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Ausgepowert

Wie Magnesium-Mangel krank macht!

AutorMag. Michael Hlatky, Univ.-Prof. Dr. Sepp Porta
VerlagVerlagshaus der Ärzte
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl192 Seiten
ISBN9783990520789
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis11,99 EUR
Dieser Ratgeber befasst sich mit der wichtigen Rolle des Magnesiums in unserem Körper und zeigt anhand neuester Studien, warum ein Magnesiummangel auf längere Sicht krank machen kann. Denn ohne Magnesium läuft beim Energiestoffwechsel des Menschen gar nichts. Viele Zivilisationsleiden wie Bluthochdruck oder Diabetes entstehen und verschlechtern sich durch Magnesiummangel. Aber auch Menschen mit häufigen Diätversuchen, Schlafmangel oder hoher Stressbelastung sowie Schwangere und Sporttreibende weisen oft ein großes Magnesium-Defizit auf. Mit modernen Untersuchungsmethoden lassen sich solche Mangelzustände feststellen, und eine adäquate Therapie führt in vielen Fällen zu einer deutlich besseren Lebensqualität.

Univ.-Prof. Dr. Sepp Porta leitet als Endokrinologe das Institut für angewandte Stressforschung in Judendorf und Dillach, wo er sich in Messkampagnen mit Stress, Stoffwechsel im Beruf etc. beschäftigt. Im Rahmen seiner Tätigkeit befasst er sich auch mit dem Magnesiummangel und seinen gesundheitlichen Auswirkungen. Mag. Michael Hlatky arbeitet seit vielen Jahren im Verlagswesen und betreibt ein Verlagsbüro in Vasoldsberg bei Graz. Er ist Autor zahlreicher Sachbücher und Ratgeber.

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Leseprobe

Wo wirkt denn jetzt Magnesium wirklich?

Wo wirkt denn jetzt Magnesium wirklich?

 

Magnesium als Katalysator und Stabilisator

 

In der Apothekenreklame, im Internet, in Broschüren, aber auch in ernst zu nehmenden Publikationen lesen sie den beeindruckenden und deswegen schon hunderte Male abgeschriebenen und abgewandelten Satz: „Magnesium ist an über 300 enzymatischen Reaktionen in unserem Stoffwechsel beteiligt“.

Nun, ein Enzym ist ein sogenannter organischer Reaktionsbeschleuniger, ein Biokatalysator, dessen Eigenschaft es ist, biochemische Reaktionen zu aktivieren, ohne selbst an ihnen teilzunehmen.

Stellen wir uns zum Beispiel eine Heeresparade vor. Der verehrte Staats-

präsident schleudert zwar nur Worthülsen und marschiert selbst nicht mit, steht aber als schneidiger Oberbefehlshaber hoch auf der Tribüne, unter der die Truppen defilieren. Unter seinem Blick, der die ganze Macht des Souveräns repräsentiert, wird sich jeder einzelne Soldat zusammenreißen, sein Tritt wird noch präziser, sein Herz schlägt noch begeisterter, sein Gruß ist noch zackiger. Präsident katalysiert Patriotismus.

Magnesium spielt dabei die Rolle des vielarmigen Organisators. Es geleitet den Präsidenten auf die Tribüne, stellt die Parade zusammen, dirigiert die Fahrzeuge und Truppenabteilungen in die Ringstraße, passt auf die richtige Reihenfolge auf und sorgt für die vorgeschriebenen Abstände zwischen präsidialem Katalysator und Reagierenden. Zu guter Letzt teilt es noch Wurstsemmeln aus, um das Durchhaltevermögen aller Beteiligten zu stärken.

Nach dieser kriegerischen Allegorie lasst uns präziser werden:

Diese Klette von Magnesium kann also mit ihren Fangarmen innerhalb der Zelle an den Zellkern, an die Eiweißproduktionsmaschinen, die sogenannten Ribosome, an alle Zellmembranen oder auch an die im Zellsaft herumschwimmenden Riesenmoleküle binden. Eines dieser großen Moleküle im Zellkern ist zum Beispiel die DNS, die Desoxiribonukleinsäure, die Mutter unserer Erbanlagen und die Urmutter unserer Eiweißproduktion.

Man muss sich dabei vorstellen, dass es nur ein sehr geringer Teil des Körpermagnesiums ist, den man im Blut vorfindet und aus dessen Messung wir gezwungen sind, auf die Magnesiumversorgung des gesamten Organismus zu schließen.

