.2.3 Differentialdiagnostisch relevante Syndrome58
2.2.3 Nosologische Diagnosen58
2.3 Erfassung und Dokumentation60
2.3.1 Entwicklung und Aufbau60
2.3.2 Inhaltliche und skalenanalytische Beschreibung60
2.3.3 Der diagnostische Prozess63
2.4 Auswertungsmethoden65
2.4.1 Beschreibende Analysen der Befunde65
2.4.2 Diagnosefindung: Prädiktiver Wert / prädiktiver Faktor65
2.4.3 Die Ergänzung statistischer Aussagen durch Kasuistik66
3.0 Ergebnisse (Perspektive Ia)68
3.1 Epidemiologische Gesichtspunkte68
3.2 Die dimensionale Beschreibung68
3.2.1 Neurologische Läsionslokalisation69
3.2.1.1 Einfach deskriptive Ergebnisse69
3.2.1.2 Topische Bedeutung neurologischer Befunde70
3.2.2 Psychopathologische Phänomenologie72
3.2.2.1 Einfach deskriptive Statistik72
3.2.2.2 Korrelative Ähnlichkeiten: Die Differenzierung von Syndromen73
3.2.2.3 Hauptkomponenten: Inhaltliche Differenzierungen75
3.2.3 Der unterschiedliche Schweregrad77
3.2.4 Die verschiedenen Syndromtypen78
3.2.4.1 Einfach deskriptive Statistik78
3.2.4.2 Der prädiktive Wert psychopathologischer Befunde79
3.2.4.3 Die diagnostische Bedeutung Syndrom-konstituierender Symptome80
3.2.4.4 Syndrom-Vergleiche nach Symptomen81
3.2.5 Unterschiedliche Verlaufsformen81
3.2.5.1 Der Verlauf nach den anamnestischen Angaben82
3.2.5.2 Der Verlauf wâhrend der initialen Untersuchung82
3.2.5.3 Die Dauer des stationären Aufenthaltes82
3.2.5.4 Der Verlauf der Gesamterkrankung83
3.2.6 Lebensalter und Geschlecht83
3.2.7 Unterschiede nach Ätiologien85
3.2.7.1 Anamnestische Informationen85
3.2.7.2 Die Primär- Diagnosen85
3.2.7.3 Die Entlassungsdiagnosen85
3.3 Apparative und laborchemische Diagnostik86
3.3.1 Struktur- und topodiagnostische Methoden86
3.3.2 Elektroenzephalographie87
3.3.3 Weitere Elektrophysiologie87
3.3.4 Liquoranalytik87
3.3.5 Allgemeinlabor87
3.3.6 Andere Untersuchungen88
3.4 Die Abschnitte des diagnostischen Prozesses89
3.4.1 Die Indikativität der diagnostischen Abschnitte89
3.4.2 Die Diagnosen-Sicherheit und ihre Verânderungen89
3.5 Methodische Gesichtspunkte aus Kasuistiken91
3.5.1 Die Validität psychopathologischer Terminologie91
3.5.2 Die Plastizität phänomenologischer Verfahren93
3.5.3 Die Beschreibbarkeit atypischer klinischer Bilder94
3.5.4 Die begrenzte Relevanz sehr differenzierter Deskription95
3.5.5 Die interdependente Gewichtung von Symptomen95
3.5.6 Die Erfassung fehlender und widersprüchlicher Befunde96
3.5.7 Die Interpretation polyätiologischer klinischer Bilder98
3.5.8 Differentialdiagnostisch abzugrenzende Syndrome98
3.5.9 Der primäre diagnostische Akt100
4.0 Diskussion102
4.1 Empirische Ergebnisse (Perspektive Ib)102
4.1.1 Die epidemiologische Untersuchung102
4.1.1.1 Äußere Auslesebedingungen102
4.1.1.2 Kriterienabhängige Auslesebedingungen103
4.1.2 Der neurologische und psychopathologische Befund103
4.1.2.1 Inspektiv- manipulativer und neurologischer Befund103
4.1.2.2 Die Skalierung psychopathologischer Befunde104
4.1.2.3 Die Interpretation der korrelativen Ähnlichkeit104
4.1.2.4 "Achsensyndrom" und "Kernsyndrom"106
4.1.3 Die neurologischen und psychopathologischen Syndrome107
4.1.3.1 Die Ordnung der Syndrome108
4.1.3.2 Die Unterscheidung von Syndromen108
4.1.3.3 Die Ätiologie-Unspezifität der akuten organischen Psychosyndrome111
4.1.3.4 Synopse der Symptome und Syndrome112
4.1.4 Die dimensionale Beschreibung115
4.1.4.1 Die phänomenologische Dimension115
4.1.4.2 Die Schweregrad-Dimension117
4.1.4.3 Die verlaufsdynamische Dimension118
