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E-Book

Alt oder krank?

Verständnishilfen bei Altersbeschwerden

AutorChristian Hentschel
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2013
Seitenanzahl335 Seiten
ISBN9783456952864
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis21,99 EUR
Alter ist keine Krankheit. Körperliche oder psychische Veränderung im Alter ist nicht unbedingt behandlungsbedürftig, sondern oft einfach ein körperliches Phänomen, das akzeptiert werden muss. Aber wenn alte Menschen wirklich krank werden, haben sie und ihre Angehörigen viele Fragen: Was bedeutet die Diagnose im Arztbrief? Was für eine Krankheit habe ich überhaupt? Wird sie noch einmal besser? Kann ich mich allein um meine Mutter, meinen Vater kümmern? Woher bekomme ich professionelle Unterstützung in der Pflege? Und wer zahlt das alles? Diese und andere Fragen beantwortet das vorliegende Buch.

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt und Vorwort
  2. 1 Alter und Krankheit
  3. 2 Pflegebedu¨rftigkeit im Alter
  4. 3 Das MDK-Gutachten
  5. 4 Die Pflegestufen
  6. 5 Pflegerische Betreuungsangebote
  7. 6 Angehörige selbst betreuen?
  8. 7 Herzerkrankungen
  9. 8 Kreislauf- und Gefäßerkrankungen
  10. 9 Lungen- und Atemwegserkrankungen
  11. 10 Erkrankungen von Magen und Darm
  12. 11 Erkrankungenvon Leber, Galle und Bauchspeicheldru¨se
  13. 12 Erkrankungen, die durch Störungen des Stoffwechsels oder der Ernährung entstehen
  14. 13 Krebserkrankungen
  15. 14 Verletzungen, Stu¨rze und Erkrankungen der Knochen und Gelenke
  16. 15 Blutvergiftung und im Alter häufige Infektionen
  17. 16 Erkrankungen der Haut und Veränderung der Sexualität
  18. 17 Erkrankungen der Niere, Blase und Harnwege
  19. 18 Augenerkrankungen
  20. 19 Ohrenerkrankungen
  21. 20 Erkrankungen des Nervensystems
  22. 21 Erkrankungen der Psyche
  23. Anhang: Das MDK-Gutachten
  24. Erklärung medizinischer Begriffe
  25. Sachregister
Leseprobe
¦ Wichtigster Einfluss ist aber die Tatsache, dass alle Teile des Körpers in Wechselwirkung stehen und der Ausfall oder die Unterfunktion eines Organs die Schwächung anderer Funktionen nach sich zieht. Wenn also die Leber weniger Giftstoffe ausfiltert oder die Nieren mehr lebenswichtige Stoffe (z.B. Mineralien) in den Harn ableiten, kommt es an verschiedenen anderen Orten wie dem Kreislaufsystem zu Unterfunktionen, bspw. einer Herzschwäche, die für sich wiederum die Hirnfunktion oder die allgemeine Fitness hemmen kann.

Leider ist neben diesen stark medizinisch und biologisch orientierten Erklärungsansätzen auch der psychologische Anteil am altersbedingten Erkrankungsgeschehen hervorzuheben. Die häufigste psychische Erkrankung im Alter ist die Depression. Mit dieser Störung stehen nach neuesten Erkenntnissen verschiedene körperliche Krankheiten in Verbindung, so z. B. Demenz, Schlaganfall, Herzinfarkt, Parkinson und andere. Auch wenn nicht gleich eine diagnostizierte Depression vorliegt, so kommt es im Alter doch zu einem gewissen Rückzug aus mitunter gesunden Aktivitäten und pessimistische Haltungen stellen sich ein, speziell beim Umzug in ein Pflegeheim. Es ist aber auch im Alter von herausragender Bedeutung, zur Gesundung oder wenigstens zum Weiterleben motiviert zu sein. Missmutige und melancholische Einstellungen erschweren Heilungsprozesse nachweislich.

Und es ist zu erwarten, dass alternde Menschen weniger als junge in der Lage sind, ihr Verhalten zu ändern, auch wenn es für sie einen gesundheitsfördernden Effekt hätte. Man denke hierbei an die vielfachen Empfehlungen bei Diabetes oder der Vorbeugung eines Herzinfarktes. Gewiss ist es fraglich, ob ein 90-Jähriger noch dazu bewegt werden sollte, seine Zigaretten oder das Glas Rotwein aufzugeben. Die potenziell schädlichen Verhaltensweisen beginnen aber meist früher, beziehungsweise hätten vorher eingedämmt werden können.

