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Auslandsentsendung und Generation Y

Eine Auswertung der Bereitschaft für den Job ins Ausland zu gehen

AutorEva Müller
VerlagStudylab
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl136 Seiten
ISBN9783668377547
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Mit der globalen Vernetzung von Ländern und Unternehmen nimmt zugleich die Bedeutung von internationalem Personalmanagement zu. Mitarbeiter werden in verschiedene Länder entsandt, um neue Möglichkeiten zu erschließen. Globalisierung ist jedoch nicht die einzige Veränderung, auf die Unternehmen reagieren müssen. Mit der sogenannten Generation Y findet ein Wertewandel statt, der neue Herausforderungen für Unternehmen und Führungskräfte mit sich bringt. Das Karrierebestreben dieser Generation, ihre Einstellungen und Erwartungen zur Arbeit sowie ihre Kenntnisse über neue Technologien werden den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Buch gibt einen Einblick in die Einstellung der Generation Y zur beruflichen Auslandsentsendung. Dabei stellen sich folgende Fragen: Zeigt die Generation Y Bereitschaft für eine Auslandsentsendung? Verändern sich die Probleme und Herausforderungen der Entsendung mit dem Generationenwechsel? Und wenn ja, was bedeutet dies für die Unternehmen? Mithilfe der bestehenden Literatur und bisherigen Forschungsergebnissen wird die Grundlage für die Formulierung von Hypothesen geschaffen, die durch eine Online-Umfrage überprüft werden. Aus dem Inhalt: - Generation Y; - Auslandsentsendung; - Auslandseinsatzphase; - Arbeitsmarkt; - Globalisierung; - Personalmanagement

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Leseprobe

3. Generation Y


 

3.1 Der Generationenbegriff


 

Nach dem Soziologen Karl Mannheim (1928) umfasst der Begriff „Generation“ eine gesellschaftliche Kohorte mit ähnlichem Alter, eingebettet in den gleichen historisch-sozialen Kontext.[121] Dieser historisch-gesellschaftliche Generationenbegriff ist dabei unter anderem von dem genealogischen Generationenkonzept abzugrenzen, welches den Abstand von Abstammungsgruppen, wie beispielsweise Großeltern, Eltern, Kinder, aufgreift.[122]

 

Die Kategorisierung von Personen nach Generationszugehörigkeit ist kein exaktes Mittel, um das Verhalten einzelner Personen zu erklären, kann allerdings als Orientierung hilfreich sein. Damit bietet die Generationenzugehörigkeit zwar einen bedeutenden Ansatz, ist aber keinesfalls die alleinige Erklärung für das Verhaltens- und Denkmuster einzelner Individuen.[123] „Menschen sollen immer erst als Individuen angesehen werden und erst dann einer Generation zugehörig und nicht umgekehrt“.[124]

 

In der historisch-gesellschaftlichen Perspektive kennzeichnen sich die verschiedenen Generationen unter anderem durch eine gemeinsame „Werteklammer“. Werte sind hierbei „Auffassungen über die Qualität der Wirklichkeit und beeinflussen die Auswahl von Handlungsalternativen“.[125]

 

Die grundlegenden Wertvorstellungen werden überwiegend in der formativen Phase eines Menschen geformt, das heißt in Kinder-, Jugend- und frühen Erwachsenenjahren. Sie reflektieren dementsprechend die vorherrschenden Bedingungen dieser Phase.[126] Dabei sind neben individuellen Erfahrungen auch gesellschaftliche Ereignisse, wie beispielsweise die Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001, prägend für die Wertentwicklung.[127] Doch nicht nur große Ereignisse charakterisieren die gemeinsamen Erlebnisse einer Generation, sondern auch gemeinsame Erinnerungen, wie z. B. Musik oder Mode.[128]

 

Generationenspezifische Aussagen sollten allerdings immer kontextabhängig sein. So können Generationen dementsprechend nicht als globale Einheit betrachtet werden. Dies würde die kulturellen und sozio-ökonomischen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern vernachlässigen. Man kann beispielsweise Erkenntnisse über die deutsche Jugend nicht auf die chinesische Jugend beziehen, da sie völlig andere Herausforderungen bewältigen muss.[129]

 

Es gibt keinen klaren Übergang zwischen verschiedenen Generationen, so sind sie eher als dynamisches Gebilde zu beschreiben. Werte und Einstellungen ändern sich nicht von einem Tag auf den anderen. Es kann daher durchaus sein, dass z. B. Menschen, die Ende der 70er Jahre geboren wurden, eher der Generation Y zugeschrieben werden können als die jüngeren Geschwister.[130]

 

3.2 Ein- und Abgrenzung


 

Wie im vorherigen Kapitel bereits erläutert, sind die nachfolgenden Charakterisierungen stark verallgemeinert und können im Einzelfall deutlich abweichen.

 

Um die Generation Y in den Kontext einzubetten und gleichzeitig von den Vorgängergenerationen abzugrenzen, werden nachfolgend die verschiedenen Generationen vorgestellt. Abbildung 4 stellt eine zeitliche Einordnung sowie die unterschiedlichen Namen und Bezeichnung dar.

 

 

Abbildung 4: Generationenzeitleiste (Quelle: Hauke Holste, J. (2012): Arbeitgeberattraktivität im demographischen Wandel, S. 19)

 

Neben der Generation Y finden sich heutzutage vor allem Vertreter der Babyboomer und der Generation X in den Unternehmen, weshalb diese nachfolgend kurz erläutert werden.

