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E-Book

Baseball

Alles, was man wissen muss

AutorDominik Asef
VerlagMeyer & Meyer
Erscheinungsjahr2019
Seitenanzahl224 Seiten
ISBN9783840337109
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis11,99 EUR
Baseball ist die wohl amerikanischste aller Sportarten, erfreut sich aber auch in vielen anderen Ländern großer Beliebtheit. Für viele deutsche Sportfans ist das Spiel mit der Keule immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Von einem Homerun hat jeder schon mal gehört, aber wenn die Eingeweihten von einem 'At Bat' oder einem 'Force Play' reden und die 'Strikezone' des 'Umpires' diskutieren, bilden sich über den Köpfen von Zuhörern schnell große Fragezeichen. Das Ziel des Buches ist es, diese Fragezeichen zu beseitigen. Es bietet eine verständliche Darstellung der Grundlagen und Regeln des Sports sowie erste Einblicke in Techniken und Taktiken. Die bewegte Historie des Spiels und deren herausragende Akteure werden ebenso vorgestellt wie die Abläufe in der MLB und die im Baseball unverzichtbaren Statistiken. Praktische Tipps erleichtern den Einstieg für alle, die selbst einen Ballpark in den USA oder in Deutschland besuchen und sich über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden halten wollen. Zum Vertiefen und Nachschlagen regt ein über 30 Seiten starkes Baseballwörterbuch an, das die wichtigsten Begriffe dieses faszinierenden Sports kurz und knapp erläutert.

Dominik Asef betreibt seit 2016 den deutschsprachigen Baseball-Blog 'baseblog.de'. Er ist Referatsleiter beim Statistischen Bundesamt und war zuvor acht Jahre lang als Literatur- und Sportjournalist für die Fuldaer Zeitung tätig.

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Leseprobe

2


WAS WIRD DENN DA GESPIELT?


2.1DIE GRUNDLAGEN IN ALLER KÜRZE


Baseball ist ein ganz einfaches Spiel: Man schlägt einen Ball mit einem Schläger und rennt auf einer quadratischen Strecke. Wer nach rund 110 m wieder da ankommt, wo er losgelaufen ist, erhält einen Punkt, den sogenannten Run. Wer die meisten Runs erzielt, gewinnt.

Wenn man in die Details geht, wird es natürlich ein bisschen komplizierter. Insbesondere die Anwesenheit eines gegnerischen Teams erschwert die Sache ganz erheblich. Das hat Baseball mit anderen Mannschaftssportarten gemeinsam. In vielen Eigenschaften ist Baseball allerdings anders als die meisten Mannschaftssportarten:

Auf dem Spielfeld hat nicht jede Mannschaft ihre eigene Seite. Stattdessen spielt man abwechselnd und immer in dieselbe Richtung.

Nur ein Teil des Feldes – das Infield – hat eine vorgegebene Form und fest geregelte Maße. Der andere Teil – das Outfield – ist auf jedem Baseballplatz unterschiedlich groß und unterschiedlich geformt und obendrein oft asymmetrisch.

Spielzüge finden nicht nur im Feld, sondern auch jenseits der Auslinien statt.

Obwohl Teams von je neun aktiven Spielern gegeneinander antreten, stehen sie nie alle gleichzeitig auf dem Feld; im Mittelpunkt des Geschehens steht über weite Strecken des Spiels ein 1:1-Duell.

Nicht das angreifende, sondern das verteidigende Team ist in Ballbesitz.

Punkte werden dementsprechend nicht durch den Ball erzielt, sondern ausschließlich durch die Spieler.

Das Baseballspiel ist zeitlich nicht begrenzt.

Es gibt – von seltenen Ausnahmen abgesehen – keine Unentschieden.

Das alles trägt dazu bei, dass Baseball für uns überwiegend mit Fußball aufgewachsene Europäer etwas weniger intuitiv nachvollziehbar ist als zum Beispiel Handball, Basketball, (Eis-)Hockey, Football oder Rugby. Aber es lohnt sich, das bisschen Zeit zu investieren, um sich in dieses spannende und vielschichtige Spiel hineinzudenken. Die folgenden Seiten sollen dabei eine Hilfe sein.

2.1.1Das Spielfeld und die Strikezone

Das Spielfeld besteht aus zwei Teilen, dem Infield und dem Outfield. Beides zusammen bildet das Fair Territory, also den Bereich, in dem der Ball regulär ins Spiel gebracht werden kann.

Die Maße des Infields sind verbindlich vorgegeben. Es hat die Form einer Raute, genauer gesagt, die eines auf der Spitze stehenden Quadrats – in Baseballsprache nennt man es den Diamond. Die untere Spitze des Diamonds ist die 17 Zoll (43,18 cm) breite Homeplate, der Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Von dort wird der Ball geschlagen und dorthin muss man zurückkehren, um einen Run zu erzielen. Auf dem Weg muss man entgegen dem Uhrzeigersinn jede der drei Bases berühren, die die anderen drei Ecken des Diamonds markieren. Die Seitenlängen des Diamonds betragen 90 Fuß (27,43 m). In der Mitte des Infields befindet sich der Mound, ein 10 Zoll (25 cm) hoher Hügel, von dem der Pitcher den Ball wirft.

Auf dem Mound ist die Pitcher‘s Plate platziert, umgangssprachlich Rubber genannt. Vom Rubber bis zur Homeplate sind es genau 60 Fuß und sechs Inches (18,44 m). Das ist die Entfernung, aus der der Pitcher mit einem schnellen und gezielten Wurf die Strikezone treffen soll. Die Strikezone hat die Breite der Homeplate und ist in ihrer Höhe vom jeweiligen Schlagmann (Batter) abhängig: Sie beginnt unter seinen Knien und endet auf Höhe der Mitte seines Oberkörpers. Der Batter selbst steht in einer Kreidebox neben der Homeplate – links davon (aus Sicht des Catchers), wenn er Rechtshänder ist, als Linkshänder rechts davon.

