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Baedeker Reiseführer Bretagne

mit Downloads aller Karten und Grafiken

AutorAnja Schliebitz, Dr. Madeleine Reincke, Hilke Maunder
VerlagMairDuMont
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl432 Seiten
ISBN9783829794329
FormatePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR

Mit den Baedeker E-Books Gewicht im Reisegepäck sparen und viele praktische Zusatzfunktionen nutzen!

- Einfaches Navigieren im Text durch Links
- Offline-Karten (ohne Roaming)
- NEU: Karten und Grafiken mit einem Klick downloaden, ausdrucken, mitnehmen oder für später speichern
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Tipp: Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen... und durchsuchen Sie das E-Book mit der praktischen Volltextsuche!

E-Book basiert auf: 11. Auflage 2016

Faszinierende Bretagne!
Der Baedeker Bretagne begleitet durch eine Region rauer Landschaften voller Schönheit, liebenswerten Menschen, Natur- und Lichtschauspielen, sportlichen Attraktionen und spannenden Sagen.
Das Kapitel Hintergrund beschäftigt sich mit Wissenswertem über Land und Leute mit Natur, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Was sind die typischen Gerichte und wo kann man sie probieren? Was kann man mit Kindern unternehmen? Antworten auf diese und viele andere Fragen, gibt das Kapitel 'Erleben und Genießen'. Entdecken Sie die Bretagne unterwegs: sechs spannende Touren führen in alte Korsarenstädte, verwinkelte Fachwerkdörfer, zu Schauplätzen alter Legenden oder zu einsamen Kaps wie der Pointe du Château. Orte, die man auf keinen Fall verpassen sollte, sind im großen Kapitel Sehenswürdigkeiten von A - Z ausführlich beschrieben.
Infografiken erläutern u.a. Bauten für die Ewigkeit und Kristalle aus dem Meer. Einzigartige 3D-Darstellungen erklären z.B. das erste Gezeitenkraftwerk der Welt und die Architektur von Kloster Mont Saint-Michel. Baedeker-Tipps verraten u.a. wo Naschkatzen gebackenen Köstlichkeiten, und Golfer unter uralten Bäumen ein Grün zum pitchen finden.

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Leseprobe

 Fakten


Cote du Granit Rose: Den Leuchtturm von Ploumanac’h umgeben die bizarrsten Steinkolosse aus Granit.

Natur und Umwelt


Wind und Wasser drücken der rauen Landschaft der Bretagne ihren Stempel auf. Die Kraft der Elemente wird auch in den Gezeiten spürbar, der Tidenhub ist hier so stark so groß wie kaum sonst wo auf dem Globus.

NATURRAUM


Ein Urgebirge aus Granit

Geologisch gehört die Halbinsel Bretagne als »Rumpfgebirge« zu den ältesten Teilen Europas. Ihr Untergrund aus Granit entstand bereits vor 1 Mrd. Jahren im Präkambrium. Bei Überflutungen vor mehr als 400 Mio. Jahren lagerten sich bis zu 1000 m mächtige Sandsteinschichten. Durch den großen Druck verwandelte sich der darunterliegende Schiefer zu Quarzit. Vor rund 350 Mio. Jahren wurden diese Schichten zu einem Faltengebirge aufgetürmt, dem Armorikanischen Massiv. Vor 60 Mio. Jahren war das Armorikanische Massiv 1200 m hoch, heute präsentiert sich das Gebirge als durchschnittlich 300 m hohes, welliges Plateau, in das sich kurze Bäche und Flussläufe bis zu 80 m tief eingeschnitten haben. Trotz ihrer geringen Höhe bilden die zentralen Berg- und Hügelzüge der Bretagne deutlich ausgeprägte Wasserscheiden zwischen den kurzen, aber wasserreichen Flussläufen wie Rance und Trieux, die nach Norden zum Meer fließen. Die wenigen nach Süden strömenden Flüsse wie Vilaine, Blavet und Odet sind deutlich länger. Längster Fluss der Bretagne ist die 225 km lange Vilaine, gefolgt von der 145 km langen Aulne. Zwei Höhenrücken trennen das spärlich besiedelte »Land der Wälder« vom schmalen Küstenstreifen »Armor« an Ärmelkanal und Atlantik. Der nördliche Höhenrücken Monts d’Arrée erreicht mit dem Signal de Toussaines und dem Roc Trévézel 384 m, die südlichen Montagnes Noires steigen mit dem Roc de Toullaëron auf 326 m an. Die Ober-Bretagne im Osten ist der flachere, die Nieder-Bretagne im Westen der höhere Landesteil.

