Sie sind hier
E-Book

Berlin im olympischen Rausch

Die Organisation der Olympischen Spiele 1936

AutorKarin Stöckel
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl229 Seiten
ISBN9783836619387
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Alles begann am 29. Januar 1927, an diesem Tag befasste sich der deutsche olympische Ausschuss zum ersten Mal mit dem Gedanken sich um die Ausrichtung der XI. Olympischen Spiele 1936 zu bewerben. In seiner Abschlussrede auf dem Berliner Kongress 1930 schloss THEODOR LEWALD mit den Worten: 'Auf Wiedersehen 1936 in Berlin!' - Und er sollte recht behalten! Die Sonne war bereits hinter dem Horizont verschwunden, als sich am 16. August 1936 die Abschlussfeier der XI. Olympischen Spiele im Berliner Olympia-Stadion dem Ende neigte . Auf den Rängen des Stadions erhoben sich 100.000 Menschen um, Hand in Hand, das 100 Jahre alte deutsche Volkslied 'Spiele sind aus' zu singen. Zur selben Zeit wurden die Fahnen aller teilnehmenden Nationen langsam von den Fahnenmasten eingeholt. Als aus dem weiten Rund eine Stimme erschallte: 'Achtung! Hol nieder Flagge!', und die olympische Hymne erklang, sank auch die olympische Flagge langsam gen Erdboden. Kanonenschläge grollten zum Abschied aus der Ferne und die dumpfen Schläge der olympischen Glocke hallten vom Glockenturm herüber ins Stadion. Nachdem der Präsident des internationalen Olympischen Komitees, Graf DE BAILLET-LATOUR, die Olympischen Spiele mit den offiziellen Schlussworten für beendet erklärte, erlosch auch die Flamme des olympischen Feuers auf dem Dreifuß über dem Marathontor. Den Erfolg dieses großen Ereignisses hatte Berlin den vielen tausend helfenden Händen zu verdanken, die Tag und Nacht darum bemüht waren, die XI. Olympischen Spiele zu einem unvergesslichen Augenblick werden zu lassen. Die Spiele 1936 Berlin galten lange als die pompösesten Spiele der Neuzeit. Um dieses gelingen zu lassen galt es zahlreiche Hürden zu überwinden und viele wichtige Aufgaben zu bewältigen.

