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Baedeker Reiseführer Hamburg

mit Downloads aller Karten, Grafiken und der Faltkarte

AutorSusanne Hoffmeister, Anke Küpper, Carola Hoffmeister
VerlagBaedeker
Erscheinungsjahr2018
Seitenanzahl290 Seiten
ISBN9783575425140
FormatePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis18,99 EUR

Mit den Baedeker E-Books Gewicht im Reisegepäck sparen und viele praktische Zusatzfunktionen nutzen!

- Einfaches Navigieren im Text durch Links
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- Karten und Grafiken mit einem Klick downloaden, ausdrucken, mitnehmen oder für später speichern
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Tipp: Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen... und durchsuchen Sie das E-Book mit der praktischen Volltextsuche!

E-Book basiert auf: 18. Auflage 2018

Ob Segler oder Containerriesen - die Schiffe, die in den Hamburger Hafen einfuhren hatten stets mehr als exotische Waren wie Kaffee, Kakao oder Tabak an Bord, sie brachten Menschen und deren Kulturen mit. So war der Hafen schon immer prägend für die Stadtgesellschaft: tolerant, kosmopolitisch und dabei immer geschäftig. Zwischen dem Möwengeschrei an den Landungsbrücken und dem lautstarken Anpreisen der Händler auf dem Fischmarkt erleben Sie den historischen Hafen auch heute noch auf vielerlei Weise - der Baedeker Hamburg weist Ihnen den Weg!
Aus der Jukebox dröhnen Seemannslieder. Schlipsträger, Touristen und Kiezbewohner liegen sich schunkelnd in den Armen und der Wirt kassiert nur 2 Euro für ein Astra-Bier - das geht im »Silbersack«, Hamburgs Kultkneipe auf dem Kiez. Sie ist nur eine von vielen Etablissements auf der Reeperbahn, in der sich schräge Tradition und hippe Moderne mischen. Nicht verändert hat sich hingegen die Davidwache am Spielbudenplatz, von der aus man das Wohl der jährlich zwölf Millionen Touristen im Blick hat. Auch deshalb ist das Viertel ein lohnenswerter, spannender und unterhaltsamer Stadtteil, den es mit dem neuen Baedeker zu entdecken gilt ...
Ein Gefühl majestätischer Ruhe macht sich breit, wenn man den hell erleuchteten Ozeanriesen beim nächtlichen Ein- oder Auslaufen aus dem Hafen zusieht. Derart nicht unbedingt augenscheinliche, vielmehr magische Momente stehen beim neuen Baedeker im Fokus. Ein wunderbarer Ort dafür: der Turm des Michels.

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Leseprobe

D

Das ist ...


... Hamburg

Die fünf großen Themen rund um die Hansestadt. Lassen Sie sich inspirieren!

© DuMont Bildarchiv/Frank Siemers

Hamburg, das ist auch der Blick über die Alster auf Rathaus und Nikolaikirche.

Das Tor zur Welt


Ob es nun Segler waren oder oder die heutigen Containerriesen – die Schiffe, die in den Hafen einfuhren (und -fahren) hatten nicht nur exotische Waren wie Kaffee, Kakao oder Tabak an Bord, sie brachten auch Menschen und deren Kulturen nach Hamburg. Der Hafen war schon immer prägend für die Stadtgesellschaft: tolerant, kosmopolitisch und dabei immer geschäftig.

© DuMont Bildarchiv/Frank Siemers

Unter vollen Segeln beim Hafengeburtstag

ALLES begann mit einem – wie mittlerweile feststeht – gefälschten Freibrief von Kaiser Barbarossa, der die Stadt und ihren Hafen 1189 für den Handel öffnete. Zollfreiheit von der Stadt bis an die Nordsee soll der Kaiser den Hamburgern damit gewährt haben. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich der Hamburger Hafen zum größten Deutschlands und zum sprichwörtlichen Tor zur Welt. Die Hanse entstand und mit ihr mächtige Händlerfamilien, die mit Teppichen, Wein und Kaffee reich wurden und deren Wohlstand man heute noch in der Speicherstadt oder an prächtigen Herrenhäusern und Parks erahnen kann.

