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Angewandte Hypertext-Rhetorik. Studien zur Kommunikationsqualität von Lern- und Informationshypertexten

AutorReiner Küpper
VerlagUVRR Universitätsverlag Rhein-Ruhr
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl485 Seiten
ISBN9783940251282
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis49,99 EUR

Angewandte Hypertext-Rhetorik geht von der These aus, dass die Rhetorik auch für die Evaluation von Online-Lernumgebungen (für die Erwachsenenbildung) von Nutzen sein kann. Die linguistische Studie wird eingeleitet durch einen Rückblick auf die Geschichte der Rhetorik mit Exkursen zur Brieflehre, zum Stilideal der Schlichtheit bzw. zum Problem der Verständlichkeit. In diesem Kontext wird auch auf Fragen der Typographie und des Layouts eingegangen.

Der zweite Teil ist Fragen der Gebrauchstauglichkeit (‚usability’) und der Dialoggestaltung von Online-Lernumgebungen gewidmet. Im empirischen Teil wird die Kommunikationsqualität von angelsächsischen und deutschen netzbasierten Lern- und Informationshypertexten zur deutschen Nachkriegsgeschichte untersucht. Schließlich wird exemplarisch die (Fach-)Sprache eines ausgewählten Informationshypertextes analysiert.

Im abschließenden pädagogischen Teil wird unter anderem der Frage nachgegangen, inwiefern Links als Lernimpulse anzusehen sind. Vor allem wird die Lernwirksamkeit von Hypertextsystemen problematisiert.

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Leseprobe

1 Der (medien-)rhetorische Hintergrund (S. 29-30)

Bei historischen Ausgriffen ergibt sich stets das Problem, an bestimmten Stellen den chronologischen Durchgang unterbrechen und Exkurse ein?echten zu müssen. Damit die Übersichtlichkeit der Darstellung durch dieses Strukturierungsprinzip nicht zu sehr leidet, sollen regelmäßig Zwischenresümees eingefügt werden, im Sinne einer Modularisierung1 sollen die einzelnen Unterkapitel zudem möglichst kurz gehalten werden, dies macht jedoch immer wieder gewisse Wiederholungen erforderlich, vor denen nicht zurückgeschreckt werden soll, sofern sie der Wahrung des Überblicks dienen. Einige Wiederholungen ergeben sich auch dadurch, dass die zu besprechenden Phänomene eng zusammenhängen und ggf. in anderen Kontexten aus anderer Perspektive erneut zu beleuchten sind.

Angestrebt ist letztlich ein spiralförmiges Vorgehen in konzentrischen Kreisen: Auf einer jeweils höheren Ebene wird auf Voraufgegangenes immer wieder zurückzukommen sein. Hier geht es also um die Nutzung eines didaktischen Prinzips, das speziell in der Fernlehre – von der hier noch oft die Rede sein wird – schon immer Anwendung fand. Analog wird auch in der heutigen Journalistenausbildung ausdrücklich empfohlen, „Zentralbegriffe häu?g zu wiederholen, auch wenn das stilistisch unschön wirken mag.“

1.1 Abriss der Geschichte der Rhetorik mit Blick auf die Entwicklung von Web-Lern- und Informations-Materialien

Was ich hier lediglich versuchen kann, ist, im Sinne E. R. Curtius’ „den heutigen Leser mit den Haupttatsachen und den Grundbegriff en der antiken Rhetorik bekannt zu machen.“ Es muss mir also darum zu tun sein, „aus dem sehr verwickelten Gesamtkomplex nur das Wichtigste“ herauszuheben: „das wissenschaftliche Existenzminimum, über das man verfügen muss, wenn man die Problemstellung dieses Buches annimmt.“ Dabei wird vieles natürlich nur sehr summarisch, um nicht zu sagen plakativ abgehandelt werden. Um diesen Einleitungsteil nicht unproportional aufzublähen, ist jedoch kein anderes Verfahren möglich.

Zunächst einmal gilt es hervorzuheben, dass die Rhetorik im Rahmen eines bedeutenden technologischen Wandels entstanden ist: dem Übergang von der Oral- zur Schriftkultur. Heute gehen wir womöglich durch einen vergleichbar großen Wandel. Schon deshalb geschieht die Beschäftigung mit diesem historischen Vorläufer nicht als Selbstzweck. Denn es gilt der Frage nachzugehen, inwieweit heute „the oral world returns in a hyperliterate form.“ R. A. Lanham zufolge gilt zumindest für die Humanwissenschaften, dass das heute Neue im Prinzip eine Rückkehr zum Alten ist: „to the oldest body of thinking about language, formal rhetoric“. So erklärt es sich, „that rhetoric stands at the center of the current technology debate“.

Bekanntlich ist bezüglich der Antike zwischen der römischen und der griechischen Rhetorik zu unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
0 Einleitung10
0.1 Praxisbezug und Erkenntnisinteresse10
0.2 Die Kontroverse um den Rückbezug auf die rhetorische Tradition11
0.3 Rückblick auf die Geschichte der Rhetorik mit speziellem14
Blick auf14
0.4 Vom Nutzen der Rhetorik für die Evaluation von Online-19
0.5 Rhetorische Kategorien als Ausgangsbasis für Fallstudien zur ‚ Usability‚ resp. ‚ Kommunikationsqualität‚ von Lernumgebungen24
0.6 Schulabschlussbezogene Online-Angebote als ‚ geschlossene Systeme‚25
0.7 Die Neukon . gurierung der Rhetorik26
1 Der ( medien-)rhetorische Hintergrund30
1.1 Abriss der Geschichte der Rhetorik mit Blick auf die Entwicklung von Web-Lern- und Informations-Materialien30
1.2 Das zwanzigste Jahrhundert163
1.3 Die vier Medialisierungen der Rhetorik168
1.4 ‚ Neue‚ neue Rhetorik und Konstruktivismus177
1.5 Literarische Rhetorik vs. Rhetorik der Mündlichkeit im Zeitalter der Digitalisierung181
1.6 Emblematik im Internet190
1.7 Die unterschiedliche Qualität von Sprache und Bildern194
1.8 Ausweitung der Stilistik unter Einbezug von Typographie und Layout im digitalen Zeitalter199
1.9 Der Jetztzustand: die ‚ Neukon . gurierung‚ des Systems der Rhetorik1201
2 Gebrauchstauglichkeit resp. Kommunikationsqualität220
2.1 "Usability" – Versuch einer Begriffsbestimmung220
2.2 Grundsätze der Dialoggestaltung im Netz228
2.3 Usability-Testing‚ als Grundlage einer künftigen Hypertext- Rhetorik?238
2.4 Entwurf eines Usability-Rasters in Anlehnung an die ISO-Normvorgaben247
3 Empirischer Teil260
3.1 Fallstudie zur Evaluation der ‚ Kommunikationsqualität‚ einer britischen Unterrichtsreihe zum ‚ Kalten Krieg‚260
3.2 Fallstudie zum Lernhypertext des kalifornischen296
3.3 Rhetorisch-konstruktivistische Analyse zur Kommunikationsqualität exemplarisch ausgewählter Informationssites zur Berliner Mauer314
3.4 Fachsprachliche Analyse355
4 Pädagogischer Teil372
4.1 Links als Impulse372
4.2 Zusammenfassende Erörterung der Lernwirksamkeit von Hypertextsystemen5398
5 Zusammenfassung416
6 Nachwort440
7 Literatur448
8 Anhang472

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