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E-Book

Anreize für Infrastrukturinvestitionen bei der Zusammenschaltung in der Telekommunikation

VerlagJosef Eul Verlag
Erscheinungsjahr2003
Seitenanzahl227 Seiten
ISBN9783899361681
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis46,00 EUR
Der vorliegende Band fasst zwei Gutachten zusammen, die im Rahmen der durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post zu treffenden Entscheidung im Hinblick auf die Gestaltung der Zusammenschaltungsentgelte ab dem 01.12.2003 im Auftrag von 01051 Telecom GmbH und Arcor AG & Co. erstellt wurden.

Mit der Einführung von Carrier Selection im Ortsnetz wurde den Wettbewerbern der DTAG im Markt Sprachtelefondienstleistungen auferlegt, einen forcierten Ausbau ihrer Infrastruktur durchzuführen (bis zu 475 Orte der Zusammenschaltung, Points of Interconnection – POI), sofern sie Verbindungsleistungen im Ortsnetz anbieten wollen. Ob ein derartiger erweiterter Netzausbau wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt ganz zentral von der Höhe, aber auch von der Struktur der Zusammenschaltungsentgelte ab. Dabei spielt insbesondere eine Rolle, wie die Unterschiede der Zusammenschaltungsentgelte zwischen der Tarifstufe „Local" und „Single Transit" gestaltet sind.

Die Beiträge in diesem Buch gehen der Frage nach, wie die Zusammenschaltungsentgelte strukturiert sein müssten, damit der volkswirtschaftlich gewünschte, im TKG als Ziel formulierte Infrastrukturwettbewerb durch zusätzliche Investitionsanreize gestärkt werden kann. Im Ergebnis kommen beide Beiträge zu der Schlussfolgerung, dass eine Erhöhung der Tarifspreizung, d. h. eine größere Differenz zwischen den lokalen Zusammenschaltungsentgelten und den Zusammenschaltungsentgelten auf der Single Transit-Ebene, der hierfür richtige Weg ist. 

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Vorwort
  2. Wirtschaftlichkeit des Ausbaus von Telekommunikationsverbindungsnetzen in der Fläche unter den deutschen Regulierungsbedingungen
  3. Infrastrukturwettbewerb und Investitionsanreize von Interconnectionregimes
Leseprobe
Wirtschaftlichkeit des Ausbaus von Telekommunikationsverbindungsnetzen in der Fläche unter den deutschen Regulierungsbedingungen (S. 5-6)

1. Grundlagen

1.1 Ausgangssituation und Anliegen der Studie

Im Grundsatz besteht in Deutschland weitgehend Konsens darüber, dass auf Telekommunikations-(TK-)märkten Regulierung infrastrukturbasierte Anbieter gegenüber reinen Diensteanbietern weder benachteiligen noch bevorzugen soll (s. etwa Monopolkommission 2001, S. 119; Koenig et al. 2003, S. 12; Müller et al. 2003, S. 12f.): "Entscheidend ist, dass die zu treffenden Regulierungsentscheidungen beide Varianten [Infrastruktur- und Dienstewettbewerb] gleichermaßen ermöglichen, ohne die Entscheidung für oder gegen den Aufbau eigener Infrastruktur in eine Richtung zu verzerren" (Kurth 2001, S. 657). Die Umsetzung dieses Neutralitätsprinzips in der Regulierungspraxis ist jedoch alles andere als trivial.

Eine Konkretisierung wird häufig in der Regel gesehen, dass Entgelte für Vor-/ Netzzugangsleistungen des marktbeherrschenden ehemaligen Monopolinhabers Deutsche Telekom (DT) im Verhältnis zu den entsprechenden Endkundenpreisen des Incumbents so zu setzen sind, dass effizienten alternativen TKDiensteanbietern die Option eröffnet wird, auf Endkundenmärkten durch die Kombination von DT-Vorleistungen sowie mehr oder minder umfangreichen eigenen Netzen nachhaltig profitabel operieren zu können. Speziell in den Märkten für Festnetztelefonanschlüsse und -verbindungen sind dabei je nach Wettbewerbertyp unterschiedliche Vorleistungs-Endkunden-Preisrelationen zur regulativen Unterstützung der angestrebten "Balance zwischen Infrastruktur- und Dienstewettbewerb" (Kurth 2003) von Bedeutung.

