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E-Book

Betriebswirtschaftliche Ansätze und Instrumente des Gesundheitsmanagements

VerlagRainer Hampp Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl197 Seiten
ISBN9783866181793
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR

Politiker sind zur Zeit maßgebend mit der Einnahmenseite der Gesundheitsreform, der Zweiklassengesellschaft und der Zweiklassenmedizin beschäftigt. Dabei vergessen sie aber oft die Ausgaben- und Kostenseite der Gesundheitsreform zu erörtern, wegen des Konfliktpotenzials. Dass auf der Ausgabenseite jedoch sinnvolle betriebswirtschaftliche Ansätze und Instrumente existieren, wird in gesundheitspolitischen Diskussionen immer noch ausgeblendet.

Um hier die gesundheitspolitische Diskussion voranzubringen, haben sich die Autoren vorgenommen, exemplarisch Instrumente der Betriebswirtschaft und deren Anwendung aufzuzeigen. Damit können Einsparpotenziale aufgedeckt werden, um organisatorische, personale und technisch-innovative und damit zweckmäßige betriebswirtschaftliche Lösungen im Gesundheitssektor anzugehen.

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Leseprobe

II Zur Beschreibung der deutschen pharmazeutischen Branche (S. 23-24)

Wilhelm Schmeisser

In Zeiten der Globalisierung, der zunehmenden Rationalisierung und turbulenten Wachstumsmärkte befindet sich die Pharmaindustrie der westlichen Welt immer mehr unter Druck. In den vergangenen 20 Jahren versuchte man die anstehenden Probleme durch Fusionen oder Unternehmenszukäufe, aber auch durch den Lizenzkauf von Medikamenten zu lösen. Durch zunehmende Unternehmensgröße, Zukauf von Marktanteilen und erweiterte Marketingaktivitäten sollte das bewährte Businessmodell gestärkt und ausgebaut werden. Die letzten Jahre haben aber gezeigt, dass allein Firmengröße und Marketing nicht mehr ausreichen, um auch den veränderten politischen, gesellschaftlichen und wettbewerbsbedingten Gegebenheiten Rechnung zu tragen.

Während noch vor 20 Jahren Deutschland „die Apotheke der Welt" war, gibt es heute nur noch wenig große deutsche Pharmaunternehmen. Sie sind entweder durch amerikanische, französische oder englische Pharmakonzerne übernommen worden oder spielen aufgrund mangelnder durchschlagender Innovationen oder Patente keine bedeutende Rolle auf den Weltmarkt mehr. In den nächsten Jahren wird es daher zwingend zu einem Umbruch in der deutschen bzw. der europäischen Pharmaindustrie kommen. Die großen amerikanischen Pharmakonzerne sind bereits dabei, diesen Wandel zu vollziehen.

Das bisher sehr erfolgreiche produktorientierte, chemiebasierte Blockbuster-Konzept wird zunehmend von einem biologiebasierten, marktorientierten Konzept abgelöst. Biotech-Unternehmen werden in der Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Ein gravierender Wandel zeichnet sich bei den Endkonsumenten der Pharmaindustrie ab. Die Patienten entwickeln sich vom unbedarften Laien zum gut informierten mündigen Endverbraucher. Durch gesellschaftlich und politisch bedingte Sparzwänge im Gesundheitswesen in ganz Europa wird es für die Pharmaindustrie immer schwerer werden „ihre Preise" durchzusetzen.

1 Zum Pharmamarkt: Ein Überblick
Die weitere analytische Betrachtungsweise konzentriert sich auf den deutschen Pharmamarkt, wobei ebenfalls internationale Gegebenheiten und Entwicklungen, die erfahrungsgemäß Einfluss auf den deutschen Markt haben, berücksichtigt werden. Zunächst wird die heutige Situation des Pharmamarktes anhand von aussagekräftigen Kennzahlen vorgestellt, um dann zukünftige Entwicklungen, die voraussichtlich in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren stattfinden werden können, aufzuzeigen.

Da auf dem Pharmamarkt zahlreiche Akteure vertreten sind, werden die wichtigsten Protagonisten dargestellt und deren Beziehungsgeflecht untereinander veranschaulicht. Dies verdeutlicht u.a. die besondere Funktionsweise des pharmazeutischen Marktes, der ganz spezifische Markbesonderheiten aufweist. Insbesondere die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen spielen eine derart gravierende Rolle, sodass es unerlässlich ist, sich mit den grundlegenden Gesetzen der Gesundheitspolitik der letzten Jahre und deren Auswirkungen und die zukünftigen Entwicklungen des Pharmabereichs sich auseinander zu setzen.