Der Löwenanteil von ca. 95 bis 97 Prozent befindet sich – so wie das ebenfalls positiv geladene Kalium – innerhalb der Zellen. Von diesem

Löwenanteil sitzen wieder über die Hälfte nicht in der Zellflüssigkeit, sondern direkt im Zellkern, dieser bis heute noch geheimnisvollen Struktur.

Zwar gibt es einen Zellkern, bei dessen Anblick den meisten von uns das Wasser im Mund zusammenrinnt, nämlich den appetitlichen, halb-

weichen, goldgelben Dotter des Spiegeleies auf knusprigem Speck, sonst aber führt der ein aus Gourmetperspektive betrachtet eher unspektakuläres Dasein. Es sei denn, man spräche von den magnesiumreichen Zellkernen von Pflanzensamen wie Walnüssen, Haselnüssen oder Mandeln, sämtlich, wie wir nun verstehen, magnesiumreiche Kraftnahrung.

In unseren Zellkernen ist also ein sehr großer Anteil unseres Magnesiums gespeichert. Es bindet sich an Kernbestandteile wie Nukleinsäuren, also DNS und RNS, und auch an Nukleotide. Dabei ist eine seiner wesentlichsten Aufgaben die Neutralisierung der negativen Ladung der wichtigen Phosphatgruppen an diesen Kernbestandteilen, auf dass kein unerwünschtes elektrisches Potential entstehe. Eine Stabilisierungsaufgabe also.

Dabei stabilisiert und strukturiert Magnesium diese Moleküle weit besser als das ebenfalls reichlich vorhandene Kalium, dem ja als Metall auch Konsolidierungseigenschaften zugeschrieben werden. Alle diese Funktionen des Magnesiums zusammen scheinen es sogar als Genregulator ins Spiel zu bringen, als eine Substanz also, die die Wirkungsweise von Genen beeinflussen kann.

Unser Wissen über Genregulation ist noch gering. Die jubelnden Zeitungen, die die Kartierung aller Gene des Menschen besungen haben, übersahen, dass nun zwar das Alphabet einer unbekannten Sprache bekannt war, aber keine Worte und keine Grammatik, von Büchern und Poesie ganz zu schweigen. Dabei ist auch das Alphabet der Gene dauernd im Umbau und in Reparatur begriffen.

 

Magnesium bei Eiweißproduktion, Vererbung und Krebs

 

Hier ist eine der lebenswichtigsten Magnesiumfunktionen im Zellkern die Aktivierung von Reparaturenzymen. Es gibt heutzutage eine neue Art von Druckern, die auf Computerbefehl nicht Text oder Bilder drucken, sondern nach der Vorlage eines lasergescannten Plastikspielzeuges ein identisches Plastikspielzeug schnitzen. So ähnlich funktioniert die Eiweißproduktion in der Zelle.

Allerdings haben die Druckvorlagen, die Drucker und die Schnitzgeräte einen unheimlich hohen Umsatz pro Zeiteinheit zu bewältigen, wobei sich auch beim besten Material Fehler einschleichen. Es muss also dauernd repariert werden, weil sonst fehlerhafte Werkstücke entstehen. Solche fehlerhaften Eiweiße könnten in weiterer Folge gesunde Zellen, in die sie eingebaut werden, zu krankhaftem Verhalten zwingen.

Deshalb gibt es ganze Schwärme von Reparaturenzymen, die so spezialisiert sind, dass manche unsere DNS nur bei Fehlern an den Strangenden reparieren, andere wieder für Arbeiten in der Mitte des Moleküls zuständig sind. Die Enzyme, die die Molekülmitte reparieren, heißen Endonukleasen und sind zu einem sehr großen Teil magnesiumabhängig. Auch direkte Aktivatoren der Transskription, also des identischen Aufbaues von neuen Eiweißen, sind dabei.

Ohne Magnesiummitwirkung gibt’s deshalb Schwierigkeiten nicht nur bei der korrekten Eiweißproduktion, sondern auch bei der korrekten Weitergabe von Erbinformationen, wobei Magnesium die sogenannten Ribozyme stabilisiert. Kein Wunder, dass diese Ribozyme, mit denen bereits gesteuerte Krebstherapien durchgeführt werden, ohne Magnesium schwächeln.

