Sie sind hier
E-Book

Best Ager im Kino

Studie über das Kinoverhalten der Generation 50 plus

AutorMichael Kaschura
VerlagDiplomica Verlag GmbH
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl114 Seiten
ISBN9783836612104
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis23,00 EUR

In den 1990er Jahren erlebte das Kino eine explosionsartige Steigerung der Ticketverkäufe. Binnen kurzer Zeit wurden Kino-Komplexe gebaut und mit jeder großen Neuerung erlebte das Kino einen Aufschwung. Besonders männliche Jugendliche waren seit Jahren die Kernzielgruppe des Kinos und trugen zum Aufschwung der Branche und dem Erfolg der Multiplex-Kinos bei. Die letzten Jahre entwickelten sich für die Kinobranche zu einem Tief und es werden Stimmen laut, dass umgedacht werden müsse. Die ehemalige Kernzielgruppe geht heute nicht mehr so häufig ins Kino. Bei Recherchen und Gesprächen mit Personen der Kinobranche zeigt sich, dass es zwei Zielgruppen gibt, die für die Zukunft des Kinos besonders wichtig sind. Zum einen sind dies männliche Jugendliche und zum anderen die Generation 50 plus. 

Durch einen Besucheranstieg von Personen, die über 50 Jahre alt sind, ist diese Zielgruppe für die Branche sehr interessant geworden. Man erkennt erst jetzt ihr Potenzial, doch es fehlen genügend Informationen über sie. Es stellt sich die Frage, ob sie sich in den Multiplex-Kinos wohl fühlt und ob die futuristische Form des Kinos noch zeitgemäß ist, wenn diese Zielgruppe einmal die größte Kundengruppe darstellt. Eine Internet-Befragung soll das Interesse der Generation 50 plus am Kino eruieren und aufzeigen, wie ein Kino auf lokaler Basis dazu beitragen kann, das Kinoerlebnis an den Wünschen der „erfahrenen“ Kinobesucher auszurichten.Diese Studie hilft, die Vorlieben und Interessen sowie mögliche Ansätze zu erkennen, um die zukünftig wichtigste Zielgruppe des Kinos verstärkt anzusprechen: die wachsende Zielgruppe 50 plus.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe

Kapitel 6.1, Grundtypen und Aktivität

Bei der Generation 50 plus kann man nicht von der einen, homogenen Zielgruppe sprechen. Die TNS Infratest Holding GmbH & Co. KG hat in einer Studie herausgefunden, dass es vielmehr drei abgrenzbare Gruppen gibt. Anhand der Daten dieser Studie wurden drei Grundtypen von Menschen ab 50 Jahren gebildet:

Passive Ältere

Mit einer eher introvertierten Grundhaltung ist diese Gruppe mit 37% vertreten. Die Anzahl ihrer Freizeitaktivitäten ist geringer als in den anderen Gruppen und auch Medien wie Radio, Zeitschriften und Bücher werden unterdurchschnittlich genutzt. Im Gegensatz zu den anderen Gruppen verfügen sie meist über eine geringere Bildung und ein geringeres Haushaltsnettoeinkommen.

Kulturell Aktive:Ihr Anteil beträgt 33 % am Segment der Generation 50 plus, wobei der Frauenanteil deutlich höher als in den anderen Gruppen ist. Insbesondere Theaterbesuche und das Lesen von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften stehen im Vordergrund. Sie verfügen über einer starke kulturelle Orientierung und legen hohen Wert auf Familie und Religion.

Erlebnisorientierte Aktive

Sie bilden die jüngste Altersgruppe innerhalb der über 50-Jährigen. Ihr Anteil liegt insgesamt bei 30%, wobei der Männeranteil überwiegt. Zu ihren typischen Freizeitaktivitäten gehören u.a. auch Kino, Trendsportarten, das Surfen im Internet und das Spielen am PC.