 

Babyboomer:

 

Die Generation der zwischen 1946 und 1964 geborenen Bevölkerung erhielt ihren Namen aufgrund des hohen Geburtsratenanstiegs nach dem Zweiten Weltkrieg.[131]  Diese Generation wurde vor allem durch die Spätfolgen des Krieges, den Kalten Krieg sowie die Wirtschaftswunderjahre geprägt.[132] Die Babyboomer sind eher funktional als emotional und sehen Arbeit als Pflicht um die Familie zu ernähren.[133] Sie streben nach Aufstieg und Gerechtigkeit und zeigen dabei ein kooperatives Verhalten. Der Arbeitsstil ist durch Teamwork, Diskussionen und Struktur gekennzeichnet.[134] Babyboomer sind empfindlich gegenüber Kritik, in der Arbeit allerdings aufopferungsbereit. Autoritäre Strukturen sind für diese Generation kein Problem, sie streben lediglich nach Arbeitsplatzsicherheit.[135]

 

Generation X:

 

Die Bezeichnung dieser Generation geht auf den gleichnamigen Roman von Douglas Coupland (1991) „Generation X – Geschichten für immer schneller werdende Kultur“ zurück, der die Wohlstandssituation der älteren Generationen kritisiert und gleichzeitig die Werte der damaligen Jugend von denen der Eltern abgrenzt.[136] Auch als „Generation Golf“ bezeichnet,[137] ist die Begrifflichkeit dieser Generation eher negativ konnotiert.[138] Die zwischen 1965 und 1980 geborene Generation erlebte steigende Arbeitslosigkeit, das „Platzen der New Economy-Blase“ ebenso wie die Ökonomisierung der Gesellschaft.[139] Die Kinder der 60er und 70er grenzten sich stark von den traditionellen Werten und Einstellungen ihrer Eltern ab. Ehe und Familie wurden dabei nicht mehr als unerlässlich betrachtet, sondern eher als einer von mehreren möglichen Lebenswegen.[140] Durch die bewusste Abgrenzung zur Vorgängergeneration kann die Gen X als „unabhängig, pragmatisch und flexibel“ charakterisiert werden.[141] Ebenso zeichnet diese Generation sich durch Schwierigkeiten im Umgang mit anderen sowie durch Ungeduld und Zynismus aus. Andererseits zeigen sie eine Affinität zu Technologie und Kreativität.[142] Nachdem die Familiengründung relativ lange herausgezögert wurde, stellt die Generation X heutzutage den Großteil der Eltern und besetzt die Führungspositionen in Unternehmen und Organisationen.[143]

 

Generation Y:

 

Zur Generation Y werden Personen gerechnet, die im Zeitraum von 1981 und 2000 geboren wurden.[144] Der Begriff wird einerseits von der alphabetischen Nachfolge der Generation X abgeleitet. Andererseits steht das Y in der englischen Sprache für „why“ (deutsch: warum) und impliziert damit, dass diese Generation vieles in Frage stellt.[145] Als prägende Ereignisse der Gen Y gelten hierbei vor allem die Terrorattentate in den USA vom 11. September 2001 sowie der Tsunami in Thailand im Jahr 2004.[146] Sie sind meist die Kinder der Babyboomer und befinden sich momentan in der Phase des Studiums oder im Anfangsstadium der Beschäftigung.[147] Durch eine massenhafte Auswahl an Wahlmöglichkeiten sind die Millenials im Gegensatz zu den Babyboomern eher individualistisch geprägt und weniger erfahrungs- und autoritätsgläubig.[148] Millenials wurden von ihren Eltern behütet und unterstützt, was zu überhöhtem Selbstbewusstsein, Anspruchsdenken und dem Gefühl, dass alles möglich ist, führte.[149] Sie sind optimistisch, sozial und haben hohe Erwartungen an sich selbst und an andere.[150] Diese Generation ist geprägt durch Globalisierung, das aufkommende Internet und eine zunehmende Unsicherheit.[151] „Während die Babyboomer Arbeit als Leben sehen und die Generation X arbeitet, um zu leben, vermischt die Generation Y Arbeit und (Privat-)Leben, zeitlich wie räumlich.“[152] Der Beruf soll einerseits mit Familien- und Privatleben vereinbar sein und andererseits eine Selbstverwirklichung ermöglichen.[153]

 

3.3 Soziale und gesellschaftliche Prägung


 

Die Einstellungen und Werte der Generation Y wurden vor allem durch eine wachsende Internationalisierung, das Internet sowie das mediale Angebot geprägt.[154]

 

Globalisierung:

 

Durch die Deregulierung von Märkten, die Senkung von Transport- und Kommunikationskosten sowie verbesserte Informationstechnologien wurde eine internationale Vernetzung der globalen Wirtschaft ermöglicht, welche die Gen Y zu nutzen weiß. Sie hat im Gegensatz zu den Vorgängergenerationen wesentlich mehr Möglichkeiten ins Ausland zu reisen sowie in fremden Ländern zu studieren oder zu arbeiten.[155] Auch die große mediale und öffentliche Aufmerksamkeit für den Klimawandel scheint die Gen Y geprägt zu haben. So zeigen sie häufig ein umweltfreundlichen Verhalten und legen bei potentiellen Arbeitgebern mehr Wert auf Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeit.[156]

 

Internet und Digitalisierung:

 

Die formative Phase der Generation Y wurde wesentlich durch die Entwicklung des Internets und der digitalen Medien geprägt. Das Internet wird dabei als eine der größten Veränderungen des...

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