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Alles Gold der Welt

Die Alternative zu unserem maroden Geldsystem

AutorDaniel D. Eckert
VerlagFinanzBuch Verlag
Erscheinungsjahr2013
Seitenanzahl240 Seiten
ISBN9783862484379
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis15,99 EUR
Unser Finanzsystem be?ndet sich im Zustand des Dauerdopings. Durch die Überdosis billigen Geldes droht der Zusammenbruch der Währungsordnung. Aber das aktuelle System ist nicht alternativlos. Daniel D. Eckert wirft einen unkonventionellen Blick auf die Geschichte des Geldes und zeigt: Der beinahe in Vergessenheit geratene Goldstandard bietet Rezepte, unsere Währung zu retten - und das Vermögen der Bürger zu bewahren. Schlüssig und anschaulich erläutert der Autor, wie der Wertanker Gold der kreditsüchtigen Weltwirtschaft neuen Halt geben kann. Es ist sicher nicht das letzte Buch zur Krise, aber das erste Buch zu einem monetären Neuanfang. Daniel D. Eckert erklärt in einer spannenden Reise durch die Geschichte, was wir vom klassischen Goldstandard (1870 - 1914) für unser heutiges Geldsystem lernen können. Ein origineller Anstoß zu einer hochbrisanten Debatte, unterhaltsam aufgeschrieben von einem der renommiertesten Wirtschafts- journalisten in Deutschland. Daniel D. Eckert hat den Deutschen Finanzbuchpreis 2014 gewonnen. Mit dem von der Citigroup Global Markets Deutschland AG (Citi Deutschland) und Börse Frankfurt Zertifikate AG gestifteten und mit 10.000 Euro dotierten Preis wurde sein Buch 'Alles Gold der Welt - Die Alternative zu unserem maroden Geldsystem' gewürdigt.

Mit seinem ersten Werk 'Weltkrieg der Währungen', das 2010 für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert war, gelang Daniel D. Eckert auf Anhieb ein internationaler Bestseller. Das Buch wurde unter anderem ins Chinesische und Koreanische übersetzt. Eckert schreibt seit mehr als zehn Jahren für die 'Welt' und 'Welt am Sonntag' und ist einer der prominentesten deutschsprachigen Wirtschaftsblogger (bei Twitter: @Tiefseher).

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Leseprobe

Einleitung


Alles Gold der Welt


Alles Gold der Welt, all das gelbe Metall, das Menschen im Lauf der Geschichte geschürft haben, würde einen Würfel von weniger als 21 Meter Kantenlänge ergeben. Dieser Würfel – nicht mal so hoch wie ein durchschnittliches Wohnhaus in Berlin1 – nimmt sich winzig aus neben den Bergen von Kohle, Eisen und Kupfer, neben den Seen von Erdöl, die der Mensch der Erde seit prähistorischen Zeiten abgetrotzt hat. Als Rohstoff stellt Gold nicht mehr als eine Fußnote der Wirtschaftshistorie dar. Und doch hat es unser Schicksal bestimmt.

Dass Gold nur eine Fußnote der Geschichte ist, war noch bis vor Kurzem die Meinung einer großen Mehrheit von Ökonomen und Politikern. Doch die Finanzkrise hat die allzu oft selbstzufriedenen Finanz-Technokraten und -Akrobaten Demut gelehrt, ein wenig zumindest. Das gelbe Metall ist kein Rohstoff wie jeder andere. Beschleunigt durch die Krise wächst Gold wieder in eine Funktion hinein, die ihm schon vor Tausenden von Jahren erstmals zuerkannt wurde: Gold ist ein Wertanker, Gold ist Geld.

Das Edelmetall verheißt, als Währung, eine Alternative zu unserem maroden Finanzsystem. Mit Gold können sich die Bürger die Souveränität über ihr Geld zurückholen. Die Zentralbanken schaffen keine Werte, sie verwalten sie nur, und in letzter Zeit dienen diese Verwalter eher der Politik und den Lobbygruppen als dem Bürger. Es ist Zeit für einen Neubeginn.

