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E-Book

Alzheimer in der Hausarztpraxis

Wegweiser für die Medizinische Praxisassistenz

AutorFelix Schürch
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl92 Seiten
ISBN9783456950525
FormatPDF/ePUB
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis16,99 EUR
Informationen zur Demenz und Tipps zum Umgang mit Patienten und ihren Angehörigen: Die Hausarztpraxis ist für die meisten Menschen mit beginnender Demenz die erste Anlaufstelle. Auch die Angehörigen haben oft viele Fragen. Hausärzte und Medizinische Praxisassistentinnen werden diese Patienten und ihre Angehörigen im Verlauf der Krankheit kontinuierlich beraten und versorgen. Dieser Wegweiser für die Medizinische Praxisassistenz bietet das nötige Hintergrundwissen und praktische Anweisungen, um kompetent auf die jeweiligen Situationen eingehen zu können. Er hilft, im Team der Hausarztpraxis Demenzkranke optimal zu betreuen.

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Kapitelübersicht
  1. Inhalt und Vorwort
  2. 1. Wenn Alzheimer und Demenz zum Thema werden
  3. 2. Auf dem Weg zur exakten Diagnose
  4. 3. Orientierung in einem neuen Lebensabschnitt
  5. 4. Behandeln, betreuen und begleiten
  6. Abbildungsnachweis und Sachregister
Leseprobe
Das Interview vorbereiten: Für die kleinen neuropsychologischen Untersuchungen MMST und Uhrentest ist kein großer Aufwand nötig. Wir bereiten das Interview vor, indem wir
? Testmaterial wie Fragebögen und dazugehörende Anleitungen bei den Pharmafirmen beziehen, die Medikamente für Demenzkranke herstellen: bei Schwabe in Deutschland und bei den inter­ national aktiven Unternehmen Pfizer, Novartis und Lundbeck. Einfach Kontakt aufnehmen mit der Firma via Kundendienst oder Internet.
? Anleitungen zum Testmaterial vor dem Interview studieren. Die Hinweise zur Durchführung und Auswertung der Tests erhalten wir mit dem Testmaterial.
? Schreibzeug bereitstellen und eine ruhige Ecke reservieren. Wichtig ist, dass der Patient und die untersuchende Person nicht durch Geräusche oder Telefonate abgelenkt werden.
? für optimale Bedingungen für den Patienten sorgen: Keine Aufregungen vor dem Gespräch, Brille und Hörgerät sind einsatzbereit.
? Begleitpersonen während des Tests draußen warten lassen. Es besteht sonst die Gefahr, dass diese den Patienten ablenken, sich einmischen oder dass sich der Patient bei Fehlleistungen schämt.
? einen Zeitaufwand von 15 bis 30 Minuten einplanen.

Für das Labor in der Hausarztpraxis ist eine aufwändige «Interne Qualitätskontrolle» vorgeschrie­ ben. Bei den neuropsychologischen Tests ist die Qualitätskontrolle freiwillig – aber nicht minder wichtig. Die MPAs, welche den Test durchführen, erhalten gründliche Instruktionen, unerwartete Ergebnisse müssen im Team diskutiert werden und bei der internen Fortbildung wird die «Demenz­ abklärung» regelmäßig thematisiert.

Suche nach okkultem Blut im Stuhl. Der Arzt ist sich bewusst, dass man dabei nicht jede erkrankte Person «erwischt» oder dass Fehlalarm ausgelöst werden kann. Die Tests werden nach einem ganz bestimmten Schema mit einem Fragebogen durchgeführt, in der Regel vom Arzt. Sorgfältige Instruktion und entsprechende Fortbildung vorausgesetzt, kann die Befragung vom Arzt an die Medizinische Praxisassistenz delegiert werden (s.Abb.3). Die Auswertung und die Interpretation macht der Arzt, wobei er selbstverständlich die Gesamtsituation im Auge behält. Weist das Resultat auf eine Demenz hin, folgen weitere Untersuchungen. Bei geringem Verdacht und normaler Testauswertung können wir die Patientin beruhigen und bezüglich «Demenz» entwarnen.