Handel, Kiez und Orient


Neben dem Reichtum der Händler war der Hafen aber auch verantwortlich dafür, dass für die vielen Matrosen und armen Hafenarbeiter günstige Wohn- und auch Vergnügungsviertel in Elbnähe entstanden. Auf der Reeperbahn etwa stellte man Schiffstaue her, bevor sie zur »sündigen Meile« wurde. Die Schiffsbesatzungen aus aller Herren Länder bevölkerten jedoch nicht nur die Hafenkneipen auf dem Kiez, sondern sorgten auch dafür, dass sich immer mehr internationale Verbindungen in der Stadt festigten. So findet man einerseits nach wie vor das weltweit größte Lager für Orientteppiche als auch die zweitgrößte iranische Diaspora (nach Los Angeles) in der Stadt.

Fischbrötchen mit Schlepperballett


Zwischen dem Möwengeschrei an den Landungsbrücken und dem lautstarken Anpreisen der Händler auf dem Fischmarkt können Hamburgbesucher auf vielerlei Weise den historischen Hafen erleben – ob bei Kutterfahrten durch die Speicherstadt, im hochinteressanten Hafenmuseum oder auf einem der Museumsschiffe.

Ein besonderes Ereignis ist aber der alljährlich im Mai stattfindende Hafengeburtstag. Am Wasserbahnhof reiht sich dann Fischbude an Fischbude, es gibt eine Einlaufparade, eine Performance der Motor- und Segelyachten und ein spektakuläres Schlepperballett, bei dem die 5000 PS starken Kraftprotze eine Stunde lang zu Wiener Walzern Pirouetten durchs Elbwasser drehen.

Ungefähr eine Million Menschen besucht jeden Mai das Hafenfest, und wer den Schornstein des 52 m hohen Luxusliners »Queen Mary 2« sehen möchte, muss den Kopf weit in den Nacken legen. Viele große Kreuzfahrer stimmen ihre Fahrpläne so ab, dass sie genau zum Hafengeburtstag in Hamburg sind.

Docks in der Abendsonne


Anstelle des historischen Hafens, der als eine der Hauptattraktionen Norddeutschlands mittlerweile ausschließlich touristische Bedeutung hat, ist der moderne Containerhafen inzwischen für den Warenaustausch zuständig. Es gibt vier große Terminals: Altenwerder, Burchardkai, Eurogate und Tollerort. Dort entladen 77 Kräne die Container mit Bananen, Kleidung oder Turnschuhen. Auf einer Gesamtfläche von 72 km² werden jährlich an die 100 Mio. Tonnen Güter umgeschlagen, davon etwa zwei Drittel allein in Containern.

Auch wenn die riesigen Containerschiffe immer weiter außerhalb der Stadt anlegen (Elbvertiefung >>>), gehören die Docks und ihre Verladekräne in der Abendsonne einfach zum typischen Hamburg-Bild dazu. Und so formt der Hafen seit Jahrhunderten bis heute – durch »Pfeffersäcke« und Freibeuter, durch Handelsfregatten und Kreuzfahrtschiffe, durch fremde Waren und Kulturen – das Gesicht der Stadt.

Alternative Hafenrundfahrten


Vom Förderkreis »Rettet die Elbe« werden die ökologischen Seiten des Hafens beleuchtet. Was machen die Hafenbetriebe mit ihren vielen Abwässern? Was hat die Elbvertiefung mit dem Fischsterben zu tun? Welche sozial-, umwelt- und wirtschaftspolitischen Positionen gilt es beim Thema Hafen und Elbe zu berücksichtigen? Die überaus informativen Touren dauern ca. 1 ½ Stunden und beginnen in der Regel am Anleger Vorsetzen. Förderkreis »Rettet die Elbe« e.V., Nernstweg 22 Tel. 040 39 30 01 www.rettet-die-elbe.de 13 € pro Person

Kiez zwischen gestern und morgen


Aus der Jukebox dröhnen Seemannslieder. Schlipsträger, Touristen und Kiezbewohner liegen sich schunkelnd in den Armen, und der Wirt kassiert nur 2 Euro für ein Astra-Bier. Das geht im »Silbersack«, Hamburgs Kultkneipe auf dem Kiez. Sie ist nur eine von vielen Etablissements auf der Reeperbahn, in der sich schräge Tradition und hippe Moderne mischen.

© DuMont Bildarchiv/Frank Siemers

Ins richtige Licht getaucht, sind selbst die Containerbrücken eine stimmungsvolle Facette der Stadt.

WAS man heute als St. Pauli kennt. war einst der Hamburger Berg und lag vor dem Millerntor an der Grenze zum dänischen Altona. Anfang des 17. Jh.s erklärte Hamburg die Gegend zur Vorstadt. Dort lebten zu jener Zeit vor allem Arbeiter, Handwerker, Schauer- und Zimmerleute – und die Reepschläger. Sie drehten aus Faserhanf Schiffstaue, die Reepe. Sie mussten in langen Bahnen ausgerollt und geteert werden. Dazu benutzte man eine 300 m lange Allee: die Reeperbahn.