Abb. 1: Der Bestand an Gold, alle Angaben in Tonnen, Quelle: Eigene Berechnungen, Deutsche Bank, WGC

Ein Neuanfang ist auch deshalb geboten, weil unser jetziges zügelloses Finanzwesen die Gesamtwirtschaft schädigt. Zwei schwere Einbrüche innerhalb von zehn Jahren, die Millenniums-Rezession nach der Jahrtausendwende und die Große Rezession nach dem Platzen der Immobilienblase, gehen auf das Konto des herrschenden Papiergeld-Regimes. Konjunkturabkühlungen gehören zur Wirtschaft wie das Sommergewitter zur heißen Jahreszeit. Doch in unserer Zeit werden die Abschwünge immer extremer. Über Arbeitslosigkeit und soziale Ausgrenzung haben sie das Zeug, unsere Gesellschaft zu sprengen.

Die schweren Rezessionen sind die Quittung für die zügellose Geldvermehrung im Finanzsektor. Regulierung allein wird nicht verhindern können, dass die Notenbanken immer mehr Geld ausspeien – Geld, das als allzu billiger Ersatz einer echten Stärkung der Wirtschaftskraft gedacht ist. Die Willkürlichkeit überwinden kann nur ein regelbasiertes Geldsystem. Dass ein solches System funktioniert, hat Gold Jahrhunderte lang vorgemacht.

Ob es in Münzen ausgeprägt wurde, ob es seine Geld-Funktion mit anderen edlen oder unedlen Metallen teilte, Gold diente lange, sehr lange als Maßstab der Währungen. Tatsächlich ist die Idee, dass Gold kein Geld, sondern nur eine Gewerbestoff wie jeder andere sein könnte, ziemlich jung.
Erst in den Siebzigerjahren propagierten Notenbanker und Finanzpolitiker die Überzeugung, ganz ohne diesen Wertanker auskommen zu können. Sie begannen zu glauben, den Stein der Weisen gefunden zu haben: in Gestalt eines Geldsystems, dessen Währungen die Kaufkraft erhalten, ohne den »Fesseln« des Goldstandards zu unterliegen2. Und tatsächlich gibt es diese Fesseln. Goldbasiertes Geld ist nicht perfekt.

Doch mit dem Stein der Weisen, der Zentralbankern scheinbar erlaubt, aus Papier Gold zu machen, stimmt etwas nicht. Mit dem Fall der Investmentbank Lehman Brothers und der folgenden Finanzkrise ist der Glaube an die Herren des Geldes in Wanken geraten. Börsenkräche und Bankenpleiten gibt es seit Jahrhunderten. Diesmal spürten die Menschen, dass nicht nur das Finanzsystem vor dem Kollaps stand, sondern das Geldsystem.

Der schwindende Zauber


Über Gold zu reden, jenseits seiner traditionellen Verwendung als Ausgangsmaterial für Schmuck oder Kunstgegenstände, für Medizin und Industrie, wäre nicht der Mühe wert, wenn die Krise nicht die Prioritäten verschoben hätte. In Europa, den USA, Japan und anderen großen Wirtschaftsräumen haben sich die Notenbanker zu »unbegrenzten« Interventionen verpflichtet, um Politik und Finanzbranche aus der Patsche zu helfen. Wie sicher können sich die Bürger der Solidität ihrer Währungen noch sein, wenn immer neue Defizite das Mittel der Wahl sind, um den drohenden Zusammenbruch abzuwenden?

Für eine nahe Hyperinflation, eine blitzartige Geldentwertung, liefern die vorliegenden Daten keine Anhaltspunkte. Doch allenthalben schwindet das Vertrauen ins Papiergeld. Die Zweifel kommen nicht von ungefähr. Während die Notenbanken die Kapitalmärkte durch Interventionen stabilisieren, wachsen die Schulden der Industriestaaten ungebremst in die Höhe. Das Beispiel Südeuropa zeigt, dass diese Berge von Verbindlichkeiten schnell ins Rutschen kommen können – und ganze Volkswirtschaften wie eine Lawine unter sich begraben. Auch wenn die Eurokrise besonders heikel war, ist die Währungsunion beileibe nicht der einzige Ort, wo das Prinzip des Papiergelds unter der Schuldenlast zu biegen und ächzen beginnt.

Siebzehn Billionen Dollar. Auf diese unfassbare Summe türmen sich die Staatsschulden der USA. Längst haben die Verbindlichkeiten der Supermacht die negative Schallmauer von 100 Prozent der Wirtschaftsleistung durchbrochen. Nach traditionellen Maßstäben gilt allenfalls eine Schuldenquote von 90 Prozent als nachhaltig. Jenseits davon beginnt die Wirtschaftskraft zu leiden – mit potenziell fatalen Auswirkungen auf die Staatsfinanzen. Der negative Rückkopplungseffekt macht dem System dann den Garaus. Siehe Griechenland. Japan scheint zu demonstrieren, dass traditionelle Maßstäbe im Moment nicht gelten, denn dort türmen sich die Verbindlichkeiten bereits auf mehr als das Doppelte der Wirtschaftsleistung. Doch Japan zeigt auch, dass die Last der negativen Nullen selbst für eine starke Ökonomie nur noch zu schultern ist, wenn die Notenbank im großen Stil interveniert. Japan steckt besonders tief im Schuldensumpf – ein Erbe der dortigen Spekulationsmanie der Achtzigerjahre und der irregeleiteten Reaktion darauf. Tokios Notenbank ist ein Midas auf Steroiden.

