Sie sind hier
E-Book

Arbeitsmigration in der stationären Altenpflege in Deutschland im Kontext der Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen

AutorTibor Pintér
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl118 Seiten
ISBN9783842843554
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
In der Altenpflege ist viel Bewegung - nur irgendwie geht es nicht so recht voran. Dass uns der Pflegenotstand angesichts fehlender Fachkräfte in Deutschland früher oder später einholen wird, ist in der Fachwelt schon längst kein Geheimnis mehr. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht neue Statistiken und Zahlen zum Fachkräftemangel in der Pflege veröffentlicht werden. Expertenmeinungen zur Akademisierung der Pflegeausbildung, zum Lohn- und Leistungsniveau in der stationären Altenpflege oder zur Neuausrichtung der sozialen Pflegeversicherung bereichern die Diskussion zusätzlich. Mit Gesetzesänderungen, Beschäftigungsinitiativen und Imagekampagnen versucht die Politik der Problematik Herr zu werden. Gut ein halbes Jahr nach dem 'Pflegejahr 2011' lässt sich heute die berechtigte Frage stellen: Und nun? Nach der ambitioniert angekündigten Pflegereform steht auf der Habenseite eine leichte Beitragserhöhung in 2013, Leistungssteigerungen in den Pflegestufen, eine staatliche Förderung zur privaten Pflegevorsorge, dem sogenannten 'Pflege-Bahr' und die Überlegung die Pflegeausbildung zu reformieren. Die seit langem vorbereitete und geforderte Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffes, bleibt die Pflegereform jedoch weiterhin schuldig. In den Einrichtungen der stationären Altenpflege zeichnet sich abseits der politischen Sichtweise der Dinge ein einheitliches Stimmungsbild: Es ist bereits '5 nach 12'. Der Fachkräftemangel ist längst zur Realität geworden. Angesichts des steigenden Pflegebedarfs nehmen zunehmend mehr Einrichtungen ihr Glück selbst in die Hand und begeben sich auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften auf die ausländischen Arbeitsmärkte. In diesem Buch soll einerseits aufgezeigt werden, dass die stationäre Altenpflege aktuell unter einem Fachkräftemangel leidet und auch zukünftig verstärkt leiden wird. Weiterhin soll die Arbeitsmigration als eine geeignete Maßnahme vorgestellt werden, mit der dem Fachkräftemangel begegnet werden könnte. Zudem spielen die rechtlichen Vorschriften hinsichtlich der Anerkennung beruflicher Qualifikationen aus dem Ausland eine zentrale Rolle.