Für die kommenden Jahre wird prognostiziert, dass insbesondere der Anteil der erlebnisorientierten Aktiven sich, durch das Nachrücken der 40–49-Jährigen in das Segment der über 50-Jährigen, vergrößern wird. Da sich die meisten Kinogänger im Segment der erlebnisorientierten Aktiven befinden, kann sich der Anteil der über 50-Jährigen im Kino erhöhen, insofern sie Film-Angebot und Service interessiert.

Veränderungen in den Kinos

Fraglich ist, ob z.B. die Innenausstattung der Multiplex-Kinos die neue Zielgruppe anspricht. Oftmals sind hier große Bauten aus Beton und Glas mit dem Charakter eines Abfertigungsfoyers und riesigen Gastronomie-Theken vorhanden. Die Umgestaltung dieser Kinos wird dazu beitragen können, dass sich die älteren Kinogänger wohler fühlen und eher das Ambiente eines Programmkinos in den Multiplex-Kinos Einzug hält.

Einige Multiplex-Kinos bieten mittlerweile spezielle Führungen an, um Hemmschwellen abzubauen und planen die Filmstarts so, dass sich ältere und jüngere Kinogänger nicht über den Weg laufen. Diverse Aktionen richten sich mittlerweile speziell an ein älteres Publikum und sind dabei überaus erfolgreich, wie z.B. die Veranstaltungsreihe „Kino & Vino“ im Cineplex Bayreuth mit auf den im Anschluss an die Veranstaltung gezeigten Film thematisch abgestimmten Menüs und Weinverkostungen.

Veränderungen in den Strukturen der Kinobesucher

Seit 1993 veröffentlicht die Filmförderungsanstalt Berlin Studien über die Struktur des Kinobesuches und die Entwicklung der Besucherzahlen. Diese stützt sich auf das Individualpanel der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Dieses Panel umfasst 20.000 Teilnehmer und steht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung. Diese Auswertung „Der Kinobesucher 2005 – Strukturen und Entwicklungen auf Basis des GfK-Panels“ dient hier zur Bestimmung des Kinoverhaltens der Generation 50 plus und im weiteren Verlauf teilweise zum Vergleich der in der späteren Internet-Befragung erhobenen Daten.

Anhand dieser Daten sieht man, dass das Alter der Kinobesucher im Zeitverlauf seit 1993 zugenommen hat. Während der Anteil der jüngeren Kinogänger (20 bis 29 Jahre) von 46% im Jahr 1993 auf 28% im Jahr 2005 abgenommen hat, ist der Anteil der Besucher, die das Alter von 50 Jahren erreicht haben, von 9% im Jahr 1993 auf 14% im Jahr 2005 angestiegen.

Im Vergleich gehen 12% der über 50-Jährigen und 17% der über 60-Jährigen alleine ins Kino, während nur 4% der Kinobesucher von 20 bis 29 Jahre alleine ins Kino gehen. Im Durchschnitt gehen 24,2% der Gesamtkinobesucher alleine ins Kino. Bei den Programmkinos liegt der Anteil mit 29,4% höher.

Die Generation 50 plus stellt mit insgesamt 23,7% einen Großteil der Besucher von Programmkinos dar. Der Anteil der über 60-Jährigen liegt hier bei 12,8% und ist fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Gesamtkinobesucher. 14,2% der Besucher von Programmkinos sind Rentner, 35,8% Angestellte und 25,2% Schüler/Studenten (die restlichen Prozente verteilen sich u.a. auf Beamte, Arbeiter, Hausfrauen).

Die wichtigsten Aufmerksamkeitsquellen unterscheiden sich teilweise sehr von denen des durchschnittlichen Gesamtkinobesuchers: Beim Programmkinobesucher sind dies Filmvorschau/Trailer im Kino (18,3%), Berichte, Kritiken in Zeitungen/Zeitschriften (18,1%), Empfehlung von Freunden und Bekannten (14,4%) und Werbung im Fernsehen (10,7%). Beim Gesamtkinobesucher sind dies:

Filmvorschau/Trailer im Kino (24,2%), Werbung im Fernsehen (18,7%), Empfehlung von Freunden und Bekannten (11,1%) und Berichte, Kritiken in Zeitungen/Zeitschriften (10,0%). Auch wenn diese Punkte jeweils die höchsten Prozentangaben haben, kann man deutliche Unterschiede erkennen und Schlüsse auf das Bildungsniveau der Programmkinogänger ziehen. Die Analyse der Bildungsstruktur ergab, dass der Programmkinobesucher überdurchschnittlich gebildet ist (Abitur/Studium erreichten 60,4% im Vergleich zum Gesamtkinobesucher mit 53,5%) und besonderen Wert auf Thema und Story bei der Motivation des Kinobesuches legt (50,8% im Vergleich zum Gesamtkinobesucher mit 43,0%).

Viele Programmkinos strahlen eine Gemütlichkeit aus, die in den Multiplex-Kinos nicht gegeben ist. Aber gerade diese Atmosphäre scheint die älteren Kinogänger anzusprechen. So sollen teilweise optische Umgestaltungen wie gemütliche Wartezonen, edle Ausstattung und ansprechende Foyers dazu beitragen, Kinobesucher verstärkt anzusprechen – insbesondere diejenigen, die schon lange nicht mehr im Kino waren.

Durch Veranstaltungsreihen und Aktionen kann bestimmt auch der eine oder andere Kino-Abstinente über 50-Jährige wieder mehr Gefallen am Medium Kino finden. Längere Laufzeiten der Filme und ein anspruchsvolleres Programm scheinen ebenfalls wichtige Faktoren für eine mögliche Besuchersteigerung zu sein. Im Gegensatz zu den Deutschen gehen die 50-Jährigen in der Schweiz und in Frankreich viel öfter ins Kino. Gerade bei anspruchsvollen Filmen sind diese bis zu zehnmal häufiger im Kino anzutreffen. Somit ist sicherlich auch in Deutschland noch Potenzial für weitere Kinobesuche der Generation 50 plus vorhanden...

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis3
Anhangsverzeichnis5
Abbildungsverzeichnis7
Tabellenverzeichnis7
Abkürzungsverzeichnis8
Wörterbuch8
1. Einführung9
1.1 Vorstellung des Autors9
1.2 Abstract10
2. Lokales Kino-Marketing12
2.1 Einführung12
2.2 Marketing12
2.3 Lokales Marketing13
2.4 Lokales Kino-Marketing14
3. Die deutsche Kinolandschaft15
3.1 Zahlen und Fakten15
3.2 Kino in der Krise16
3.3 Die Veränderungen der Kinolandschaft17
4. Demographischer Wandel in Deutschland20
4.1 Demographie und Bevölkerung20
4.2 Bevölkerungsentwicklung in Deutschland20
4.3 Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland22
4.4 Altern der Bevölkerung Deutschlands24
5. Die Generation 50 plus26
5.1 Die neue Zielgruppe26
5.2 Eine Generation im Wandel26
5.3 Die Unterteilung der Generation 50 plus28
6. Die Generation 50 plus im Kino31
6.1 Grundtypen und Aktivität31
6.2 Veränderungen in den Kinos32
6.3 Veränderungen in den Strukturen der Kinobesucher32
7. Internet-Befragung zum Thema „Generation 50 plus im Kino“35
7.1 Marktforschung35
7.2 Allgemeines zur Befragung36
7.3 Fragenkatalog38
7.3.1 Frage 1: Wie oft gehen Sie im Jahr ins Kino?40
7.3.2 Frage 2: Gehen Sie heute öfter ins Kino als vor 1-2 Jahren?41
7.3.3 Frage 3: Mit welchen Tätigkeiten verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?42
7.3.4 Frage 4: Wie informieren Sie sich über zukünftige Kinofilme?43
7.3.5 Frage 5: Welche Art von Filmen sehen Sie am liebsten?45
7.3.6 Frage 6: Aus welchen Ländern stammen die Filme, die Sie normalerweisegerne sehen?47
7.3.7 Frage 7: Wie reservieren Sie Ihre Kinokarten?49
7.3.8 Frage 8: Wann planen Sie Ihren Kinobesuch?50
7.3.9 Frage 9: Hätten Sie Interesse an mehr Aktionen zu Filmen im Kino?51
7.3.10 Frage 10: Welche Aktionen im Kino würden Sie ansprechen?52
7.3.11 Frage 11: Warum gehen Sie nicht öfter ins Kino?53
7.3.12 Frage 12: Welche Gastronomie-Artikel würden Sie gerne zusätzlich auf derMenükarte eines Kinos sehen?55
7.3.13 Frage 13: Valet Parking56
7.3.14 Frage 14: Restaurant und Kino57
7.3.15 Frage 15: Was würde Sie dazu bewegen öfter ins Kino zu gehen?58
8. Fazit60
Literaturverzeichnis63
Buchquellen75
ANHANG79
Reihe Best Ager111