Küste und Inseln

Kein Ort in der Bretagne ist weiter als 60 km von der Küste entfernt, die durch ihre unzähligen tiefen Buchten und zerfurchten Halbinseln eine Gesamtlänge von 2700 km erreicht. Fast überall dominieren Steilküsten mit hohen Klippen, spitzen Felsnadeln und massiven Felsblöcken. Donnernd branden die Brecher von Atlantik und Ärmelkanal gegen die häufig nur schwer zugänglichen Felsküsten. Die feuchte Luft riecht nach Salz und Tang. Während die nordbretonische Küste mehr geradlinige Abschnitte aufweist, die mit hohen Kliffs zum Meer abfallen, ist die Südküste insgesamt flacher und stärker durch große Buchten gegliedert. Vorgelagert sind Hunderte von Felsinseln, teils in Sichtweite, teils weit draußen im Meer. Die größeren sind bewohnt, viele kleinere tauchen oft nur bei Ebbe aus der rauen See auf. Die wohl bekannteste Insel, die allerdings heute schon zur Normandie gehört, ist der gewaltige Granitblock des Mont St-Michel. Die größte Insel der Bretagne ist die Belle-Ile vor der Südküste.

Rias und Abers

Die Nordwestküste der Bretagne prägen Abers, trichterförmige, parallele Buchten, die den Gezeiten unterliegen. Geografen nennen sie Rias nach den Buchten im nordwestspanischen Galizien. Ria-Küsten finden sich auch in Irland und Südwestengland. Sie ähneln den Fjordküsten Norwegens, sind aber anders entstanden. Während Fjorde durch eiszeitliche Gletscher ausgehobelt wurden, sind Rias »ertrunkene« Flusstäler. Als der Meeresspiegel am Ende der Eiszeiten anstieg und sich das Land absenkte, verschob sich die Küstenlinie ins Landesinnere. Dadurch gerieten die Flusstäler im Unterlauf unter den Meeresspiegel und wurden zu Meeresbuchten. Anders als Fjorde sind sie daher in der Regel bei Ebbe ziemlich flach.

Naturpark

Die Bretagne besitzt zwei Naturparks, Schutzzonen für Menschen, Tiere und Pflanzen: den Parc Naturel Régional d’Armorique im Département Finistère sowie den Parc Naturel Régional de Brière im Département Loire-Atlantique bei Guérande ( Reiseziele). Hinzu kommen rund 300 Naturschutzgebiete und ein Dutzend Vogelschutzgebiete an der Küste und auf Inseln. In den meisten Schutzgebieten bieten Tourismusbüros oder Naturschutzorganisationen Führungen durch das Tier- und Pflanzenreich an. Auskunft geben die lokalen Tourismusbüros und das Comité Régional du Tourisme ( Auskunft).

Naturraum


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Vögel beobachten

In der Bretagne gibt es zahlreiche Vogelschutzgebiete, z. B. am Cap Fréhel, am Cap Sizun und im Golf von Morbihan. Das Gebiet Sept-Îles wird von Tausenden Zugvögeln frequentiert. Mit Fernglas, Gummistiefeln und Bestimmungsbuch ausgerüstet, kann man Austernfischer, Kormorane, Tölpel und viele andere Arten in ihren Revieren beobachten. Besonders informativ sind Beobachtungstouren mit einem in Ornithologie kundigen Guide. Die lokalen Touristenbüros informieren über entsprechende Angebote.

Im Wechsel der Gezeiten ( Baedeker Wissen siehe >>)

