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Analyse diskreter zeitlicher Strukuren perzeptiver Prozesse

AutorRaul Kompaß
VerlagPabst Science Publishers
Erscheinungsjahr1999
Seitenanzahl209 Seiten
ISBN9783935357401
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR

Seit Fechner (1860) vermutete, dass Oszillationen eine Grundlage des Bewusstseins sind, stand die Frage nach der zeitlichen Organisation der mentalen Informationsverarbeitung immer wieder im Zentrum psychologischer Forschung. Eine Grundfrage dabei war und ist, ob die Verarbeitungsprozesse bei unterschiedlichen Anforderungen gleiche zeitliche Strukturen aufweisen können. In dieser Arbeit werden historische empirische Ergebnisse präsentiert, die das Auftreten bestimmter bevorzugter Zeitwerte wie etwa 55 ms in verschiedenartigen Untersuchungen belegen, aber auch zeigen, dass naheliegende einfache Interpretationen wie etwa die eines zentralen Taktes der Informationsverarbeitung der Realität nicht entsprechen. 

Mit einem geeigneten Paradigma, der Messung einer Schar von Absolutschwellen im Grenzverfahren, erhielt Georg von Békésy (1936) bei der Untersuchung des Hörens von tiefen Sinusschwingungen eine Hierarchie von 11 ausgezeichneten Zeitwerten. In der Arbeit werden Experimente vorgestellt, bei denen ebenso reichhaltige, statistisch abgesicherte Ergebnisse mit kompatiblen diskreten Zeitwerten bei der Untersuchung von Grenzen des Scheinbewegungssehens gewonnen wurden. Weitere Resultate betreffen die Bedingungen des Auftretens der Diskretheit in den für das Scheinbewegungssehen kritischen Zeitwerten. 

Die neuen empirischen Befunde bestätigen zentrale Hypothesen des Taxonomischen Quantenmodells von Geissler (1985). Insbesondere konnte der im Modell postulierte Quantenwert 4.5 ms direkt aus der Verteilung von Differenzen von Messwerten abgeleitet werden. Im dritten Teil der Arbeit werden physiologisch orientierte Modellansätze zur Erklärung sowohl der diskreten Struktur der neuronalen Aktivität als auch ihrer Beobachtbarkeit im verwendeten Paradigma dargelegt. Diskrete Zeiten treten demnach als Resultat eines Selektionsprozesses auf, der hierarchisch gruppierte synchrone Sequenzen aus der allgemeinen neuronalen Aktivität hervorhebt. Die Resonanz von abstrakten Repräsentationen für das im Grenzverfahren erwartete Perzept und peripherer reizgebundener Repräsentationen ermöglicht schließlich die Beobachtbarkeit der bevorzugten Zeitwerte unter bestimmten Bedingungen.