Tibor Pintér, LL.M. wurde 1983 in Berlin geboren. Sein Studium der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften schloss der Autor im Jahre 2012 mit dem akademischen Grad des Magister Legum erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte der Autor umfassende theoretische und praktische Erfahrungen im Bereich des Personalwesens. Getrieben von der öffentlichen Debatte um den Pflegenotstand in Deutschland, nahm sich der Autor dieser Thematik an und betrachtete diese in dem vorliegenden Buch aus einem personalwirtschaftlichen Blickwinkel.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
Textprobe: Kapitel 4.6, Fachkraftquote: In der HeimPersV werden Mindestanforderungen an die personelle Ausstattung von Pflegeeinrichtungen gestellt. So bestimmt beispielsweise § 5 Abs. 1 HeimPersV, dass bei betreuenden Tätigkeiten durch zwei Kräfte jeweils die erste Kraft eine Fachkraft sein muss. Demzufolge legt die HeimPersV eine mindestens erforderliche Fachkraftquote von 50% fest. Fachkräfte müssen basierend auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung befähigt sein, ihre Funktionen und Tätigkeiten selbstständig und eigenverantwortlich durchzuführen. Der Altenpfleger als Fachkraft i.S.d. § 6 HeimPersV bestimmt sich nach dem AltPflG. Altenpflegehelfer fallen grundsätzlich nicht unter den Fachkräftebegriff i.S.d. § 6 HeimPersV. Da der Begriff der Fachkraft in der HeimPersV weit gefasst wurde, können auch andere berufsqualifizierende Abschlüsse unter den Fachkräftebegriff fallen. Im Bereich der Therapie, Betreuung und Pflege alter und pflegebedürftiger Menschen legen die Länder grundsätzlich neben dem Altenpfleger auch die Krankenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie die Kinderkrankenpfleger als Fachkraft i.S.d. § 6 HeimPersV aus. Darüber hinaus können die Länder auch weitere Berufe unter den Fachkräftebegriff subsumieren. So bestimmt beispielsweise die SbStG-Durchführungsverordnung in Schleswig Holstein, dass darüber hinaus staatlich anerkannte Heilerziehungspfleger, Heilerzieher, Heilpädagogen, Familienpfleger, Beschäftigungs-, Arbeits- und Ergotherapeuten, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Physiotherapeuten sowie Logopäden als Fachkraft anerkannt werden. Auch Personen, die ein Studium in den Fachrichtungen Pflege, Musiktherapie, Psychologie oder Gesundheits-, Pflege- oder Sozialmanagement erfolgreich abgeschlossen haben, können als Fachkräfte entsprechend ihrer Qualifikation und den Erfordernissen in der Pflegeeinrichtung eingesetzt werden. Im Rahmen dieser Arbeit soll unter einer Fachkraft ein Erwerbstätiger mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung zum examinierten Altenpfleger i.S.d. AltPflG mit dem Schwerpunkt auf den betreuenden Tätigkeiten verstanden werden. Betreuende Tätigkeiten i.S.d. § 5 Abs. 1 HeimPersV sind Tätigkeiten, bei denen der Kontakt zum Heimbewohner wie beispielsweise bei der Pflege, Therapie oder sozialen Betreuung im Vordergrund steht. Demzufolge gehören Tätigkeiten mit dem Schwerpunkt auf der Verwaltung oder der hauswirtschaftlichen Versorgung nicht zu den betreuenden Tätigkeiten. Die weite Auslegung des Fachkraftbegriffes führt dazu, dass bei einem Mangel an qualifizierten Altenpflegern auch andere Berufe zur Erfüllung der Fachkraftquote beitragen. Eine Fachkraftquote von 50% bedeutet demzufolge nicht, dass jeder zweite Mitarbeiter in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung auch ein Altenpfleger sein muss. In den stationären Pflegeeinrichtungen waren 2009 beispielsweise nur 26% der Vollzeitbeschäftigen Mitarbeiter staatlich anerkannte Altenpfleger. Unabhängig von der HeimPersV schließen die Landesverbände der Pflegekassen mit den Trägern der stationären Pflegeinrichtungen einheitliche Rahmenverträge ab. In diesen Rahmenverträgen wird neben den Inhalten der Pflegeleistungen sowie den Verfahrens- und Prüfungsgrundsätzen, den allgemeinen Bestimmungen der Pflege, auch der sog. Personalschlüssel vereinbart. Durch den Personalschlüssel soll gewährleistet werden, dass in allen Pflegeeinrichtungen des jeweiligen Landes eine einheitliche Personaldecke zur Pflege vorgehalten wird. Der Personalschlüssel als Richtwert gibt das Verhältnis zwischen der Anzahl der Pflege- bzw. Betreuungskräfte und der Anzahl der Heimbewohner, qualifiziert nach den jeweiligen Pflegestufen, an. Liegt beispielsweise der Personalschlüssel für die Pflegestufe I bei eins zu drei, kann für die Betreuung von drei Bewohnern der Pflegestufe I eine Vollzeitstelle besetzt werden. Summiert man die für alle Pflegestufen zu besetzenden Vollzeitstellen auf, müssen im Ergebnis 50% davon durch Fachkräfte besetzt werden. Die Fachkraftquote wird in der Praxis kritisch diskutiert. Bemängelt wird vor allem die Auslegung der Quote weg von einer Mindestanforderung hin zu einer Maximalgrenze. Es finden sich aber auch Stimmen, die sich für eine Flexibilisierung der Fachkraftquote aussprechen.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Arbeitsmigration in der stationären Altenpflege in Deutschland1
Kurzfassung3
Inhaltsverzeichnis4
Abbildungsverzeichnis7
Tabellenverzeichnis7
Abkürzungsverzeichnis8
1 Einführung11
1.1 Motivation11
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise11
1.3 Aufbau12
2 Herausforderungen13
2.1 Einleitung13
2.2 Altenpflege im Kontext der Demografie13
2.3 Pflegebedarf17
2.4 Demenz19
2.5 Fachkräftemangel20
2.6 War for Talents25
2.7 Pflegereform25
2.8 Ausbildung26
2.9 Fazit28
3 Pflege29
3.1 Einleitung29
3.2 Gesundheitswirtschaft29
3.3 Soziale Pflegeversicherung31
3.4 Pflegebegriff32
3.5 Pflegebedürftigkeit33
3.6 Pflegstufen34
3.7 Pflegeform34
3.8 Professionelle Pflegekräfte36
3.9 Fazit36
4 Altenpflege37
4.1 Einleitung37
4.2 Rechtliche Grundlagen37
4.3 Altenpflegebegriff41
4.4 Berufsbild43
4.5 Abgrenzung Krankenpfleger44
4.6 Fachkraftquote46
4.7 Fachkraft als Arbeitnehmer48
4.8 Fazit48
5 Arbeitsmigration49
5.1 Einleitung49
5.2 Migrationsbegriff49
5.3 Arbeitsmigrationsbegriff52
5.4 Arbeitsmigration in der EU55
5.5 Blaue Karte für Hochqualifizierte59
5.6 Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz61
5.7 Migrationsstatistik63
5.8 Fazit66
6 Arbeitsmigration in der stationären Altenpflege67
6.1 Einleitung67
6.2 Personalbedarf67
6.3 Personalbeschaffung68
6.4 Personalintegration70
6.5 Berufsbezeichnung73
6.6 Fazit77
7 Abschluss78
7.1 Zusammenfassung78
7.2 Fazit79
7.3 Ausblick80
Anhang82
Literaturverzeichnis88

