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E-Book

Altwerden ohne alt zu sein?

Ethische Grenzen der Anti-Aging-Medizin

AutorGiovanni Maio
VerlagAlber Verlag
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl328 Seiten
ISBN9783495860090
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Vom Traum der ewigen Jugend zum guten Altwerden Die moderne Medizin ist längst nicht mehr nur Heilkunst, sondern immer mehr zugleich auch wunscherfüllender Dienstleistungsmarkt. Sinnbild für diesen Identitätswandel ist die so genannte 'Anti-Aging-Medizin', die die Sehnsüchte vieler Menschen nach der ewigen Jugend bedient und kommerziell ausnutzt. Je mehr sich solche Angebote vom Kernanliegen der Medizin, Krankheiten zu verhindern oder zu behandeln entfernt, desto mehr werfen sie grundlegend anthropologische Fragen auf: Welche Bedeutung hat das Alter für das Menschsein? Wie könnte man ein anthropologisch fundiertes Konzept des guten Alterns formulieren? Was bedeutet es, wenn weite Teile der modernen Medizin das Konzept des guten Alterns auf die Kriterien der Fitness und Leistungsfähigkeit reduzieren? Welche anthropologischen Vorverständnisse verbergen sich hinter solchen Anti-Aging-Angeboten? Mit Beiträgen von Dietrich v. Engelhardt, Peter Gross, Wolfgang Heiß, Wolfgang Mazal, Dorothée Nashan u.a.