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Einleitung
  2. Diskrete mentale Zeitstrukturen: Erste Ideen, Auflösung der Wahrnehmung und Reaktionszeitmessung
  3. Diskrete mentale Zeitstrukturen: Zeitwahrnehmung, oszillatorische Aktivitäten des Nervensystems, Zusammenfassung und Reanalyse der empirischen Zeitwerte und das Taxonomische Quantenmodell
  4. Die experimentelle Untersuchung mentaler Zeitstrukturen: Untersuchungsgegenstand Scheinbewegung
  5. Die experimentelle Untersuchung mentaler Zeitstrukturen: Deterministische Eigenschaften der Simultanitätsschwelle - Experimente 1 und 2
  6. Die experimentelle Untersuchung mentaler Zeitstrukturen: Der Charakter der Simultanitätsschwelle - Experimente 3 und 4 und Diskussion
  7. Theoretische Betrachtungen zu den Zeitquanten
  8. Literaturverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis4
Danksagung8
Einleitung10
1 Diskrete mentale Zeitstrukturen15
1.1. Die ersten Ideen zu diskreten Zeitstrukturen16
1.1.1 Der Momentbegriff16
1.1.2 Oszillationen - die Frequenzperspektive17
1.2 Untersuchungen der zeitlichen Auflösung der Wahrnehmung18
1.2.1 Der Momentbegriff von Qrecher18
1.1.2 Schwellen der Wahrnehmung der zeitlichen Reihenfolge19
1.2.3 Schwellen der akustischen Wahrnehmung20
1.2.4 Der zentrale Taktgeber22
1.2.5 Die Travelling Moment - Hypothese23
1.3 Reaktionszeitmessungen27
1.3.1 Experimente von Latour27
1.3.2 Der Versuch von Harter und White30
1.3.3. Das Experiment von Stanislas Dehaene32
1.4 Untersuchungen zur Zeitwahrnehmung33
1.4.1 Die Wahrnehmung von Zeitintervallen34
1.4.2 Die Zeitdiskriminationsexperimente Kristoffersons36
1.4.3 Modelle der Zeitdiskrimination39
1.4.4 Treismans Modell eines zentralen Taktgebers43
1.5 Theorien und empirische Qefunde zu oszillatorischen Aktivit ten des Nervensystems44
1.5.1 Probleme der Messung oszillatorischer Aktivitäten im Gehirn44
1.5.2 Theoretische Ansätze zur Interaktion unterschiedlicher neuronaler Oszillationen46
1.5.3 Schnelle neuronale Oszillationen und die Binding - Hypothese50
1.6 Zusammenfassung und Reanalyse der empirischen Zeitwerte57
1.7 Das Taxonomische Quantenmodell59
1.7.1 Grundannahmen59
1.7.2 Zentrale Hypothesen60
1.7.3 Diskussion und Ableitung von Fragestellungen61
2 Die experimentelle Untersuchung mentaler Zeitstrukturen64
2.1 Der Untersuchungsgegenstand Scheinbewegung66
2.1.1 Klassische Untersuchungen zur Scheinbewegung66
2.1.1.1 Exner67
2.1.1.2 Wertheimer68
2.1.1.3 Korte72
2.1.1.4 Neuhaus73
2.1.1.5 Weitere Untersuchungen76
2.1.2 Ausgewählte neuere quantitative Untersuchungsergebnisse78
2.1.2.1 Einfache, die SB bestimmende Faktoren78
2.1.2.2 Die Verwendung konkurrierender Bewegungspfade zur Messung der Bewegungsstärke79
2.1.2.3 Die Messung der Adaptationsstärke82
2.1.3 Long-Range und Short-Range Bewegungsprozesse83
2.2 Deterministische Eigenschaften der Simultanitätsschwelle Experimente 1 und 286
2.2.1 Das experimentelle Paradigma86
2.2.2 Untersuchungsziele und Hypothesen90
2.2.3 Experiment 192
2.2.3.1 Versuchspersonen92
2.2.3.2 Apparate und experimentelle Bedingungen92
2.2.3.3 Versuchsplanung92
2.2.3.4 Prozedur92
2.2.3.5 Allgemeine Resultate93
2.2.3.6 Prüfung der Hypothesen94
2.2.4 Experiment 2112
2.2.4.1 Methode112
2.2.4.2 Allgemeiner Schwellenverlauf113
2.2.4.3 Überprüfung der Hypothesen114
2.2.5 Diskussion122
2.3 Der Charakter der Simultanitätsschwelle Experimente 3 und 4124
2.3.1 Paradigma und Hypothesen von Experiment 3124
2.3.2 Experiment 3127
2.3.2.1 Versuchspersonen127
2.3.2.2 Apparate und experimentelle Bedingungen127
2.3.2.3 Versuchsplanung127
2.3.2.4 Prozedur128
2.3.2.5 Resultate, allgemeiner Schwellenverlauf128
2.3.2.6 Die Analyse diskreter Zeitwerte135
2.3.2.7 Diskussion143
2.3.3 Zielstellungen und Hypothesen für Experiment 4145
2.3.4 Experiment 4148
2.3.4.1 Methode149
2.3.4.2 Allgemeine Resultate150
2.3.4.3 Die Auswertung von Dominanzwechseln im KV155
2.3.4.4 Die Analyse diskreter Zeitstrukturen158
2.3.4.5 Diskussion161
2.4 Diskussion164
3 Theoretische Betrachtungen zu den Zeitquanten166
3.1 Hierarchien neuronaler Oszillationen168
3.1.1 Die Existenz eines einzelnen zentralen Rhythmus168
3.1.2 Mechanismen der Entstehung einer Hierarchie von mentalen Oszillationen171
3.1.2.1 Synchronisation oszillierender Neuronen173
3.1.2.2 Selektion kohärenter oszillatorischer Aktivität178
3.1.2.3 Weitere Mechanismen der Generation kohärenter Oszillationen181
3.1.3 Eine modellbasierte Grundlegung des TQM183
3.1.4 Diskussion187
3.2 Wahrnehmung und Bewusstsein als resonante Zustände188
3.3 Ein Erklärungsansatz für die Unterschiede des Charakters der Simultanitätsschwelle192
3.3.1 Die Manifestation von DMZ194
3.3.2 Der stochastische Schwellencharakter196
3.4 Diskussion198
4 Literaturverzeichnis199

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