Karin Stöckel geb. 12.April 1976 in Frankfurt am Main, Diplomsportwissenschaftlerin, Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Abschluss 2003 als Diplomsportwissenschaftlerin. Derzeit tätig als Managerin eines Corporate Healthcenters in Frankfurt am Main.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
Kap. 7.3 Olympia-Jugendzeltlager Um auch der Jugend die Möglichkeit zu geben, an den Olympischen Spielen teilhaben zu können, veranstaltete der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen (DRL) in der Zeit vom 1. bis 16. August 1936 mehrere Jugendlager. An diesen Zeltlagern nahmen mehr als 8.000 Jungen und Mädchen teil. Auf Pichelswerder, wo sich auch das Lager der Hitler Jugend (HJ) befand, standen die Spitzzelte der Turner und Schwimmer. Das Ruderlager, von dem aus die gesamte Regattastrecke überblickt werden konnte, war direkt an der Regattastrecke in Grünau. Die Reiter campierten auf dem Gelände der Trabrennbahn in Ruhleben. In den Bootsständen Angermann an der Havel in Pichelsdorf war das Hockeylager. Das internationale Jugendlager war an der Heerstraße, wo auch die Fußballer, Leichtathleten, Handballer und Schwerathleten untergebracht waren. Die Kanuten zelteten an der Müggelspree im Hirschgarten. Dort trafen sich etwa 3.000 Kanufahrer aus dem In- und Ausland. Viele von ihnen waren Teilnehmer der zahlreichen Sternfahrten, die von den Ruderverbänden organisiert worden waren. Im Zeltlager der Kanuten sah man von der Errichtung einheitlicher Zelte ab. Jeder Teilnehmer brachte sein eigenes Zelt mit nach Berlin. Die Mädchen bekamen ein Olympialager in Elsgrund, wo nur Platz für 900 Personen war. 100 Mädchen mussten daher in der Westend-Schule untergebracht werden. Weitere Zeltlager gab es an der Angerburger Allee und in Döberitz. Jedes Lager verfügte neben den Zelten über eine feste Küche mit jeweils fünf bis acht Kochkesseln, Waschzelte mit je 50-100 Waschgelegenheiten sowie eine Toilettenanlage. Über eine Lautsprecheranlage die mit dem Olympia-Stadion gekoppelt war, konnten alle Wettkämpfe akustisch verfolgt werden. Das Zeltlager in Grünau war per Lautsprecher mit der Regattastrecke verbunden.
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS3
Einleitung8
1 Olympische Spiele der XI. Olympiade 1936 in Berlin11
1.1 Bewerbung11
1.2 Gründung des Organisationskomitees13
1.2.1 Carl Diem16
1.2.2 Theodor Lewald17
1.2.3 Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg18
1.2.4 Karl Ritter von Halt19
1.2.5 Hans Pfundtner20
1.2.6 Hans von Tschammer und Osten21
1.2.7 Julius Lippert21
1.2.8 Walter von Reichenau22
1.2.9 Wolf Heinrich Graf von Helldorf22
1.2.10 Leonardo Conti22
2 Kampfstätten23
2.1 Reichssportfeld23
2.2 Olympia-Stadion29
2.3 Schwimm-Stadion33
2.4 Deutschlandhalle34
2.5 Radrennbahn35
2.6 Ruderregatta-Strecke Grünau36
2.7 Segelrevier Kieler Förde38
2.8 Hockey-Stadion40
2.9 Radfernfahrt-Strecke40
2.10 Post-Stadion41
2.11 Polizei-Stadion42
2.12 BSV-Stadion43
2.13 Mommsen-Stadion43
2.14 Marathon-Strecke43
2.15 Stadion-Neukölln45
3 Ausstattung der Kampfstätten46
3.1 Olympia-Glocke46