Teilnehmernetzbetreiber (TNB) sind in ihrem Geschäftserfolg sehr stark von dem Verhältnis zwischen dem monatlichen Überlassungspreis für Telefonanschlüsse auf der Endkundenmarktebene und für entbündelte Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) auf der Vorleistungsmarktebene abhängig. Da in Deutschland bis Ende April 2003 der DT-Endkundenpreis für die Überlassung eines analogen Telefonanschlusses unter dem entsprechenden Vorleistungs preis, den alternative TNB für den Zugang zur einfachsten TAL-Variante zu zahlen hatten, lag, wird in der Literatur vielfach in Verbindung mit dem Schlagwort "Preis-Kosten-Schere" darauf hingewiesen, dass in Deutschland bis mindestens April 2003 bei Telefonanschlüssen die von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) zugelassenen Vorleistungs-Endkunden- Preisrelationen infrastrukturbasierten (TNB-) Wettbewerb eher behindert als gefördert haben könnten (s. für andere Monopolkommission 2001, S. 121f.; Schreiter/Kind 2002, S. 789f.; Koenig/Winkler 2003, S. 172f.; Ruhle 2003, S. 60-67).
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis14
Wirtschaftlichkeit des Ausbaus von Telekommunikationsverbindungsnetzen in der Fläche unter den deutschen Regulierungsbedingungen12
Inhaltsverzeichnis14
Grundlagen16
Ausgangssituation und Anliegen der Studie16
Prinzipielle Logik der vergleichenden Netzkostenanalysen21
Netzkosten von Verbindungsnetzbetreibern mit unterschiedlichen Infrastrukturausbaugraden und Verkehrsmengen28
Hauptbestimmungsgrößen der Netzkosten im Überblick28
Unmittelbar verkehrsmengenabhängige Zusammenschaltungskosten31
Kosten für Interconnectionanschlüsse38
Kosten für Vermittlungstechnik49
Kosten von überregionalen Übertragungswegen zur Verknüpfung der Vermittlungsknoten ( Backbonenetz)51
Gesamte Netzkosten56
Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen auf der Ebene der einzelnen Zusammenschaltungspunkte60
Schlussfolgerungen68
Wettbewerbsentwicklung bei Fortbestand der Preisabstände für Interconnection- Verbindungsleistungen in den Tarifzonen local und single transit68
Veränderungsbedarf bei den Preisabständen für Interconnection- Verbindungsleistungen in den Tarifzonen local und single transit71
Zusammenfassung75
Abkürzungsverzeichnis78
Abbildungsverzeichnis80
Literaturverzeichnis81
Infrastrukturwettbewerb und Investitionsanreize von Interconnectionregimes86
Inhaltsverzeichnis88
Vorbemerkung92
Zusammenfassende Thesen94
Untersuchungsziele99
Formen des Wettbewerbs102
Dienstewettbewerb vs. infrastrukturbasierter Wettbewerb102
Wettbewerb durch TNB106
Wettbewerb durch VNB112
Funktionsfähiger Wettbewerb114
Das Investitionskalkül des VNB116
Investitionsanreize des VNB116
Exkurs 1: Investitionsanreize des Incumbents140
Interdependenz der Investitionsentscheidungen von Incumbent und VNB146
Exkurs 2: Investitionskalkül eines TNB149
Investitionsbereiche des VNB156
Interconnection und Investitionspolitik163
Notwendigkeit der Netzzusammenschaltung163
Regulierungspolitische Zielsetzungen164
Preissetzung für Interconnection170
Empirische Kostenanalyse181
Die grundlegende Kostenstruktur eines VNB181
Einsatz des Kostenmodells185
Optimierungskalkül187
Modellparameter192
Simulationsergebnisse201
Sensitivitätsbetrachtungen206
Regulierungspolitische Schlussfolgerungen212
Empirische Referenzpunkte212
Steigerung der Anreize zum infrastrukturbasierten Netzausbau214
Literaturverzeichnis224

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