Prostitution und Jahrmarkt


Die Nähe zum Hafen machte St. Pauli auch für Matrosen interessant. Sie verbrachten ihren Landgang im Viertel – oft genug bei einer der ansässigen Prostituierten. Im Laufe der Zeit war die Prostitution mal erlaubt, mal verboten, mal nur geduldet. Einen besonderen Aufschwung erlebte das Gewerbe, als ab 1816 die ersten Dampfschiffe den Hafen anliefen und damit der Schiffsverkehr auf der Elbe zunahm. Auch anderweitige Vergnügungen waren im Angebot: Auf dem Spielbudenplatz vor dem Millerntor unterhielt ein kleiner Jahrmarkt mit Seiltänzern, Kunstreitern, Puppenspielern und Holzbuden. Mehrere Theater ließen sich auf der Südseite der Reeperbahn nieder.

Eine gefährdete Spezies: Kultkneipen


1949 eröffnete das Ehepaar Erna und Friedrich Thomson den Silbersack >>> auf einem Trümmergrundstück nahe der Reeperbahn. Er wurde bald zu einer Kultkneipe, in der Prominente wie Heinz Rühmann, Curd Jürgens, Hans Albers, Freddy Quinn und Hildegard Knef ein- und ausgingen. Der Silbersack blieb nicht allein, in unmittelbarer Umgebung öffneten bald einige ähnliche Kneipen. Heute drohen aber viele ehemalige Arbeiter- und Seemannskneipen auf dem Kiez auszusterben. So wurde der Silbersack nach dem Tod seiner Besitzerin geschlossen. Völlig unerwartet jedoch erwarb eine Gruppen von Immobilien-Kaufleuten die Kneipe – nicht, um sie abzureißen und dort Wohnungen zu errichten. Im Gegenteil, sie ließen die Kneipe ohne große Veränderungen wieder eröffnen. Denn das Lokal sei »ein Stück Identität, ein Stück Seele« von St. Pauli. Die müsse erhalten bleiben.

Gentrifizierung versus Beständigkeit


Fakt ist: Der Kiez verwandelt sich, und die Reeperbahn droht ihr verruchtes, dadurch einzigartiges Image zu verlieren. Stattdessen stehen Luxuswohnungen mit Elbblick zum Verkauf, Supermärkte bieten Bio und Dinkel, und die Restaurants ziehen finanzkräftige Gäste an. Im 20. Stockwerk des Hochhauses Tanzende Türme beispielsweise lässt sich Kaviar und wilder Brokkoli mit Blick über Hafen, Elbe und Michel genießen. Hamburgs Kult-Tankstelle Esso am Spielbudenplatz wurde abgerissen, dort entsteht nun ein Gebäudekomplex mit bis zu 250 Wohnungen. Und auf die Brachfläche Reeperbahn / Ecke Hein-Hoyer-Straße soll ein Hotel mit 117 Zimmern hinkommen.

Nicht verändert hat sich dagegen die Davidwache am Spielbudenplatz. Auch wenn die Kriminalität auf St. Pauli leicht zurückzugehen scheint, sind die Beamten in Deutschlands berühmtester Polizeiwache stets gut beschäftigt. Denn jede elfte Straftat in Hamburg geschieht auf St. Pauli.

Die 12 Mio. Touristen, die jedes Jahr nach Hamburg kommen, müssen sich deshalb auf St. Pauli nicht unwohl fühlen. Denn auch hier ist der Kiez beständig: Er ist ein lohnenswerter, ein spannender und unterhaltsamer Stadtteil, den es zu entdecken gilt.

Zur Kur auf den Kiez


Legen Sie sich einen Kurschatten zu: Die »Kurverwaltung St. Pauli« hat das Viertel zum Erholungsgebiet erklärt. Zu den verabreichten Anwendungen gehören Führungen mit »Kurschatten« durch den Stadtteil, bei denen es immer auch um die Bewohner und das (Arbeits-)Leben in St. Pauli geht. Infos: Tel. 040 31 79 07 47, www.kurverwaltungstpauli.de

© Dagmar Schwelle/laif

Lang ist’s her, dass Hans Albers im Silbersack einkehrte. Und auch die Musik ist anders.

Stadt am Fluss


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