Giovanni Maio, Prof. Dr., geboren 1964, Studium der Medizin und Philosophie in Freiburg, Straßburg und Hagen. Seit 2005 Professor für Bioethik, seit 2006 Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Albert Ludwigs Universität Freiburg, und Geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Ethik-Zentrums Freiburg.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhalt5
Vorwort9
Giovanni Maio: Vom Sinn des Alters11
1. Alter als unbestechlich-klarer Blick auf die Wirklichkeit12
2. Alter als Radikalisierung der Grundbedingungen des Menschseins13
3. Alter als Lernmodell für die Gesellschaft14
4. Alter als Geschenk15
5. Alter als Vollwerden des Lebens16
6. Abschließend: Anti-Aging als problematische Antwort auf das Alter17
Literatur19
Peter Gross: Altersakzeptanz versus Jugendwahn21
I.21
II.23
III.25
IV.26
V.28
VI.30
Literatur32
Tobias Eichinger, Claudia Bozzaro: Die bioethische Debatte um Anti-Aging als Lebensverlängerung34
Einleitung34
Gliederung:38
I. Die Debatte: Naturwissenschaftlich-technische Aspekte38
I. 1) Direkte Folgen und technische Risiken38
CONTRA38
PRO39
I. 2) Indirekte Folgen: Überbevölkerung40
CONTRA40
PRO41
I. 3) Kontinuität und Fortschritt43
CONTRA43
PRO43
II. Die Debatte: Soziopolitisch-ökonomische Aspekte44
II. 1) Gerechtigkeitsprobleme44
II. 1) A. Unmittelbar: Allokation im Gesundheitswesen44
CONTRA44
PRO45
II. 1) B. Mittelbar: Soziale Ungleichheit46
CONTRA46
PRO47
II. 2) Altersdiskriminierung (Ageism)48
CONTRA48
PRO49
II. 3) Lebensphasen und Generationsabfolge49
CONTRA49
PRO52
III. Die Debatte: Medizintheoretische Aspekte53
PRO53
CONTRA54
IV. Die Debatte: Philosophisch-anthropologische Aspekte55
IV.1) Personale Identität55
CONTRA55
PRO56
IV.2) Wert des Lebens56
IV.2) A. Quantität56
PRO56
CONTRA59
IV.2) B. Qualität61
PRO61
CONTRA61
IV.3) Machbarkeit und Natur des Menschen62
PRO62
CONTRA64
Schluss66
Literatur66
I. Anti-Aging und die Rolle der Medizin71
Holger Gothe, Philipp Storz, Agata Daroszewska, Bertram Häussler: Innovationen in der Anti-Aging-Medizin73
1. Einleitung73
1.1. Anti-Aging-Maßnahmen als Bestandteil einer »präferenzorientierten« Medizin73
1.2 Innovationen in der medizinischen Versorgung74
1.3. Die ZIM-Innovationsdatenbank als Quelle zur Recherche innovativer Gesundheitstechnologien75
2. Vorgehensweise77
2.1. Innovationsrecherche78
2.2. Analyse der Versorgungssituation79
2.2.1. »Lifestyle«-Veränderungen im persönlichem Umfeld80
2.2.2. Zufuhr von »Vitalstoffen«80
2.2.3. Hormontherapie80
2.2.4. »Kosmetische Interventionen«81
3. Ergebnisse81
3.1. Ergebnisse der Innovationsrecherche in der ZIM-Datenbank81
3.2. Systematische Literatur- und Internetrecherche zur Analyse der Versorgungssituation83
3.2.1. Lifestyle-Veränderungen im persönlichem Umfeld83
3.2.2. Zufuhr von Vitalstoffen84
3.2.3. Hormontherapie84
3.2.4. Kosmetische Interventionen85
4. Diskussion und Fazit86
4.1. Einordnung der Ergebnisse86
4.2. Limitationen der Analyse89
4.3. Ausblick auf weitere Analysen91
4.4. Verwertbarkeit der Ergebnisse und Schlussfolgerungen93
Literatur93
Hermann Wolfgang Heiß: Anti-Aging Medizin und Geriatrie im Widerstreit für ein gutes Altern94
Einleitung94
Anti-Aging Medizin95
Geriatrie104
Ausblick106
Literatur108
Dorothée Nashan: Jung aussehen als legitimer Wunsch an die Medizin?110
Zusammenfassung117
Anti-Aging als Medizin?118
I. Anti-Aging und die Identität der Medizin118
II. Praxis und Selbstverständnis der Anti-Aging-Medizin119
A. Mittel – Methoden – Anbieter119
B. Ziele der Anti-Aging-Medizin123
C. Strukturelemente und Leitmotive124
D. Anti-Aging-Medizin als Revolution der Medizin130
III. Anti-Aging und die Ziele der Medizin133
A. Ziele der Medizin133
B. Anti-Aging als Erweiterung der Medizin135
1. Pathologisierung: Anti-Aging-Medizin als Therapie136
2. Probabilisierung: Anti-Aging-Medizin als Prävention138
3. Medikalisierung: Anti-Aging-Medizin als Wunscherfüllung140
IV. Probleme und Grenzen der Anti-Aging-Medizin143
A. Rollenverschiebungen143
B. Verantwortung und Komplizenschaft147
Literatur151