3.2 Fahnen, Banner und Wimpel48
3.3 Hymnen50
3.4 Sporttechnische Organisation52
3.4.1 Olympia-Jolle54
3.4.2 Olympia Zeitfilm55
3.4.3 Trefferanzeigegerät für das Fechten56
3.4.4 Andere Messgeräte56
4 Polizeiliche Maßnahmen57
4.1 Bildung des Polizeibefehlsstabes57
4.2 Organisation von Kräften58
4.3 Dienststellen59
4.4 Verpflegung60
4.5 Schulung und Ausbildung61
4.6 Technische Mittel62
4.7 Anschaffungen63
4.8 Verkehrsregelung64
4.8.1 Innerstädtische Verkehrsregelung66
4.8.2 Anfahrt zum Reichssportfeld66
4.9 Testveranstaltungen69
4.10 Einteilung Einsatzbereiche74
4.11 Gewerbepolizeiliche Maßnahmen75
4.12 Sicherheitsüberwachung in den Kampfstätten76
4.13 Meldepflichtige Personen77
4.14 Sondereinrichtungen und Sondervereinbarungen77
5 Verkehrsmittel79
5.1 Schienenverkehr79
5.2 Öffentlicher Nahverkehr82
5.3 Schiffsverkehr85
5.4 Flugzeug86
5.5 Taxi87
6 Eintrittskarten88
6.1 Kartendruck88
6.2 Richtlinien des Eintrittskartenverkaufes89
6.3 Einzelkarten91
6.4 Dauerkarten93
6.5 Olympia-Stadion-Pass97
6.6 Pressekarten99
6.7 Ausweise101
7 Unterbringung103
7.1 Olympisches Dorf103
7.1.1 Wohnhäuser106
7.1.2 Wirtschaftsgebäude107
7.1.3 Empfangsgebäude110
7.1.4 Sportabteilung113
7.1.5 Statistische Angaben zum olympischen Dorf117
7.2 Frauenheim119
7.3 Olympia-Jugendzeltlager121
7.3.1 Lager der Fußballer125
7.3.2 Internationales Jugendzeltlager126
7.4 Internationales Sportstudentenlager128
7.5 Olympia-Heim der Segler129
7.6 Unterbringung der Segelflieger130
7.7 Unterbringung der Zuschauer132
7.8 Unterbringung der Ruderer136
8 Werbung und Propaganda138
8.1 Richtlinien138
8.2 Olympia-Nadel139
8.3 Amtliches Abzeichen und Besucher Abzeichen140
8.4 Olympia-Plaketten und Medaillen145
8.5 Gedenkprägung148
8.6 Olympia-Zug148
8.7 Automobil-Sternfahrt150
8.8 Radwanderfahrt153
8.9 Handbuch153
8.10 Heftreihe153
8.11 Amtliche Karte154
8.12 Amtlicher Führer154
8.13 Amtlicher Bericht155
8.14 Olympia Film157
9 Berichterstattung159
9.1 Entwicklung der Presseabteilung159
9.2 Ausstattung der Presseeinrichtungen auf denKampfstätten160
9.3 Olympia-Pressedienst163
9.4 Fernsehen163
9.5 Rundfunkübertragung164
9.6 Fotografie166
9.6.1 Material für die Bildpressestellen167
9.6.2 Bildpressestelle Reichssportfeld168
9.6.3 Bildstelle Schillersaal169
9.6.4 Labor Marathontor170
9.7 Post- und Fernmeldebetrieb171
10 Medizinische Versorgung175
10.1 Gesundheitsdienst175
10.2 Aufgaben des Gesundheitsamtes und Lebensmittelüberwachung176
11 Festlichkeiten178
11.1 Einweihung des Reichssportfeldes178
11.2 Eröffnungsfeier und Schlussfeier179
11.3 Festliches Rahmenprogramm179
11.3.1 Großes Festspiel182
11.3.2 Olympische Jugend182
11.4 Fackellauf Olympia – Berlin188
11.5 Fackellauf Berlin – Kiel193
11.6 Fackellauf Berlin – Grünau194
12 Neuaufnahmen und Sonderveranstaltungen195
12.1 Neuaufnahmen im olympischen Programm195
12.2 Sternflug197
12.3 Segelflug als Nationale Sportart197
12.4 Großflugtag200
13 Kosten der Olympischen Spiele201
Schlusswort206
Literaturverzeichnis208
Abbildungsverzeichnis211
Tabellenverzeichnis213
Abkürzungsverzeichnis215
Anhang217
Quellenangaben Abbildungen225