Japan ist ein Extremfall. Die Probleme allerdings ähneln sich. In fast allen großen Wirtschaftsblöcken haben die Herren des Geldes den Finanznotstand ausgerufen. Sie erwerben Schuldtitel der klammen Regierungen oder haben, wie die Europäische Zentralbank (EZB), angekündigt, das im großen Stil zu tun. Nebst Staatsanleihen kaufen die Institute Hypothekenpapiere und Bankschuldverschreibungen diverser Art, um Finanzinstitute zu stützen. Gekauft wird alles, was nicht niet- und nagelfest ist – wider alte Gepflogenheiten und bewährte Regeln der Zentralbankpolitik. Die Kreditwürdigkeit der Schuldner, die Bonität der Papiere, die die Notenbank an sich zieht, spielt keine Rolle mehr.

Supernova-Ökonomie


Als Folge davon blähen sich die Bilanzen der Notenbanken auf wie sterbende Sterne. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) und die EZB sitzen heute auf dreimal so großen Risiken wie vor Ausbruch der Krise, bei der Schweizerischen Nationalbank und der Bank of England sind es sogar mehr als viermal so hohe Risiken. Die Notenbanken, denen es bis 2008 gelungen war, sich glaubhaft als Wächter des stabilen Geldes zu stilisieren, stecken bis zur Halskrause in einem Dilemma.

In diesem Zielkonflikt könnten sie sehr bald vor der Wahl stehen, die Unterstützung von maroden Staaten und Zombie-Banken einzustellen oder weitere zweifelhafte Papiere in ihrer Bilanz anzusammeln. Da jede Währung nur so gut ist wie die Notenbank, die sie verwaltet, wäre dies das endgültige Signal, dass die Herren des Geldes nicht mehr anders können, als die Kaufkraft von Euro, Dollar, Yen und Pfund zu opfern.

Schon jetzt manipulieren die Institute den Marktzins auf ein Niveau hinab, das deutlich unter der Inflationsrate liegt. Für Sparer bedeutet das nicht mehr und nicht weniger als eine schleichende Enteignung. Dieser Zinsraub (gelegentlich auch »finanzielle Repression« oder »kalte Enteignung« genannt) ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein Signum unserer Epoche. Es ist ein Symptom der Defekte eines Systems, das ums Überleben kämpft. Sollte sich der Währungskrieg3 zuspitzen, und vieles deutet darauf hin, wird sich die finanzielle Repression verstärken. Um sich zur Wehr zu setzen, müssen die Bürger ihr monetäres Selbstbestimmungsrecht zurückerlangen.

Wir sollten uns entscheiden dürfen zwischen dem Geld des staatlichen Grundversorgers und einer nichtstaatlich kontrollierten Alternative. An dieser Stelle kommt Gold ins Spiel.

Wenn das Geld des staatlichen Grundversorgers aufweicht, kann Gold einen Wertkern bilden, an dem eine parallele Hartwährung zu den Papierwährungen Dollar, Euro, Pfund, Yen und Yuan auskristallisieren kann. Eine solche Parallelwährung ist in der Geschichte nichts Neues. Erst im 20. Jahrhundert wurde es üblich, dass es nur ein Zahlungsmittel gibt.

Parallelwährungen oder Goldkernwährungen sind nicht ohne Fehl und Tadel, wie der Blick in die Geschichte offenbart. Aber es lohnt, genauer hinzuschauen, was die Probleme und Vorteile eines solchen Systems der Doppelwährung waren. Überhaupt lohnt es sich, in die Vergangenheit hinabzutauchen, in jenen Strom, der das vermeintlich Selbstverständliche abwäscht und frische Ideen möglich macht. Es gibt immer eine Alternative.

Dass wir über eine Alternative nachdenken müssen, macht Teil I des Buches deutlich. Darin findet der Leser eine Diagnose...

Blick ins Buch

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