Nicht nur die natürliche Abnutzung der Eiweiß- und DNA-Produktionssysteme erfordert magnesiumbegleitete Reparaturen, sondern auch unsere Umwelt ist fleißig dabei, diese Produktionsanordnungen zu stören. UV-Strahlen, Viren, Kohlenwasserstoffe aus Erdölverbrennungen und Erdölprodukten und ganz besonders freie Radikale, auch bekannt unter dem Namen ROS (Reactive Oxygen Species), versuchen dauernd, Schraubenschlüssel ins Getriebe zu schmeißen. Wenn wir dabei zu wenig Magnesium in die Schlacht werfen können, bremsen wir eine Fülle von Reparaturenzymen, die sich zum Beispiel um das Herausschneiden der durch Viren, Kohlenwasserstoffe, Strahlung und ROS beschädigten Strukturen kümmern.

Wenn die wegen Magnesiummangel schlecht funktionieren, ist der Entstehung entarteter Eiweiße und damit der Krebsentstehung Tür und Tor geöffnet.

 

Magnesium im Stoffwechsel und im Zusammenspiel mit anderen Mineralien

 

Magnesiummangel, so wurde bereits etwas großsprecherisch festgestellt, könnte wie die Syphilis nahezu alle denkbaren Symptome (Kindbettfieber bei Männern wird ja wohl ausgenommen sein, wie Jerome K. Jerome augenzwinkernd meint) annehmen, weil es an allen nur denkbaren biochemischen Vorgängen teilnimmt (auch hier behalten wir uns Ausnahmen vor). Wir werden nicht müde, diese universelle Anwesenheit von Magnesium, die sich vorwiegend aus seiner Beteiligung am überall gegenwärtigen Energietransport erklärt, immer wieder zu erwähnen. Damit aber nicht genug.

Unser Essen wird im Magen und Darm nicht nur zerkleinert, sondern auch mit Säure und den bewussten Enzymen chemisch zernagt, sodass nur mehr relativ kleine Einheiten wie Fett- und Eiweißbestandteile und einige Zuckerarten durch die Darmwand ins Blut gelangen.

Vergleichen wir es mit dem Holzmachen für die winterliche Heizung, das bei uns am Land immer populärer wird, seit die Taschen der Ölkonzerne die Gewinne kaum mehr halten können.

Erst einmal wird der Baum gefällt, entastet und entrindet und mit der Motorsäge in meterlange Abschnitte zersägt. Dann werden die meterlangen Abschnitte – früher mit Keilen, jetzt mit einer Maschine – in vier bis sechs längliche Scheiter zerlegt. Das ist der Stand der Dinge, nachdem die Nahrungsbestandteile aus dem Darm ins Blut aufgenommen worden waren. In dem Stadium gehe ich mit einer Kiste Bier zum Nachbarn und borge mir seine Kreissäge aus, um die „Meterprügel“ auf etwa 30 Zentimeter Länge zu kürzen. Dann passen sie in Holzzentralheizung, Tischherd und Kamin.

Die Funktion der Kreissäge übernimmt bei Tier und Mensch eine Anzahl von Aufbereitungszyklen, die in den Biochemiebüchern auch ein bisschen wie Kreissägeblätter dargestellt werden, deren Zacken aus chemischen Formeln bestehen. So ein meterprügelgroßes Fett-, Zucker- oder Eiweißmolekül durchwandert entlang des chemischen Kreissägeblattes einen Zerkleinerungsprozess und wird in handliche Teile zerlegt, die dann im wahrsten Sinne des Wortes verheizt werden können.

Diese Zerkleinerungsprozesse nennen wir, je nachdem von wo die Grundsubstanzen kommen, Betaoxidation bei Fettbestandteilen, Glykolyse beim Zucker und letztlich Zitronensäurezyklus oder Krebszyklus als letzten Zerkleinerungsschritt.

Innerhalb dieser Zerkleinerungszyklen ist eine große Anzahl der Umwandlungsenzyme von Magnesium abhängig. Bei jeder Zerkleinerung ist entweder Energiegewinn oder Energieverlust im Spiel, sie ist also immer an Energietransport gekoppelt und hat daher mit Magnesium zu tun.

Der Energietransfer aus den Zyklen heraus auf Hochenergieverbindungen wie ATP, ja sogar die Reservehaltung dieser Hochenergieverbindungen, ist strikt magnesiumabhängig.

Je nach momentanem Bedarf bindet...

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