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ASIA B-C

eBook ASIA B-C Cover
Autor
Verlag
Erscheinungsjahr
2014
Seitenanzahl
468
Seiten
ISBN
9783847661917
Format
ePUB
Kopierschutz
kein Kopierschutz
Geräte
PC
MAC
eReader
Tablet
Preis
9,99
EUR

»Ich laufe den New York Marathon« ist der erste Gedanke, nachdem Walter Wosp aus der Narkose aufwacht. »Ich bleibe niemals im Rollstuhl sitzen«, ist sein Mantra drei Monate nach der Operation. An seinem 25sten Hochzeitstag - Tatsache, am 25sten Hochzeitstag, berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass gerade an diesem Tag so ein Unglück geschieht - knallt Walter Wosp mit seinem Fahrrad gegen ein Auto. In einem Sekundenbruchteil ändern sich sein Leben und das seiner Frau. In ?ASIA B-C?, (die Bezeichnung für den Grad der Behinderung bei einer Querschnittlähmung) beschreibt Wosp emotionslos, aber mit viel Ironie und schwarzem Humor seinen Leidensweg und den Wahnsinn, den er in den ersten zwei Jahren nach dem Unfall erlebt. In ?ASIA B-C? schildert Walter Wosp wie er beginnt das Wort ?Geduld? zu hassen, wie er das erste Mal nach vier Wochen aufrecht steht, wie er nach Monaten seinen ersten Schritt ohne fremde Hilfe macht, wie er mit Messer und Gabel essen lernt, kurz, wie er mühsam ganz ?normale? Fähigkeiten erwirbt und nach sieben Monaten Aufenthalt in einem Rehabilitations-Zentrum, gestützt auf zwei Stöcken, wieder nachhause kommt. Der Alltag hat ihn wieder, mit allen durch den Unfall bedingten Problemen. Seit dem Unfall besteht sein Körper nur aus Schmerz, er sitzt zwar nicht im Rollstuhl, kann aber maximal 300 Meter gehen, für ihn und seine Frau, die, seit sie sich kennen, gemeinsam Ausdauersport betrieben haben, eine Katastrophe. Und noch eine Gemeinsamkeit leidet unter seiner Verletzung: Schonungslos ehrlich und tabulos schildert Wosp sein Sexualleben, das sich durch den Unfall radikal geändert. Wosp versucht alles, um eine Verbesserung seines Zustandes herbeizuführen. Er besucht einen Wunderheiler, eine Spezialklinik in Zürich, lässt sich einen elektronischen Stimulator einoperieren, setzt seine letzte Hoffnung auf Stammzellentherapie. Es ist alles vergebens. Wosp wehrt sich verzweifelt gegen das Gefühl ein Loser zu sein, weil er es nicht schafft, wieder völlig gesund zu werden, offen erzählt er vom Scheitern, von Verzweiflung, von Versagensängsten, von Nervenzusammenbrüchen, von enttäuschten Erwartungen. Schließlich finden sich Walter Wosp und Julia mit ihrem neuen Leben ab und akzeptieren es. Wosp erkennt, dass die Behinderung auch gute Seiten hat: Einen reservierten Parkplatz vor der Tür, kein Schlangestehen vor Kassen, schnellere Abfertigung bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen, einen eigenen Aufzug für die Wohnung, das Schmerzensgeld und die Unfallrente ermöglichen ihm ein finanziell sorgenfreies Leben. Als ehemals erfolgreicher Fernsehproduzent und Regisseur versuchen er und seine Frau nach dem Motto: »The Show must go on!« zu leben bis, ja, bis ein Unglück nach dem anderen über die beiden hereinbricht. ?ASIA B-C? ist kein Buch nach dem Motto: »Mit Gottes Hilfe und eisernen Willen habe ich es geschafft«, vielmehr zeigt es schonungslos den Alltag eines Rückenmarkverletzten. Es ist die Geschichte von Kleinkriegen gegen Behörden, des Kampfs gegen die Versicherung des Unfallgegners, es zeigt, welche Spiele Sachverständige gemeinsam mit Anwälten spielen. Schmerzhaft lernt Wosp, dass das zweitwichtigste im Leben eine Rechtsschutzversicherung ist. Umgekehrt erfährt der Leser aber auch wie Walter Wosp seine Behinderung schamlos - ?Krüppelbonus? bezeichnet er es zynisch - bei verschiedenen Gelegenheiten ausnutzt, um Vorteile für sich herauszuholen. Ein besserer Mensch ist er durch den Unfall nicht geworden.

Walter Wosp war ein erfolgreicher Fernsehproduzent und Regisseur bis ihn ein Unfall arbeitsunfähig machte. Wosp lebt in Wien und ist verheiratet.

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