Weitere E-Books zum Thema: Pflege - Heilberufe - Betreuung - Altenpflege

Patientenvertrauen in Krankenhäuser

E-Book Patientenvertrauen in Krankenhäuser
Eine qualitative Analyse zur Bedeutung, Bildung und unterschiedlichen Vertrauensebenen Format: PDF

Vanessa Haselhoff untersucht die Rolle und die Bildung von Vertrauen im System Krankenhaus. Sie analysiert Einzelinterviews mit Patienten und leitet ab, wie sich Vertrauen bildet und wie sich…

Aufbruch Pflege

E-Book Aufbruch Pflege
Hintergründe - Analysen - Entwicklungsperspektiven Format: PDF

Vor dem Hintergrund der im Rahmen der Expertenkommission der BGW Aufbruch Pflege 2006 erstellten fünf Positionspapiere zu basalen Themen der Altenpflege in Deutschland beleuchten Experten die…

Pflegeeinrichtungen erfolgreich führen

E-Book Pflegeeinrichtungen erfolgreich führen
Organisationskultur zwischen Marktorientierung und Berufsethik Format: PDF

Das Buch stellt den Erfolgsfaktor der marktorientierten Organisationskultur für Pflegeeinrichtung in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die wesentlichen inhaltlichen und methodischen Grundlagen zur…

Das schlanke Krankenhaus

E-Book Das schlanke Krankenhaus
Führen und verbessern im Krankenhaus der Zukunft Format: ePUB

Das Lean Hospital ist in aller Munde und schickt sich an, the next big thing zu werden. Was aber steckt hinter diesem neuen Wundermittel? Lässt sich industrielles Lean wirklich auf die…

Weitere Zeitschriften

Archiv und Wirtschaft

Archiv und Wirtschaft

Fachbeiträge zum Archivwesen der Wirtschaft; Rezensionen Die seit 1967 vierteljährlich erscheinende Zeitschrift für das Archivwesen der Wirtschaft "Archiv und Wirtschaft" bietet Raum für ...

arznei-telegramm

arznei-telegramm

Das arznei-telegramm® informiert bereits im 51. Jahrgang Ärzte, Apotheker und andere Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln. Das arznei-telegramm®  ist neutral und ...

Berufsstart Bewerbung

Berufsstart Bewerbung

»Berufsstart Bewerbung« erscheint jährlich zum Wintersemester im November mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren und ermöglicht Unternehmen sich bei Studenten und Absolventen mit einer ...

Burgen und Schlösser

Burgen und Schlösser

aktuelle Berichte zum Thema Burgen, Schlösser, Wehrbauten, Forschungsergebnisse zur Bau- und Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Denkmalschutz Seit ihrer Gründung 1899 gibt die Deutsche ...

Deutsche Tennis Zeitung

Deutsche Tennis Zeitung

Die DTZ – Deutsche Tennis Zeitung bietet Informationen aus allen Bereichen der deutschen Tennisszene –sie präsentiert sportliche Highlights, analysiert Entwicklungen und erläutert ...

Die Versicherungspraxis

Die Versicherungspraxis

Behandlung versicherungsrelevanter Themen. Erfahren Sie mehr über den DVS. Der DVS Deutscher Versicherungs-Schutzverband e.V, Bonn, ist der Interessenvertreter der versicherungsnehmenden Wirtschaft. ...

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS ist seit mehr als 25 Jahren die Fachzeitschrift für den IT-Markt Sie liefert 2-wöchentlich fundiert recherchierte Themen, praxisbezogene Fallstudien, aktuelle Hintergrundberichte aus ...

VideoMarkt

VideoMarkt

VideoMarkt – besser unterhalten. VideoMarkt deckt die gesamte Videobranche ab: Videoverkauf, Videoverleih und digitale Distribution. Das komplette Serviceangebot von VideoMarkt unterstützt die ...

Euro am Sonntag

Euro am Sonntag

Deutschlands aktuelleste Finanz-Wochenzeitung Jede Woche neu bietet €uro am Sonntag Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Themen Geldanlage und Vermögensaufbau. Auch komplexe Sachverhalte ...