II. Sozialrechtliche und gerechtigkeitsethische Probleme der Anti-Aging-Medizin157
Wolfgang Mazal: Sozialrechtliche Entscheidungspraxis bei wunscherfüllender Medizin159
1. Einleitung159
1.1. Ausgangslage159
1.2. Zur Begrifflichkeit161
1.3. Sozialrechtliche Grundlagen162
2. Zu den Grenzen des Behandlungsanspruchs163
2.1. Allgemeines163
2.2. Überlegungen zum Beurteilungsvorgang164
3. Auswertung167
3.1. Allgemeines167
3.2. Wertungsabhängigkeit der Beurteilung167
3.3. Bedeutung der Bewusstseinsbildung169
Literatur170
Mark Schweda, Beate Herrmann, Georg Marckmann: Anti-Aging-Medizin in der Gesetzlichen Krankenversicherung?172
1. Einleitung172
2. Anti-Aging-Medizin und Gesetzliche Krankenversicherung176
3. Anti-Aging und gerechte Gesundheitsversorgung180
4. Vorstellungen guten Alterns und die Rolle fairer Deliberationsverfahren183
5. Schluss188
Literatur191
Hans-Jörg Ehni, Georg Marckmann: Gerechter Zugang zu »altersmedizinischen Innovationen«194
Fragwürdiges »Anti-Aging« und Gerechtigkeit in der Gesundheitsversorgung194
Die Ziele zukünftiger Eingriffsmöglichkeiten196
Verschiedene Formen der Gerechtigkeit199
Strategien zur Begründung eines gerechten Zugangs zu altersmedizinischen Innovationen201
Fünf Stufen zur Bestimmung gerechtigkeitsrelevanter Güter im Bereich der Gesundheitsversorgung202
Primary goods, capabilities und gerechte Gesundheitsversorgung nach Daniels205
Altersmedizinische Innovationen als Güter209
Gerechte Verteilungsprinzipien und voraussichtlicher Zugang zu altersmedizinischen Innovationen212
Literatur215
III. Maßstäbe für gutes Altern jenseits von Jugend und Fitness217
Claudia Bozzaro: Der Traum ewiger Jugend219
1. Einleitung219
2. Anti-Aging-Medizin221
2.1. Zielsetzungen und Angebote der Anti-Aging-Medizin221
2.2. Anti-Aging-Rhetorik222
3. Der Traum ewiger Jugend227
3.1. Das Zeiterleben als wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Jugend und Alter229
3.1.1 Alter und Körperlichkeit229
3.1.2. Alter und Zeitlichkeit231
3.2. Anti-Aging-Medizin als Verdrängung der Endlichkeitserfahrung234
4. Das Leiden an der verrinnenden Zeit236
5. Anti-Aging-Medizin als Verdrängungsstrategie des Leidens an der verrinnenden Zeit239
5.1. Reaktionen der Anti-Aging-Medizin auf das Leiden an der verrinnenden Zeit239
5.2. Die Somatisierung des Leidens an der verrinnenden Zeit242
6. Schluss245
Literatur246
Heinz Rüegger: Anti-Aging und Menschenwürde249
1. Das Problem mit dem Altern249
2. Menschenwürde zwischen Normativität und Empirie250
3. Altern im Zeichen der Plastizität254
3.1. Anti-Aging255
3.2. Successful Aging257
4. Altern als Lebenskunst (ars senescendi)259
4.1. Das Altern grundsätzlich bejahen262
4.2. Eine Alterskultur leben264
4.3. Offenheit für die Passivität menschlichen Lebens265
4.4. Ars moriendi266
5. Zum Schluss268
Literatur269
Eva Birkenstock: Altern jenseits von Selbstüberhöhung und Selbsthass:273
1. Vorüberlegung: Blick auf die anthropologische Situation aus der Fernperspektive273
2. Anthropologische Prämisse: Die Kluft zwischen Erkenntnisvermögen und Moral277
3. Über die Chancen eines nicht manipulierten Alterns280
3.1. Altern als bessere Alternative gegenüber der Suche nach unendlichem Weiterleben280
3.1.1. Lebensverlängerung und soziales Gewissen280
3.1.2. Nichtsterben zu können ist schlimmer als sterben zu müssen281
3.1.3. Die antagonistische Symbiose zwischen Individualismus und Sterblichkeit282
3.2. Alter als Selbstzweck?282
3.3. Plädoyer für die Renaissance einer Idee der Einheit von Ethik und Ästhetik286
3.3.1. Es gibt keine Medizinkritik ohne Gesellschaftskritik287
3.3.2. Gibt es normative Einwände gegen Anti-Aging-Medizin?290
3.3.3. Persönlichkeitsbildung als Alternative294
Literatur297
Dietrich von Engelhardt: Altern und Alter im Medium der Literatur und Künste299
I. Kontext299
II. Antike: Kosmologie und Anthropologie300
III. Mittelalter: Transzendenz304
IV. Neuzeit – Säkularisierung306
V. Klassik und Romantik310
VI. Realismus und Naturalismus314
VII. 20. Jahrhundert318
VIII. Ausblick322
Literatur323
Autorenverzeichnis325

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