Im Gegensatz zum Infield ist das Outfield in seinen Ausmaßen nicht fest geregelt. Es wird rechts und links begrenzt durch die Foullinien, welche aus der Verlängerung der Strecken zwischen Homeplate und First Base bzw. Third Base entstehen. Am Ende jeder Foullinie steht der Foulpost, eine hohe Stange, die die Beurteilung erleichtert, ob ein weiter Schlag das Feld im Fair Territory überquert hat oder nicht. Die Entfernung zwischen der Homeplate und den Foulposts beträgt in den Ballparks der MLB zwischen 302 und 355 Fuß (92 bis 108 m). Es ist nicht ungewöhnlich, dass in einem Ballpark das Rightfield (das Outfield hinter der ersten Base) und das Leftfield (das Outfield hinter der dritten Base) unterschiedlich groß sind.

Die tiefste Stelle des Feldes befindet sich in der Regel im Centerfield, also in der Mitte des Outfields. In der MLB variiert die Tiefe des Centerfields von 395 bis 420 Fuß (120 bis 128 m). Die Grenze des Outfields bildet ein Zaun oder eine Mauer. Die Höhe dieser Begrenzung ist ebenfalls nicht festgelegt. Oft wird eine besonders kurze Felddimension eines Ballparks durch ein entsprechend höheres Grenzbauwerk kompensiert. Das berühmteste Beispiel dafür ist die Green Monster genannte Mauer im Leftfield von Fenway Park in Boston. Aufgrund der Unterschiede zwischen den Spielfeldern und Ballparks gibt es oft Ground Rules, also Regeln, die speziell auf die Eigenheiten des jeweiligen Stadions zugeschnitten sind.

2.1.2Das Duell Pitcher gegen Batter

Der Kern des Spiels besteht darin, dass ein Spieler des verteidigenden Teams – der Pitcher – den Ball wirft und ein Schlagmann des angreifenden Teams – der Batter – versucht, den Ball mit seinem Schläger zu treffen. Dafür hat der Batter drei Versuche, genannt Strikes. Nach drei Strikes ist der Batter aus, der Pitcher hat das Duell per Strikeout gewonnen.

Der Pitcher hat seinerseits nur eine begrenzte Anzahl von Versuchen, dem Batter ein paar ordentliche Würfe anzubieten. Ein ordentlicher Wurf in diesem Sinne liegt vor, wenn der Ball in der Strikezone ankommt. Kommt der Ball außerhalb der Zone an und versucht der Batter auch nicht, danach zu schwingen, so wird dem Pitcher ein Fehlwurf angerechnet. Nach vier Fehlwürfen, sogenannten Balls, gewinnt automatisch der Batter das Duell und darf auf die erste Base vorrücken. Diesen Vorgang nennt man Base on Balls oder kurz: Walk.

Die Entscheidung über Strikes und Balls trifft der hinter der Homeplate stehende Umpire (Schiedsrichter). Wenn der Batter nach dem Ball schwingt und nicht trifft, ist es in jedem Fall ein Strike. Schwingt er nicht, muss der Umpire beurteilen, ob der Ball die Strikezone durchquert hat oder nicht. Neben Balls und Strikes gibt es noch den Foulball. Das bedeutet, dass der Batter den Ball trifft, dieser aber nicht ins Fair Territory, sondern nach hinten oder zur Seite fliegt. Ein Foulball zählt als erster oder zweiter Strike, führt aber nicht zum Strikeout.

Das Duell zwischen Pitcher und Batter kann dadurch theoretisch unendlich lange dauern. Das bislang längste Duell in einem MLB-Spiel lieferten sich am 22. April 2018 der Pitcher Jaime Barria von den Los Angeles Angels und der Batter Brandon Belt von den San Francisco Giants. Erst nach 21 Pitches brachte Belt damals den Ball ins Spiel – allerdings so schwach, dass der Verteidigung ein leichtes Aus gelang.

Die Verteidigung, bestehend aus den im Feld verteilten Spielern des gegnerischen Teams, kommt nur in rund zwei Dritteln der Fälle ins Spiel. Die restlichen Duelle klären Pitcher und Batter unter sich – sie enden mit einem Strikeout, einem Walk oder einem Homerun und lassen den Feldspielern somit keine Möglichkeit des Eingreifens.

2.1.3Die Aufgabe der Offensive: Runs erzielen

Der Homerun ist das Beste, was dem Batter passieren kann. Er schlägt den Ball so fest und weit, dass dieser über das gesamte Feld hinweg sowie über den Zaun aus diesem hinaus fliegt. In dem Fall darf der Batter ungehindert über alle Bases und die Homeplate laufen und einen Run erzielen. Besser noch: Wenn es vor dem Batter schon weitere Angreifer auf eine der Bases geschafft hatten, kommen auch sie alle über die Homeplate. Einen Homerun, bei dem alle drei Bases besetzt waren und somit vier Runs auf einen Schlag erzielt werden, nennt man einen Grand Slam.

Homeruns sind die sicherste und spektakulärste Methode, um Runs zu erzielen, aber sie sind bei Weitem nicht die einzige. Lange Zeit in der Geschichte des Baseballs waren Homeruns eher eine Ausnahme; erst seit 1994 kommt im Durchschnitt regelmäßig etwas mehr als ein Homerun pro Spiel und Mannschaft vor. Die klassische und immer noch häufigste Art des Runscorings besteht darin, erst mal auf eine Base zu kommen und dann schrittweise vorzurücken, während die Mitspieler am Schlag sind.

Auf Base kommt...

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