Das faszinierendste Naturschauspiel der Bretagne bieten Ebbe und Flut. Zwei Mal am Tag enthüllen die rhythmischen Schwankungen des Meeresspiegels die Schönheiten der Strände, um sie dann wieder für einige Zeit dem Auge zu entziehen. Anders als bei winderzeugten Wellen entstehen die Gezeiten durch die Anziehungskraft des Mondes, die auf die Wassermassen der Erde wirkt. Ständig laufen daher zwei Flutberge um die Erde, die jeweils 12 Stunden und 25 Minuten dauern. Zwei Mal pro Tag steigt und fällt das Meer, wobei sich die Tiden täglich um 50 Minuten verschieben – ein Mondtag dauert 24 Stunden und 50 Minuten. Bei Flut steigt der Wasserstand an der Küste und in den Buchten enorm an. Die Bretagne verzeichnet nach der Fundy Bay in Kanada den zweithöchsten Tidenhub der Welt. Die Höhe des Wasserspiegels schwankt hier zwischen Ebbe und Flut häufig um mehr als 10 m, in der Bucht von St-Malo bis 13,5 m und beim Mont St-Michel sogar bis 15 m. Bei Springtiden in Frühjahr und Herbst weicht das Meer auf den flachen Sandbänken vor der Küste bis zu 15 km zurück. Schon im Mittelalter wurden die durch die Gezeiten in die Buchten und Abers ein- und ausströmenden Wassermassen mit Gezeitenmühlen zur Energiegewinnung genutzt. Seit 1966 steht an der Mündung der Rance das erste Gezeitenkraftwerk der Welt, das nach demselben Prinzip sowohl das auflaufende als auch das ablaufende Wasser mit 24 Turbinen in einer 750 m langen Staumauer zur Elektrizitätserzeugung nutzt ( Baedeker Wissen siehe >>).

Bei Neu- und Vollmond, wenn Mond, Erde und Sonne in einer Linie stehen, addieren sich die Anziehungskräfte und sorgen für Springtiden. Dann steigt das Meer besonders hoch an und zieht sich bei Ebbe besonders weit zurück. Bei Halbmond hingegen, wenn Sonne, Mond und Erde in einem rechten Winkel zueinander stehen, wirkt die Sonne gegen den Mond und zieht einen Teil der Wassermassen in einen anderen Teil der Erde. Bei diesen sogenannten Nipptiden bleibt der Meeresspiegel meist etwas unter der mittleren Hochwassermarke.

BAEDEKER WISSEN ?


Die Flut als Bauhelfer


Die Mönche vom Mont St-Michel nutzten die Flut trickreich zum Bau ihres Klosters. Als Baumaterial für die Abtei kamen nur die Steine von den 20 Seemeilen entfernten Chausey-Inseln in Frage. Um sie zum Mont St-Michel zu bringen, konstruierten die Mönche riesige Holzflöße, die sie bei Ebbe auf der Insel mit Steinen beluden und von der Flut an ihren Bestimmungsort tragen ließen.

PFLANZEN


Heide und Wald

Noch in der Antike bedeckten ausgedehnte Eichen- und Buchenwälder das Landesinnere. Die römischen Besatzer und später die Mönche der Abteien holzten jedoch große Waldflächen für den landwirtschaftlichen Anbau ab. Darüber hinaus benötigte man Holz zum Schiffsbau und zur Herstellung von Holzkohle für die Schmieden in Paimpol, Quénécan und Châteaubriant. So blieben nur etwa 10 % der Waldfläche erhalten, das Gros befindet sich heute in Privatbesitz. Öffentlich zugängliche Reste des ursprünglichen Waldes mit großen Beständen an Rotbuchen, Ahorn, Kastanien und Eschen sind noch im Parc Naturel Régional d’Armorique erhalten. Ausgedehnte Strauch- und Heideflächen mit Erika, Besen- und Stechginster, Farnen, Wacholder und Brombeeren prägen Bergkämme und die windzugewandte Küsten. Außergewöhnlich schöne, ausgedehnte Heideflächen sind auf der Halbinsel von Crozon oder der Hochebene von Lanvaux erhalten. An der windgeschützten Südküste gedeihen im milden Klima Palmen, Kamelien, Myrten, Mimosen, Agaven, Oleander, Zypressen, Feigen, örtlich auch Zitronen- und Orangenbäume. In feuchten, windabgewandten Senken haben sich vielfach Moore entwickelt. Typische Pflanzen sind hier Birken, Wollgras, Torfmoose, Binsen, Enzian, gelbe Schwertlilie und Sonnentau. Auf den Salzwiesen und vermoorten Verlandungsflächen wie im Regionalen Naturpark der Brière oder am Ostufer des Golf von Morbihan siedeln salzliebende Gräser und Stauden. Im Landesinnern, besonders im Département Finistère, aber auch auf den Inseln, prägen Bocages das Bild: Hecken oder Baumreihen, die auf Steinwällen die Äcker und Weiden trennen und vor Wind schützen. Auch die Meeresalgen sind als wichtiger Bestandteil der Vegetation zu nennen, zumal sie wirtschaftlich immer mehr genutzt werden ( Baedeker Wissen...

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