4.1.4.4 "Demographische" Dimensionen: Lebensalter und Geschlecht119
4.1.4.5 Die topische Dimension120
4.1.4.6 Die biochemisch-bioelektrische Dimension122
4.1.4.7 Die ätiologische Dimension122
4.1.4.8 Synopse der Beschreibungsdimensionen125
4.1.5 Die phylogenetische Interpretation125
4.2 Methodologische Analysen (Perspektive II)129
4.2.1 Die Abstraktion theoretischer Prinzipien129
4.2.1.1 Begriffe in Neurologie und Psychopathologie129
4.2.1.2 Skalierende und dimensionale Betrachtung130
4.2.1.3 Die mehrdimensionale Beschreibung133
4.2.1.4 Deskriptives vs. quantifizierendes Vorgehen133
4.2.2 Methodologie des diagnostischen Prozesses134
4.2.2.1 Der primär-diagnostische Akt: Hypothesenfindung134
4.2.2.2 Der sekundäre diagnostische Prozess: Hypothesenprüfung136
4.2.2.3 Interdependenz der Befundinterpretation138
4.2.2.4 Implizite Attribution von Beurteilungen139
4.2.2.5 Die diagnose-indikative Bedeutung139
4.2.2.6 Die multiple Parallelität140
4.2.2.7 Prospektive und retrospektive Prüfung141
4.2.2.8 Die permanente Plastizität143
4.2.2.9 Der komplexe diagnostische Prozess143
4.3 Erkenntnistheoretische Analyse (Perspektive III)146
4.3.1 Das heutige methodische Denken146
4.3.2 Die modellhafte Abbildung von Wirklichkeit147
4.3.2.1 Wirklichkeit und Beschreibung147
4.3.2.2 Abbildung neuropsychiatrischer Phänomene149
4.3.2.3 Die Gültigkeit psychopathologischer Konstrukte150
4.3.2.4 Beweisbarkeit, Belegbarkeit und Evidenz152
4.3.2.5 Die evolutionär abnehmende Gültigkeit von Regelaussagen153
4.3.3 Abbildung von Komplexität154
4.3.3.1 Komplexität wirklichkeitsnaher Modelle154
4.3.3.2 Aufwendigkeit und Gültigkeit komplexer Modelle154
4.3.3.3 Die Mathematik komplexer Systeme155
4.3.3.4 Zerebral-mentale Leistungen und ihre Untersuchung157
4.3.3.5 Evolutionär abnehmende Objektivität von Untersuchungsmethoden160
4.3.4 Abbildung von Intentionalität160
4.3.4.1 Das Hinweisen diagnostischer Methoden161
4.3.4.2 Die Absichtlichkeit des diagnostischen Vorgehens161
4.3.4.3 "Immanente" versus "superveniente" Kriterien162
4.3.4.4 Der evolutionäre Aspekt von Intentionalität164
4.3.4.5 Die evolutionär zunehmende Zielbestimmung165
4.3.4.6 Evolutionär zunehmende Abstraktheit zielbewertender Maßstäbe165
4.3.5 Folgerungen zur Erkenntnistheorie167
4.3.5.1 Randbedingungen der Erkenntnis167
4.3.5.2 Der pragmatische Empirismus168
4.3.5.3 Unvollstândigkeit und Komplementarität konträrer Theorien168
4.3.5.4 Komplementarität verschiedener Methoden169
4.3.5.5 Kritik des eliminativen Reduktionismus170
4.3.5.6 Ziel- und Kriteriensetzung mittels Konsens171
4.4 Zum menschlichen Bewusstsein (Perspektive IV)172
4.4.1 Philosophische und neuropsychiatrische Sicht172
4.4.2 Bewusstsein, Wachheit und Vigilitât173
4.4.3 Zerebrale Läsionen und Bewusstseinsstörungen175
4.4.4 Das Verständnis des menschlichen Bewusstseins aus seinen Störungen176
4.4.4.1 Empirisch- faktische Erkenntnisse177
4.4.4.2 Methodologische Erkenntnisse179
4.4.4.3 Unvollstândigkeit der Bewusstseinserkenntnis179
4.4.5 Die evolutionäre Entfaltung des Bewusstseins180
4.4.5.1 Die evolutionâre Entwicklungsrichtung180
4.4.5.2 Kausalitât, Zweckbestimmtheit, Intentionalitât181
4.4.5.3 Freiheit, Ziel- und Ma stabssetzung: Ausblick184
5.0 Schlussfolgerungen185
5.1 Ist-Zustand185
5.2 Positionen186
5.3 Ergebnis187
5.4 Verfahren187
Epilog190
Literatur192
Stichwort- und Autorenverzeichnis202
Anhang208

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