Der «Mini-Mental-Status» – ein einfacher Test und erster Filter

Beim MMST stellt die Untersucherin dem Patienten Fragen und legt ihm einfache Aufgaben vor. Der Frageund Aufgabenkatalog ist vorgegeben. Für jede richtige Antwort und richtig gelöste Aufgabe gibt es Punkte. Insgesamt sind 30 Punkte möglich. Mit einfachen Fragen und Aufgaben werden die wichtigsten kognitiven Fähigkeiten geprüft:
? die Orientierung: mit Fragen zur zeitlichen Orientierung (Jahreszeit, Monat usw.) und zur örtlichen Orientierung (Ortschaft, Stockwerk usw.)
? das Gedächtnis und die Merkfähigkeit: das Nachsprechen und Wiederholen von Worten
? die Aufmerksamkeit, Konzentration, Rechnen: schrittweise Zahlen subtrahieren
? die Sprache: Dinge benennen, einen Satz schreiben, einen Auftrag verstehen
? die Fähigkeit zur Planung und Ausführung einer Aufgabe: drei einfache Handlungen mit einem Blatt Papier ausführen (Falten usw.) und eine Figur nach einer Vorlage zeichnen (zwei sich überlappende Fünfecke).

Für die Auswertung werden die einzelnen Punkte zusammengezählt. Ein Wert von 27 oder mehr ist normal, bei weniger als 27 muss eine Demenz vermutet und weiter abgeklärt werden.

Der Uhrentest: Ein Zifferblatt mit zwölf Ziffern und zwei Zeigern

Beim Uhrentest (Uhrenzeichentest, Uhrzeit-Zeichnen-Test, UZT) legt die Untersucherin der Patientin ein Blatt Papier mit einem großen Kreis darauf vor. Die Patientin zeichnet die zwölf Ziffern einer Uhr an ihrem richtigen Platz und zwei unterscheidbare Zeiger. Am Schluss wird die Patientin gebeten, die angezeigte Zeit auf dem Blatt zu notieren und zwar in der Form, wie diese bei der Anzeigetafel auf dem Bahnhof oder in der Fernsehprogrammzeitschrift angegeben wird. Das Resultat wird nach Vollständigkeit und Korrektheit beurteilt. Dabei kann ein Punktesystem angewendet werden, bei dem maximal 7 Punkte möglich sind. Geprüft wird beim Uhrentest unter anderem:
? Das Gedächtnis: Patient muss sich an die Anzeigetafeln im Bahnhof erinnern.
? Die Fähigkeit, etwas zu konstruieren: die Ziffern planmäßig auf dem Kreis ver teilen.
? Das Sprachverständnis: Patient bekommt die Anweisungen in Worten, er muss diese ausführen. Für die Auswertung kann mit einem Punktesystem gearbeitet werden:
? alle 12 Zahlen vorhanden: 1 Punkt
Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Vorwort8
1. Wenn Alzheimer und Demenz zum Thema werden10
1.1 Die Hausarztpraxis: Frühwarnsystem und erste Anlaufstelle10
1.2 «Ein anderer Mensch» – die Beobachtungen der Angehörigen13
1.3 Terminologie für Fortgeschrittene14
1.4 Senioren im Straßenverkehr: Schwachpunkt Sehkraft und Hirnleistung16
1.5 Ein bisschen vergesslich oder bereits dement? Ein Test hilft weiter!18
1.6 Die Ängste der Gesunden und die Maßnahmen zur Prävention23
2. Auf dem Weg zur exakten Diagnose28
2.1 Die Abklärungen in der Hausarztpraxis28
2.2 Der Blick ins Gehirn mit dem Magnetresonanztomografen (MRT)34
2.3 Was die Experten von der Memory Clinic beitragen können36
2.4 Wenn hinter der Demenz eine behandelbare Krankheit steckt39
2.5 Krankheiten mit Demenz40
3. Orientierung in einem neuen Lebensabschnitt48
3.1 Über Diagnose, Prognose und Hilfsangebote aufklären48
3.2 Experten und Institutionen rund um die Demenz53
3.3 Case Management durch den Hausarzt54
3.4 Kommunikationslehre für Naturtalente60
3.5 Der Eintritt ins Pflegeheim: Chance für mehr Lebensqualität61
4. Behandeln, betreuen und begleiten66
4.1 Die Behandlung der Demenzkrankheiten66
4.2 Achtung Begleiterkrankungen: von Bluthochdruck bis Vitaminmangel73
4.3 Notfälle und Krisen, Sterben und Tod75
4.4 Die Hausarztpraxis: Raststätte, Krisenzentrum, Aussichtspunkt81
Abbildungsnachweis86
Sachregister88

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