Weitere E-Books zum Thema: Studien - Marktentwicklungen

Asset Securitization im Gesundheitswesen

E-Book Asset Securitization im Gesundheitswesen
Erfahrungen in den USA und anderen Ländern als Basis einer Abwägung von Einsatzmöglichkeiten in Deutschland Format: PDF

Ulrich Franke geht auf die Schwierigkeiten des Kapitalmarktzugangs für Non-Profit-Unternehmen ein und analysiert, inwieweit ABS als Eigenkapital schonende Finanzierungsform eingesetzt werden kann.…

Bankenrating

E-Book Bankenrating
Einsatz empirisch-induktiver Ratingverfahren zur aufsichtlichen Erkennung bestandsgefährdeter Universalbanken Format: PDF

Jan Roland Günter entwickelt auf empirisch-induktivem Wege ein Verfahren für ein Bankenrating, mit dessen Hilfe Aufsichtsinstitutionen die wirtschaftliche Lage von kleinen und mittelgroßen…

Weitere Zeitschriften

ARCH+.

ARCH+.

ARCH+ ist eine unabhängige, konzeptuelle Zeitschrift für Architektur und Urbanismus. Der Name ist zugleich Programm: mehr als Architektur. Jedes vierteljährlich erscheinende Heft beleuchtet ...

Ärzte Zeitung

Ärzte Zeitung

Zielgruppe:  Niedergelassene Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten. Charakteristik:  Die Ärzte Zeitung liefert 3 x pro Woche bundesweit an niedergelassene Mediziner ...

Atalanta

Atalanta

Atalanta ist die Zeitschrift der Deutschen Forschungszentrale für Schmetterlingswanderung. Im Atalanta-Magazin werden Themen behandelt wie Wanderfalterforschung, Systematik, Taxonomie und Ökologie. ...

FREIE WERKSTATT

FREIE WERKSTATT

Hauptzielgruppe der FREIEN WERKSTATT, der unabhängigen Fachzeitschrift für den Pkw-Reparaturmarkt, sind Inhaberinnen und Inhaber, Kfz-Meisterinnen und Kfz-Meister bzw. das komplette Kfz-Team Freier ...

BEHINDERTEPÄDAGOGIK

BEHINDERTEPÄDAGOGIK

Für diese Fachzeitschrift arbeiten namhafte Persönlichkeiten aus den verschiedenen Fotschungs-, Lehr- und Praxisbereichen zusammen. Zu ihren Aufgaben gehören Prävention, Früherkennung, ...

Courier

Courier

The Bayer CropScience Magazine for Modern AgriculturePflanzenschutzmagazin für den Landwirt, landwirtschaftlichen Berater, Händler und generell am Thema Interessierten, mit umfassender ...

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg) ist das offizielle Verbandsorgan des Württembergischen Landessportbund e.V. (WLSB) und Informationsmagazin für alle im Sport organisierten Mitglieder in Württemberg. ...

Euphorion

Euphorion

EUPHORION wurde 1894 gegründet und widmet sich als „Zeitschrift für Literaturgeschichte“ dem gesamten Fachgebiet der deutschen Philologie. Mindestens ein Heft pro Jahrgang ist für die ...