Letztlich ist es in unserer Gesellschaft so, dass jeder das Recht auf einen ungesunden Lebensstil oder die Verweigerung eines Arztbesuches hat. Und als Angehöriger darf man sich nicht verantwortlich fühlen, jahrelang angewöhnte Rituale dem Verwandten abgewöhnen zu müssen.

Als Fazit dieses Kapitels bleibt zu sagen, dass es nicht mit eindeutiger Sicherheit zu erklären ist, warum Menschen altern und erkranken. Dass eine Erkrankung und auch eine damit verbundene Pflegebedürftigkeit irgendwann da sein werden, kann für die meisten Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit behauptet werden. Der für viele als ideal empfundene Tod, im Kreise der Familie ohne bekannte Vorerkrankung an Herzversagen zu sterben, wird der Ausnahmefall sein.

Gerade die Fortschritte der Medizin ermöglichen, fast alle Organfunktionen aufrechtzuerhalten, im Extremfall auch durch das Anschließen an Maschinen und Apparate. Das Leben kann künstlich verlängert werden, wie zum Beispiel beim Tod Yassir Arafats im Jahr 2004, dessen Tod aus religiösen Gründen in einem Pariser Krankenhaus trotz Leberund Nierenversagens künstlich hinausgezogen wurde. Wo also die Grenze der Ausschöpfung der medizinischen Möglichkeiten liegt, bleibt eine Frage der Gesellschaft und Ethik, aber auch des Einzelnen, indem mit einer Patientenverfügung zumindest teilweise lebensverlängernde Maßnahmen verhindert werden können.

Die Schere zwischen dem medizinischen Bedürfnis nach Lebenserhalt und der individuellen geistigen Verfassung wird im viel diskutierten Themenfeld Demenz deutlich. Jahrhunderte lang versuchten Ärzte, den menschlichen Körper und Arzneien oder Operationen zu entwickeln, was die Lebenserwartung in den letzten 2 000 Jahren nahezu verdoppelte. Die Frage aber, ob unser Geist und das Gehirn hierbei ähnlich viel «Kondition» haben, wurde vernachlässigt. So ist die in den nächsten drei Jahrzehnten zu erwartende Verdopplung der Demenzerkrankungen keine Folge von ansteckenden Erregern, sondern der zahlenmäßigen Zunahme von Menschen im hohen Alter. Und das Alter ist eben auch einer der größten Risikofaktoren für Demenz.

Vielleicht wird es die Gruppe der alternden Menschen in Zukunft schaffen, nicht jede krankhafte Veränderung als behandlungsbedürftige Störung und Beweis des fortgeschrittenen Alters zu verstehen, sondern vielmehr als körperliches Phänomen, das eine Aufforderung zur Akzeptanz des momentanen Daseins darstellt.