Weitere E-Books zum Thema: Drittes Reich - Holocaust - Antisemitismus - Faschismus

Faschistische Selbstdarstellung

E-Book Faschistische Selbstdarstellung
Eine Retortenstadt Mussolinis als Bühne des Faschismus Format: PDF

Unter dem italienischen Faschismus wurden südlich von Rom neue Städte in den ehemaligen Pontinischen Sümpfen gegründet. Diese faschistischen Retortenstädte verknüpften neue sozialpolitische Modelle…

Faschistische Selbstdarstellung

E-Book Faschistische Selbstdarstellung
Eine Retortenstadt Mussolinis als Bühne des Faschismus Format: PDF

Unter dem italienischen Faschismus wurden südlich von Rom neue Städte in den ehemaligen Pontinischen Sümpfen gegründet. Diese faschistischen Retortenstädte verknüpften neue sozialpolitische Modelle…

Faschistische Selbstdarstellung

E-Book Faschistische Selbstdarstellung
Eine Retortenstadt Mussolinis als Bühne des Faschismus Format: PDF

Unter dem italienischen Faschismus wurden südlich von Rom neue Städte in den ehemaligen Pontinischen Sümpfen gegründet. Diese faschistischen Retortenstädte verknüpften neue sozialpolitische Modelle…

Faschistische Selbstdarstellung

E-Book Faschistische Selbstdarstellung
Eine Retortenstadt Mussolinis als Bühne des Faschismus Format: PDF

Unter dem italienischen Faschismus wurden südlich von Rom neue Städte in den ehemaligen Pontinischen Sümpfen gegründet. Diese faschistischen Retortenstädte verknüpften neue sozialpolitische Modelle…

„Auserwählte Opfer“?

E-Book „Auserwählte Opfer“?
Format: PDF

„They were not the chosen victims!" - Sie waren nicht die auserwählten Opfer.Mit diesen Worten beendete der amerikanische Historiker Guenter Lewy seinen Vortrag über die Verfolgung der Sinti und Roma…

Zwischen Himmel und Hölle

E-Book Zwischen Himmel und Hölle
Das Kommando ›Plantage‹ des Konzentrationslagers Dachau Format: PDF

Der erste Titel der »Dachauer Diskurse«, untersucht die Entstehung und Struktur des Arbeitskommandos ›Plantage‹ im KZ Dachau und die Umstände, die das Leben und die…

Weitere Zeitschriften

Atalanta

Atalanta

Atalanta ist die Zeitschrift der Deutschen Forschungszentrale für Schmetterlingswanderung. Im Atalanta-Magazin werden Themen behandelt wie Wanderfalterforschung, Systematik, Taxonomie und Ökologie. ...

aufstieg

aufstieg

Zeitschrift der NaturFreunde in Württemberg Die Natur ist unser Lebensraum: Ort für Erholung und Bewegung, zum Erleben und Forschen; sie ist ein schützenswertes Gut. Wir sind aktiv in der Natur ...

BEHINDERTEPÄDAGOGIK

BEHINDERTEPÄDAGOGIK

Für diese Fachzeitschrift arbeiten namhafte Persönlichkeiten aus den verschiedenen Fotschungs-, Lehr- und Praxisbereichen zusammen. Zu ihren Aufgaben gehören Prävention, Früherkennung, ...

Burgen und Schlösser

Burgen und Schlösser

aktuelle Berichte zum Thema Burgen, Schlösser, Wehrbauten, Forschungsergebnisse zur Bau- und Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Denkmalschutz Seit ihrer Gründung 1899 gibt die Deutsche ...

Card-Forum

Card-Forum

Card-Forum ist das marktführende Magazin im Themenbereich der kartengestützten Systeme für Zahlung und Identifikation, Telekommunikation und Kundenbindung sowie der damit verwandten und ...

caritas

caritas

mitteilungen für die Erzdiözese FreiburgUm Kindern aus armen Familien gute Perspektiven für eine eigenständige Lebensführung zu ermöglichen, muss die Kinderarmut in Deutschland nachhaltig ...

küche + raum

küche + raum

Internationale Fachzeitschrift für Küchenforschung und Küchenplanung. Mit Fachinformationen für Küchenfachhändler, -spezialisten und -planer in Küchenstudios, Möbelfachgeschäften und den ...

DHS

DHS

Die Flugzeuge der NVA Neben unser F-40 Reihe, soll mit der DHS die Geschichte der "anderen" deutschen Luftwaffe, den Luftstreitkräften der Nationalen Volksarmee (NVA-LSK) der ehemaligen DDR ...

Die Versicherungspraxis

Die Versicherungspraxis

Behandlung versicherungsrelevanter Themen. Erfahren Sie mehr über den DVS. Der DVS Deutscher Versicherungs-Schutzverband e.V, Bonn, ist der Interessenvertreter der versicherungsnehmenden Wirtschaft. ...