1.1 Kennzeichen des Pharmamarktes

Der Pharmamarkt als Bestandteil des Gesundheitsmarktes unterscheidet sich vom Konsumgütermarkt vor allem dadurch, dass ein Arzneimittel ein besonderes Gut bzw. ein ethisches Produkt ist, welches aus Wirkstoffen oder Substanzen besteht, die im Körper des Menschen wünschenswerte Wirkungen hervorrufen und deshalb zur Vorbeugung, Linderung oder Heilung von Krankheiten verwendet wird. Der Einsatz eines Arzneimittels ist gekennzeichnet durch eine hohe Erklärungsbedürftigkeit, da bereits bei adäquater Anwendung Nebenwirkungen auftreten und bei unsachgemäßer Anwendung lebensbedrohliche Folgen entstehen können. Aufgrund dieser Anwendungsrisiken sind die meisten Arzneimittel rezeptpflichtig oder zumindest apothekenpflichtig, deshalb spricht man in diesem Zusammenhang von einem Verordnungsmarkt.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Inhaltsverzeichnis8
Autorenverzeichnis12
I Das Gesundheitssystem in Deutschland: Struktur und Entwicklungen14
1 Geschichtliche Entwicklung14
2 Grundmodelle von Gesundheitssystemen15
3 Grundmerkmale des deutschen Gesundheitswesens16
4 Grundprinzipien der sozialen Sicherung im Krankheitsfall19
5 Basisdaten des deutschen Gesundheitssystems22
6 Krankenversicherungen24
6.1 Organisationsstruktur der gesetzlichen Krankenkassen24
6.2 Aufgaben der Krankenkassen25
6.3 Private Krankenversicherungen25
7 Anhang26
Literaturverzeichnis35
II Zur Beschreibung der deutschen pharmazeutischen Branche36
1 Zum Pharmamarkt: Ein Überblick36
1.1 Kennzeichen des Pharmamarktes37
1.2 Weltpharmamarkt38
1.3 Deutscher Pharmamarkt40
1.4 Branchenstruktur44
1.5 Markt für innovative Medikamente45
1.6 Generika-Markt47
1.7 OTC-Markt49
1.8 Einfluss der Gesundheitspolitik auf den deutschen Pharmamarkt50
1.9 Wichtige Gesetze und deren Auswirkungen52
1.10 Zukünftige Entwicklungen in Deutschland55
2 Zukünftige Entwicklungen im Pharmamarkt57
2.1 Bedeutungsverlust von „Big Pharma“57
2.2 Biotechnologie-Unternehmen59
3 Direkte Akteure auf dem Pharmamarkt60
3.1 Pharmaunternehmen62
3.2 Ärzte63
3.3 Apotheken und Großhandel64
3.4 Gesetzliche Krankenversicherung und Private Krankenversicherung66
3.5 Patienten67
Literaturverzeichnis68
III Betriebswirtschaftliche Instrumente für Ärzte und das Pflegepersonal in Krankenhäusern75
1 Zur Arbeitssituation deutscher Ärzte in Krankenhäusern75
1.1 Zum Ärztestreik in Deutschland 200675
1.2 Hintergrund und Problemfelder der Ärzte76
1.3 Forderungen des Marburger Bundes76
1.4 Tarifeinigungsergebnisse77
2 Krankenhauslandschaft im Umbruch78
2.1 Gesundheitsreform 2004 - Hintergründe78
2.2 Auswirkungen78
2.3 Ziele79
3 Lösungsansätze80
3.1 Integrierte Versorgung80
3.2 Klinische Behandlungspfade (Disease Management Programme)82
3.3 DRG – Diagnosis Related Groups86
3.4 Qualitätsberichte – KTQ-Zertifizierungsverfahren88
3.5 Krankenhausinformationssysteme (KIS)90
3.6 Barcodes – Moderne Hilfsmittel im Klinikalltag91
3.7 Elektronische Gesundheitskarte93
3.8 Entlassungsmanagement93
3.9 Florence QS – Mehr Kompetenzen für Pflegekräfte94
4 Ausblick95
Literaturverzeichnis97
Internetquellen98
IV Integrierte Versorgung – Ausschöpfung von Optimierungspotenzialen im Gesundheitssektor99
1 Integrierte Versorgung99
2 Befragung zu den ökonomischen Effekten der IV101
3 Auswahlverfahren und Rücklauf101
4 Ziele der Leistungserbringer103
5 Maßnahmen zur Durchsetzung der Ziele104
6 Realisierungsaufwand107
7 Optimierungspotenziale durch die IV108
7.1 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung der IV110
7.2 Probleme des Schnittstellenmanagements112
8 Erwartungen an den zukünftigen ökonomischen Erfolg durch den Einsatz der integrierten Versorgungskette116
Literaturverzeichnis117
V Wer informiert sich wie? Zielgruppenspezifische Informationsbedürfnisse von Versicherten und Patienten119
1 Patientensouveränität: Leitbild und Voraussetzungen119
2 Zielgruppenkommunikation im Social Marketing121
3 Empirische Befunde zum Medienverhalten von Versicherten und Patienten123
4 Gesundheitskommunikation und Audience Segmentation131
5 Fazit und Ausblick135
Literaturverzeichnis137
VI Jahresabschlussanalyse: Vergleich zwischen der Rhön Klinikum AG und der Marseille Kliniken AG139
1 Ausgangssituation139
2 Vorstellung der Unternehmen141
2.1 Die Rhön Klinikum AG141
2.2 Marseille Kliniken AG143
2.3 Zahlen und Fakten im Vergleich147
3 Betriebswirtschaftliche Bilanzanalyse148
3.1 Vermögenslage der Marseille Kliniken AG149
3.2 Vermögenslage der Rhön Klinikum AG158
3.3 Vergleich der Marseille Kliniken AG und der Rhön Klinikum AG165
4 Analyse der Gewinn- und Verlustrechnung168
4.1 Ertragslage171
4.2 Erfolgsanalyse mit Hilfe von ausgewählten Kennzahlen181
4.3 Kapitalflussrechnung26183
4.4 Wertschöpfungsrechnung186
Literaturverzeichnis188
Internetquellen188
VII Gesetzliche Krankenversicherung und Wettbewerbsrecht189
1 Einleitung und Problemstellung189
2 Zur Anwendbarkeit der normativen Wettbewerbsordnung190
2.1 Der dogmatische Ansatz des BGH190
2.2 Der Ansatz des Gesetzgebers191
2.3 Die Regelung des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes 2007194
2.4 Die Entscheidung des BGH vom 9.11.2006196
3 Die Rechtsprechung des EuGH197
Gesundheits- und Innovationsmanagement200

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