Literaturund Internetquellen

Baltes, P.B., Baltes M.M. (1992). Gerontologie: Begriff, Herausforderung und Brennpunkte. In: P.B. Baltes, J. Mittelstraß (Hrsg.). Zukunft des Alterns und gesellschaftliche Entwicklung. Berlin: de Gruyter.
Kruse, A. (2007). Alter: Was stimmt? Freiburg: Herder. Menche et al. (2007). Pflege Heute. München: Elsevier. http://de.wikipedia.org/wiki/Altern
Inhaltsverzeichnis
Inhalt und Vorwort6
1 Alter und Krankheit16
Literatur- und Internetquellen22
2 Pflegebedu¨rftigkeit im Alter24
Literatur- und Internetquellen27
3 Das MDK-Gutachten28
3.1 Befund des Allgemeinzustands (AZ)30
3.2 Beschreibung von Schädigungen und krankheitsbedingten Ausfällen30
3.3 Ermittlung des konkreten Hilfebedarfs31
3.4 Die einzelnen Verrichtungen32
3.5 Die Zeiten im Einzelnen36
4 Die Pflegestufen38
Literatur- und Internetquellen43
5 Pflegerische Betreuungsangebote44
Literatur- und Internetquellen46
6 Angehörige selbst betreuen?48
Literatur- und Internetquellen50
7 Herzerkrankungen56
7.1 Koronare Herzkrankheit (KHK)58
7.2 Herzschwäche (Herzinsuffizienz)62
8 Kreislauf- und Gefäßerkrankungen68
9 Lungen- und Atemwegserkrankungen76
9.1 Grippe (Influenza) und Erkältung77
9.2 Lungenentzu¨ndung (Pneumonie)81
9.3 Chronische Lungenschwäche (COPD)85
9.4 Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)91
9.5 Plötzliche Verstopfung eines Lungengefäßes (Lungenembolie)96
10 Erkrankungen von Magen und Darm102
10.1 Übelkeit und Erbrechen103
10.2 Blut im Stuhl107
10.3 Durchfall und Verstopfung (Diarrhö und Obstipation)109
10.4 Entzu¨ndung der Speiseröhre durch Magensäure (Refluxösophagitis)113
10.5 Magenentzu¨ndung und Magengeschwu¨r (Gastritis und Ulkus)115
10.6 Magenkrebs (Magenkarzinom)118
10.7 Darmverschluss (Ileus)120
10.8 Darmkrebs (kolorektales Karzinom)122
10.9 Hämorrhoiden125
11 Erkrankungenvon Leber, Galle und Bauchspeicheldru¨se128
11.1 Alkoholgeschädigte Leber (Fettleber, Leberzirrhose)129
11.2 Gallensteinleiden (Cholelithiasis)132
11.3 Bauchspeicheldru¨senkrebs (Pankreaskarzinom)135
12 Erkrankungen, die durch Störungen des Stoffwechsels oder der Ernährung entstehen140
12.1 Krankhaftes Übergewicht (Adipositas)141
12.2 Untergewicht (Kachexie, Anorexie)147
12.3 Flu¨ssigkeitsmangel (Dehydratation, Exsikkose)150
12.4 Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)153
12.5 Gicht159
13 Krebserkrankungen162
Literatur- und Internetquellen168
14 Verletzungen, Stu¨rze und Erkrankungen der Knochen und Gelenke170
14.1 Rheuma (rheumatische Erkrankungen)173
14.2 Abnutzung der Gelenke (Arthrose)177
14.3 Knochenschwund (Osteoporose)179
14.4 Wirbelsäulenerkrankungen183
14.5 Oberschenkelbruch (Femurfraktur)187
15 Blutvergiftung und im Alter häufige Infektionen192
15.1 Blutvergiftung (Sepsis)194
15.2 Gu¨rtelrose (Zoster)196
15.3 Fußpilz198
15.4 Lungenentzu¨ndung (Pneumonie)200
16 Erkrankungen der Haut und Veränderung der Sexualität202
16.1 Druckgeschwu¨r (Dekubitus)203
16.2 Wundliegen (Intertrigo)210
16.3 Altershaut (atrophische Haut)212
16.4 Störungen der Sexualität im Alter214
17 Erkrankungen der Niere, Blase und Harnwege218
17.1 Vermehrte Harnausscheidung (Polyurie)219
17.2 Erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen222
17.3 Unvollständige Blasenentleerung und Blockade der Harnwege (Restharn und Harnverhalt)224
17.4 Blasenschwäche (Harninkontinenz)225
17.5 Blut im Urin (Hämaturie)229
17.6 Harnwegsinfektionen231
17.7 Blasenkrebs234
17.8 Nierenerkrankung (nephrotisches Syndrom)236
17.9 Nierenschwäche (chronische Niereninsuffizienz)238
17.10 Gutartige Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie)242
17.11 Prostatakrebs244
17.12 Konzentrationsstörungen wichtiger Mineralien (Kalium und Natrium)247
17.13 Wasserablagerungen im Körper (Ödeme)250
18 Augenerkrankungen254
18.1 Alterssichtigkeit (Presbyopie)254
18.2 Grauer Star (Katarakt)255
18.3 Gru¨ner Star (Glaukom)257
18.4 Altersbedingte Makuladegeneration259
19 Ohrenerkrankungen262
19.1 Schwerhörigkeit (Presbyakusis)262
19.2 Schwindel (Vertigo)265
20 Erkrankungen des Nervensystems268
20.1 Parkinson-Krankheit270
20.2 Schlaganfall (Insult, Apoplex)274
20.3 Mehrfache Nervenschädigung (Polyneuropathie)279
20.4 Alzheimer-Krankheit und Demenz281
21 Erkrankungen der Psyche290
21.1 Depressionen293
21.2 Angst, Unruhe und Schlafstörungen298
21.3 Alkoholabhängigkeit302
Anhang: Das MDK-Gutachten306
Erklärung medizinischer Begriffe322
Sachregister328

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